{"id":110,"date":"2010-03-13T22:10:08","date_gmt":"2010-03-13T21:10:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pit-unterwegs.de\/?p=110"},"modified":"2016-08-29T21:39:05","modified_gmt":"2016-08-29T20:39:05","slug":"le-thoronet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pit-unterwegs.de\/?p=110","title":{"rendered":"Abbaye Le Thoronet"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_800\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.pit-unterwegs.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/500_Abtei_Le_Thoronet.jpg\" rel=\"lightbox[110]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-800\" class=\"size-full wp-image-800\" title=\"500_Abtei_Le_Thoronet\" src=\"http:\/\/www.pit-unterwegs.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/500_Abtei_Le_Thoronet.jpg\" alt=\"Le Thoronet\" width=\"500\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/www.pit-unterwegs.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/500_Abtei_Le_Thoronet.jpg 500w, https:\/\/www.pit-unterwegs.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/500_Abtei_Le_Thoronet-300x196.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-800\" class=\"wp-caption-text\">Abbaye Le Thoronet<\/p><\/div>\n<p><strong>Geschichte<\/strong><\/p>\n<div id=\"ta1_1\"><strong>\u00a0<\/strong>Die Abtei wurde 1146 von M\u00f6nchen aus Tourtour in einer wilden Gegend des Var gegr\u00fcndet. Die Kirche selbst wurde von 1160 bis 1180 errichtet. Initiator der Gr\u00fcndung war Raymond B\u00e9renger, Graf von Barcelona und Marquis de Provence, der das Kloster Mazan &#8211; seinerseits eine Tochter des Mutterklosters C\u00eeteaux &#8211; um die Aussendung von M\u00f6nchen f\u00fcr seine neue Niederlassung bat. Sie kamen, ein Abt mit zw\u00f6lf Gef\u00e4hrten, und lie\u00dfen sich zun\u00e4chst am Fluss Forieille nieder (1136). Zehn Jahre sp\u00e4ter jedoch verlegten sie das Kloster nach S\u00fcden, in die N\u00e4he des Dorfes Thoronet. B\u00e9renger \u00fcberlie\u00df den M\u00f6nchen das von ihnen gew\u00e4hlte Land, durch weitere Schenkungen kam die Abtei rasch zu Einfluss und Wohlstand.<\/div>\n<p>Der Niedergang des Klosters bahnte sich, wie meist, schon im Sp\u00e4tmittelalter an. Zu einer ersten Aufl\u00f6sung kam es in den Religionskriegen, die endg\u00fcltige brachte die Franz\u00f6sische Revolution. Die letzten sieben M\u00f6nche mussten das Kloster verlassen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erwarb der franz\u00f6sische Staat die Abtei. Heute sind die Geb\u00e4ude restauriert, die Abtei hat nach umfangreichen Arbeiten ihr urspr\u00fcngliches Erscheinungsbild wieder erlangt.<\/p>\n<p>In der erstaunlich kurzen Bauzeit von 15 Jahren entstanden ab 1160 Kirche und Klostergeb\u00e4ude. F\u00fcr die faszinierende Einheit von Form und Funktion, Askese und Perfektion, Bescheidenheit und Unbedingtheit, die in den Kl\u00f6stern der Zisterzienser wie in keiner anderen Ordensgemeinschaft exemplarisch und kanonisch Gestalt angenommen hat, ist Le Thoronet ein hervorragendes Beispiel.<\/p>\n<div id=\"attachment_801\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.pit-unterwegs.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Cister-Thoronet-grundriss.gif\" rel=\"lightbox[110]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-801\" class=\"size-full wp-image-801\" title=\"Cister-Thoronet-grundriss\" src=\"http:\/\/www.pit-unterwegs.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Cister-Thoronet-grundriss.gif\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"399\" srcset=\"https:\/\/www.pit-unterwegs.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Cister-Thoronet-grundriss.gif 500w, https:\/\/www.pit-unterwegs.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Cister-Thoronet-grundriss-300x239.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-801\" class=\"wp-caption-text\">Grundriss Abtei Le Thoronet<\/p><\/div>\n<p><strong>Architektur<\/strong><\/p>\n<p>Die Klostergeb\u00e4ude gruppieren sich um einen rechteckigen Kreuzgang. Die Harmonie dieses Bauwerks, von jedem in Stein gehauenen Schmuck entbl\u00f6\u00dft, beruht auf seiner architektonischen Gr\u00f6\u00dfe. Es herrscht ein strenger und sehr geometrischer romanischer Stil vor. Mit Ausnahme der Kreuzrippengew\u00f6lbe im Kapitelsaal gibt es von der Kirche \u00fcber den Schlafsaal bis zum Keller nur Tonnengew\u00f6lbe.<\/p>\n<p>Verglichen mit den beiden anderen provenzalischen Zisterzienserkl\u00f6stern (S\u00e9nanque und Silvacane) ist Le Thoronet eine Steigerung, ein Nonplusultra an kraftvoller Konzentration. Die Spitztonne des Hauptschiffs ruht auf drei Gurtb\u00f6gen, Kuppel und Obergaden fehlen. Ein kreisrundes Chorfenster, eine Fenstergruppe im Westen gen\u00fcgen, das Licht zu dosieren. Vierteltonnen \u00fcber den Seitenschiffen \u00fcbernehmen die Funktion von Strebepfeilern, zus\u00e4tzliche Strebevorrichtungen entfallen. Die Gurte der Tonnen werden in Vorlagen fortgesetzt, die etwa drei Meter \u00fcber dem Boden von Konsolen abgefangen werden. Darunter befand sich das Gest\u00fchl: im Schiff f\u00fcr die Konversen (Laienbr\u00fcder), im Chor f\u00fcr die M\u00f6nche, im rechten Seitenschiff f\u00fcr Laien und G\u00e4ste.<\/p>\n<p>Der linke Arm des weit ausladenden Querschiffs (man beachte die Anlage der Apsiden: Nur die Hauptapsis w\u00f6lbt sich nach au\u00dfen, die jeweils zwei Nebenapsiden dagegen sind in den Rechteckgrundriss einbeschrieben) er\u00f6ffnet den Zugang zur Sakristei und &#8211; \u00fcber die gro\u00dfe Treppe &#8211; zum Dormitorium.<\/p>\n<p>Die Pforte im Seitenschiffjoch davor f\u00fchrt in den Kreuzgang. Er ist auf gel\u00e4ndebedingt unregelm\u00e4\u00dfigen Viereckgrundriss angelegt und im Dachbereich &#8211; vom Dormitorium aus &#8211; begehbar. Das achteckige Brunnenhaus ist das einzige, das sich in der Provence erhalten hat. Auff\u00e4llig ist die kunstvolle Gestaltung des Kapitelsaals, in dem bereits moderne, aus dem Norden eindringende Bauideen (Kreuzrippengew\u00f6lbe) Anwendung fanden. Nach 1200 wohl erst wurde das nordwestlich an das Kreuzungsgeviert angef\u00fcgte Refektorium der Konversen vollendet. Der Speisesaal der M\u00f6nche, bei der Brunnenhalle im Norden des Kreuzgangs gelegen, ist nicht mehr erhalten.<\/p>\n<p>Der Kunsthistoriker Wolfgang Braunfels beschreibt diese Architektur des Steins folgenderma\u00dfen: \u201eStein wirkt immer dauerhafter als Holz oder Verputz, strenger und zugleich fester. Man gewinnt den Eindruck, dass sich in diesen Gew\u00f6lbefluchten die M\u00f6nche auf die Dauer eingeschlossen haben. Hier l\u00e4sst sich nichts verr\u00fccken. Das ist zugleich Kerker und Paradies. In der steinernen Welt entfaltete sich jene Zisterzienser\u00e4sthetik, die zur Gotik \u00fcberleitete. Wo Farbe und Figur verboten war, dr\u00e4ngte die Steinbehandlung zu neuer Vollendung. Schlichtheit und geometrische Klarheit der Form wird zum Ideal erhoben\u201c.<br \/>\nDie Abbaye du Thoronet bildet mit S\u00e9nanque und Silvacane die Gruppe der ber\u00fchmten Zisterzienserkl\u00f6ster der Provence.<\/p>\n<div>LINKS und Empfehlungen:<\/div>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.monuments-nationaux.fr\/fichier\/m_docvisite\/116\/docvisite_fichier_22B.abbaye.du.thoronet.DE.pdf\" target=\"_blank\">Faltblatt zum Downloaden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/thoronet.monuments-nationaux.fr\/\">Monuments nationaux: Le Thoronet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.structurae.de\/structures\/data\/index.cfm?ID=s0011538\" target=\"_blank\">Structurae Abbaye Notre Dame de Thoronet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/abbthor.free.fr\/\" target=\"_blank\">Visite de l&#8217;Abbaye<\/a><\/li>\n<li>Buchempfehlung: Fernand Puillon &#8211; Singende Steine (DTV)<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichte \u00a0Die Abtei wurde 1146 von M\u00f6nchen aus Tourtour in einer wilden Gegend des Var gegr\u00fcndet. 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