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Hotel-Dieu | Hospices de Beaune

Ehrenhof – Stefan Bauer (CC Wikimedia)

1443 ließ Nicolas Rolin, Kanzler des Herzogs von Burgund, das Hospiz Hotel-Dieu in Beaune erbauen, das sich seit dem Mittelalter noch in perfektem Zustand befindet.

Hotel-Dieu – c 2007 Pit Aretz

Nach dem Hundertjährigen Krieg herrschten in Beaune Armut und Hunger, über 70% der Bewohner waren betroffen. Weshalb auch immer, der Kanzler und seine Frau Guigone de Salins beschlossen die Gründung eines Armenspitals…
Als Einnahmequelle diente zunächst die Saline der Frau, nach und nach wurden Weinfelder in bester Lage aus Spendengeldern gekauft oder kamen als Schenkungen dazu, auf die sich bis heute der Ruhm und Reich­tum des Hos­pi­tals grün­det.

Be­reits 1452 konn­ten die ers­ten Kran­ken auf­ge­nom­men wer­den. Die Be­treu­ung der Kran­ken übernahmen nie­der­län­di­sche Non­nen, deren Beginen-Tracht sich noch heute in der Be­klei­dung der Schwes­tern des Hôtel-Dieu wiederfindet. Bis 1971 wurden im Hospiz ununterbrochen Kranke versorgt.

Großer Armensaal – c 2006 Pit Aretz
Beginen-Schwestern – c 2006 Pit Aretz

Um den Ehrenhof sind die Flü­gel des Hôtel-Dieu angeordnet. Die Dächer sind  mit gla­sier­ten Zie­geln ge­deck­t und wer­den durch zwei Rei­hen ge­gen­ein­an­der ver­setz­ter Fach­werkgauben un­ter­bro­chen. Mit den großen gotischen Fassaden gilt das Bauwerk als Meisterwerk der mittelalterlichen burgundischen Architektur.

Hotel-Dieu – c 2006 Pit Aretz

Von den reich ge­stal­te­ten Flü­geln un­ter­schei­det sich der ver­gleichs­weise nüch­tern und ab­wei­send er­schei­nende Ein­gangs­flü­gel ganz bewusst. Im In­nern des Eingangsge­bäu­des be­fin­det sich der an ein Kir­chen­schiff er­in­nernde gro­ße Armen­saal. Hinter jedem der 24 Betten befand sich eine Truhe für die Kleidung der Kranken. Die Decke ist ein von Eichenholz getragenes spitzbogiges Gewölbe. Der das Hôtel-Dieu zu einer vier­flü­ge­li­gen An­lage er­gän­zende West­flü­gel ent­stand erst 1659.

Gotische Kunstschmiedekunst – c 2006 Pit Aretz

Die Kapelle bildet einen Teil des Armensaals und zeigt eine gelungene Symbiose zwischen religiöser und medizinischer Funktion: Die Kranken konnten am Gottesdienst teilnehmen, ohne sich fortbewegen zu müssen.
Die Küche wurde mittlerweile wieder in den Ursprungszustand zurückgebaut mit einem großen gotischen Kamin mit doppelter Feuerstelle als wichtigstem Teil.
In der Apotheke steht u.a. ein Regal mit einer Sammlung von 130 Fayencetöpfen aus dem Jahr 1782.

Apothekengefäße – c 2006 Pit Aretz

In weiteren Räumen werden alte Wandteppiche, Wandmalereien, eine Dauerausstellung über die Geschichte des Hotel-Dieu gezeigt. In einem Nebensaal in der Nähe des Ausgangs befindet sich das ursprünglich in der Kapelle aufgestellte aus dem 15. Jahrhundert stammende Polypthychon, einem Flügelaltar mit 8 Tafeln.


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