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Reisetagebücher, Beschreibungen, Wanderungen

Puntallana und Casa Lujan

Am letzten Tag auf La Palma fahren wir noch einmal nach Puntallana und schauen uns den Lieblingsplatz von Günter Grass und die Casa Lujan an, ein ehemaliger typischer Gutshof, danach Schule, Rathaus und heute ethnologisches Museum, Klein-Kommern sozusagen.

Carlito begrüßt uns sehr freundlich in vier Sprachen gleichzeitig und lässt uns in Ruhe alles besichtigen: das alte Klassenzimmer, die Räumlichkeiten im Obergeschoss mit Küche, Ess-, Schlaf- und Wohnzimmer. So lebten aber wohl eher die Reichen.

In Santa Lucia fahren wir rauf zur Ermita, schöner Blick aufs Meer.

Nach dem Volltanken laufen wir in die „Stadt“, um ein paar Mitbringsel zu kaufen. Mittagessen (fast alles ist aufgebraucht und gegessen) fahre ich mit Matthes zum Flughafen, wo wir den Leihwagen abgeben. Morgen früh müssen wir um 6:00 an der Fähre sein, da bleibt keine Zeit, den Wagen vorher noch zurückzubringen. Bus Linie 500 steht direkt vor der Ankunftshalle und 25 Minuten später sind wir wieder in S/C.

Wir packen unsere Sachen zusammen und bereiten die Abfahrt für morgen vor. Für einen Barraquito ist aber noch Zeit!

Kulturlandschaft und Bummeln

Heute doch kein Vulkan, lieber etwas weniger Anstrengendes. Wir fahren zum Besucherzentrum des Caldera-Nationalparks, schauen uns die Ausstellung an und wandern danach los über alte Bauernwege zur Ermita Virgen el Pino: Mit Steinmauern aus Lava gesäumte Wege, haushohe Steinhaufen – alle Brocken mühsam per Hand im Laufe der Zeit gesammelt und zusammengetragen, um ein wenig Land urbar zu machen.

Üppig blühende Blumen, Pferde, Rinder und das alles vor einer tollen Kulisse. Eine sehr willkommene Abwechslung.

An der Eremitage steht die „älteste Pinie der Welt“, lesen wir. Aufwändig versucht man, den absterbenden Baum zu retten. In seinem Schatten picknicken wir.

Zurück eine noch größere Blumenfülle. Wir versuchen sie zu bestimmen, wobei ich mich verheddere und hinfalle. Außer Prellungen und einem defekten Kameradisplay nichts Schlimmeres passiert.

Eine sehr schöne, nicht anstrengende Wanderung!

Danach ein kleiner Abstecher hinunter ans Meer: Im Hafen von Tazacorte laufen wir an der Promenade entlang und landen im Kiosco, wo wir das empfehlenswerte Tagesmenü mit Fisch essen.

Los Llanos liegt auf dem Weg. Auch hier noch ein kleiner Stadtbummel und etwas trinken im Schatten der riesigen Ficusbäume auf der Plaza Espana, bevor wir zurück fahren.

Roque de los Muchachos und Besucherzentrum

Strahlend blauer Himmel! Nach Tanken für 1,49€/L schlängeln wir uns über unendlich viele Kurven hinauf zum höchsten Berg der Insel, den Roque de los Muchachos.

Unterwegs viele Natternköpfe und Tiefblicke aufs Meer mit Teneriffa im Hintergrund.

Bei den Observatorien biegen wir ab und ergattern ganz oben am Roque den letzten freien Parkplatz.

Von hier erahnt man die Größe des Ursprungkraters, sieht die verschiedenen Ablagerungsschichten, erkennt Magmagänge. Unten das Meer bei Tazacorte, im Süden die Cumbre Vieja und dahinter El Hierro und La Gomera. Um uns verteilt verschiedene Observatorien.

Das Besucherzentrum präsentiert in verschiedenen Sälen (sehr umfangreiche und detaillierte) Informationen z.B. zu den Observatorien, wobei die Bildergalerie dazu aber leider eher sehr mager ausfällt. Der Film zum Einstieg ist OK und macht neugierig. Saal 2 zu Besonderheiten La Palmas zeigt nichts Besonderes, zwei Schaukästen funktionieren gar nicht. Saal 3 ist der Experimentierraum. Alles klebt, egal was man anfasst. Extrem in die Tiefe gehende Informationen, die schnell überfordern und oberflächliche Basics. Experimente funktionieren nicht oder erschließen sich einem nicht. Didaktisch nicht gut! Das alles nur in Spanisch und Englisch anzubieten ist zu wenig für 15€ Eintritt.

Saal 4 – Wanderwege in der Nähe – schaut man sich schon nicht mehr an. Enttäuschend!

Zurück fahren wir zunächst weiter über die LP4 und biegen dann ab auf die LP1 im Norden. Noch einmal 1,5 Std. Kurvenfahrt.

P. A. El Tendal und Playa Nogales

Heute morgen fahren wir zum Parque Arqueologico El Tendal.

Wir erfahren viel Neues über die Besiedlung und das Leben der Urbevölkerung, den Benahoaritas, die vielleicht um 1000 v. Chr. aus Nordafrika (Berber) per Boot einwanderten und Tiere, Getreide und Fertigkeiten mitbrachten.

Sie lebten in Familienverbänden u.a. in den Höhlen (mit ergiebiger Quelle) unterhalb des Museums bis ca. 800 n. Chr. Danach verwischen sich die Spuren.

Unser Guide erklärt uns nebenbei interessante Details zu verschiedenen Pflanzen (giftig, nicht giftig, Heilpflanzen) und wir wissen jetzt, warum es auf La Palma nur kleine Eidechsen gibt (die großen werden/wurden gegessen).

Guide und Museum sind sehr zu empfehlen.

In Puntallana trinken wir Kaffee und Radler (zusammen 5€!), bevor wir hinunter zum Parkplatz der Playa Nogales fahren.

Ein schöner Weg mit über 300 Stufen führt um die Felsen herum hinunter zum Strand. Der Sand ist so heiß, dass ich mir die Fußsohlen verbrenne.

Ein schöner Tag geht mit einem weiteren Musik-Event zu Ende: auf der Plaza Santo Domingo gibt’s Latin-Musik mit Bands von allen Inseln. Laut, schnell und sehr gut besucht.

Llano del Jable, Strand und Jazz

Die Wanderroute am Llano del Jable, die wir geplant haben, kann leider nicht begangen werden. Ein Wachtposten am Eingang des Vulkans erklärt uns, was aus Sicherheitsgründen nur möglich ist. Also wandern wir ein Stück um das gesperrte Gebiet herum. Schön, der Kontrast zwischen dem sattem Grün der Kiefern, der schwarzen Vulkanasche und dem blauen Himmel!

Nach ca. 40 min kehren wir aber lieber um, man käme zu weit ab vom geplanten Gebiet. Mittlerweile verschwinden die Kiefern in den Wolken, es wird kühl.

Über die Bergstraße fahren wir zurück nach S/C und machen es uns auf dem Balkon gemütlich. Nach dem Strandspaziergang mit Radler an der Bar wird gekocht.

Im Mai gibt es in S/C viele verschiedene Veranstaltungen, u.a. heute Jazz von 20:30 bis 23:00 Uhr. Das hören wir uns gerne an!

Zwei hier bekannte Sängerinnen treten mit Bandbegleitung auf. Eigentlich schade, dass so wenig Zuschauer gekommen sind – das gesamte Programm ist gratis.

Los Tilos, San Andres und Charco Azul

Kurz nach 10 Uhr parken wir am ersten Parkplatz in der Nähe des Informationszentrums.

Zu Fuß laufen wir hinauf, aber Informationen gibt’s hier keine. An der einzigen Hinweistafel erkennen wir verschiedene sehr steile und lange Wanderstrecken. Der kurze Weg zum Wasserfall ist gesperrt, bleibt also nur zum Auto zurück- und den Forstweg zum Mirador de Espigon Atravesado hinaufzuwandern.

Nicht schwierig geht es permanent über 2.5 km durch das Biosphärenreservat und den urzeitlichen Lorbeerwald ca. 250 HM hinauf. Ein letzter Anstieg über ein paar Treppen und man ist oben auf einer sehr kleinen Plattform mit einem weiten Rundumblick über den Urwald. Nach den überschwänglichen Beschreibungen in den Reiseführern hatte ich aber eigentlich etwas Spektakuläreres erwartet.

Zurück geht’s etwas schneller. Wir fahren weiter nach San Andres, wo wir – wie letztes Jahr – im La Placita zu Mittag essen.

Diesmal sind wir ziemlich enttäuscht. Preis und Leistung stimmen nicht, bei allem fehlt etwas: keine Kartoffeln beim Thunfisch, Mini-Salat mit Zutaten aus dem Glas als Beilage, der gebackene Käse ist Halloumi, bei den Fisch-Churros fehlt eine Soße und jegliche Beilage und das zu flüssige Curry schmeckt nach 5 Löffeln auch nicht mehr…

Weiter zu Fuß an der Küste entlang nach Charco Azul, wo wir ein erfrischendes Bad im Meerwasser-Schwimmbecken nehmen.

In San Andres fällt uns ein riesiger Schaden unten an der Fahrertür auf. Wer war das und v.a. wie und wann ist das passiert? Wir waren’s definitiv nicht. ADAC und Vollkasko, Gottseidank.

Im Hiper Dino wird etwas größer für die nächsten Tage eingekauft. Alle sind ziemlich platt und Gaby schläft sogar beim Ausruhen ein.

Es ist nicht kalt, aber der Wind abends zu kühl, um draußen zu sitzen. Also drinnen mit Nüssen und Wein…

Santa-Cruz-de-La-Palma

Beim Aufstehen schon blauer Himmel!

Nach der Wanderung gestern wollen wir heute einen ruhigen Tag einschieben.

Wir laufen am Meer entlang zum Hafen, schauen beim Anlegen und Ausladen zu und schlendern durch die Altstadt zurück.

Es gibt sehr viele schöne Ecken, man findet Spezialgeschäfte, in denen es z.B. nur Eisenwaren, Motoröle oder Uhren zu kaufen gibt.

Nachmittags besuchen wir das Inselmuseum im alten Franziskanerkloster, 4€ Eintritt. Man kann in aller Ruhe durch die alten Klosterräume laufen und dabei die verschiedensten Dinge anschauen und entdecken: Zeitgenössische Kunst, traditionelles Handwerk, Trachten oder auch Steine und Mineralien, Fische und Vögel.

Eine interessante Mischung jedenfalls.

Danach bummeln wir zum Ascenso de la Luz in der Nähe des Hafens und lassen uns zur Eremitage San Telmo rauffahren. Zurück über Plaza Santo Domingo und Plaza Espana.

Am Kiosko um die Ecke genehmigen wir uns ein Bier, bevor es zurück in die Wohnung geht.

Ruta de los Volcanes

Von Los Canarios zum Leuchtturm von Fuencaliente

Wir fahren zunächst zum Informationszentrum San Antonio, um zu schauen, welche Wege überhaupt begehbar sind – nur der GR 131 ist frei.

Unten am Leuchtturm stellen wir unser Auto ab, machen noch die schnelle Inforunde um die Salinen, bevor wir um kurz vor 12 Uhr mit Bus 23 zum Einstieg in die Route wieder hinauffahren.

Durch Schlacke und Staub immer dem GR 131 folgend wandern wir gemütlich und mal mehr oder weniger steil hinunter zum Leuchtturm. Die über 600 HM merkt man zum Schluss aber doch sehr.

Ein kleiner Abstecher führt zu einer archäologischen Stätte an einem markanten Felsen. Man erkennt schwach die eingeritzten Petroglyphen der Ureinwohner.

Absolut faszinierend ist der Kontrast zwischen der grau-braun-roten Lava und den Grüntönen der Pflanzen, die sich hier behaupten können inkl. Wein.

Mit Kaffee und Kuchen in der Salinen-Cafeteria beenden wir unsere Wanderung.

Kurzer Einkauf, danach zwei große Schüsseln Salat. Wir haben echt Hunger!

Fußballabend: CL Bayern München – PSG. Grandioses Spiel, das mit 5:4 für PSG endet. Ein Unentschieden wäre gerechter gewesen.

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