Archiv der Kategorie: 2016: Baie de Morlaix

Eine Woche in Kerfissien: Absolute Ruhe, Ile de Batz, kleine Städte und ein wunderbarer Strand

Cairn de Barnenez und Strand

Perfekter Tag: Sonne, kaum Wind, bis 23° C

Über Morlaix fahren wir zum Cairn de Barnenez, einer ca. 6.500 Jahre alten jungsteinzeitlichen Megalithanlage und damit eine der ältesten der Welt.

Der Cairn
Der Cairn

Die riesengroße Anlage schätzt man auf ein Gewicht von ca. 14.000 t. Sie ist 72 m lang, 25 m breit und 8 m hoch.

Imposanter Steinhaufen
Imposanter Steinhaufen

Der „Steinhaufen“ wurde ab 1950 als Steinbruch benutzt. Als man dann 1954 plötzlich auf Dolmen (Grabkammern) stieß, stoppte die Gemeinde sofort den Abbau. Die Anlage wurde untersucht freigelegt, gereinigt und bis 1964 restauriert.

Man erkennt zwei Bauphasen: Cairn 1 aus ca. 4.500 v. Chr. mit 5 Dolmen, Cairn 2 aus ca. 4.200 – 3.900 v. Chr. mit 6 Dolmen. In alle Grabkammern führen lange parallel liegende Gänge.

Drei Gänge kann man begehen
Drei Gänge kann man begehen

Die unterschiedliche Bauweise der Kammern kann man gut an der Seite erkennen, die bei den Steinbrucharbeiten freigelegt wurden.

Falsches Gewölbe
Falsches Gewölbe
Steindecke
Steindecke

Nach der Besichtigung starten wir unsere Rundwanderung von Kernelehen aus über den GR 34 zunächst zur Pointe de Barnenez, wo die Île de Stérec wie Lummerland vor uns liegt.

Lummerland: Île
Lummerland: Île de Stérec

Bei der Wanderung hinunter bis La Palud de Kerarmel hat man immer wieder einen schönen Blick auf die Baie de Morlaix mit der Île de Taureau. Wir entdecken sogar einen Seehund. Der Weg ist abwechslungsreich und führt durch Wald und häufig zwischen Hecken hindurch, die vor dem Seewind schützen.

Ile de Taureau
Ile de Taureau

Vor Kerarmel biegen wir ab und laufen über Bellevue und an den Weihern von Terenez vorbei zurück zum Auto. Die auf der Karte eingezeichnete Creperie hat leider geschlossen – aus Crepes essen hier wird es deshalb nichts.

Reifes Korn, im Hintergrund das Meer
Reifes Korn, im Hintergrund das Meer

Auf der Rückfahrt kaufen wir ein, zu Hause gibt es Kaffee und Kuchen auf der Terrasse.

Noch einmal gehen wir  an unseren Strand – überwältigend schön und irgendwie unwirklich!

"Unser" Strand
„Unser“ Strand

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Nach Duschen und Sonnenbrandbehandlung wird gekocht: Bandnudeln mit Parmesan-Pfeffer-Sauce, Hacksteaks und Salat.

Abends kramen wir schon ein wenig unsere Sachen zusammen – morgen wechseln wir an den Golf du Morbihan und da geht es weiter.

Roscoff und Menhir de Cam Louis

Bedeckt, ein paar Tropfen Regen, – 21° C

Ein Tag zum Bummeln. Wir fahren nach Roscoff, für das wir uns vor der Fahrt zur Île de Batz zu wenig Zeit genommen hatten. Vielleicht finden wir auch noch ein paar Mitbringsel für die Lieben zu Hause…

Ein paar Einkäufe
Ein paar Einkäufe

Wir bummel über die Rue A. Réveillère hinauf zur Kirche N.D. de Croaz Batz, kaufen unterwegs Postkarten und T-Shirts für die Kinder.

In aller Ruhe in der Hochsaison bummeln
In aller Ruhe in der Hochsaison bummeln
Notre Dame - Turmspitze
Notre Dame – Turmspitze Croaz Batz
Bannzeichen??
Bannzeichen??
Das ist mal ein Drachen
Das ist mal ein Drachen

Der Jardin exotique & botanique de Roscoff lohnt sich auf alle Fälle. Er finanziert sich aus den Eintrittsgeldern und dem Verkauf von Pflanzen und beherbergt ca. 3500 verschiedene Pflanzen vor allem aus der südlichen Hemisphäre (Australien, Neuseeland, Südafrika, Südamerika und Kanaren).

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Direkt am Meer gelegen und vor dem Ostwind geschützt durch den tagsüber Wärme speichernden Roc’h Hievec fällt hier die Temperatur nicht unter 0° – ein perfektes Mikroklima.

Ein paar Tropfen fallen, als wir nach Hause fahren. Es gibt Rote-Linsen-Suppe zu Mittag, den Nachmittag vertreiben wir uns mit Kaffee trinken und Lesen.

Aufkommende Flut
Aufkommende Flut

Gegen 17 Uhr ist das Wetter wieder gut. Wir brechen auf zu einer kleinen Wanderung zum Menhir de Cam Louis, vorbei am Plage de Poulfoen und den Rocher de Korrigans .

Rocher
Rocher de Korrigans
Menhir de Cam Louis
Menhir de Cam Louis
Porz
Ein Platz zum Relaxen 

Zu Essen gibt es heute Reis mit Schweinegeschnetzeltem mit Champignons und Paprika in einer Sahne-Pfeffer-Sauce, dazu Tomaten-Gurken-Salat.

Saint-Pol-de-Léon und Morlaix

Bedeckt, bis 23° C, leichter Wind

Die Sonne weckt uns heute nicht. Wir stehen spät auf, sogar Matthes erst um 8.20 Uhr.

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Auf dem Weg nach Morlaix machen wir zunächst Halt in Saint-Pol-de Léon, wo wir uns die Kathedrale aus dem 13. – 16. Jh. mit einem interessanten Chorgestühl und verschiedenen Reliquien und die Kreisker-Kapelle aus dem 14. – 16. Jh. mit dem höchsten Kirchturm der Bretagne anschauen.

Kreisker-Kapelle mit dem höchsten Turm der Bretagne
Kreisker-Kapelle mit dem höchsten Turm der Bretagne

Im Stadtkern sind noch viele alte Granithäuser aus dem 16. und 17. Jh. zu sehen. Etwas unglücklich ist, dass man ständig auf den Verkehr achten muss, der sich durch die engen Straßen wälzt.

Morlaix: Place des Otages
Morlaix: Place des Otages

In Morlaix finden wir einen Parkplatz direkt unterm Viadukt auf dem Place des Otages. An der Mairie vorbei bummeln wir zur ehemaligen Hauptstraße der alten Handelsstadt, der Grand’Rue mit vielen alten mit Erkern geschmückten Häusern, weiter über den Place Allende, den wir umrunden und Place des Viarmes in die enge Rue Ange de Guernisec.

Grand'Rue
Grand’Rue
Place Allende
Place Allende
Maison "de la Reine Anne"
Maison „de la Reine Anne“

Wir haben Hunger bekommen. In der sehr gut besuchten Creperíe (La Crepe Enchantée) essen wir zu Mittag (Plat du jour). Gestärkt geht es weiter die Gasse hinauf vorbei an der Kirche zur ersten Etage des Viadukts, den man zu Fuß überqueren kann.

Viadukt: Durchblicke
Viadukt: Durchblick
Viadukt: Tiefblick
Viadukt: Tiefblick

Wir gehen noch ein Stück Richtung Hafen und fahren dann zurück, bevor die Innenstadt wegen irgendeiner Großveranstaltung gesperrt wird.

Viadukt: Abwärts
Viadukt: Abwärts

Unterwegs kaufen wir ein, zu Hause lesen und dösen.

Abends gibt es Salat mit Würstchen und danach natürlich wieder eine Runde Mölkky.

Île de Batz

Bis 14 Uhr sonnig, danach wolkiger und dunstiger, – 32° C

Roscoff - Beginn der Fußgängerzone
Roscoff – Beginn der Fußgängerzone

Bevor wir zur Île de Batz übersetzen (Hin- und Rückfahrt 9 €) bummeln wir kurz durch Roscoff. Einmal die Einkaufsstraße hinauf bis zur Kirche, dann wieder hinunter – in einer Stunde haben wir uns einen ersten Überblick verschafft.

Schönes Stadthaus
Schönes Stadthaus
Nahe der Kirche
Nahe der Kirche
Erstes Hotel am Platz
Erstes Hotel am Platz
Kleines Detail
Kleines Detail

Bei Ebbe muss man ein Stück laufen, um an die Anlegestelle zu kommen. Dabei hat man aber einen schönen Blick auf Alt-Roscoff.

Roscoff vom Anleger aus
Roscoff vom Anleger aus
Angelegt auf Batz
Angelegt auf Batz

In der Hitze macht das Wandern keinen Spaß. Wir laufen zunächst zur Kirche (drinnen ist es angenehm kühl) und weiter Richtung Leuchtturm.

Viele schöne Häuser
Viele schöne Häuser
Unterwegs Richtung Phare
Unterwegs Richtung Phare

In der Creperie dort finden wir Platz im kühlen Innenraum und bestellen Galettes, Wasser und Cidre.

Es wird immer heißer
Es wird immer heißer
Bei Le Roch
Bei Le Roch

Es ist noch heißer geworden. Wir gehen am Leuchtturm vorbei Richtung Meer auf der Suche nach den schönen Stränden.

Batz-Pferd
Batz-Pferd

Bei Ebbe sieht alles ziemlich öde und unansehnlich aus, die Wege sind feinstaubig und trocken.

Phare in Mittagshitze
Phare in Mittagshitze

Statt am Meer entlang wollen wir deshalb lieber auf dem schnellsten Weg am Sémaphore und an der Feuerwehr vorbei zum Jardin Georges Delaselle. Während der nördliche Teil der Insel landwirtschaftlich genutzt wird, gibt es um Porz Kernog herum einige schöne alte Häuser mit üppig blühenden Gärten.

Bevor wir den Garten besuchen gibt es aber erst noch einen Espresso – Wasser ist komplett ausverkauft!

Alles blüht
Alles blüht

Der Garten ist schön angelegt, alles blüht. Palmen und unterschiedliche Bereiche mit Pflanzen aus aller Welt spenden Schatten.

Im Palmenhain
Im Palmenhain
Sukkulenten im Kakteengarten
Sukkulenten im Kakteengarten
Gräsergarten
Gräsergarten

Gegen 16.30 Uhr fahren wir mit dem Boot zurück nach Roscoff. Der Himmel hat sich mittlerweile zugezogen. Zu Hause gibt es erst einmal Wasser, dann Kaffee, Plätzchen und Melone. Danach müssen die mittlerweile nervenden Fliegen gejagt werden. Ab 18 Uhr ist der Himmel wieder klar, es bleibt dunstig.

Ab 20 Uhr sinkt die Temperatur schlagartig, es wird 10° kühler. Wir spielen Mölkky und um Mitternacht ist Schluss.

Dunes de Keremma

Ganztags Sonne – 31° C

Nach dem Frühstück fahren wir zu den Dunes de Keremma, wo wir beim Maison des Dunes parken. Die Dünen sind mit ca. 200 ha Größe und einer Länge von ca. 6 km das größte zusammenhängende Dünengebiet im Finistère. Es gibt fein bewachsene Dünen, Wanderdünen, feine Sandstrände, Feuchtbiotope und ganz viel Watt.

Blick aufs Meer
Blick aufs Meer

Ein klein wenig Geschichte

1823 kaufte Louis Rosseau ca. 300 ha Sumpfland, begann es trockenzulegen und zu kultivieren. Er pflanzte Gräser, Büsche, Bäume, um die Dünen zu befestigen. 20 Jahre später war das ursprüngliche Sumpfgebiet stabilisiert. Nach seinem Tod wurde die Pflege vernachlässigt, während des zweiten Weltkriegs wurden größere Gebiete wieder zerstört, mit Aufkommen des Tourismus (Wildcampen) kam es zu weiteren Zerstörungen und Versandungen. Seit 1987 kümmert sich nun das Conservatoire du littoral um den Schutz der Dünen.

Wir laufen am Strand entlang bzw. durchs Watt bis zum Plage Ode-Vras und von dort aus durch die Dünen wieder zurück zum Maison.

Ebbe und viel Watt
Ebbe und viel Watt
Die Boote liegen auf Land
Die Boote liegen auf Land

 

Seevögel suchen im Schlick nach Nahrung
Seevögel suchen im Schlick nach Nahrung

An der Chapelle de Saint Guévroc (16. Jh.) machen wir eine kleine Trinkpause. Vor der Kapelle eine christianisierte prähistorische Säule mit einer Kreuzigungsszene.

Kapelle Saint Guévroc
Kapelle Saint Guévroc

 

Orchideen ...
Orchideen …
... Disteln, Heide
… Disteln, Heide

Im Maison des Dunes gibt es eine kleine Ausstellung mit Film und verschiedenen Schautafeln. Die interaktiven Elemente funktionieren allerdings nicht. Es ist zu heiß, um den Lehrpfad noch anzuhängen.

Wir kaufen auf dem Rückweg ein, machen uns Brote und einen Salat und lesen und dösen bis ca. 17 Uhr. Dann gehen wir noch einmal bei Flut an „unseren“ Strand – das Wasser ist uns allen aber zu kalt. Stattdessen gibt es wieder einen schönen Sonnenbrand 🙁

Abends machen wir uns Spaghetti carbonara mit einem gemischten Salat.

Nach Mölkky trinken wir ein, zwei, drei Gläser Listel Rosé. Um 23.30 Uhr sind wir im Bett.

Kerfissien, Cléder, Plage de Ker Porz Striz

Sonne, kaum Wind und 29°

Markttag
Markttag

Markttag in Kerfissien. Nach dem Frühstück bummeln wir durch die Reihen, kaufen ein wenig Obst, Gemüse („Paaradieschen“) und Salat. Ein großer Nougatstand, Inas Lieblings-Süßigkeit. Ein andermal.

Nougat
Nougat

Wir fahren nach Cléder zum SuperU, kaufen ein und haben den Ortsbummel in knapp 30 Min. erledigt: Traiteur, Bäcker, Cafe, Lotto, Frisör, Touristeninformation und Kirche.

Zu Hause gibt es einen gemischten Salat und danach geht es zum Strand de Ker Porz Striz. Welche Überraschung! Ein wunderschöner Sandstrand, Felsen, wenig Menschen.

Maison de garde...
Maison de garde du Lavallo

Vorbei am Maison de garde du Lavallo wandern wir über den Plage des Amiets zur Landzunge vor dem Maison du garde des Amiets. Der Kontrast zwischen Sand, Himmel, Felsen, Algen und den unterschiedlichen Türkistönen des Meeres faszinieren mich.

Kontraste
Kontraste
Wunderschön
Wunderschön
Menschenleer
Menschenleer
Felsen, Sand, Algen
Felsen, Sand, Algen

Nach Kaffee und Plätzchen fahre ich mit dem Fahrrad über den Velo 5 nach Plouesgat und querfeldein wieder zurück (22 km).  Hunger!

Mit dem Fahrrad unterwegs
Mit dem Fahrrad unterwegs
Mittelalterliche Markthalle in Plouesgat
Mittelalterliche Markthalle in Plouesgat

Wir essen draußen auf der Terrasse: Hirschkalbrouladen mit gedünsteten Möhren und Kartoffeln, Aprikosen-Cookie-Quark zum Nachtisch.

Abends spielen wir Mölkky auf der Wiese, trinken Wein und sitzen bis 23 Uhr auf der Terrasse. Absolute Ruhe!!

Der Tag endet
Der Tag endet

Anfahrt nach Cleder / Kerfissien

6 Uhr Abfahrt. An der Grenze zu Frankreich hält uns die Terroristenpanik-Kontrollspur ca. 1 Std. auf. Sehr abschreckend wirkt das nicht und welcher Terrorist stellt sich in eine solche Kontrollschlange? Absolut uneffektiv und ärgerlich.

An den Mautstellen gibt es keine Probleme und durch Rouen und Caen kommen wir ohne Stau. Im ersten Dorf nach Abbiegen auf die N 176 der erste Stau und vor der Brücke über die Rance ein weiterer – die beiden kosten noch einmal  knapp 1,5 Std. Wir rufen die Verwalterin an und kündigen unsere Ankunft gegen 18 Uhr an, was wir exakt schaffen.  (Gesamt 856 km)

Unser Haus
Unser Haus

Nach Erledigen der wenigen Formalitäten und Notieren der Zählerstände haben wir das Haus für uns. Barbara und Matthes kommen gegen 18.30 Uhr an.

Zimmer und Badezimmer aufteilen, Koffer ins Haus und dann erst einmal was essen draußen auf der Terrasse. Es ist warm!

Der kleine Hafen
Der kleine Hafen

Nach dem Essen ein erster Erkundungsgang: Wir finden die Bar mit Baguette-Verkaufstelle, einen kleinen Marktplatz und einen noch kleineren Hafen.

Typisch Nordbretagne: Felsen groß und klein
Typisch Nordbretagne: Felsen groß und klein
Wilder Fenchel im Abendlicht
Wilder Fenchel im Abendlicht

In der Bar trinken wir vor dem Weg nach Hause noch ein Bier. Ich bin der letzte, der nach Einrichten des Internetzugangs gegen 23.30 Uhr ins Bett geht. Am Horizont ist der Himmel immer noch nicht ganz dunkel.