Archiv der Kategorie: 2010: EN AUTOMNE

Maussane / Domaine de Bourgeac – Herbst 2010

Rückfahrt

Um 7.00 Uhr aufstehen. Nach dem Frühstücken und Schmieren der Unterwegsbrote wird es langsam hell – blauer Himmel. Ich lade unsere Koffer und Taschen ins Auto, um 8.30 Uhr sind wir fertig. Um 9 Uhr öffnet die Rezeption, pünktlich stehen wir vor der Tür und erwischen „Madame“, bevor sie gerade wieder verschwinden will. Die Abnahme ist kein Problem, ich bekomme die Kaution zurück und um 9.13 Uhr sind wir auf der Rückfahrt.
Trotz der Panikmache in den Medien gibt es keinerlei Probleme an der Autobahn zu tanken, „Operation Escargot“ gibt es zum Glück nur zwischen Beziers und Perpignan und sogar die Tunneldurchfahrt in Lyon verläuft ohne Probleme.

Operation Escargot
Operation Escargot

Aber es ist höllisch kalt!!! Über 10° wird es nirgendwo mehr, aber wenigstens blauer Himmel. Wir tanken einmal bei Dijon, treffen Matthes, der uns lange vorher überholt hatte, tanken ein weiteres Mal in Martelange für 1.16 €/L und sind um 18.30 Uhr wieder zu Hause. Lynn hat geheizt, ist auch nötig.

Abbaye de Montmajour, Arles Alyscamp, Radtour

Sonnig, bis 22°

Ein wunderbarer letzter Tag. Gegen 10.30 Uhr fahren wir zur Abbaye de Montmajour. Wenige Besucher verirren sich momentan hierhin, aber es lohnt sich. Ohne Führung kann man die alte Benediktinerabtei für 7 €/Person erkunden.

Krypta Montmajour - c 2010 Pit Aretz

Von der Krypta, die teilweise in den Fels geschlagen wurde, gelangt man in die Abteikirche

Abteikirche - c 2010 Pit Aretz

und von da weiter in den Kreuzgang mit schönen Kapitellen und Details.

Kreuzgang Montmajour - c 2010 Pit Aretz

Vom niedergebrannten Barockkloster kann man nichts besichtigen, seine Ausmaße sind enorm.

Kontraste - c 2010 Pit Aretz

Extreme Kontraste überall: Blendend heller Stein, strahlend blauer Himmel, tiefe Schatten. Vom Turm hat man einen guten Rundumblick, erkennt die Felsgräber tief unten, die Kreuzkapelle, Arles in der Ferne, Pferde, Stiere.

Mehr Informationen zu Montmajour: HIER

Da wir den Alyscamp immer noch nicht gesehen haben, fahren wir weiter nach Arles, aber wie so oft, ist über Mittag geschlossen.
Wir laufen hinauf in die Stadt und essen in einer kleinen Creperie in der Nähe des Theaters. Gaby und ich Galettes Asperges, Matthes Cesars Salade, Barbara Zucchinisuppe, dazu für alle Cidre und Cafe.
Nach einem letzten Rundgang um die Arena schauen wir uns den Alyscamp an – 3,50 € werden wieder fällig. Ein wenig enttäuschend. Ausser einer Menge grauer, verwitterter Sarkophage und den Resten der alten romanischen Kirche St. Honorat, die mittlerweile von Tauben erobert wurde, gibt es nicht viel zu sehen.

Gräberfeld vor St. Honorat - c 2010 Pit Aretz

Eine  witzige Baumfrucht finden wir hier auch: Boulegroße, grüne Kugeln, mit denen man prima werfen kann.
Auf der Rückfahrt tankt Matthes voll – problemlos. In Fontvieille kaufen wir noch Würste fürs Abendessen und Aufschnitt für die Rückfahrt ein und genießen danach unseren Kaffee auf dem Balkon bei 22° in der Sonne!!!

Ansicht Fontvieille - c 2010 Pit Aretz

Ich fahre noch eine Runde Fahrrad (Fontvieille – Moulin – Aqueduc – Paradou),

Aqueduc bei Fontvieille im Abendlicht - c 2010 Pit Aretz

die anderen machen einen Spaziergang nach Paradou.
Nach dem Vernichten der letzten Reste (Salat, Bratkartoffeln, Bratwürste, Feigenjoghurt) packen wir unsere Sachen und bereiten unsere morgige Abreise vor.

Natürlich darf ein letztes Rommespiel nicht fehlen. Gegen 23.30 Uhr sind wir im Bett – ein wenig freue ich mich wieder auf mein eigenes Bett ab morgen.

Pernes-les-Fontaines, Venasque, Roussillon

Sonnig bis 17°, wenn Wind, dann stark und kühl

In der Nacht sehr schlecht geschlafen, irgendetwas lag und liegt mir quer. Darm und Magen rebellieren.
Eigentlich sind wir heute mit Christine und Alexander verabredet, ich sage den Termin aber ab, was mir sehr leid tut. Ich habe ein richtig schlechtes Gewissen 
Wir wagen später dennoch eine kleine Rundfahrt. Zunächst über Noves nach Pernes-les-Fontaines, ein nettes Dorf an der Nesque.

Port Notre Dame, Pernes-les-Fontaines - c 2010 Pit Aretz

Ein Stadtplan und blaue Wegweiser führen uns ca. 1,5 Std. lang durch die Stadt. Nette Ecken, Gassen, Brunnen.

Stadtmauer, Uhrturm - c 2010 Pit Aretz

Ich fühle mich immer noch ein wenig flau.
Wir fahren weiter Richtung Roussillon, wo wir auch noch nie waren. Die D4 führt sehr schön durch Weinfelder, Schluchten, Wald u.a. vorbei an Venasque, wo wir die touristische Route hinauf nehmen und vor dem Stadttor parken.

Mittagspause am Stadttor - c 2010 Pit Aretz

Auf Steinsitzen vor dem Tor in der Sonne essen wir unser Mittagspicknick.
Wir bummeln über die Hauptstr. (die einzige!) zur Kirche und wieder zurück. Das Dorf wirkt wie ausgestorben, nur der Dorfhund Le Men bettelt uns an.

Hauptstraße - c 2010 Pit Aretz

Weiter geht es landschaftlich sehr schön über die D4 nach Roussillon, das uns ganz in Ocker empfängt.

Roussillon ganz in Ocker - c 2010 Pit Aretz

Ein Rundgang durchs Dorf, ein Kaffee und der Besuch der alten Ockergruben schließen unseren Ausflug ab und das alles bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen bis 17°.

Ockerfelsen - c 2010 Pit Aretz

Recht zügig führt uns unser Navi über Noves zurück.  In St. Remy tanke ich voll (jede 3. Tankstelle hat mittlerweile kein Benzin mehr). Im Intermarche kaufen wir noch ein wenig ein.

Das Abendessen besteht heute aus dem was noch da ist: Salat, Kartoffeln, Möhren und Zuckerschoten in Sahnesoße, Schnitzel pur bzw. mit Käse-Sahne-Soße.
Die Nachrichten werden sogar schon boykottiert…

Wir beenden den Abend nach 3 Runden Romme.

Gordes, Wanderung zur Abbaye de Senanque

Sonne, bis 15° – sehr windig in Maussane, wenig Wind im Luberon

Um 10.30 Uhr Abfahrt nach Gordes. In Cavaillon geht es kaum voran, diesmal streiken Schulkinder mitten auf der Hauptdurchgangsstraße. Kurz vor Mittag parken wir an der Gendarmerie, kaum noch Wind, angenehm warm. Wir laufen rauf ins Dorf und sind sehr überrascht!

Blick auf Gordes

Ein wunderschönes Dorf mit schmalen Gassen, Treppen, Durchgängen. Mit dem Guide der Touristeninformation erforschen wir das Dorf und finden an allen Ecken wunderschöne Aus- und Anblicke – der helle Stein im Kontrast zum strahlend blauen Himmel.
Da niemand rechteLust auf das Dorf der Bories hat, entschließen wir uns zu Fuß über den GR6 zur Abtei zu wandern.

Natursteinmauern

Die alten Wege führen zwischen Natursteinmauern entlang, dahinter Olivenhaine. 45 Min. später sind wir da und da bis zur Öffnung noch etwas Zeit ist, essen wir unsere Brote in der Sonne auf einer Bank.

Kreuzgang und Turm

Man kann Senanque nicht mehr ohne Führung besichtigen, es gibt auch nur eine französischsprachige. 7 €/Person lassen wir es uns kosten und auch wenn wir so gut wie nichts verstehen (wir wissen gar nicht, wer aus der Gruppe überhaupt Franzose ist – jedenfalls lacht niemand über die Witzchen der führenden Dame), gewinnt man dennoch einen Eindruck von der Welt der Zisterzienser vor knapp 1000 Jahren.
Im Kloster ist es kühl, man muss die Jacken wieder anziehen – nach 1 Stunde ist die Führung beendet, ein wenig mehr Zeit zum Fotografieren in Ruhe und ohne Gruppe wäre nicht schlecht gewesen.

Blick aufs Kloster

Kurz nach 16 Uhr sind wir wieder am Auto und lassen uns von Matthes nach Hause fahren – ich döse kurz ein. In Maussane empfängt uns wieder der Mistral – kein Vergleich zum lauen Lüftchen um Gordes.
Heute gibt es eine Art Nizzasalat aus allem was noch da ist, Matthes macht Obstquark zum Nachtisch.

Haushügel und Wanderung Eygalieres – Mas de Montfort

Morgens blauer Himmel, am Mittag zugezogen, später wieder aufklarend. Kalt (12°) und Starkwind mit orkanartigen Böen

Nachdem die Kinder abgefahren sind, ziehen Barbara und Matthes ein weiteres Mal um. 

Gute Sicht von Castillon

Wir fahren gegen 10.30 Uhr zum Hausberg bei Paradou und laufen einmal zum Gipfelkreuz und zurück.

Immer noch blüht etwas...

Währenddessen sind Barbara und Matthes mit ihrem Umzug fertig geworden und wir brechen zu einer neuen, bei Google Earth gefundenen, Rundwanderung in der Nähe von Eygalieres auf. Der Himmel hat sich mittlerweile zugezogen, es weht ein unangenehm kalter Wind und ich im T-Shirt habe nur meinen ärmellosen Windbreaker dabei. Was soll’s?

Am Gros Calan

Am Abzweig D24/25 und Übergang GR6 wandern wir los, zunächst leicht bergan unter dem Gros Calan entlang, stets begleitet von orkanartigen Böen. An zwei Zisternen geht es wieder hinunter bis zur D25, wo Gaby den direkten Weg zum Auto nimmt. Barbara und Gaby sind dick eingemummelt in ihren Anoraks und ich wundere mich, dass ich nicht einmal friere.
Wir wandern durch einen kleinen Wald, überqueren die D25a und folgen einem Forstweg, bis wir wieder auf den GR6 treffen. Bis zum Parkplatz sind es nur noch 800m. Unterwegs sieht man doch tatsächlich noch ein paar Mal die Sonne – gleich sieht die Landschaft schöner aus und es lohnt sich, die Kamera auszupacken. 

Ein paar Trauben hängen noch

Gesamtlänge 8,4 km – ziemlich schnell in 1H45MIN abgespult, wobei wir 478 HM überwunden haben.
Zu Hause trinken wir Kaffee, Barbara und Matthes wollen danach tatsächlich Hefte korrigieren.
Draußen sieht man schon hauptsächlich wieder blauen Himmel. Ich mache uns etwas zu essen: gebratene Kartoffelviertel, Geschnetzeltes mit Möhren und Zwiebeln in Weinsahne.
Ich nehme mir zum wievielten Mal „Die Kinder der Finsternis“ vor – unsäglich, ich verstehe gar nicht, was der Herr Niebelschütz sagen will: Antiquiertes, verquastetes Geschreibe. Ich versuche es dann lieber mit „Abendland“, schlafe nach 2 Seiten im kalten Schlafzimmer aber ein. Da hilft nur noch duschen, um wieder warm zu werden.
Abends spielen wir dann doch endlich einmal wieder Rommé – die Frauen loosen heute, Matthes gewinnt. Der Wind heult immer noch und morgen werden wir wieder Windgeschwindigkeiten von 90km erreichen. Nix fürs über die Berge wandern.
Da die Franzosen partout nicht bis 62 arbeiten wollen (Hallo?), wird alles bestreikt: Raffinerien (Tankstellen schon ohne Sprit) und jetzt auch noch der Wetterdienst: Nur noch Prognose für einen Tag: Ils sont foux, les francais.

Luberon: Regalon – Mayorques – Ruinen von Petrossi

Heftiger kühler Wind, heiter bis sonnig, bis 16°

Unruhig geschlafen und heute früh aufgestanden. Die Zeit bis zur Abfahrt in der Rezeption surfe ich im Internet und lade mir zwei GPS-Routen auf den Rechner. Ob man meine Beschwerde bzgl. Abschalten des Routers richtig verstanden hat? Heute Abend werden wir es sehen.
Um 10.30 Uhr Abfahrt zur Regalon-Schlucht, um kurz nach 11 sind wir da. Der Durchgang durch die Schlucht ist bis auf Weiteres gesperrt, wir entschließen uns die Alternativroute zu wandern.

Blick ins Durancetal
Blick auf mittelalterliche Reste

Einfach zu finden, weil gut ausgeschildert, ist die alte Schäferei Mayorques, die wir in knapp 1 Stunde erreicht haben.

Alte Schäferei

Unterwegs schöne Aussicht ins Durancetal. Nach einer halbstündigen Rast wandern wir weiter bis zum Wegweiser nach „Trou du Rat“, wo wir im spitzen Winkel hinunter wandern bis zu den Ruinen von Petrossi. Ab da wird es unübersichtlich: Wir halten uns an die Gelbmarkierungen und erreichen nach einem serpentinigen Aufstieg einen Wegweiser zur Regalonschlucht (noch 5,4 km) an einer Forststraße, der wir ab und zu abkürzend folgen. Noch unübersichtlicher wird es ab einer Schranke, das Auffinden der Gelbmarkierungen wird zur Schnitzeljagd, weil sie auch keinem wirklich sichtbaren Pfad folgen. Die Gegend ist allerdings recht schön, links und rechts Felsen mit Resten einer mittelalterlichen Befestigung, eine kleine Schlucht, weitere unübersichtliche Abzweigungen… Irgendwie querwaldein erreichen wir La Roquette und einen weiteren Wegweiser nach Regalon (noch 2,2 km). Bald erkennen wir den Hinweg wieder und exakt nach 2H58MIN und 13,4 km erreichen wir den Parkplatz. Insgesamt haben wir 548 HM erklommen.
Auf der Rückfahrt tanken wir in Mallemort voll, was alle anderen auch tun, weil die Raffinerien bestreikt werden und einige Tankstellen schon wg. Benzinmangels schließen mussten. Im Intermarche nebenan kaufen wir noch etwas ein und sind gegen 16.10 Uhr wieder zu Hause. Wir machen uns unsere restliche Fischsuppe warm (diesmal ohne Knoblauch), essen dazu einen kleinen Salat und trinken unseren Kaffee. Heute Abend wollen wir essen gehen – Sarina und Flo suchen uns gerade ein Restaurant aus (gut gewählt!).    
Ich blogge noch ein wenig bis zum Abendessen und verabrede uns für Dienstag mit Christine und Alexander in Giens.
Um 19.03 Uhr sind wir im „L’Eden cour“, müssen aber noch ein wenig warten, bis man unseren Tisch vorbereitet hat. Dass die Deutschen soo pünktlich sind?? Nein, hungrig!
Zeit, noch mit Lynn und Oma zu telefonieren, denn der Empfang ist ausnahmsweise gut.
Die Speisenauswahl ist überschaubar, für jeden etwas dabei.
Wir essen uns durch die Speisekarte: Matthes und Gaby: Tagliatelle mit Jakobsmuscheln (sehr mächtig), Sarina und Nora: gegrillte Entenbrust (riesig groß, die Dinger), Florian: gegrillte Lammhaxe oder irgendetwas von dem Tier sein Bein (mindestens faustgroß mit einer Menge Nudeln), Michel: Scampi (habe ich nicht gesehen), Pit und Barbara: Rotbarbenfilets (6 Filets mit Pesto und du bist vollkommen satt) – alles mit unterschiedlichen Beilagen und Gemüse der Saison. Gaby und ich bestellen uns noch einen sehr üppigen Salat vorne weg: Salade César bzw. avec chevre, dazu 2l Wein, Wasser, Creme caramelle, Tiramisu und Espressi. Wir bezahlen knapp 200 € für 8 Personen, alle sind satt und zufrieden. Ein gut ausgesuchtes Restaurant mit ordentlichen Portionen und netter Bedienung – was will man mehr?
Wir beschließen den Abend mit Rosé und um 0.30 Uhr geht auch der Letzte (ich) im Bett.

Gorges du Gardon : Collias – La Baume/St. Veredeme und zurück, Uzes

Sonnig, etwas dunstig, windig, bis 20°

Heute keine Horrormeldungen, pünktlich um 10.30 Uhr fahren wir bei kräftigem Wind los und sind nach ca. 50 Min. in Collias, wo wir auf dem Parkplatz mit den Recycling-Containern parken (33m).

Durchs Dorf vorbei an unserer alten Wohnung und der früheren „Cave de Collias“ geht’s hinauf und kurz hinter der Orangerie links ab auf den GR6, dem wir zunächst durch ein Wohngebiet, dann über einen gut markierten felsigen Weg hinauf folgen. Man bleibt jetzt auf der Höhe und ohne große Attraktionen geht es bis zum nächsten Wegweiser (Menude – 147m). Ab und zu hat man einen Blick in die Schlucht.

Blick in die Schlucht

Wir folgen dem linken Weg nach „La Grande-terre“ (176 m), der uns durch teilweise dichten Busch führt. 300m hinter Grande-terre in Les Condamines geht es hinab nach La-Baume. Hier treffen wir auch Carla wieder, die uns überholt hatte und hier nach dem Weg fragt. Da wir das gleiche Ziel und keine Karte haben, schliesst sie sich uns für den Abstieg an und prompt übersehen wir den etwas versteckten Abzweig. Dafür haben wir ein Weinfeld einmal komplett umrunden müssen. Auf ca. 1000m geht es nun mal mehr, mal weniger steil 140 m hinab an den Fluss. An einigen Stellen kann man Eisenbügel zur Hilfe nehmen.
Es ist mittlerweile warm geworden, kein Wind weht mehr und wir machen es uns auf den großen glatten Kalkplatten in der Nähe der alten Mühle bequem.

Siesta

Das Brot schmeckt besonders gut.
Gaby, Matthes und ich machen einen kleinen Abstecher hinauf zur Chapelle St. Veredeme und noch ein Stückchen weiter in die La Baume-Grotte, deren Ende wir ohne Taschenlampe nicht erreichen können. ¾ des Jahres ist die Grotte gesperrt für die Zeit der Fortpflanzung und Überwinterung seltener Fledermausarten.

Eingang zur Grotte

Gegen 14.30 Uhr machen wir uns auf den Rückweg. Der Wegverlauf ist ganz anders als früher, die ersten Kilometer schlängelt man sich durch dichten Busch und Gestrüpp – erst kurz vor der großen Höhle kommt man wieder ans Wasser.

Typische Ufersteinformation

Es folgt ein weiteres Waldstück und schon ist man bei den Kletterfelsen und am Eingang in die Schlucht. Obwohl heute kein Ruhetag ist hat das L’Enclos hat schon wieder (oder gerade eben?) geschlossen, so dass wir wieder keinen Kaffee trinken und Guten Tag sagen können.
Um kurz nach 16 Uhr sind wir am Auto. Gesamtstrecke ca. 13 km.
Wir wollen noch weiter nach Uzes, wo wir am Tour Fenestrelle parken.

Tour Fenestrelle - Uzes

Wir nehmen uns Zeit für einen kleinen Bummel durch die sehr nett herausgeputzte Altstadt und einen „Cafe gourmand“, Espresso und ein paar Leckereien für 5 €.

Cafe gourmand

Gegen 17.30 Uhr fahren wir zurück, kurz nach 19 Uhr bereiten wir unser Essen vor: Fischsuppe mit Rouille und Knoblauch-Croutons, Couscous (von gestern) mit Hähnchenbrustfilet vom Biohof und Chicoree-Mandarinen-Salat.
Jetzt sind wir irgendwie geschafft und hängen in den Seilen. 
Abends besuchen wir die anderen in ihren neuen, sehr viel engeren Appartements und obwohl direkt über der Rezeption gelegen funktioniert das Internet nicht. Etwa nur tagsüber, wenn man nicht da ist?

Große Aufregung und Domaine de la Palissade

Ganztags sonnig bis 21°

Wie verabredet sind wir um 10.15 Uhr fertig. Nora steht aber vor dem Balkon: „Es dauert noch eine Weile – wir sind gerade umgezogen…“

Der Abfluss war wohl doch nicht frei geworden, pünktlich zur Frühstückszeit entleerte sich der Inhalt der Toiletten und Duschen der Wohnungen von oben durch die Toilette in die Deutz-Wohnung.  

Jetzt wohnen die Deutz unterm Dach in 2 kleineren Wohnungen, dafür aber trocken.

Um 11.30 Uhr fahren wir los Richtung Salin de Giraud und treffen uns hinter den Salzbergen an der Domaine de la Palissade. Das Conservatoire de l’Espace littoral kümmert sich hier um den Erhalt der ursprünglichen, nicht eingedeichten Rhonemündungs-Landschaft. Mit 3 €/Person darf man sich beteiligen.

Bei strahlendem Sonnenschein und leichtem Wind wandern wir los.

Warten schon auf uns...

Zunächst muss ein Gatter überwunden werden, hinter dem uns eine größere Herde Camargue-Pferde den Weg versperrt – durch die Herde müssen wir durch, ans Wegtreten denken die nämlich nicht. Aber kein Problem – sehr liebe Tiere.

Wir wandern durch ein ursprüngliches Sumpfgebiet mit salzliebenden Pflanzen, Disteln, Astern, Pfeifengras, Binsen, Röhricht, hier und da sogar ein paar Bäume. Offene Kanäle, Wasserlöcher, größere und kleinere Etangs wechseln sich ab, man hört Vögel singen und Wasservögel schreien. Immer wieder können wir Flamingos, Möwen, Schwäne und Enten beobachten.

Sumpf und Salzwiesen
Fliegende Baguettes
Flamingo

Eine schöne Wanderung durch eine ursprüngliche Landschaft, die sich gelohnt hat, von Mückenstichen einmal abgesehen. Lange jucken sie aber zum Glück nicht.

Picknicken wollen wir am Plage d’Arles. Wir wollen unseren Augen aber nicht trauen – es gibt keinen Strand mehr, alles überflutet.

Der Rest von ehemals riesigen Plage d'Arles

Für unsere Mittagspause müssen wir einen kleinen Pril durchwaten und am Strand weht ein kräftiger Wind, so dass wir nach knapp einer Stunde wieder aufbrechen.

Wir fahren am Etang de Vaccares entlang zurück nach Arles, suchen und finden nach kurzem Verfahren die Brücke Van Goghs (natürlich den Nachbau an anderem Ort wieder aufgebaut)

und kaufen auf der Rückfahrt in Fontvieille ein, da wir die nächsten Tage wieder allein kochen und essen müssen.

Ich hole mir die Zugangsdaten für den Internetanschluss, lese meine Emails und beginne den Blog zu veröffentlichen. Gaby hat heute das Kochen übernommen: Gegen 19 Uhr ist das Essen fertig. Couscous arabisch mit Tomaten, Gurken, Zwiebeln, dazu ein sehr leckeres Schnitzel und Vanillepudding mit Rhabarber als Nachtisch.  

Danach komme ich fast bis ans Ende von Lila, Lila, bis Matthes vorbeikommt, um den morgigen Ausflug zu besprechen.

Ich lese mein Buch zu Ende und gegen 0.30 Uhr mache ich das Licht aus.