Autor: Pit Aretz (Seite 1 von 59)

Regen und Ullastret


Der Wetterbericht hat Recht. Kein Unwetter, aber ganztags schmuddeliger Landregen. Nachmittags fahren wir dennoch zur Ciutat ibèrica d’Ullastret.

Man entdeckt mächtige Mauern, Getreidesilos, Zisternen. Eine Mauer des Oppidums ist beim Unwetter eingestürzt; bei Regen und matschigen Wegen macht der Rundgang wenig Spaß.

Zum Glück gibt’s noch das sehenswerte Museum. Besonders gefallen hat uns die 3D- Rekonstruktion, die einen Eindruck von der erstaunlichen Größe und Pracht der damaligen iberischen Stadt Indica gibt.

Cap de la Barra und Bootstour

Wir können es kaum glauben, aber die Sonne scheint und das soll bis heute Abend auch so bleiben.

Wir laufen zum Hafen und beschließen, ab 13 Uhr eine Bootstour zu reservieren.

Eine Vorab-Reservierung wäre nicht nötig gewesen, denn wir sind auch um 13:15 Uhr noch die einzigen Passagiere. Wir verschieben auf 15 Uhr.

Die nun „freien“ zwei Stunden nutzen wir und steigen hinauf zum Mirador del Cap de la Barra über L’Estartit.

Wunderschöne Rundumsicht!

Um 15 Uhr sind wir immer noch allein, aber eine Vierergruppe möchte auf den letzten Drücker dann doch noch mitfahren.

Es geht die felsige Küste hinauf, durch einen Bogen, rückwärts in eine Höhle und um die Illes Medes herum. Fachmännische Informationen erhalten wir dabei vom Guide in einem Kauderwelsch aus Deutsch, Niederländisch und Englisch.

Hat Spaß gemacht!

Da die Sonne immer noch scheint, beenden wir mit einem Spaziergang an den Strand unseren schönen Spätsommertag.

Llafranc mit Leuchtturm und Schwimmen in Tamariu

Wir fahren nach Llafranc und parken am Torre de Calella.

Über den Cami de Ronda laufen wir nach Llafranc, am Strand und Hafen entlang und dann anstrengend(!) über eine Straße hinauf zum Far de San Sebastian.

Blick vom Leuchtturm auf Llafranc und Calella
Blick auf Llafranc und dahinter Calella

Von oben schöne Aussicht auf die Bucht, weniger auf den Leuchtturm, in dem sich heute ein (noch geschlossenes) Restaurant befindet. Empfehlung: Fahrt mit dem Auto rauf!

Auf dem Plateau neben dem Leuchtturm findet man noch einen alten Turm und die Reste einer iberischen Siedlung (6.-1. Jh. v. Chr.) mit anschaulichen Erklärungen und einem Picknickplatz.

Blick auf Llafranc
Blick auf Bucht von Llafranc

Auf demselben Weg gehen wir zurück. Den Weg weiter auf dem Cami bis nach Calella und zurück machen wir nicht mehr, stattdessen fahren wir nach Tamariu, legen uns an den Strand und in die Sonne. Ich wage mich ins Meer. Der Weg ins Wasser ist allerdings ohne Strandschuhe etwas mühsam (spitze Steinchen, grober Kies, starke Strömung und steil anfallend).

Tamariu Strand
Tamariu – Strand

Über die Küstenstraße und an Begur vorbei fahren wir zurück.

Sant Pere Pescador

Ab und zu regnet es noch leicht, aber das ist kein Grund nicht rauszugehen. Wir fahren zum Strand von Sant Pere Pescador.

Der Zugang zum Strand ist überflutet, wir müssen durch knietiefes Wasser.

Es stürmt, die Wolken hängen tief, aber es bleibt trocken. Wir wandern den Strand entlang, finden einen toten Delphin.

Man erkennt Roses am nördlichen Ende. Im geschützten Sumpfgebiet soll man Vögel beobachten können. Heute nicht.

Wir fahren noch nach Sant Pere Pescador. Es ist Montag und häufig Ruhetag, absolut nichts los im Ort.

Vielleicht liegt’s aber auch an den Hühnern…

Glück gehabt

Noch in der Nacht gibt es den zweiten Katastrophenalarm. Das Regenradar kündigt massive Regenmengen an – und es regnet heftig.

Wir haben Glück und kommen relativ glimpflich davon: Spielplätze sind überflutet, die Tiefgarage, einige Straßen auch, der Strand ist für Autos gesperrt.

Aber am Nachmittag können wir schon wieder in den Hafen und zum Kap.

Besalu, Figueres und noch ein Unwetter

Heute statt wandern ein wenig Kultur.

Wir fahren zunächst nach Besalu, einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Orte Kataloniens eine gute Stunde Autofahrt entfernt.

Die gesamte Altstadt steht unter Denkmalschutz. Das bekannteste Wahrzeichen ist sicherlich die beeindruckende romanische Steinbrücke Pont Vell über den Fluss Fluvià.

Wir parken auf dem schon recht vollen Parkplatz hinter der Touristeninformation und bummeln über die Brücke in das Städtchen mit Stadttoren und Stadtmauerresten, engen Gassen, Natursteinhäusern, kleinen Plätzen und Cafés.

Gegen einen geringen Eintritt darf man die Klosterkirche Sant Pere betreten. Die ehemalige Benediktinerabtei wurde im 10. Jahrhundert gegründet und war ein wichtiges religiöses und politisches Zentrum der Grafschaft Besalú.
Die Kirche ist ein schönes Beispiel der klaren katalanischen Romanik. Besonders sehenswert sind das schlichte, harmonische Langhaus und der monumentale Glockenturm.
Sehr schön das kunstvoll gestaltete Presbyterium mit seinen Säulen und Kapitellen.

Vorbei am Zirkusmuseum und entlang der Stadtmauer laufen wir zur Kirche Sant Vicenç, die wir uns aber wegen einer Hochzeit nicht anschauen können.
Das jüdische Viertel finden wir nicht, es fehlen Hinweistafeln oder wir sehen sie nicht.

Über die neue Brücke, von der man noch einmal einen schönen Blick auf die alte hat, laufen wir zurück und fahren weiter nach Figueres.

Die Stadt ist vor allem als Geburtsort von Salvador Dalí bekannt und zählt zu den meistbesuchten Kulturzielen Kataloniens.
Wir finden einen freien Parkplatz in der Nähe des Dali-Theatermuseums.

Von dort laufen wir durch Gassen zunächst zur Rambla de Figueres, wo gerade ein Bürgerfest stattfindet.

Wir haben ein Timeslot ab 14:30 Uhr im Teatre-Museu Dali gebucht. Noch Zeit genug, essen zu gehen. Wir sitzen im Trockenen, als ein kleiner Regenschauer niedergeht.

Um 14:30 Uhr lässt man uns hinein. Das Dalí-Museum ist keine normale Gemäldegalerie, sondern ein Gesamtkunstwerk des Künstlers selbst. Das Museum wurde auf den Ruinen des ehemaligen Stadttheaters errichtet. Dalí gestaltete das Gebäude persönlich und betrachtete es als sein größtes Kunstwerk.

Die auffällige rote Fassade mit den goldenen Broten und riesigen Eiern auf dem Dach gehört zu den bekanntesten Motiven Kataloniens.

Im Museum finden sich Gemälde, Skulpturen, Installationen, optische Täuschungen und surreale Räume. Viele Werke sind so gestaltet, dass man sie aus einem bestimmten Blickwinkel betrachten muss.

Dali hat sich an alles gewagt, die schiere Fülle seiner Werke überwältigt einen.

Leider hindert einen die zunehmende Fülle der Besucher auch daran, alles in Ruhe zu betrachten.

Nach 90 Minuten haben wir genug von Dali und machen uns auf den Rückweg. Unterwegs kommt die erste Katastrophenalarm-Meldung …

Rundwanderung Jardins de Cap Roig – Cala Estreta

Wir parken an den Jardins de Cap Roig in
Calella de Palafrugell. Etwas abenteuerlich, teilweise steil und rutschig und zuletzt über Treppen geht es hinunter zur Cala d’en Massoni. Ab hier folgen wir dem Küstenwanderweg Cami de Ronda bis zur Cala Estreta.

Wunderschöne kleine, versteckte felsige oder sandige Buchten, typische Mittelmeer-Vegetation, Durchlässe und kaum andere Wanderer.

Das ändert sich an der Cala Estreta. Hierhin gelangt man fast mit dem Auto. Mehrere Wandergruppen machen hier wie wir Mittagspause, sitzen in der Sonne oder schwimmen im warmen Meer.

Eigentlich wollen wir noch weiter auf dem Cami, aber der ist inkl. der Nebenwege ab kurz hinter einer Umleitung gesperrt.

Wir folgen einer Forststraße, später einem Bachbett hinauf bis zum Puig de Terme und gelangen über den Cami wieder zurück zum Parkplatz.

12€ kostet der Eintritt in den Skulpturenpark und botanischen Garten am Cap Roig.

Der Park ist zwar sehr gut gepflegt, aber das ist auch schon das Positivste. Es gibt jetzt im Oktober kaum noch Blühendes, auch kaum botanisch Spektakuläres, ein paar Skulpturen, ein in die Landschaft gesetztes Schloß ohne irgendwelche Erklärungen.

Das hat sich nicht gelohnt und bekommt keine Empfehlung.

Abendessen und gemütlicher Abend wieder auf dem Balkon.

L’Escala, Ruines und Sant Marti d’Empuries

Bei schönstem Wetter fahren wir in das Küstenstädtchen L’Escala. Wir parken in der Nähe der Plaça de la Catalunya und laufen hinunter zum Meer.

Von der Musiker-Skulptur La Cobla aus wandern wir immer am Meer entlang nach Sant Marti d’Empuries.

Der erste richtige Sonnentag! Wunderschöne Ausblicke aufs türkisblaue Meer, Felsen, Sandstrände – ganz toll.

Der Weg führt an den Ruinen von Empuries vorbei, einer bedeutenden archäologischen Ausgrabungsstätte einer antiken griechischen und römischen Siedlung aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.

Wir belassen es heute bei ein paar Eindrücken vom Zaun aus.

Es ist Mittag. Wir essen an der Guingueta Les Muscleres Grans direkt am Strand eine Kleinigkeit und genießen den Blick aufs Meer.

Lecker ist’s

Ein kurzes Stück ist es nun noch bis Sant Marti d’Empuries, ein mittelalterliches Minidorf mit alten Stadtmauern und ganz viel Gastronomie für noch mehr Touristen. Kaffee und Bier gehen immer.

Auf dem Rückweg kürzen wir ab und laufen an der Església de Sant Pere vorbei zurück.

Ein sehr schöner Tag! Noch lange sitzen wir abends auf dem Balkon, trinken Wein, beobachten Fledermäuse auf der Jagd nach den kleinen Mücken, die uns immer wieder stechen.

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