Autor: Pit Aretz (Seite 1 von 57)

Roque de los Muchachos und Besucherzentrum

Strahlend blauer Himmel! Nach Tanken für 1,49€/L schlängeln wir uns über unendlich viele Kurven hinauf zum höchsten Berg der Insel, den Roque de los Muchachos.

Unterwegs viele Natternköpfe und Tiefblicke aufs Meer mit Teneriffa im Hintergrund.

Bei den Observatorien biegen wir ab und ergattern ganz oben am Roque den letzten freien Parkplatz.

Von hier erahnt man die Größe des Ursprungkraters, sieht die verschiedenen Ablagerungsschichten, erkennt Magmagänge. Unten das Meer bei Tazacorte, im Süden die Cumbre Vieja und dahinter El Hierro und La Gomera. Um uns verteilt verschiedene Observatorien.

Das Besucherzentrum präsentiert in verschiedenen Sälen (sehr umfangreiche und detaillierte) Informationen z.B. zu den Observatorien, wobei die Bildergalerie dazu aber leider eher sehr mager ausfällt. Der Film zum Einstieg ist OK und macht neugierig. Saal 2 zu Besonderheiten La Palmas zeigt nichts Besonderes, zwei Schaukästen funktionieren gar nicht. Saal 3 ist der Experimentierraum. Alles klebt, egal was man anfasst. Extrem in die Tiefe gehende Informationen, die schnell überfordern und oberflächliche Basics. Experimente funktionieren nicht oder erschließen sich einem nicht. Didaktisch nicht gut! Das alles nur in Spanisch und Englisch anzubieten ist zu wenig für 15€ Eintritt.

Saal 4 – Wanderwege in der Nähe – schaut man sich schon nicht mehr an. Enttäuschend!

Zurück fahren wir zunächst weiter über die LP4 und biegen dann ab auf die LP1 im Norden. Noch einmal 1,5 Std. Kurvenfahrt.

P. A. El Tendal und Playa Nogales

Heute morgen fahren wir zum Parque Arqueologico El Tendal.

Wir erfahren viel Neues über die Besiedlung und das Leben der Urbevölkerung, den Benahoaritas, die vielleicht um 1000 v. Chr. aus Nordafrika (Berber) per Boot einwanderten und Tiere, Getreide und Fertigkeiten mitbrachten.

Sie lebten in Familienverbänden u.a. in den Höhlen (mit ergiebiger Quelle) unterhalb des Museums bis ca. 800 n. Chr. Danach verwischen sich die Spuren.

Unser Guide erklärt uns nebenbei interessante Details zu verschiedenen Pflanzen (giftig, nicht giftig, Heilpflanzen) und wir wissen jetzt, warum es auf La Palma nur kleine Eidechsen gibt (die großen werden/wurden gegessen).

Guide und Museum sind sehr zu empfehlen.

In Puntallana trinken wir Kaffee und Radler (zusammen 5€!), bevor wir hinunter zum Parkplatz der Playa Nogales fahren.

Ein schöner Weg mit über 300 Stufen führt um die Felsen herum hinunter zum Strand. Der Sand ist so heiß, dass ich mir die Fußsohlen verbrenne.

Ein schöner Tag geht mit einem weiteren Musik-Event zu Ende: auf der Plaza Santo Domingo gibt’s Latin-Musik mit Bands von allen Inseln. Laut, schnell und sehr gut besucht.

Llano del Jable, Strand und Jazz

Die Wanderroute am Llano del Jable, die wir geplant haben, kann leider nicht begangen werden. Ein Wachtposten am Eingang des Vulkans erklärt uns, was aus Sicherheitsgründen nur möglich ist. Also wandern wir ein Stück um das gesperrte Gebiet herum. Schön, der Kontrast zwischen dem sattem Grün der Kiefern, der schwarzen Vulkanasche und dem blauen Himmel!

Nach ca. 40 min kehren wir aber lieber um, man käme zu weit ab vom geplanten Gebiet. Mittlerweile verschwinden die Kiefern in den Wolken, es wird kühl.

Über die Bergstraße fahren wir zurück nach S/C und machen es uns auf dem Balkon gemütlich. Nach dem Strandspaziergang mit Radler an der Bar wird gekocht.

Im Mai gibt es in S/C viele verschiedene Veranstaltungen, u.a. heute Jazz von 20:30 bis 23:00 Uhr. Das hören wir uns gerne an!

Zwei hier bekannte Sängerinnen treten mit Bandbegleitung auf. Eigentlich schade, dass so wenig Zuschauer gekommen sind – das gesamte Programm ist gratis.

Los Tilos, San Andres und Charco Azul

Kurz nach 10 Uhr parken wir am ersten Parkplatz in der Nähe des Informationszentrums.

Zu Fuß laufen wir hinauf, aber Informationen gibt’s hier keine. An der einzigen Hinweistafel erkennen wir verschiedene sehr steile und lange Wanderstrecken. Der kurze Weg zum Wasserfall ist gesperrt, bleibt also nur zum Auto zurück- und den Forstweg zum Mirador de Espigon Atravesado hinaufzuwandern.

Nicht schwierig geht es permanent über 2.5 km durch das Biosphärenreservat und den urzeitlichen Lorbeerwald ca. 250 HM hinauf. Ein letzter Anstieg über ein paar Treppen und man ist oben auf einer sehr kleinen Plattform mit einem weiten Rundumblick über den Urwald. Nach den überschwänglichen Beschreibungen in den Reiseführern hatte ich aber eigentlich etwas Spektakuläreres erwartet.

Zurück geht’s etwas schneller. Wir fahren weiter nach San Andres, wo wir – wie letztes Jahr – im La Placita zu Mittag essen.

Diesmal sind wir ziemlich enttäuscht. Preis und Leistung stimmen nicht, bei allem fehlt etwas: keine Kartoffeln beim Thunfisch, Mini-Salat mit Zutaten aus dem Glas als Beilage, der gebackene Käse ist Halloumi, bei den Fisch-Churros fehlt eine Soße und jegliche Beilage und das zu flüssige Curry schmeckt nach 5 Löffeln auch nicht mehr…

Weiter zu Fuß an der Küste entlang nach Charco Azul, wo wir ein erfrischendes Bad im Meerwasser-Schwimmbecken nehmen.

In San Andres fällt uns ein riesiger Schaden unten an der Fahrertür auf. Wer war das und v.a. wie und wann ist das passiert? Wir waren’s definitiv nicht. ADAC und Vollkasko, Gottseidank.

Im Hiper Dino wird etwas größer für die nächsten Tage eingekauft. Alle sind ziemlich platt und Gaby schläft sogar beim Ausruhen ein.

Es ist nicht kalt, aber der Wind abends zu kühl, um draußen zu sitzen. Also drinnen mit Nüssen und Wein…

Santa-Cruz-de-La-Palma

Beim Aufstehen schon blauer Himmel!

Nach der Wanderung gestern wollen wir heute einen ruhigen Tag einschieben.

Wir laufen am Meer entlang zum Hafen, schauen beim Anlegen und Ausladen zu und schlendern durch die Altstadt zurück.

Es gibt sehr viele schöne Ecken, man findet Spezialgeschäfte, in denen es z.B. nur Eisenwaren, Motoröle oder Uhren zu kaufen gibt.

Nachmittags besuchen wir das Inselmuseum im alten Franziskanerkloster, 4€ Eintritt. Man kann in aller Ruhe durch die alten Klosterräume laufen und dabei die verschiedensten Dinge anschauen und entdecken: Zeitgenössische Kunst, traditionelles Handwerk, Trachten oder auch Steine und Mineralien, Fische und Vögel.

Eine interessante Mischung jedenfalls.

Danach bummeln wir zum Ascenso de la Luz in der Nähe des Hafens und lassen uns zur Eremitage San Telmo rauffahren. Zurück über Plaza Santo Domingo und Plaza Espana.

Am Kiosko um die Ecke genehmigen wir uns ein Bier, bevor es zurück in die Wohnung geht.

Arztbesuch, El Remo und Las Manchas

Wegen eines akuten kardiologischen Problems rufe ich das deutschsprachige MediCenter in Los Llanos an. Ich bekomme gleich einen Termin.

Nach professioneller, sehr gründlicher Untersuchung und Rücksprache mit Hausärztin bekomme ich die nötigen Medikamente und kann nun beruhigt den weiteren Urlaub genießen.

Das Wetter ist schön, wir fahren von Los Llanos über Puerto Naos nach El Remo. Eine Straßenverbindung gibt es mittlerweile wieder, 5 Jahre nach dem letzten Vulkanausbruch. Aber die Zerstörungen, die der Ausbruch verursacht hat, sind überall zu erkennen: ganze Orte sind unter Lava verschwunden, manchmal stoppte der Fluss aber auch direkt an einer Hauswand.

Wir laufen ein wenig am Meer entlang – El Remo ist zwar Kult, aber eigentlich ein ziemlich runtergekommenes Örtchen mit drei Kiosko und Bademöglichkeiten. Kiosko Nr 7 ist unser Ziel: mit Blick aufs Meer gibt’s ein vorzügliches Mittagessen: Vorspeisen, Fisch als Hauptgericht, Maracuja-Creme als Nachtisch und Espresso. Absolute Empfehlung! Danke für den Tipp.

Wir fahren über Los Canarios zurück und halten unterwegs in Las Manchas, wo wir uns die Plaza de la Glorieta anschauen, ein weiteres Schmuckstück von Luis Moreira.

Mit Lesen, Knabbern, Schreiben, Fotos nachbearbeiten und Erzählen endet der Abend.

Santa-Cruz-de-La-Palma und Schlucht bei Tenagua

Heiter bis wolkig und eher kühl.

Nach dem Frühstück starten wir zu einer ersten Runde durch S/C. Auffallend wenige Menschen unterwegs, die meisten Restaurants sind geschlossen. Sogar einige unbekannte Ecken entdecken wir.

Matthes und Gaby zaubern ein sehr leckeres Mittagessen: Rigatoni mit Ragout a la Maison. Joghurt mit Vanille-Creme als Dessert.

Nach Kaffee auf der Terrasse fahren wir Richtung Tenagua und laufen noch einmal die Runde durch die Wasserschlucht.

Vorbei an blühenden Blumen, sattem Grün und teilweise durch „Urwald“ geht’s hinab zur früher einzigen Quelle weit und breit. Hier trafen sich die Frauen zum Waschen, von hier holten sie ihr Wasser.

Der kürzere und bequeme Weg am Ende durch eine Avocado-Plantage ist gesperrt, deshalb müssen wir einen kleinen Umweg einplanen, was aber auch OK ist.

Jeder beschäftigt sich erstmal mit seinem Handy, danach Erdnüsse und Mandeln, ein wenig Wein und Erzählen und dann ist der erste Urlaubstag auch schon vorbei.

Rückfahrt

Um 9 Uhr sind wir unterwegs. Die Fahrt verläuft ruhig und ohne Probleme bis Orléans. Dann wird’s voller und Google Maps schlägt ständig neue Routen vor.

Foto: AFP/LUDOVIC MARIN

Wir quälen uns in einer Blechlawine durch Paris. Die rücksichtslosen Reindrängler lassen mich fast ausrasten. Lebensgefährlich die Motorradfahrer, die mit überhöhter Geschwindigkeit durch den Stau jonglieren.
Das halten meine Nerven kaum noch aus.

Ab Flughafen Charles de Gaulle wird’s endlich wieder ruhig und entspannt.

Wir machen insgesamt 2 Pausen und tanken einmal nach. Die Maut ist mit 65€ nicht gerade günstig, dafür muss man an den Maut-Stationen wenigstens nicht mehr warten.

Bei Herstal gibt es einen weiteren 20 minütigen Stau, den wir mit Google umfahren wollen. Letztendlich hat das gar nichts gebracht, wir stecken im nächsten kleineren Stau und vor einer gesperrten Auffährt fest. Bravo! Die Sperrung kannte Google noch nicht.

Um 19 Uhr sind wir endlich zu Hause. Durch Paris mit dem Auto werde ich in Zukunft vermeiden.

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