Autor: Pit Aretz (Seite 21 von 56)

Ravello, Atrani, Amalfi

Sonne, bis 27°

8 Uhr sind wir auf, der Rücken will auch nicht länger liegen. Lucia bringt uns zum Frühstück noch lauwarmen Zitronenkuchen, danke!

Der 9.45 Uhr Bus fährt einfach an uns vorbei – gerammelt voll. In der unglaublich warmen Sonne warten wir auf den nächsten, der uns nach Amalfi mitnimmt, natürlich müssen wir wieder stehen. Gedränge und Geschubse, jeder will mit dem kleineren Bus nach Ravello noch mitfahren. Wir steigen mit anderen einfach hinten ein, noch während Fahrgäste aussteigen. Der Fahrer ist etwas verwirrt und weiß nicht so recht, wie er die Eindringlinge wieder los wird – er resigniert und fährt los. Wir haben sogar einen Sitzplatz an der Sonnenseite und deshalb wird es auf der Fahrt hinauf nach Ravello auch immer besonders warm, wenn der Bus anhält oder vor der Ampel wartet :-(.

Piazza Vescovado - Ravello

Dom - Ravello

Wir steigen am Stadtpark aus, laufen durch den Tunnel zur Piazza Vescovado und besichtigen den wunderbar schlichten Dom mit seiner sehr schönen Kanzel.

Kanzel im Dom

Löwenkopf - Kanzeldetail

Villa Rufolo - Kreuzgang, Detail

Villa Rufolo - Kreuzgang

Gegenüber geht es in den Palazzo Rufolo (Eintritt 5 €) mit Park, Museum und Ausstellungen, u.a. des Künstlers Wang Guangyi.

Wang Guangyi

Leider blüht im Garten kaum noch etwas.

Herbst im Garten der Villa Rufolo

Villa Rufolo: Gartenkunst

Villa Rufolo: Den Ausblick kennt fast jeder...

Hinter San Francesco, wo wir den Kreuzgang mit einer anderen Ausstellung besuchen,  finden wir eine nette Pizzeria mit großem Garten, wo wir im Schatten zu Mittag essen.

Salute mit Peroni

Bis zur Villa Cimbrone ist es nicht mehr weit (7 € Eintritt). Es wirkt alles ein wenig heruntergekommen und vernachlässigt, leider blühen auch nur noch ein paar Rosen. Aber der Park und die Villa sind ja eh nur Fake.

Eingang zur Villa Cimbrone

Fake, aber gut gemacht

Sehr schön  ist allerdings der Blick in die Unendlichkeit!

Infinty!

Noch ein schöner Blick

Wir biegen kurz vor bzw. hinter der Villa Cimbrone ab in einen steilen Treppenweg und kämpfen uns Stufen über Stufen 300 Höhenmeter hinab nach Atrani. Alles ist bestens beschildert, verlaufen kann man sich nicht.

Treppen, Treppen, Treppen...

Plötzlich kommt Atrani ins Blickfeld

Und plötzlich Atrani...

Auf dem Dorfplatz im Schatten kleine Verschnaufpause mit Milkshake und Kaffee. Durch ein Labyrinth von Gängen und Treppen geht es weiter nach Amalfi und zum Dom.

Gassen; Gänge, Durchlässe

Und noch einmal Atrani von der anderen Seite

Wir besichtigen (3 €) den Kreuzgang, die alte Basilika mit Museum, die sehr barocke Krypta und den jetzt auch sehr barocken Dom, ein wenig zu überladen und übertrieben, aber Barock gefällt uns eh nicht.

Dom Amalfi: Kreuzgang

Details der alten Basilika mit Fresken

Deckendetail der Krypta: Was essen die da?

Noch einmal der Dom mit Treppe

Langsam wird es dunkel

Bevor wir nach Hause fahren kaufen wir noch etwas ein. Der SITA-Bus hält aber schon wieder nicht vorm Tunnel, sondern erst bei Guercio. Wir warten auf den Interno, der zu spät ist. Mit dem Praiano-Positano-Interno fahren wir zurück zum Rathaus – Komfort wie ein Baufahrzeug, keine Federung, komplett verschrammt.

Beim Kochen bzw. Duschen ist plötzlich das Gas weg – ok, dann kalt duschen und nur einen Tomaten-Mais-Thunfisch-Salat.

Wir sitzen bei Vollmond und ZARA-Wölkchen wieder bis Mitternacht auf der Terrasse, Lucia schaltet beim Heimkommen auf die 2. Gasflasche um und fertig.

Praia, Fiordo, Sant‘ Elia

Sonne, bis 26°

Blick Richtung Fiordo

Um 8 Uhr sind wir auf, mein Rücken macht sich bemerkbar bzw. die harten Federn, die sich in eben jenen bohren. Das zusätzliche „Kuschelkissen“ war eine gute Idee, meine Arme und Finger sind nicht mehr wie bisher nachts eingeschlafen. Wir frühstücken draußen.

Lucia bringt uns unsere Ausweise und zeigt sich schockiert angesichts der Mückenbeulen. Sie bringt uns alles was sie zur Bekämpfung hat: Räucherspiralen mit Zitronella, Vaporisator, Giftplättchen und ruft gleich ihre Tochter an, die Gaby nachmittags zum Arzt begleiten soll.

Hinab zur Uferstraße

Kleine Häuslebauer gibt es hier öfter...

Wir gehen gegen 10 Uhr gemütlich hinunter zur Uferstraße und folgen dieser von Marina di Praia bis zum Fiordo, den wir gestern auf der Rückfahrt entdeckt hatten. Immer wieder gibt es Neues und neue Perspektiven zu entdecken.

Marina di Praia mit Turm

Da würde man jetzt auch gerne liegen...

5 mm Platz reichen dem Busfahrer

Fiordo im Schatten

Der Fiordo liegt noch im Schatten. Wir steigen in praller Sonne über 1000 Stufen den Sentiero delle Volpe pescatrice hinauf nach Sant‘ Elia, wo wir gegen Mittag ankommen.

Blick von Sant' Elia auf Praiano

Weiter geht es über den Sentiero dell’Agave in fiore schmal und ungesichert quer durch einen Steilhang leicht hinab bis zu einem Abzweig nach Bomerano bzw. Praia oder Praiano.
Zunächst eben, dann über steile Treppen zur Kirche und noch einmal über steile Treppen zum Rathaus laufen wir zurück zur Wohnung. Der Weg ist nicht immer deutlich, aber deutlich mit Pfeilen markiert.

Wir sind total verschwitzt und staubig und müssen erst einmal duschen. Danach gibt es Salat, später Kaffee, Plätzchen und Relaxen auf der Liege.

Um 15 Uhr kommt Anna und fährt mit Gaby zum Arzt, der nicht glauben wollte, dass die Blasen von Mücken stammen sollen. Er verschreibt Kortison und eine antibiotische Salbe, nimmt für die Behandlung selbst aber kein Geld.

Die Apotheke ist in Vecchio. In der Bar trinken wir perfekt gekühltes Peroni alle spina (sehr lecker!) und schauen dabei auf das Meer und die Inseln im Gegenlicht.

Meer im Gegenlicht

Auf dem Rückweg erkunden wir, was es sonst noch an Geschäften in der Umgebung gibt – sehr überschaubar. Wir kochen mit dem, was es eben gerade dort gibt: Kartoffeln in Zwiebel-Zucchini-Rahmsoße und paniertes Was-auch-immer.

Vollmond über dem Meer

Abends wickeln wir uns ein und schauen im Rauch der Räucherspirale auf das Vollmond-beschienene Meer, natürlich gibt es auch wieder unseren Hauswein. Wie herrlich ruhig es hier ist merkt man pötzlich, als das Hotel unten seine Entlüftung abschaltet…

Amalfi: Valle dei Mulini

Sonne, ab und zu eine Wolke, bis 26°

Mit dem 10.15 Uhr SITA-Bus fahren wir nach Amalfi. Unerwartet viele Touristen, wir bekommen nur noch Stehplätze, was angesichts der akrobatischen Fahrweise der Fahrer in eine Kraftübung ausartet.

Dom

Auch Amalfi ist schon voller Touristen, alle Plätze vor dem Dom sind besetzt, die Schnickschnackläden voller Kunden.

"Laubengang" in Amalfi

Wir halten uns nicht lange auf, sondern laufen durch die schmalen Laubengänge Richtung Papiermühlen, biegen dort ab und steigen über Treppenwege hinauf ins Tal der alten Papiermühlen, von denen noch einige Ruinen stehen.

Treppenweg hinauf ins Valle

Ruinen einer Papiermühle

Unterwegs viele Eidechsen, einige Schmetterlinge, Wasserfälle und viele blühende Veilchen.

Viele Eidechsen

Viele "Alpen"veilchen

Mittlerweile ist es schon wieder so warm, dass man sich über Schatten freut. In einem Tal an einem Wasserfall machen wir eine kleine Pause, dann geht es weiter über einen gut gepflasterten Treppenweg nach Pontone (unterwegs schöne Ausblicke auf Amalfi), das wir durch die alte Porta Occidentale betreten.

Blick auf Amalfi

Porta Occidentale in Pontone

Im Cafe vor der Kirche San Lorenzo bestellen wir uns Panini und echte Limonade, die jeder nach Geschmack nachsüßen muss.

Alter Treppenweg hinab nach Amalfi

Amalfis Dom

Amalfi ist immer noch voller Touristen

Über Treppen geht es steil hinab nach Amalfi und zum Busparkplatz. Wieder stehend fahren wir zurück nach Praiano. Der Bus hält aber nicht an unserer Haltestelle, sondern fährt einfach bis zur nächsten durch, wir müssen von Vecchio über die Via Marconi und den Friedhof zurück laufen.

Ziemlich groggy relaxen wir auf unserer Terrasse. Die Mücken sind schon wieder aktiv und stechen zu. Gaby verzieht sich ins Haus und lässt sich draußen nicht mehr blicken. Ihre Stiche sind dick angeschwollen, das Fingergelenk lässt sich nicht mehr beugen. Vorsichtshalber suche ich nach einem Arzt, kann ihn an der angegebenen Adresse aber nicht finden. Unterwegs kaufe ich noch etwas ein.

Mückenfinger

Durchmesser ca. 8 mm

Ich lese draußen Reiseinfos und bin gegen Abend komplett am Fuß und Knöchel zerstochen. Zum Glück juckt es bei mir nur kurz.

Zu Essen gibt es heute (drinnen) Reste von gestern und Salat.

Ich wickle mich in mein Badelaken und liege bis 22 Uhr draußen auf der Liege. Im Hintergrund Wetterleuchten und Blitze über dem Berg, kurz danach fällt in Praiano komplett der Strom aus.

Marina di Praia, Praiano, Vettico Maggiore

Sonne, leichte Brise, bis 26°

Draussen frühstücken

Kurz vor 9 Uhr stehen wir auf und frühstücken auf der Terrasse, wie wir ab jetzt jeden Morgen auf der Terrasse frühstücken werden 🙂

Durch Gassen...

... über Treppen

Wir laufen durch schmale Gässchen und Treppen hinab zur Uferstraße und am Turm vorbei hinunter zur Marina.

Restaurant mit Traumblick

'Il Pirata' von oben

Nette Restaurants am Steilfels, hinter den Felsen überraschend ein Minidorf, das am Felsen klebt, davor ein kleiner Kiesstrand. Man kann z.B. von hier Fahrten nach Capri buchen, Tauchausrüstung oder Boote leihen.

"Strand" vom Marina die Praia

Wir sitzen eine Weile im Halbschatten unter einem Felsen und schauen dem Treiben im Hafen zu: Lautstark streiten sich zwei Rotbejackte, beschimpfen einen anderen und gehen schließlich stinkig auf was auch immer auseinander.

Gegen Mittag treibt uns der Hunger zurück in unsere Wohnung: es gibt gebratene Bandnudeln mit Parmesan und Ei und Salat.

Bis nach dem Kaffee liegen wir auf unseren Liegen in der Sonne, schauen aufs Meer, erkennen in der Ferne die Berge des Cilento, während vom Hotel unter uns ein fischig-öliger Geruch (Calamares?) heraufwabert.

Pfarrkirche San Luca von Praiano

Später laufen wir über Treppen und Gassen hinauf zur Kirche San Luca nach Praiano, über den Kirchplatz weiter zur Straßenkehre und über die Via Constantinolo und  weiteren Gassen und Treppen hinab nach Vettico Maggiore, wo wir uns die Kirche San Gennaro anschauen.

San Gennaro und Blick bis Capri

San Gennaro und der schöne Kirchplatz

Über die Via Marconi und den Friedhof  laufen wir zurück.

Man muss lernen die Mücken und das Jucken zu ignorieren. Das Wetter ist zu schön, um drinnen zu sitzen. Bei Gaby sehen die Stiche aber schon ziemlich übel aus.

Am Abend koche ich noch einmal: Gnocchi mit Kräuterbutter und Zucchini-Paprika-Rahm-Geschnetzeltem.

Nacht über Praiano - Küstenlinie

Ich sitze bis 23 Uhr auf der Terrasse, während sich Gaby nach drinnen geflüchtet hat. Ein paar mehr Stiche für mich, dafür Temperaturen über 20° und ein Feuerwerk.  Um meine Beine habe ich mir das Badelaken gewickelt.

Der weiße Tavernello ist auch gar nicht so schlecht – um o.15 Uhr gehe ich schlafen.

Anreise: Brüssel – Neapel – Praiano

6.15 Uhr aufstehen, 7.20 Uhr unterwegs nach Brüssel, Ankunft Parcare Holiday Inn 9.00 Uhr. Das 14tägige Parken muss im voraus bezahlt werden: 113 €.
Mit dem Airport-Shuttlebus geht es zum Flughafen. Wir finden alles auf Anhieb, kommen ohne Probleme durch die Sicherheitsschleuse (bei Gaby piept’s) und warten ab 10 Uhr am Gate auf das Boarding.
Um 11 Uhr sitzen wir (zum ersten Mal !!) im Flieger, um 11.35 Uhr wird es aufregend. Der Start überrascht mich, mit so einem Schub hatte ich nicht gerechnet. Während des Steigfluges noch einige Probleme mit leichtem Schwindel und Druck auf den Ohren, danach ruhiger als im Bus – alles EASY im JET.

Alles Easy im Jet

Wir fliegen über Stuttgart, Innsbruck, sehen Venedig und landen schließlich pünktlich gegen 13 Uhr in Neapel.
Unsere Gepäckstücke sind alle da, jetzt müssen wir nur noch die richtigen Haltestellen und Busse finden. Draußen ist es heiß, 29° – und wir stehen da in Vliesjacke, langer Hose und dicken Wanderschuhen. Nach einigem Suchen und Rumfragen sind wir sicher, dass wir an der richtigen Stelle stehen. Der Curreri-Bus kommt relativ pünktlich, man kann die Fahrkarte direkt beim Fahrer kaufen (10 €) und die Fahrt verläuft auch problemlos bis Sorrento. Das Umland von Neapel ist ziemlich heruntergekommen, ein Ghetto/Planenlager direkt an der Autobahn.

SITA-Bus

In der Bar am Bahnhof in Sorrento kaufe ich zwei 90-Min.-Tickets nach Praiano, der SITA-Bus wartet bereits. Wir wuchten unser Gepäck in den Bus (und wissen noch nicht, dass es dafür ein bequemes Extra-Fach unter dem Bus gibt), der auch direkt losfährt. Zunächst durch das Verkehrschaos, dann an der Küste entlang, was noch chaotischer, weil extrem eng ist.
Hut ab vor den Künstlern am Lenkrad. 2 mm Abstand reichen, um den Bus durch den dichten Verkehr zu lenken.
Ich schaue immer wieder auf mein GPS, damit wir bloß nicht die richtige Haltestelle verpassen. Alles OK, wir steigen richtig aus. Es ist mittlerweile 17.40 Uhr.
Wir müssen ein wenig suchen und fragen, bis wir die richtige Adresse „2bis“ gefunden haben.
Lucia empfängt uns sehr nett auf französisch, zeigt uns alles und wundert sich, dass wir als Deutsche französisch sprechen; sie hält uns für Kanadier.
Wir statten dem Supermarkt noch einen Besuch ab und kaufen ein wenig ein. Um 19 Uhr essen wir unser erstes Essen heute: Tomatensalat, Bandnudeln, Schweinegeschnetzeltes in Lucias Sugo – und das alles auf der wunderschönen großen Terrasse mit Direktblick aufs Meer!

Die Sonne geht langsam unter...

Auf Heimfahrt

Dann bemerken wir sie: Kleine Mistmücken – die ersten Stiche sind gesetzt, noch ignorieren wir sie.

Unsere Geckos können uns nicht beschützen

Wir sitzen bis 22.30 Uhr in T-Shirt und kurzer Hose auf der Terrasse und trinken unseren Haus-Rosé (Tavernello), der zwar billig, aber estaunlich gut ist. Dann fallen wir todmüde ins prall-gefederte Bett.

Rückfahrt

Bis zum Reschenpass Nieselregen, dann Aufklarungen und ab Deutschland heiter. Bis 27°

Aufstehen 6.30 Uhr, Frühstücken und Abfahrt um Punkt 7.30 Uhr. Bis Fliess fahren wir hinter einem deutschen Fahrzeug her, dass zwar nicht zu langsam, aber auf gar keinen Fall auch nur einen Kilometer zu schnell fährt – etwas nervig. Dann biegen wir ab ins Pitztal und fahren zügig über schmale Bergstraßen nach Imst. Wir tanken voll und reihen uns dann wieder in die Schlange über den Fernpass bis zur Autobahn bei Kempten ein. Es geht gut voran, nicht schnell, aber wenigstens kein Stau. Wir überholen Matthes, der kurz hinter Reutte an der Tankstelle steht. In Gegenrichtung eindeutig mehr Verkehr mit Blockabfertigung vor dem Grenztunnel.

Grenztunnel Füssen

Auf der Autobahn, die jetzt direkt hinter dem Tunnel beginnt (endlich!), kann bis hinter Ulm Gas gegeben werden. Wir fahren weiter über die A6, weil bei Stuttgart und Karlsruhe schon Staus gemeldet werden. An einer Tagesbaustelle (warum muss man am Tag des stärksten Urlaubsverkehrs unbedingt Leitplanken austauschen?) stehen wir ca. 25 Min. im Stau, danach aber keinerlei Schwierigkeiten mehr. Wir rasten bei Crailsheim und kurz vor Koblenz, wo wir noch einmal nachtanken müssen.

Um 16.11 Uhr sind wir zu Hause – Gesamtkilometer 860, Benzinverbrauch 7.1L bei einem Schnitt von 105 km – nicht schlecht.

Giggelberg – Tablander Alm

Heiter, angenehm warm, bis 25°

Altes Haus in Partschins

Für Emma

Unser letzter Tag. Die Sonne scheint! Nach dem wie immer frühen Frühstück laufen wir hinab zur Talstation der Texelbahn, die uns hinauf zum Giggelberg bringt. Von hier aus wandern wir immer dem Meraner Höhenweg folgend Richtung Osten.

Ein Stück des Weges

Barbaras Erinnerung scheint getrübt gewesen zu sein – der Weg verläuft nicht „mehr oder weniger auf gleichbleibender Höhe“ , sondern in stetem vor allem Auf und Ab. Ich hätte mein GPS mitnehmen sollen als Beweis für zurückgelegte Höhenmeter, dann wäre Barbara überzeugt gewesen, dass Orenknott auch nicht anstrengender gewesen wäre.

In stetem Auf und Ab

Der Weg ist größtenteils schattig, ab und zu kann ungehindert ins Tal schauen oder hinauf zu den Bergen – es blüht auch hier noch überall. Kurz vor der Nassereith-Hütte, deren Fertigstellung kurz bevor steht, gilt es noch ein etwas rutschiges Schneefeld zu überqueren. Hier haben viele Wanderer ihre kleinen Problemchen.

Restschnee

Typisch Meraner Höhenweg...

Weiter geht der Weg wie zuvor –  jetzt noch mehr auf und ab, vorbei an kleinen Bächen und Wasserfällen, bis wir die Tablander Alm erreichen und uns zum Mittagessen in die Sonne setzen. Suppen und unsere mitgebrachten Brote reichen uns aber heute. Kurz nach Mittag sind alle Plätze belegt – der Höhenweg ist sehr beliebt.

Der perfekte Platz für eine Pause

Nach einem kleinen Mittagsschläfchen auf Bänken vor einer Hütte inmitten unendlich vieler Wiesenblumen steigen wir nun 700 m ab bis zum Partschinser Wasserfall. Unterwegs viele Schmetterlinge.

Schmetterling

Noch mehr ...linge

Nach dem gestrigen Regen ist es stellenweise sehr glatt und außer Matthes setzen wir alle uns einmal mindestens auf den Po.

Glitschiger Abstieg

Wir erreichen Tabland und kurze Zeit später das Restaurant am Wasserfall.

Wasserfall von ganz weit oben...

..und von ziemlich nah dran

Gaby und ich laufen komplett zurück, Barbara und Matthes fahren mit dem Bus hinunter – am Eingang zum Waal treffen wir uns wieder.

Zum Kaffee gibt es die Apfelpfannkuchen von gestern, danach beginnen wir unsere Sachen zusammenzupacken. Matthes und ich fahren zum Lindenhof, um abzurechen; auf dem Rückweg kaufen wir noch Brot für morgen. Nach herzlicher Verabschiedung von Frau und Herrn Schönweger beladen wir die Autos.

Abends essen wir im Hotel Sonne. Draußen haben wir einen Tisch reserviert – der Wind in der Gasse kühlt uns leider etwas runter. Wir bestellen je eine Vorspeise (Mangoldknödel auf Salat, Ziegenfrischkäse oder marinierte Zunge mit Rote Beete) und als Hauptgerichte Wiener Schnitzel, Saibling, Perlhuhn und Gulasch. Urteil: Die Vorspeisen eindeutig überteuert.

Wir sitzen noch ein wenig auf der Terrasse, trinken unseren letzten Wein aus und sind kurz vor Mitternacht im Bett.

Partschinser Wasserfall

Vormittags unbeständig, ab Mittag Regen, später wieder aufklarend, bis 22°

Wegen des Wetters wollten wir eigentlich vormittags noch einige Reisemitbringsel kaufen. Thomas ruft kurz nach dem Frühstück an, er möchte heute an seinem letzten Tag noch einmal mit Kerstin und den Kindern an den Wasserfall.

Das Wetter hält sich, Gaby und ich wollen mitgehen. Nach einer kleinen Besichtigung unserer Unterkunft wandern wir am Waal entlang und über den Sagenweg hinauf zum Wasserfall.

Dankbares Motiv

Die Kinder haben viel zu erzählen; wir merken gar nicht, wieviele Höhenmeter das sind…

Zwischenmahlzeit vor dem Regen

Kurz vorm Ziel beginnt es zu regnen. Unter meiner Regenjacke bleibe ich nicht wirklich trocken, ich schwitze mächtig. Der Wasserfall versprüht Tonnen feinster Wasseraerosole, nur für Sekunden kann man die Kamera auspacken.

Emma im Aerosolnebel

Im Restaurant am Wasserfall machen wir Mittagspause und essen Suppe, Bandnudeln, Apfelstrudel und Kaiserschmarren. Der Regen hört nicht auf, weshalb wir uns entscheiden mit dem Bus hinunter bis zum Waalweg zu fahren.
Hier unten tröpfelt es nur noch und hört dann ganz auf. Matthes hat in Zwischenzeit für alle Apfelpfannkuchen gebacken, es bleiben heute aber ausnahmsweise noch einige übrig, weil wir ja gerade erst gegessen hatten. Die wird es morgen geben.

Wir machen am Nachmittag in Naturns unsere Einkaufstour. Kochbücher, Wein, Saft, Gewürze, Speck und was man so mitnehmen kann und sollte.

Heute kochen wir noch einmal Gnocchi, diesmal aber mit Pfifferlingen. Dazu gibt es letzte Reste Salat und Brot.

Draußen ist es relativ kühl, deshalb spielen wir drinnen ein paar Runden Rommé, setzen uns später aber trotzdem noch raus und trinken unseren Wein. Von der Jause nebenan hört man alpenländische Musik vom alpenländischen Grillabend.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Pit unterwegs

Theme von Anders NorénHoch ↑