Autor: Pit Aretz (Seite 21 von 57)

Cadiz

Wolkenloser Himmel! Um 9 Uhr stehen wir auf. David holt Brötchen beim Bäcker (sind aber nicht besser als die aufgebackenen vom Supermarkt), ich koche den Kaffee heute anders – mit kochendem Wasser und Direktfilterung. Als der Strom in der ganzen Straße ausfällt sind wir gerade fertig mit allem.

Plaza San Antonio

Plaza San Antonio

Wir irren ein wenig durch Cadiz, bevor wir ein Parkhaus an der Plaza de San Antonio finden. Ausgangspunkt für unseren Stadtrundgang ist das Museo de Cadiz (montags leider geschlossen) an der Plaza de Mina. In den Palmen bauen Alexandersittiche  laut schreiend ihre Nester.

Nur ein Gummibaum

Nur ein Gummibaum

Da lang...

Da lang…

Jugendstildetails sind häufiger zu sehen

Jugendstildetails sind häufiger zu sehen

Auch hier viele schmale Gassen

Auch hier viele schmale Gassen

Wegen der Enge der Straßen wird hier vieles per Sackkarre verteilt

Wegen der Enge der Straßen wird hier vieles per Sackkarre verteilt

Immer wieder überrraschend ein neuer Platz

Immer wieder überrraschend ein neuer Platz

... und nette Häuser

… und nette Häuser

Vorbei an der Plaza San Francisco und durch die Calle Rosario laufen wir zum Hafen und zur Plaza de San Juan de Dios. Der Platz ist voller Menschen, die sich wie wir Cadiz anschauen.

Wir sind nicht die einzigen Touristen

Wir sind nicht die einzigen Touristen

Vorbei an der Stadtverwaltung geht es weiter zur Kathedrale. Hier sind schon Sitzbereiche für die in der Karwoche überall stattfindenden Prozessionen abgesperrt, vor der Kathedrale eine lange Warteschlange. Auf dem Platz finden wir einen Tisch im Schatten, trinken Bier und essen Tapas.

Bier und Tapas im Schatten der Kathedrale

Bier und Tapas im Schatten der Kathedrale

Kirchen gibt es genug: Parroquia de Santa Cruz

Kirchen gibt es genug: Parroquia de Santa Cruz

Markthallen

Markthallen

Um 14 Uhr wird die Kathedrale bis 16 Uhr geschlossen. Wir machen einen Abstecher zum römischen Theater (unspektakulär) und laufen dann zur Plaza de las Flores und an den Markthallen, San Filipe Nero und dem Theater vorbei zum sehr schönen Parque Genoves.

Interessante Bäume im Park

Interessante Bäume im Park

Im Schatten trinken wir Kaffee und bestaunen auf dem Weg zum Parkhaus die uralten Gummibäume mit mehr als 4 m Durchmesser. Sogar in einer relativ großen Stadt wie Cadiz haben alle Geschäfte zwischen 14 und 16 Uhr geschlossen.

Promenade an der Bastion de la Candelaria

Promenade an der Bastion de la Candelaria

Zwei Büßer auf dem Weg zum Büßen

Zwei Büßer auf dem Weg zum Büßen

Auf dem Rückweg kaufen wir ein und genießen dann bei Kaffee und Plätzchen auf unserer Dachterrasse die Sonne. Städte besichtigen ist anstrengend!

Ohne Sonne wird es langsam kühl. Der Installateur kommt vorbei und repariert erfolgreich den Boiler „Ola! Stop!“ – was er genau damit meint, wissen wir nicht.

Und wieder essen wir heute Tomaten-Thunfisch-Salat, dazu Tortillas und Brote mit Thunfisch- und Lachs-Rilettes.

Bier bzw. Wein, Chips und Lesen…

Vejer de la Frontera und Parque Natural La Breña y Marismas

In der Nacht Umstellung auf Sommerzeit – um 9 (bzw. gestern noch 8) Uhr ist Gaby schon auf und backt Baguette und Brötchen auf. Die Kaffeemaschine ist total verkalkt und braucht ewig für einen Durchlauf.

Blick von Küchen- zu Dachterrasse

Blick von Küchen- zu Dachterrasse

Draußen tiefblauer Himmel und strahlender Sonnenschein, es wird schnell warm.

Fehlt nur noch Don Quichote

Fehlt nur noch Don Quichote

Nach dem Frühstück Erkundung der näheren Gegend und des Ortes: an den Windmühlen und den Vorbereitungen für ein Duathlon vorbei bummeln wir Richtung Altstadt.

Alt-Vejer im Morgennebel

Alt-Vejer im Morgennebel

Die Altstadt auf dem befestigten Hügel liegt noch im Morgennebel, der sich aber schnell lichtet. Wir erkunden die Gegend um die Kirche und die alte Festung mit den engen Kopfsteinpflaster-Gassen, laufen durchs Stadttor und an der Stadtmauer vom alten jüdischen Viertel entlang und landen schließlich auf der wunderschönen, maurisch anmutenden Plaza d’Espagna.

Schmale Gassen und Bögen

Schmale Gassen und Bögen

Hinauf zur Kirche

Hinauf zur Kirche

Blick auf Neu-Vejer

Blick auf Neu-Vejer

An der Juderia

An der Juderia

Plaza d'Espagna

Plaza d’Espagna

Etwas oberhalb des Platzes trinken wir einen Kaffee und kaufen auf dem Weg nach Hause noch andalusisch-marokkanische gefüllte Teigtaschen und Fladenbrot.

Weiß und blau...

Weiß und blau…

„Zu Hause“ machen wir uns hungrig über die Teigtaschen her, sitzen danach im Schatten auf unserer Dachterrasse und machen für 1.5 Std. Siesta.

Naturschutzgebiet bei Barbate

Naturschutzgebiet bei Barbate

Nach Kaffee mit Plätzchen fahren wir nach Barbate an den Strand. Wegen falscher Schuhe wandern wir nur bis kurz vor den Torre del Tajo entlang des Wanderweges, der den Parque Natural La Breña y Marismas del Barbate durchquert, bevor wir wieder umdrehen. Hier blüht sehr viel, wunderbar der Blick aufs Meer und die Felsen.

Der Wanderweg führt unterhalb der Felsen entlang

Der Wanderweg führt unterhalb der Felsen entlang

Verewigt im weichen Fels

Verewigt im weichen Fels

Abends kochen bzw. essen wir: gebratener Reis mit Oliven und Knoblauch, Thunfisch-Tomaten-Salat, Fladenbrot, Schinken, Ziegenkäse, Joghurt-Vanille-Pudding.

Bis 23.30 Uhr erzählen, Wein trinken, Chips essen. Ich lese ein wenig, bevor alle ins Bett gehen.

Brüssel – Malaga – Vejer de la Frontera

Ich bin von einem fiebrigen Infekt noch leicht angeschlagen, als wir kurz vor 8 Uhr bei Sonne Richtung Brüssel-Charleroi losfahren. Ab Lüttich zieht sich der Himmel zu. Um 9.35 Uhr erreichen wir den vorgebuchten ParkVia-Parkplatz. Nach Erledigung aller Formalitäten (Notieren von Kilometerstand, Kratzern, Schlüssel-Abgabe) fährt uns der Zubringerbus zum Flugplatz.

Noch reichlich Zeit

Noch reichlich Zeit

Bei Ryanair müssen wir nicht lange warten, um Koffer und Handgepäck abgeben zu können. Nach dem Sicherheitscheck haben wir noch reichlich Zeit für Kaffee, Wasser und unser mitgebrachtes Proviant. Draußen beginnt es zu nieseln.

Draußen beginnt es zu nieseln

Um 12 Uhr Boarding, um 12.40 Uhr pünktlicher Start. Schnell sind wir oberhalb der Regenwolken, bis zu den Pyrenäen fliegen wir über einen weißen Wolkenflokati und dann sieht man das Azorenhoch, das über Spanien hängt: Sonne!

Flokati bis zu den Pyrenäen...

Flokati bis zu den Pyrenäen…

Um 15.10 Uhr landen wir bei leichtem Seitenwind in Malaga: Grelle Sonne, sommerlich warm, unglaublich!

Gelandet im Sommer

Gelandet im Sommer

Während Gaby und Lynn auf das Gepäck warten holen David und ich den Leihwagen (Seat Ibiza TDi) bei Firefly ab (Büro in der Parkhalle). Mehrmals will eine Dame uns eine spezielle Versicherung andrehen und wird  zunehmend unfreundlicher, als wir ablehnen. Egal – alles geht schnell und problemlos.

Nach kurzer Orientierung und Einschalten des alten Garmin GPS fahren wir über die Autobahn bis Algeciras.

Pause und etwas dünneres anziehen

Pause und etwas dünneres anziehen

Unterwegs machen wir eine kleine Pause, trinken Kaffee und kaufen Wasser. Sehr schöner Blick aufs Meer und den Felsen von Gibraltar. Bis Algeciras gibt es drei Bezahlstellen (insgesamt 15 €). Hinter Algeciras geht es weiter über Tarifa (N340) bis Vejer de la Frontera. Kurz vor Tarifa fahren wir plötzlich in Wolken, die Meerenge ist komplett zugenebelt, Afrika kann man nur erahnen.
Fahrt Malaga – Vejer ca. 2,5 Std/250 km.

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Unser Haus - eines von vielen

Unser Haus – eines von vielen

Unser Haus in Vejer finden wir relativ problemlos, die Verwalterin Linda erscheint auch Minuten später. Es gibt eine Schnellsteinweisung in alles und ein Problem mit dem Boiler (Kurzschluss), aber dafür haben wir WLAN. Während Linda auf den Elektriker wartet fahren wir einkaufen. Überraschend billig ist einkaufen in Spanien.

Der Elektriker hat improvisiert: die Schutzverkleidung ist abgeschraubt und hängt daneben, ein Eimer steht darunter – das muss reichen bis Montag.

Wir kochen: Hähnchenbrustfilets mit Knoblauch-Joghurt, Fritten und Salat. Als Dessert Vanillepudding, der nach Spekulatius schmeckt und CruzCampo-Bier (gut!)

Ein Bierchen noch

Ein Bierchen noch

Wir surfen noch ein wenig im Internet bevor wir gegen 23.30 Uhr schlafen gehen.

Rückflug

5.45 Uhr klingelt der Wecker, 6.15 Uhr stehen wir vor der Tür, unser Taxi auch. Wow. In 12 Min. schafft der Fahrer es bis zum Flughafen. Obwohl das Taxameter 11.30 € anzeigt, meint er „twenty“, ist aber OK.

Einchecken und Sicherheitskontrolle zügig und problemlos.

Gaby holt Kaffee

Um 8.35 Uhr heben wir pünktlich ab. Leider etwas dunstig, man sieht wenig. Aber heute fliegen wir eh übers Meer, man erahnt Sardinien und Korsika, unter uns Elba.

Mont Blanc Überflug

Das Mont Blanc-Massiv ist klar zu erkennen und was wir kurz darauf für Lyon (?? wie denn das wohl ??) halten ist schon Lüttich; wir gehen in den Sinkflug.

Gelandet

Um 10.45 Uhr landen wir in Brüssel, um 11.15 Uhr haben wir unser Gepäck und stehen am Shuttle-Stop. Die Busse fahren aber erst wieder am Abend, also Taxi bestellen. Wir rufen 2x die angegebene Nummer, wir reden 2x aneinander vorbei oder (wie wir vermuten: es kommt gar kein Fahrer) sind komplett blind. Jedenfalls finden wir keinen Fahrer und der Fahrer uns nicht. So groß ist der Flughafen auch nicht und es gibt nur einen Ausgang zu den offiziellen Taxis.

Um 12 Uhr nehmen wir uns einfach ein offizielles Taxi, sind 10 Min. später an unserem Auto und bekommen nach einiger Diskussion mit dem Rezeptionisten des Holiday Inn unser Taxigeld zurück. Na also.

1,5 Std. später sind wir zu Hause – und es ist überraschend schön, sonnig und warm!

Fürs nächste Mal:
Parcare am Holiday Inn ist OK, weil man seinen Schlüssel nicht abgeben muss und weiß wo sein Auto steht. Es ist bewacht, morgens und abends fährt alle 15 Min. ein Shuttlebus zum/vom  Flughafen. Man bezahlt bei Ankunft und bekommt eine Taxinummer, die man bei Ankunft anrufen soll. UNBEDINGT einen exakten Treffpunkt ausmachen, lieber mehrmals nachfragen. Der Taxifahrer muss nach Rückfahrt mit zur Rezeption kommen, weil er dort einen Voucher bekommt. Das wussten wir nicht. Sonst problemlos.
Kosten für 14 Tage: 113 €.

Pompeji, Neapel

Heiter, bis 27°

Kurz nach 8 Uhr gehen wir zum Frühstücken ins Gran Caffè Neapolis. Jeder darf sich ein süßes Teil und einen Kaffee bestellen, der uns dann draußen serviert wird.

Da wir nicht wissen, wann wir aus Pompeji zurück kommen checken wir schon aus und regeln den Taxitransport für morgen früh. 138 € + 4 € Taxe für 2 Nächte sind OK.

Piazza Dante früh am Morgen

Mit Metro 1 und 2 und der Circumvesuviana (wir müssen stehen) fahren wir nach Pompeji, was ca. 45 Min. dauert. Am Bahnhof besorgen wir uns zwei Audioguides (je 5 €), die sich allerdings als vollkommen untauglich erweisen: weder stimmen die Nummern in der Map mit irgendeiner Zahl an den Bauten überein, noch sind alle wichtigen Gebäude beschrieben. Es gibt auch keine dringend notwendige GPS-Standortbestimmung, der Informationsgehalt ist sehr oberflächlich und die  Musik absolut nervig – lohnt nicht!

Wir stehen ca. 20 Min. in der Schlange am Eingang (11 € Eintritt) und fädeln uns dann in den Besucherstrom ein. Wir beginnen an einer der vielen Thermen, gehen dann Richtung Forum und Basilika, durch das Ladenviertel und Häuser der Reichen, weiter Richtung Theater und Amphitheater. Da sehr viele geführte Gruppen unterwegs sind, kann man sich gut daneben stellen und den (meist englischen) Erklärungen zuhören.

Wandnische in der ausserstädtischen Therme

In einer anderen Therme (wir haben 4 gezählt)

Statt Tapeten

Basilika

Forum

Ausgegossener Ureinwohner

Werbetafel im Imbiss-Bereich

Römische Garküche

Die Größe der Stadt ist schon überwältigend, den Reichtum und Fortschritt kann man an einigen Stellen noch sehen bzw. erahnen – an einem Tag sich ganz Pompeji anschauen zu wollen ist aber unmöglich. Die Straßenpflaster sind grob und anstrengend, es gibt kaum Schatten oder Sitzgelegenheiten, man sollte genügend Wasser dabei haben. Beim Theater gibt es eine Trinkwasserquelle, wo wir unsere Flaschen auffüllen, im Theater selbst machen wir eine „Sitzpause“.

Gladiatorenbereich am Theater

Amphitheater

Säulen stehen am Forum noch jede Menge

Mosaik: Alexanderschlacht gegen die Perser

Figur am Apollotempel

Noch eine..

Viele Gebäude sind mittlerweile abgesperrt, ganze Bereich komplett gesperrt – Pompeji verfällt langsam.

Draußen lassen wir uns gerne in einen schattigen Garten locken: Panini und Bier kommen uns gerade recht.

Im Zug bekommen wir diesmal einen Platz und sind kurz nach 16 Uhr wieder am Bahnhof in Neapel. Nur um es auszuprobieren wollen wir heute mit der M1 direkt zum Dante-Platz. Zunächst muss man dazu eine große Baustelle umrunden, dann 3 Stockwerke hinab in den U-Bahntunnel und dann stehen wir in einer Menschenmenge, die komplett den Bahnsteig ausfüllt. Die Metro kommt verspätet, immer mehr Menschen drängeln sich auf den Bahnsteig. Man kann gar nicht so schnell in den Waggon springen, wie schon alle Sitzplätze von den jungen Menschen dreist besetzt werden – ob da jemand alt oder behindert ist interessiert niemanden. Nach zwei Haltestellen stecken wir wie Heringe im Fass fest. Hier hätte auch ein Taschendieb kaum Möglichkeiten seine flinken Hände zu bewegen. Teatro – wir müssen raus. Mit Nachdruck muss ich uns eine Schneise schlagen, endlich wieder Luft. Noch mehr Menschen drängen in den Zug – die Türen schließen nicht mehr richtig, weil sie von Fahrgästen blockiert sind. Der andere Weg ist besser!

Gegen Abend starten wir unsere letzte Runde durch die Altstadt: Vor Santa Chiara ist eine Bühne aufgebaut worden (d.h. direkt vor unserem Fenster), Soundcheck. Santa Chiara’s Kirchentüren stehen offen, das Innere überrascht uns vollkommen: Wunderbar schlicht und sehr sakral im Licht der vielen Kerzen. Auch Gesu Nuovo kann man jetzt betreten – hier wird eine Messe gefeiert und wir schauen nur kurz hinein. Hinter der häßlichen grauen Fassade verbirgt sich eine sehr schöne Barockkirche.

Wir laufen noch eine Runde Richtung Via Toledo, trinken in einer Bierbar Schöfferhofer Weizen und Leffe und setzen uns heute in die andere Trattoria an der Piazza Gesu Nuovo. Heute essen wir Spaghetti con cozze, Gnocchi alla Salerno, eine große Tüte mit gegrillten Fischen, Caprese-Schokoladenkuchen, Wein und Wasser – und das alles für 48 €, kann man nicht meckern.

Nachtleben Piazza Gesu Nuovo

Der Tag war anstrengend, wir sind müde und gehen zum Hotel zurück. Bei geöffnetem Fenster können wir das Konzert verfolgen. Gute Musik, da muss man sich nicht ärgern. Wir packen unsere Koffer, Gaby schläft ein, während ich noch das Konzert bis zu Ende anhöre. Da wir jetzt wissen, dass man den Deckenventilator auch einschalten kann, schließe ich die Fenster (dichten gut!) und schlafe schnell ein und durch.

Neapel

Heiter, bis 27°

Wir sind früh auf, packen unsere Sachen, räumen auf, frühstücken ein letztes Mal auf der Terrasse und verabschieden uns von Lucia.

Noch haben wir Platz

Mit dem 10 Uhr-Bus fahren wir nach Sorrent, um 11.40 Uhr geht es mit der Circumvesuviana weiter nach Neapel. Der Zug wird von Station zu Station voller, in den Tunneln rast er eindeutig zu schnell: Bei geöffneten Fenster hört und fühlt es sich noch bedrohlicher an und Zug ist eh das falsche Wort, es ist eher ein uralter Schmalspurwaggon mit Motor.

Abenteuerliches Bähnchen

Drängeln, Schieben - Napoli Garibaldi

In Neapel schiebt und drängt sich eine riesige Menschenmenge über die Bahnsteige und Treppen. Die Metrolinie 2 finden wir sofort, fahren um 13.40 Uhr los, steigen an der nächsten Station wieder aus und nach 400 m durch einen Tunnel in die Metro 1 ein. Teatro – aussteigen! Natürlich stehen heute alle Rolltreppen, ich darf den schweren Koffer und mein Handgepäck die Treppen raufschleppen.

Auf der Piazza Dante müssen wir uns kurz orientieren bzw. ich mich ausruhen, bin nass geschwitzt.

Piazza Dante

Bis zum „Hotel“ sind es ca. 800 m, über die wir unsere Koffer rollen müssen: Alte Pflastersteine und Unmengen Schüler, die uns entgegen kommen und nicht daran denken, auch nur einen Millimeter zur Seite zu gehen. Ich kann auch stur geradeaus gehen und Italiener sind eher klein…

Blick aus dem Hotelzimmer auf Santa Chiara

Ich übersehe den Eingang zur Hotelsuite Santa Chiara, die sich im 2. Stock eines alten Hauses befindet (natürlich ohne Lift). Anmeldung problemlos und sehr nett. Zimmer 45 liegt direkt an der Gasse, hat 2 Fenster und einen kleinen Balkon mit Blick auf Santa Chiara: Erster Eindruck OK. Wir essen unsere Brote, machen uns ein wenig frisch und starten unsere erste Neapelrunde.

Kreuzgang Santa Chiara: Aufwändig bemalte Wände, bunte Kacheln

Kacheln über Kacheln...

.. und jede anders bemalt

Santa Chiara. Wunderschöner Kreuzgang mit (wohl einmalig auf der Welt) bunten Kacheln, die verschiedene Alltagssituationen darstellen. Dazu gibt es ein kleines Museum, das die Geschichte und Entwicklung des Klosters dokumentiert. In die Kirche können wir nicht: wegen Gottesdienst bis 16.30 Uhr geschlossen.

Piazza Gesu Nuovo

Gesu Nuovo, Santa Chiara im Hintergrund

Eingangstor eines Palazzo - nicht untypische Bemalung

Wir laufen etwas planlos zur Piazza Gesu Nuovo (warum ist das ein Highlight? Die Fassade ist unansehnlich grau, die Kirchentür ebenfalls geschlossen), dann über den Decumanus bis zur Via Duomo, hinauf zum Dom und kreuz und quer durch die vielen dunklen und engen Gassen der Altstadt wieder zurück.

Ich bewache den Eingang zum Dom

Domfassade

Innenansicht Dom

Schöne Palazzi und weite Piazze, aber überall Dreck und Verfall, kein Grün oder Schmuck. Trotz allem eine ungeheure Intensität, sehr viele junge Menschen, die Gassen sind voller Leben.

Irgendeines der vielen ähnlichen Palazzi

Straße der Krippenbauer

Gasse - eher typisch für die Altstadt

Wir trinken unterwegs Espresso und Bier, zu dem es Tramezzini gibt.

Ins Stadtbild integrierter Heiliger

Im Hotel ziehen wir uns um und starten gegen 17.30 Uhr unsere nächste Runde Richtung Uni, Hafen und Meer. Der Hafen ist viel größer als gedacht und bevor wir am Yachthafen ankommen ist es dunkel. Unglaublich viel Verkehr, Gehupe, Lärm, Baustellen, die wahrscheinlich schon Jahrzehnte hier still stehen und Müll an jeder Ecke. Hinterm  Yachthafen kann man durch eine Zaun klettern und auf der Mole auf den Vesuv und abfahrende Schiffe schauen.

Abendstimmung am Yachthafen

Die etwas "besseren" Hotels

Nach Gefühl laufen wir Richtung Altstadt, landen schließlich auf der Via Toledo (die Einkaufsstraße in Neapel mit tatsächlich sehr vielen einkaufenden  Menschen) und mit Nachfragen wieder auf der Piazzo Gesu Nuovo. Wir haben Hunger und bestellen in einer Trattoria Salat und Pizza, Weißwein und Wasser und später noch ein Eis irgendwo am Decumanus.

Auffallend ist, dass das Bier nicht in den Bars gekauft wird, sondern in der Bude an der Ecke. Überall stehen die meist jungen Menschen herum mit Bierflaschen in der Hand, die dann einfach auf dem Boden entsorgt werden, wo sie liegen bleiben, bis irgendwer irgendwann sich darum kümmert. Sehr viel Polizeipräsenz in der Stadt – quasi an jeder Ecke Polizei oder Militär, die auch häufig Streife gehen oder fahren.

Im Hotel chatte ich noch ein wenig mit Jonas, der auf der Dachterrasse in irgendeinem Hotel in Marokko sitzt. Gaby schläft derweil ein. Wir haben die Fenster auf, weil es im Zimmer sehr warm ist. Um Mitternacht kommt ein kleines Müllfahrzeug die Gasse unter unserem Fenster rauf und leert einen Container, begleitet von Gehupe und Getöse. Im Hintergrund das lebendige Neapel: Lachen, Rufen, Schreien, Hupen – irgendjemand schaufelt Bauschutt (?) in einen Container. Um 2 Uhr schlafe ich immer noch nicht, dämmere irgendwann aber doch ein…

La Dolce Vita 2

Bedeckt, schwül, nachmittags leichter Wind und aufheiternd, bis 28°

Morgen ist Abreisetag, wir räumen ein wenig auf, fegen die Wohnung und spülen alles weg. Die Luft steht, das Meer bewegt sich nicht und liegt grau und träge da. Wenn die Sonne durchkommt macht sie ordentlich Druck. Um Mittag sind es gefühlte 30°.

Das soll ein Meer sein

Wir liegen im Schatten und lesen. Zwischendurch versucht Gaby vergeblich die unterwegs gefundenen Maroni zu rösten – vielleicht hätte man sie einfach nur in der Sonne liegen lassen können.

Perfekter Platz zum Relaxen

Letzte Brotreste werden verarbeitet zu Tomaten-Basilikum-Balsamico-Panini.

Am Nachmittag kommt ein wenig Wind auf, wir raffen uns auf und gehen ein letztes Mal zum Supermarkt. Im Internet informiere ich mich ein wenig über Neapel, könnte interessant werden.

Mit dem leichten Wind wird es angenehmer. Wir essen unsere Reste: Tomatensalat mit Feta, Bratkartoffeln mit Speck, Salami, Paprika und Spiegeleiern und Joghurt.

Am Abend wird es besser

Später kommt Lucia mit ihrem selbstgemachten Limoncello vorbei – schmeckt eindeutig besser, als der vom Schiff. Nach 2 Gläsern können wir ihr nicht mehr sicher folgen, ist das französisch oder italienisch und wie sage ich es auf franzitaliösisch?

Salute

Zum Felsloch am Monte Gambera

Heiter, schwül, -28°

Unterwegs mit dem Interno

Um 10 Uhr fahren wir mit dem Interno nach Positano (natürlich muss der Busfahrer wieder nachtanken und unterwegs noch diverses erledigen). Wir wollen Tour 25 aus dem Rother Wanderführer machen. Gegenüber dem Hotel Margerita geht es wie nicht anders zu erwarten direkt steil über Treppen hinauf. Der Weg führt an alten Villen vorbei – dem Friedhof statten wir auch noch einen kleinen Besuch ab – und über 1001 Stufen durch Olivenhaine hinauf nach Montepertuso. In der schwülen Luft extrem schweißtreibend, in jedem Schatten muss man sich kurz abkühlen.

Positano - einfach faszinierend

und immer noch Positano

Auf der Piazza Cappella machen wir eine etwas längere Pause im Schatten. Statt des Eis kaufen wir Birnen und Äpfel – Eissaison ist hier vorbei, in der Eistruhe liegt Tiefkühlgemüse.

Monte Pertuso

Hinter dem Restaurant „Il Ritrovo“ geht es noch einmal sehr steil hinauf, 150 HM sind direkt zu überwinden. Nicht wie im Reiseführer beschrieben über Privatbesitz muss man nur dem Weg folgen, am Ende geht es links ab und unterhalb der Felsbarriere weiter (natürlich mit ein paar Stufen) bis man schließlich vor dem Loch steht (520 m).

Das Loch

Frische Luft strömt hindurch, guter Platz fürs Mittagspicknick.

Auf der anderen Seite geht es wieder hinunter, aber anders als lapidar beschrieben. Der Weg ist gestrüppig, rutschig, eng, Wanderschuhe sind bis zum breiten Weg am Ende des Abhanges zwingend erforderlich. Danach geht es durch einen kleinen Wald, der gut nach frisch geschlagenen Pinien riecht, schöne Ausblicke auf Positano.

Positano von Norden

Es geht eine Treppe hinunter und dann leider etwas langweilig über die Teerstraße zurück bis Chiesa Nuova. Der Autoverkehr hält sich zum Glück in Grenzen.

Chiesa Nuova - so ganz neu doch nicht mehr

Die schmale Treppe hinab zur Kirche und dem schönen Vorplatz finden wir, laufen aber direkt über etliche steile Treppen und Gassen weiter bis zur Piazza Molini, um den Bus nicht zu verpassen.  Wir hätten uns aber doch noch Zeit nehmen können, so weit war es dann doch nicht.

„Zu Hause“ müssen wir uns autanisieren, die Mücken sind heute extrem aggressiv. Heute gibt es Salat (Gurke-Thunfisch-Tomaten-Paprika) und Spaghetti cacio et pepe, die heute aber nicht gut gelingen – zu wenig Käse, aber groß einkaufen können wir nicht mehr, der Kühlschrank muss bis zur Abfahrt leer sein.

Den Abend verbringen wir mit lesen, aufs Meer schauen und Wein trinken, bis 23 Uhr heute.

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