Autor: Pit Aretz (Seite 46 von 57)

Haushügel und Wanderung Eygalieres – Mas de Montfort

Morgens blauer Himmel, am Mittag zugezogen, später wieder aufklarend. Kalt (12°) und Starkwind mit orkanartigen Böen

Nachdem die Kinder abgefahren sind, ziehen Barbara und Matthes ein weiteres Mal um. 

Gute Sicht von Castillon

Wir fahren gegen 10.30 Uhr zum Hausberg bei Paradou und laufen einmal zum Gipfelkreuz und zurück.

Immer noch blüht etwas...

Währenddessen sind Barbara und Matthes mit ihrem Umzug fertig geworden und wir brechen zu einer neuen, bei Google Earth gefundenen, Rundwanderung in der Nähe von Eygalieres auf. Der Himmel hat sich mittlerweile zugezogen, es weht ein unangenehm kalter Wind und ich im T-Shirt habe nur meinen ärmellosen Windbreaker dabei. Was soll’s?

Am Gros Calan

Am Abzweig D24/25 und Übergang GR6 wandern wir los, zunächst leicht bergan unter dem Gros Calan entlang, stets begleitet von orkanartigen Böen. An zwei Zisternen geht es wieder hinunter bis zur D25, wo Gaby den direkten Weg zum Auto nimmt. Barbara und Gaby sind dick eingemummelt in ihren Anoraks und ich wundere mich, dass ich nicht einmal friere.
Wir wandern durch einen kleinen Wald, überqueren die D25a und folgen einem Forstweg, bis wir wieder auf den GR6 treffen. Bis zum Parkplatz sind es nur noch 800m. Unterwegs sieht man doch tatsächlich noch ein paar Mal die Sonne – gleich sieht die Landschaft schöner aus und es lohnt sich, die Kamera auszupacken. 

Ein paar Trauben hängen noch

Gesamtlänge 8,4 km – ziemlich schnell in 1H45MIN abgespult, wobei wir 478 HM überwunden haben.
Zu Hause trinken wir Kaffee, Barbara und Matthes wollen danach tatsächlich Hefte korrigieren.
Draußen sieht man schon hauptsächlich wieder blauen Himmel. Ich mache uns etwas zu essen: gebratene Kartoffelviertel, Geschnetzeltes mit Möhren und Zwiebeln in Weinsahne.
Ich nehme mir zum wievielten Mal „Die Kinder der Finsternis“ vor – unsäglich, ich verstehe gar nicht, was der Herr Niebelschütz sagen will: Antiquiertes, verquastetes Geschreibe. Ich versuche es dann lieber mit „Abendland“, schlafe nach 2 Seiten im kalten Schlafzimmer aber ein. Da hilft nur noch duschen, um wieder warm zu werden.
Abends spielen wir dann doch endlich einmal wieder Rommé – die Frauen loosen heute, Matthes gewinnt. Der Wind heult immer noch und morgen werden wir wieder Windgeschwindigkeiten von 90km erreichen. Nix fürs über die Berge wandern.
Da die Franzosen partout nicht bis 62 arbeiten wollen (Hallo?), wird alles bestreikt: Raffinerien (Tankstellen schon ohne Sprit) und jetzt auch noch der Wetterdienst: Nur noch Prognose für einen Tag: Ils sont foux, les francais.

Luberon: Regalon – Mayorques – Ruinen von Petrossi

Heftiger kühler Wind, heiter bis sonnig, bis 16°

Unruhig geschlafen und heute früh aufgestanden. Die Zeit bis zur Abfahrt in der Rezeption surfe ich im Internet und lade mir zwei GPS-Routen auf den Rechner. Ob man meine Beschwerde bzgl. Abschalten des Routers richtig verstanden hat? Heute Abend werden wir es sehen.
Um 10.30 Uhr Abfahrt zur Regalon-Schlucht, um kurz nach 11 sind wir da. Der Durchgang durch die Schlucht ist bis auf Weiteres gesperrt, wir entschließen uns die Alternativroute zu wandern.

Blick ins Durancetal

Blick auf mittelalterliche Reste

Einfach zu finden, weil gut ausgeschildert, ist die alte Schäferei Mayorques, die wir in knapp 1 Stunde erreicht haben.

Alte Schäferei

Unterwegs schöne Aussicht ins Durancetal. Nach einer halbstündigen Rast wandern wir weiter bis zum Wegweiser nach „Trou du Rat“, wo wir im spitzen Winkel hinunter wandern bis zu den Ruinen von Petrossi. Ab da wird es unübersichtlich: Wir halten uns an die Gelbmarkierungen und erreichen nach einem serpentinigen Aufstieg einen Wegweiser zur Regalonschlucht (noch 5,4 km) an einer Forststraße, der wir ab und zu abkürzend folgen. Noch unübersichtlicher wird es ab einer Schranke, das Auffinden der Gelbmarkierungen wird zur Schnitzeljagd, weil sie auch keinem wirklich sichtbaren Pfad folgen. Die Gegend ist allerdings recht schön, links und rechts Felsen mit Resten einer mittelalterlichen Befestigung, eine kleine Schlucht, weitere unübersichtliche Abzweigungen… Irgendwie querwaldein erreichen wir La Roquette und einen weiteren Wegweiser nach Regalon (noch 2,2 km). Bald erkennen wir den Hinweg wieder und exakt nach 2H58MIN und 13,4 km erreichen wir den Parkplatz. Insgesamt haben wir 548 HM erklommen.
Auf der Rückfahrt tanken wir in Mallemort voll, was alle anderen auch tun, weil die Raffinerien bestreikt werden und einige Tankstellen schon wg. Benzinmangels schließen mussten. Im Intermarche nebenan kaufen wir noch etwas ein und sind gegen 16.10 Uhr wieder zu Hause. Wir machen uns unsere restliche Fischsuppe warm (diesmal ohne Knoblauch), essen dazu einen kleinen Salat und trinken unseren Kaffee. Heute Abend wollen wir essen gehen – Sarina und Flo suchen uns gerade ein Restaurant aus (gut gewählt!).    
Ich blogge noch ein wenig bis zum Abendessen und verabrede uns für Dienstag mit Christine und Alexander in Giens.
Um 19.03 Uhr sind wir im „L’Eden cour“, müssen aber noch ein wenig warten, bis man unseren Tisch vorbereitet hat. Dass die Deutschen soo pünktlich sind?? Nein, hungrig!
Zeit, noch mit Lynn und Oma zu telefonieren, denn der Empfang ist ausnahmsweise gut.
Die Speisenauswahl ist überschaubar, für jeden etwas dabei.
Wir essen uns durch die Speisekarte: Matthes und Gaby: Tagliatelle mit Jakobsmuscheln (sehr mächtig), Sarina und Nora: gegrillte Entenbrust (riesig groß, die Dinger), Florian: gegrillte Lammhaxe oder irgendetwas von dem Tier sein Bein (mindestens faustgroß mit einer Menge Nudeln), Michel: Scampi (habe ich nicht gesehen), Pit und Barbara: Rotbarbenfilets (6 Filets mit Pesto und du bist vollkommen satt) – alles mit unterschiedlichen Beilagen und Gemüse der Saison. Gaby und ich bestellen uns noch einen sehr üppigen Salat vorne weg: Salade César bzw. avec chevre, dazu 2l Wein, Wasser, Creme caramelle, Tiramisu und Espressi. Wir bezahlen knapp 200 € für 8 Personen, alle sind satt und zufrieden. Ein gut ausgesuchtes Restaurant mit ordentlichen Portionen und netter Bedienung – was will man mehr?
Wir beschließen den Abend mit Rosé und um 0.30 Uhr geht auch der Letzte (ich) im Bett.

Gorges du Gardon : Collias – La Baume/St. Veredeme und zurück, Uzes

Sonnig, etwas dunstig, windig, bis 20°

Heute keine Horrormeldungen, pünktlich um 10.30 Uhr fahren wir bei kräftigem Wind los und sind nach ca. 50 Min. in Collias, wo wir auf dem Parkplatz mit den Recycling-Containern parken (33m).

Durchs Dorf vorbei an unserer alten Wohnung und der früheren „Cave de Collias“ geht’s hinauf und kurz hinter der Orangerie links ab auf den GR6, dem wir zunächst durch ein Wohngebiet, dann über einen gut markierten felsigen Weg hinauf folgen. Man bleibt jetzt auf der Höhe und ohne große Attraktionen geht es bis zum nächsten Wegweiser (Menude – 147m). Ab und zu hat man einen Blick in die Schlucht.

Blick in die Schlucht

Wir folgen dem linken Weg nach „La Grande-terre“ (176 m), der uns durch teilweise dichten Busch führt. 300m hinter Grande-terre in Les Condamines geht es hinab nach La-Baume. Hier treffen wir auch Carla wieder, die uns überholt hatte und hier nach dem Weg fragt. Da wir das gleiche Ziel und keine Karte haben, schliesst sie sich uns für den Abstieg an und prompt übersehen wir den etwas versteckten Abzweig. Dafür haben wir ein Weinfeld einmal komplett umrunden müssen. Auf ca. 1000m geht es nun mal mehr, mal weniger steil 140 m hinab an den Fluss. An einigen Stellen kann man Eisenbügel zur Hilfe nehmen.
Es ist mittlerweile warm geworden, kein Wind weht mehr und wir machen es uns auf den großen glatten Kalkplatten in der Nähe der alten Mühle bequem.

Siesta

Das Brot schmeckt besonders gut.
Gaby, Matthes und ich machen einen kleinen Abstecher hinauf zur Chapelle St. Veredeme und noch ein Stückchen weiter in die La Baume-Grotte, deren Ende wir ohne Taschenlampe nicht erreichen können. ¾ des Jahres ist die Grotte gesperrt für die Zeit der Fortpflanzung und Überwinterung seltener Fledermausarten.

Eingang zur Grotte

Gegen 14.30 Uhr machen wir uns auf den Rückweg. Der Wegverlauf ist ganz anders als früher, die ersten Kilometer schlängelt man sich durch dichten Busch und Gestrüpp – erst kurz vor der großen Höhle kommt man wieder ans Wasser.

Typische Ufersteinformation

Es folgt ein weiteres Waldstück und schon ist man bei den Kletterfelsen und am Eingang in die Schlucht. Obwohl heute kein Ruhetag ist hat das L’Enclos hat schon wieder (oder gerade eben?) geschlossen, so dass wir wieder keinen Kaffee trinken und Guten Tag sagen können.
Um kurz nach 16 Uhr sind wir am Auto. Gesamtstrecke ca. 13 km.
Wir wollen noch weiter nach Uzes, wo wir am Tour Fenestrelle parken.

Tour Fenestrelle - Uzes

Wir nehmen uns Zeit für einen kleinen Bummel durch die sehr nett herausgeputzte Altstadt und einen „Cafe gourmand“, Espresso und ein paar Leckereien für 5 €.

Cafe gourmand

Gegen 17.30 Uhr fahren wir zurück, kurz nach 19 Uhr bereiten wir unser Essen vor: Fischsuppe mit Rouille und Knoblauch-Croutons, Couscous (von gestern) mit Hähnchenbrustfilet vom Biohof und Chicoree-Mandarinen-Salat.
Jetzt sind wir irgendwie geschafft und hängen in den Seilen. 
Abends besuchen wir die anderen in ihren neuen, sehr viel engeren Appartements und obwohl direkt über der Rezeption gelegen funktioniert das Internet nicht. Etwa nur tagsüber, wenn man nicht da ist?

Große Aufregung und Domaine de la Palissade

Ganztags sonnig bis 21°

Wie verabredet sind wir um 10.15 Uhr fertig. Nora steht aber vor dem Balkon: „Es dauert noch eine Weile – wir sind gerade umgezogen…“

Der Abfluss war wohl doch nicht frei geworden, pünktlich zur Frühstückszeit entleerte sich der Inhalt der Toiletten und Duschen der Wohnungen von oben durch die Toilette in die Deutz-Wohnung.  

Jetzt wohnen die Deutz unterm Dach in 2 kleineren Wohnungen, dafür aber trocken.

Um 11.30 Uhr fahren wir los Richtung Salin de Giraud und treffen uns hinter den Salzbergen an der Domaine de la Palissade. Das Conservatoire de l’Espace littoral kümmert sich hier um den Erhalt der ursprünglichen, nicht eingedeichten Rhonemündungs-Landschaft. Mit 3 €/Person darf man sich beteiligen.

Bei strahlendem Sonnenschein und leichtem Wind wandern wir los.

Warten schon auf uns...

Zunächst muss ein Gatter überwunden werden, hinter dem uns eine größere Herde Camargue-Pferde den Weg versperrt – durch die Herde müssen wir durch, ans Wegtreten denken die nämlich nicht. Aber kein Problem – sehr liebe Tiere.

Wir wandern durch ein ursprüngliches Sumpfgebiet mit salzliebenden Pflanzen, Disteln, Astern, Pfeifengras, Binsen, Röhricht, hier und da sogar ein paar Bäume. Offene Kanäle, Wasserlöcher, größere und kleinere Etangs wechseln sich ab, man hört Vögel singen und Wasservögel schreien. Immer wieder können wir Flamingos, Möwen, Schwäne und Enten beobachten.

Sumpf und Salzwiesen

Fliegende Baguettes

Flamingo

Eine schöne Wanderung durch eine ursprüngliche Landschaft, die sich gelohnt hat, von Mückenstichen einmal abgesehen. Lange jucken sie aber zum Glück nicht.

Picknicken wollen wir am Plage d’Arles. Wir wollen unseren Augen aber nicht trauen – es gibt keinen Strand mehr, alles überflutet.

Der Rest von ehemals riesigen Plage d'Arles

Für unsere Mittagspause müssen wir einen kleinen Pril durchwaten und am Strand weht ein kräftiger Wind, so dass wir nach knapp einer Stunde wieder aufbrechen.

Wir fahren am Etang de Vaccares entlang zurück nach Arles, suchen und finden nach kurzem Verfahren die Brücke Van Goghs (natürlich den Nachbau an anderem Ort wieder aufgebaut)

und kaufen auf der Rückfahrt in Fontvieille ein, da wir die nächsten Tage wieder allein kochen und essen müssen.

Ich hole mir die Zugangsdaten für den Internetanschluss, lese meine Emails und beginne den Blog zu veröffentlichen. Gaby hat heute das Kochen übernommen: Gegen 19 Uhr ist das Essen fertig. Couscous arabisch mit Tomaten, Gurken, Zwiebeln, dazu ein sehr leckeres Schnitzel und Vanillepudding mit Rhabarber als Nachtisch.  

Danach komme ich fast bis ans Ende von Lila, Lila, bis Matthes vorbeikommt, um den morgigen Ausflug zu besprechen.

Ich lese mein Buch zu Ende und gegen 0.30 Uhr mache ich das Licht aus.

Rundfahrt durch die Montagnette

Vormittags etwas dunstig mit kühlem Wind, ab Mittag Sonne bis 21°

Um 10.30 Uhr stehen alle parat zur Fahrt an den Gardon. Wir fahren als erste los, bemerken aber nach einiger Zeit, dass uns niemand folgt.

Chapelle St. Gabriel - c 2010 Pit Aretz

An der Chapelle St. Gabriel halten wir zu einer kleinen Besichtigung. Matthes ruft an, dass wir mit ihnen heute nicht mehr rechnen können: das Klo ist jetzt endgültig verstopft und Wasser und mehr sprudelt raus…
Alleine an den Gardon wollen wir nicht, stattdessen machen wir eine Rundfahrt durch die Montagnette. Über schmale Landstraßen fahren wir zunächst zur Abtei St. Michel-de-Frigolet, einer etwas heruntergekommenen neogotischen Anlage mit kitschigen mittelalterlichen Stilelementen.

Türme der Abbaye de Frigolet - c 2010 Pit Aretz

Der Dom ist erst ab 14 Uhr zu besichtigen, also weiter nach Barbentane, wo wir durch den alten Ortskern hinauf zum einzigen noch stehenden Turm der Burg gehen.

Barbentane, Tour Anglica - c 2010 Pit Aretz

Ganz nett, es gibt noch 2 Stadttore, viele alte Häuser und sehr enge Gassen, an allen Ecken rund um die Kirche wird renoviert.

Port Calendale, Barbentane - c 2010 Pit Aretz

Einen Blick können wir auf das Schloss werfen – natürlich durch geschlossene Gitter – heute geschlossen.
Weiter bei Aramon über die Rhone und dann über nette ruhige Straßen Richtung Saze und nach Rochefort-du-Gard, was in meinem Reiseführer mit GENIAL beschriftet war, was wir aber beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen können.

Castellas in Rochefort - c 2010 Pit Aretz

Auch eine kleine Runde hinauf zum Castelas (natürlich geschlossen) und wieder hinunter vorbei am Hotel de Ville können uns nicht überzeugen. Wir fahren hinauf zur Wallfahrtskirche N.D. de Grâce und verspeisen auf dem Sockel eines Kreuzweghäuschens sitzend unser Picknick. Angenehm warm, ruhig, man schaut ins „Tal“ und kann ein wenig dösen.
Zurück über Theziers und Montfrin nach Beaucaire, wo wir im Carrefour noch etwas einkaufen. Zuhause sitzen Barbara und Matthes zwischen all ihren Sachen in der Sonne und warten darauf, dass die Rezeptionistin samt Putzfrau und Hausmeister (der Installateur hat gerade die Blockade behoben) die Wohnung geputzt, desinfiziert und wieder eingeräumt haben.
Kaffee und Kuchen können wir dann schon wieder unten auf der Deutz-Terrasse einnehmen.
Eine kleine Runde über den Hügel und zurück durch Maussane beenden den aktiven Teil des ziemlich unspektakulären Tages.
Ich lese noch ein wenig in Lila, Lila und passe dabei auf die immer wieder überkochenden Kartoffeln auf, die später zu Kartoffelbrei werden, während Matthes Sauerkraut und Würstchen vorbereitet.
Die Kinder sind pünktlich zum Essen vom Meer zurück.
Bis 23 Uhr quatschen, Rummikub spielen und Ausflüge planen.

St. Paul-de-Mausol, Vallon de St. Clerg, Rocher des Deux Trous, M. Gaussier

Sonnig bis 21°C.

10:30 Uhr Abfahrt zum Plateau Les Antiques in St. Remy-de-Provence.

Les Antiques - Frisch gereinigt

Wir parken am frisch gereinigten Les Antiques und gehen von dort zunächst zum ehemaligen Kloster St. Paul, der späteren Heilanstalt, in der Vincent van Gogh ein Jahr von 1889 – 1890 verbrachte. Man kann die alte Kapelle, den Kreuzgang und einige Zimmer besichtigen.

Kreuzgang in St. Paul

Dazu gibt es Informationen zu Vincent, seiner Krankengeschichte, früheren psychiatrischen Heilmethoden und eine interessante Bilderausstellung von psychiatrischen Patienten, die hier mit Kunsttherapie behandelt werden.

Danach steigen wir durch das Vallon St. Clerg hinauf zum Rocher des Deux Trous, wo wir eine kleine Pause machen und Gaby Lynn anruft.

Perfekt: M. Gaussier durchs Trou...

Gaby, Matthes, Michel und ich gehen über den M. Gaussier zurück zum Auto, während die anderen auf dem Hinweg zurück laufen.

Gehts uns gut

Es geht zunächst ein wenig bergauf und -ab, dann etwas steiler über eine Eisenleiter und eine Drahtseil-gesicherte Stelle weiter hinauf, bis wir unterhalb des Gipfels die Aussicht genießen können. 

Gaby und Probleme an schwierigen Passagen? Keine Spur

Der Weg hinab gestaltet sich etwas schwieriger – es gibt kaum Markierungen, es ist glitschig und steil. Wir ertasten uns den Weg durchs Gelände und kommen gegen 14.30 Uhr unten an der Straße wieder aus. Noch 300m bis zum Parkplatz, dann geht’s zurück.
In Maussane gibt’s einen kleinen Salat und Kaffee. Gaby legt sich auf ihre Liege in die Sonne, ich fahre mein Fahrrad ein.

Unterhalb von Les Baux

Zunächst fahre ich Richtung Golfplatz, biege danach in den Weg unterhalb der Felsen von Les-Baux ein und fahre (recht steil!) durch bis zur D27a, der ich hinab Richtung Maussane folge und an der Kreuzung auf die D5 abbiege. An der nächsten Einmündung geht’s links ab und nach kurzer Zeit bin ich an einem alten Steinbruch und See.

Einsame Gegend in den Alpilles

Von hier aus fahre ich querfeldein über einen sehr schotterigen Weg in Serpentinen auf und ab (stellenweise sehr steil) durch die mit Trincades bezeichnete Gegend und gelange schließlich auf die D78 und zurück nach Maussane.
374 HM, 16 km in 1 Stunde – gar nicht so schlecht fürs Einfahren – bin jedenfalls ordentlich ins Schwitzen gekommen.
Bei Deutz ist der Toiletten- und Spülenabfluss verstopft – eine Überdosis Abflussfrei soll ihn wieder durchgängig machen.
Zu Essen gibt es heute natürlich auch etwas. Salat mit Ziegenkäse (etwas wenig Dressing), Kartoffeln (leider mehlig kochend) und Bohnen (etwas verkocht) mit Hacksteaks (etwas sehr durch), Nachspeise Vanille-Rhabarber-Creme (sehr gut). Für 8 Personen ohne vernünftige Töpfe und Pfannen auf den Punkt kochen unmöglich, was aber keine Entschuldigung sein soll. Mit Butter und Ketchup geht trotzdem alles weg.

Nichtstun, Arles

Grauer, nieseliger und kühler Vormittag. Gegen Mittag hört es auf zu regnen, Aufhellungen und Fleckchen klarer Himmel, bis 18°

Gaby steht kurz vor 9 Uhr auf und macht Frühstück, ich habe noch keine Lust und wickle mich noch einmal in die Bettdecke, die ich jetzt für mich alleine habe – diese Nacht war mir ein paar mal kalt. Wenig einladend sieht es draußen aus – in der Anlage ist es ruhig, ein leicht gebückt gehender Mann dreht allein ein paar Runden um den Platz, jetzt schon zum dritten Mal. Ich beginne ein Buch: Lila, lila von Martin Suter. Da es mich nicht direkt fesselt bearbeite ich ein paar Fotos für den Blog. Es regnet nicht mehr und bevor ich mich noch mehr langweile baue ich mein Bike zusammen und hole es rauf den Balkon. Wir machen uns eine kleine Suppe und Salat und gehen noch einmal durch Maussane, bevor wir um 14 Uhr losfahren zur Abbaye de Montmajour. Richtig! Montags geschlossen.
Also Weiterfahrt nach Arles.

Place de la Republique - St. Trophime

Wir parken vor den Stadttoren im Norden und machen unsere Runde durch den Ort: Rauf zur Arena, durch die Gassen vorbei an der Hochschule für Photographie und dem Forum, hinauf zum Place de la Republique.

Cryptoportiques

Barbara, Matthes und ich besichtigen die Cryptoportiques, dunkle, muffige und riesige unterirdische Hallen, die letzten Reste des Forums aus der Zeit des 1. Jh. n. Chr. Die genaue Bedeutung kennt man nicht, vielleicht waren es Getreidespeicher. Heute ist es jedenfalls feucht, es tröpfelt und man sieht sehr wenig. Insgesamt sehr gut erhalten, aber für 3.50 € wird einem nicht allzu viel geboten.

Danach besuchen wir noch das Hotel-Dieu, wo Vincent van Gogh eine Zeit einlag. Überall Asiaten, die ihre Speicherkarten vollknipsen. Es dauert eine Zeit bis alle wieder beisammen sind. An der Arena trinken wir Kaffee – ausser meinem Espresso sind alle Kaffees mit übel schmeckender und –riechender Milch verseucht. Erstaunlicherweise musst nur Nora sich später übergeben – liegt vielleicht auch an ihrem Zustand.
Wir fahren zum Geant, einem wirklich riesigen Hypermarche und kaufen für 3 Tage ein, jeder besorgt für sein Essen alles Nötige, so kaufen wir nichts doppelt oder vergessen die Hälfte.

Einkaufen im Geant

Heute kochen Florian und Sarina, entsprechend aufwändig kaufen sie ein. Dabei muss Sarina sich doch nicht beweisen, will es aber.  Kurz nach 20 Uhr ist es soweit: Salat, Nudeln mit Tomaten-Basilikum-Lauchzwiebel-Jus und Lachs mit einer Haube aus getrockneten Tomaten und Zwiebeln, zum Nachtisch Creme caramelle. Sarina lernt das Improvisieren kennen: Nur vier Herdplatten, ein stumpfes Schneidemesser, keine passenden Töpfe, eine Pfanne mit gewölbtem Boden…
Wir erzählen und trinken bis ca. 23 Uhr, mir fallen immer wieder die Augen zu – ab nach C13 und ins Bett.

Runde durchs Dorf – Cathedrale d’Images und Les Baux de Provence

Bedeckt, relativ warm, ab Mittag immer wieder Tröpfeln und gegen Abend leichter Regen.

Wir schlafen lange, erst gegen 9.40 Uhr stehe ich auf und mache Frühstück. An der Rezeption gebe ich unsere Eincheck-Liste ab, hole ein neues Schneidebrett und bringe Müll weg. Gegen 11.30 Uhr gehen wir los: Eine Runde über den Hügel und durchs Dorf zurück.

Leider beginnt es am Kanal stärker zu tröpfeln, deshalb verkürzen wir die Runde: Mit Anorak und Schirm gehen wir direkt ins Dorf. Verwundert bemerken wir Gassen, Restaurants, Geschäfte, die wir früher nie gesehen haben. Auch ist Maussane viel größer, als man beim schnellen Durchfahren meint. Es regnet nicht mehr. Wir besuchen den alten Friedhof und wollen über die Hügel zurück, was der wieder einsetzende Regen aber dann doch verhindert. Zuhause mache ich aus den alten Kartoffeln einen Kartoffelsalat für abends. Wir essen einen kleinen Salat mit Bruschetta und nach einem Kaffee fahren wir um 15 Uhr zur Cathedrale d’Images: Australien.

Australien

Die Parkplätze sind voll, aber dank der riesigen Hallen fallen die vielen Besucher gar nicht auf. 7,50 Euro Eintritt zahlen Erwachsene dieses Jahr, aber wenn man schon einmal hier ist, sollte man die jährlich wechselnde Schau nicht versäumen.

Australien

Dieses Jahr vermehrt Einsatz von Video, die reine Diaschau ist langsam passé. Sehr abwechslungsreich, viele Bilder, Szenen, Natur, Aboriginee-Kunst und Kultur, Meer, Wüste, Stein und Felsen, Tiere groß und klein, Städte. Eine schöne Multivision, die Lust auf Australien macht.

Man kann sich in den Hallen draußen noch ein wenig Informationen zu den Dreh- und Fotostationen und zu Australien überhaupt holen, in einer Ecke gibt es noch einen kleinen historischen Filmrückblick.

Ergänzung Januar 2011: Wer hätte gedacht, dass das die allerletzte Show sein würde? Das Bürgermeisteramt von Les-Baux hat die Betreiber rausgeklagt. Die Nutzung der Steinbrüche war neu ausgeschrieben worden und an die Betreiber der Burgruinen von Les-Baux gegangen. Cathedrale d’images hat sich aber geweigert zu gehen. Jetzt ist es amtlich. Ob die Proteste etwas bringen? Eher nicht. Sehr schade und für viele ein Verlust.

Hintergrundinformation Le Parisien

Von der Cathedrale laufen wir rauf nach Les Baux – zum ersten Mal erleben wir den Ort fast menschenleer. Das Wetter macht’s möglich.

Les Baux - Fast menschenleer

Gegen 17.30 Uhr sind wir zurück und beginnen zu kochen: Salat, Naturreis mit Zucchini-Sahne-Soße, Hähnchenbrustfilets, Creme caramelle.

Ab 20 Uhr regnet es sich ein.

Den Abend verquatschen wir bei Wasser, Bier und Wein – um 0.45 Uhr gehen wir ins Bett.

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