Kategorie: REISE (Seite 48 von 55)

Reisetagebücher, Beschreibungen, Wanderungen

Ultental: Von St.Walburg (Steinrast) zu den Kofelraster Seen

Heiter, kurzzeitig bedeckt, morgens 12°, auf der Wanderung max.19°, auf dem Berg 6° und kalter Wind, in Partschins bis 25°

In der Nacht hat es geregnet, die Luft ist klar, gute Sicht. Nach dem Frühstück fahren wir ohne Barbara (sie nimmt sich heute einen Schontag) gegen 9 Uhr ab ins Ultental. Lana ist in 15 Min. erreicht, ins Tal dauert es etwas länger: In vielen Kehren geht es zunächst hinauf nach St. Pankraz, dann weiter nach St. Walburg und vorbei am Stausee. Wir finden den Abzweig nach Steinrast nicht sofort, können uns aber an der Talstation der Schwemmalm-Seilbahn informieren. Nach insgesamt einer Stunde Fahrt haben wir den Parkplatz in 1500 m Höhe erreicht. Es sind 9°.

Die Wanderroute beginnt direkt an der Straße: Auf Weg 4B geht es zunächst eine Zeit lang mäßig durch Wald bergauf. An einer kleinen Almwiese biegen wir links ab, kommen an einigen alten Lärchen vorbei und wandern dann mehr oder weniger eben weiter bis zu einem herrlichen Picknickplatz; im Hintergrund hört man einen Bach rauschen.

Morgennebel im Ultental © 2010 Pit Aretz

Es ist unglaublich ruhig, der Blick auf die Berge ist klar, ein paar Nebelschwaden hängen noch in der Luft. 400m weiter erreicht man an einem Fahrweg einen Wegweiser. Wir folgen ab hier Weg 4A hinauf zu den Kofelraster Seen.

Wegweiser - © 2010 Pit Aretz

Man verlässt den Fahrweg 100 m weiter und kürzt die Serpentinen im geraden Aufstieg ab (ziemlich steil). Am Ende des Fahrwegs wird gerade ein Holzhaus in echter Handarbeit gebaut. Ab hier hört auch der Baumbewuchs auf. Mit wenig Steigung führt der Weg über Almwiesen weiter hinauf, wir überqueren den uns ständig begleitenden Bach über einen Steg und erreichen bald einen Viehstall, um den herum bimmelnde Kühe und neugierige Kälber grasen.

Grasende Kühe - © 2010 Pit Aretz

Ein Hang muss erklommen und oben ein Elektrozaun überstiegen werden. Wir sind aber immer noch nicht an den Seen. Die neue und alte, verfallene Schutzhütte liegen vor uns. Mittagspause wollen wir aber lieber oben an den Seen machen; deshalb nehmen wir den letzten, ebenfalls recht steilen Anstieg in Angriff. Oben liegt der grüne, klare See vor uns, umgeben von kleinen und größeren Felsen.

Unterer Kofelraster See - © 2010 Pit Aretz

Sehr schön das satte Grün des Grases und im Kontrast dazu das leuchtend-weiße Wollgras. Am Ufer entlang wandern wir zum nördlichen See, müssen aber noch eine kleine Anhöhe erklimmen. Der Nordsee ist dunkler, tiefer, aber es weht ein empfindlich kalter Wind, vor dem man sich auch hinter den Felsen kaum schützen kann. Wir halten es nicht lange aus; es reicht gerade für eine Brötchenlänge. Meine Finger sind so gefühllos, dass ich die Kamera nicht mehr richtig bedienen kann.

Auf demselben Weg wandern wir zurück, am Stall begrüßen uns zwei ausgelassene Kälber. Erst an der Holzhausbaustelle haben meine Finger wieder normale Temperatur. Am Ende des Fahrwegs am Wegweiser ziehen wir wieder alle warmen Sachen aus, ab hier kann man im T-Shirt laufen. Am Picknickplatz machen wir eine kleine Apfelesspause und genießen die Sonne. Ich knicke mir zweimal blöde den linken Fuß um, hoffentlich wird der nicht dick.

Gegen 15 Uhr erreichen wir den Parkplatz Steinrast, immerhin sind es hier schon 19°.

Info GPS: 11.8 km | 3H32Min reine Gehzeit, 1H30Min Stand/Pause | 780 HM (auf und ab)

Für die Rückfahrt benötigen wir auch nur 1 Std. In Meran sind es 27°.

Barbara hat Kaffee gekocht. Ich gehe noch kurz an der Bibliothek vorbei; hier werde ich mich morgen früh ins Internet einloggen können.

Gekocht haben wir heute auch wieder lecker: Bunter Salat, Naturreis mit Zucchini-Tomaten-Kräuter-Gemüse und gemischten Fleischspießen, Honigmelone.

Den Abend beschließen wir mit Weißwein, Schüttelbrot und Quatschen.

Von Vellau auf die Leiteralm und über den Hans-Frieden- und Vellauer Felsenweg zurück

Heiter, teilweise bedeckt, morgens 15°, ab Mittag häufiger Sonne, bis 20° 

Um 7:30 Uhr sitzen alle am Frühstückstisch. Um 9:30 Uhr sind wir schon kurz vor Vellau, wo wir an der Korbliftstation parken. Mit dem Bergauf-Ticket (5,50 €) geht’s rauf. Zwei Personen stehen in 2m Abstand hintereinander und müssen schnell nacheinander in den vorbeifahrenden Korb springen; stehend fährt man dann sehr ruhig hinauf. 

Im Korblift gehts hinauf

Von der Bergstation wandern wir ein kurzes Stück hinauf zur Leiteralm und dann weiter auf dem Meraner Höhenweg Richtung Osten, der hier Hans-Frieden-Weg heißt.

Man hat einen schönen Blick auf das Etschtal, den Vischgau und Meran. 

Blick Etschaufwärts - © 2010 Pit Aretz

Schon sehr bald treffen wir auf eine schleichende Turnschuh-Wandergruppe, an der man einfach nicht vorbei kommt, dafür ist der Weg zu schmal. Zäh schiebt sich die Karawane Richtung Hochmuter Seilbahnstation, wo wir sie endlich überholen können. „Nur für Schwindelfreie“ scheint viele davon abhalten zu können, den Vellauer Felsenweg zu benutzen, über den wir wieder zurückgehen. Der Weg ist aber eher harmlos; die Rother-Bergwanderwertung „schwarz“ können wir nicht nachvollziehen, nur weil es ein paar Drahtseile gibt.

Auf dem Vellauer Felsenweg - © 2010 Pit Aretz

Immer im Rechtsbogen geht es zunächst über einen in den Fels geschlagenen Weg mit vielen Halteketten leicht bergab, im Wald geht es dann in einem Linksbogen weiter hinunter bis zu einer Selbstbedienjause, die wirklich einen Besuch wert ist. Leckeren selbstgebackenen Apfel-Quark-Strudel (1,20 €) und gepresste Säfte kann man sich hier nehmen. Das Geld dafür legt man in eine Holzbox. Natürlich probieren wir sowohl den Kuchen, als auch die Säfte.
Noch ein wenig in der Sonne sitzen und dann in 10 Min. hinunter zum Parkplatz. 

Info GPS: 5.5 km | 1H34Min reine Gehzeit, 55Min Stand/Pause | 156 HM, 700 Abstieg 

Um 13 Uhr sind wir wieder in Partschins. Jeder macht wozu er Lust hat. Nach dem 15 Uhr-Kaffee fahren wir tanken und in Naturns einkaufen. Eine Kiste Bier passt auch noch in den Kofferraum.

Gekocht haben wir heute natürlich auch: Tomatensalat,  Zitronenschnitzel mit Kartoffeln und Erbsen und Möhren, als Nachtisch Honigmelone.

Abends Tourplanung und Rommé.

Unterkunftswechsel von Pufels nach Partschins, Waalweg und Eis in Naturns

Ab morgens blauer Himmel, kühl in Pufels, warm in Partschins, später ein paar Wolken, bis 25° 

Nach dem Frühstück Klamotten zusammen kramen und ins Auto packen. Kurz nach 9 Uhr sind wir damit fertig. Nach Bezahlen der Brötchen für die letzte Woche verabschieden wir uns und fahren gegen 9:30 Uhr über Kastelruth, Seis, Völs, Bozen Richtung Meran und Partschins. Ministau in und um Forst. Gegen 10:45 Uhr lotst uns das GPS durch die Apfelplantagen hinauf zur neuen Unterkunft, Ferienwohnungen Sonnenburger, die wir aber zunächst übersehen. Die Wohnungen sind schon vorbereitet, wir können direkt alles hinauftragen. Die beiden Wohnungen 4 und 5 sind recht groß mit extrem viel Stauraum, leider gibt es nur zwei kleine Balkone mit Sperrzaun – da müssen wir uns wohl auf einen kleinen Balkon zwängen, was aber auch gehen wird. 

Partschins - © 2010 Pit Aretz

Wir wollen ein wenig das Dorf erkunden, gehen runter Richtung Kirche, finden die einzige Bäckerei am Ende des Dorfes. In den Gassen Musik, Brathähnchengrills, Proseccostand – Goassenfest.

Zielbach - © 2010 Pit Aretz

Da wir keinen Plan haben, wandern wir hinauf zur Hängebrücke, überqueren den Zielbach, folgen Weg 1 parallel zum Bach hinauf bis zur nächsten Brücke, überqueren diese wieder und finden auf dem Weg Richtung Wasserfall den Aufstieg zum Partschinser Waalweg. Sehr schön schlängelt sich der Waal durch Wald den Hang entlang.

Partschinser Waal - © 2010 Pit Aretz

Von oben Blicke auf Partschins, den Norderhang mit Hochwart und Meran mit den Ifinger im Hintergrund. Die Sicht ist ziemlich gut.
Am Ende des Waalwegs geht es wieder hinunter nach Partschins, kurz oberhalb unserer Wohnungen kommen wir an. 

Info GPS: 5 km | 1H12Min reine Gehzeit, 34Min Stand/Pause | 200 HM 

Wir trinken Kaffee auf dem kleinen Balkon 5, geht doch! Danach blättern wir in den diversen Wegbeschreibungen und Touristeninformationen, um für die nächsten Tage ein paar passende Wandertouren zu finden.
Die Berge sind hier schon ziemlich anders, es gibt weniger Seilbahnen und damit längere Anstiege. Da Barbara immer noch Probleme mit den Füßen und Beinen hat, werden wir ein wenig mischen müssen  –  spazieren und bergwandern.

Ein paar Möglichkeiten das Internet zu nutzen habe ich gefunden, werde es in den nächsten Tagen einmal ausprobieren…

Es ist 16:30 Uhr, die Goassen-Musik ist seit 30 Min. aus und langsam bekomme ich Hunger. Heute gibt es Speck- und Spinatknödelsuppe und Brettljause (Käse, Speck, Kaminwurz und Schüttelbrot). An der Kaminwurz kann man sich die Zähne ausbeißen, der Speck braucht auch seine Zeit und das Schüttelbrot ist so trocken und beim Abbiss so laut, dass man fast taub wird.

Gegen Abend fahren wir nach Naturns Einkaufsmöglichkeiten suchen. In Partschins haben wir nur Miniläden gefunden. Beim Bummel durch Naturns ist fast noch alles wie vor 5 Jahren: ein paar Häuser oder Fassaden sind neu, aber das Kaufhaus, Edeka und sogar ein neuer Supermarkt sind (noch) da. Im Eiscafe Dolomiti gönnen wir uns einen fetten Becher Eis: Viel aber lecker.

Abends suchen wir uns bei Bier und Wein eine Tour für morgen aus und gehen schlafen.

Klausen und Kaffeetrinken auf der Seiser Alm

Morgens grau und kalt, ab Mittag Aufhellungen, bis 20° im Tal, 13° in Pufels 

Um 9:20 Uhr sind wir unterwegs nach Klausen, für Berg oder Wandern ist es uns zu kalt und zu feucht. Unterwegs noch ein paar Tropfen Regen, in Klausen ist es etwas heller.

Klosterburg Säben - © 2010 Pit Aretz

Wir betreten das Städtchen durch das Tor an der Apostelnkirche in der Oberstadt und schlendern durch die enge Gasse zur Unterstadt.

Einkaufszone Klausen - © 2010 Pit Aretz

Es gibt eine Menge Geschäfte, am Tinneplatz ist Flohmarkt mit sehr viel alpenländischem Kitsch und Plunder.
Wir wandern durch den engen Säbener Aufgang über den Kreuzweg hinauf zur Klosterburg Säben. Der Aufstieg ist recht steil. In der Liebfrauenkirche wird gerade eine Hochzeit abgehalten, der Cateringservice schneidet die Tele-Pizzen für den Empfang der Gäste klein. Sekt und Wein stehen schon bereit.

Bauerngarten bei Kloster Säben - © 2010 Pit Aretz

An einem wunderschönen Bauerngarten vorbei geht es weiter zum Kloster, das man durch einen Tunnel betritt. Interessant die Malereien in der Kreuzkirche. Zentralperspektive, sehr plastisch wirkende Figuren, Auferstehungszombies…

Zentralperspektive - © 2010 Pit Aretz

Über den Panoramaweg geht’s in Serpentinen wieder hinunter, der botanische Lehrpfad macht aber einen etwas vernachlässigten Eindruck.

Für unsere Brettl-Jause, die wir für morgen als Mittagessen vorgesehen haben, kaufen wir noch beim Dorfmetzger ein, bevor wir zurück fahren. Der Himmel klart auf, die Sonne lässt sich ein wenig blicken und in Klausen sind es schon wieder 20°. Pufels kommt allerdings gerade auf 13°, kann dafür aber zusätzlich noch einen kühlen Wind bieten.

Mittagszeit: Aufwärmen der Nudelreste und Brötchen.

Kaffee und Kuchen gibt es heute auf der Seiser Alm. Mit der Mont Seuc-Seilbahn fahren wir rauf, nehmen dann den Sessellift runter zum Hotel Sonne und gehen das kurze Stück bis zur Baita Sanon, wo wir im Stüberl oben (draußen ist es kalt, man könnte Handschuhe anhaben) gemütlich sitzen und Kaffee und selbstgebackenen Aprikosenkuchen mit Vanillesoße bestellen. Die Sicht ist gut und um wenigstens ein paar der gerade gegessenen Kalorien zu verbrennen, machen wir einen kleinen Umweg durch die Wiesen zurück zum Sessellift und dann wieder runter nach St. Ulrich. Es ist 17:45 Uhr.
Morgen gibt es keinen Brötchenservice mehr, deshalb gehen wir noch eine kurze Runde durch den Ort, um Brot zu kaufen. Auf dem Marktplatz wird gerade ein Freeclimbing-Wettbewerb abgehalten, wo wir noch ein wenig zuschauen. Gegen 18 Uhr sind wir zurück in Pufels.

Gleich gibt’s Essen: Hähnchen-Paprika-Spieße mit Kartoffel-Mehl-Klößchen und Sahnesoße, dazu Salat.

Wir schaffen nicht alles, danach aber auch nicht einmal 2 Runden Rommé: Dank 2x Rommé-Hand ist für Matthes und mich mit mehr als 600 Punkten nach 7 Spielen Schluss.

Col Raiser – La Pizza Scharte – Steviahütte – Sylvesterscharte – St. Christina

Morgens sonnig, ab Mittag Wolken, ab 14 Uhr Regen/Gewitter, bis 28° 

Früh sind wir auf, früh sind wir an der Col Raiser-Bahn und früh sind wir oben. Gemeinsam gehen wir bis zur Regensburg-Hütte (2039 m). Die Sonne scheint. 

Blick auf den M. Stevia - © 2010 Pit Aretz

Barbara und Matthes biegen hier ab, um die Cisles-Alm zu umrunden (unsere Mittwoch-Wanderung), wir folgen ein Stück Weg 3 hinab, biegen dann auf Weg 17B ab, der hinauf zur La-Pizza-Scharte führt.
Zunächst geht es durch Zirbenwald und über Grashänge in Kehren hinauf  bis zu einer steilen Blockrinne.

Aufstieg in die La Pizza Scharte - © Pit Aretz 2010

Hier im oberen Teil wird es etwas anstrengender und rutschiger, aber dank der installierten Steighilfen und Treppen schafft man den Aufstieg bis zur Scharte (2490 m) relativ problemlos.

Die letzten 100 Höhenmeter - © 2010 Pit Aretz

Gaby wundert sich, was sie heute alles so wandert – vor einiger Zeit hätte sie eine solche Tour nicht gemacht.

Von der Scharte aus ein überraschender Blick: Die Bergwelt sieht hier plötzlich vollkommen anders, schroffer, felsiger aus. 

Überraschend anders - © 2010 Pit Aretz

Immer mehr Wolken ziehen auf, es wird kühler. Wir sparen uns den Aufstieg zum Gipfel des M. Stevia, der von hier aus auch eigentlich nur ein Grashügel ist. Beim Abstieg über Weg 17 hinab zur Stevia-Hütte (2312 m) kommen wir an weidenden Schafen vorbei.

Schafe auf der Stevia-Alm - © 2010 Pit Aretz

Die Hütte ist schon gut besucht. Wir suchen uns ein Ruheplätzchen, wechseln die nassen T-Shirts und müssen uns schon bald die warmen Jacken anziehen. Der Himmel ist bedeckt und aus dem Tal weht ein kühler Wind hinauf. 

Mittagspause an der Stevia-Hütte - © 2010 Pit Aretz

Über der Seiser Alm sieht es sehr dunkel aus – besser jetzt absteigen. Auf dem Weg zur St. Sylvester-Scharte fallen die ersten Tropfen, dabei bleibt es aber zunächst. Die Sonne kommt sogar wieder durch. Ab Scharte geht es steil in Querungen und Kehren durch schrofiges Gelände bergab. Kurz vor der Juac-Hütte (1903 m) ein Waldstück und schon sind wir da. Radler und Gemüsesuppe geben uns ein wenig Power zurück.

Der Himmel zieht sich aber immer mehr zu, Zeit aufzubrechen. Über Weg 3, ab Lack über Weg 1 geht es hinab nach St. Christina. Unterwegs beginnt es leicht zu regnen, mit unserem Notregenschutz kommen wir aber relativ trocken am Parkplatz der Col-Raiser-Bahn (1680 m) an, wo Barbara und Matthes schon auf uns warten. 

Info GPS:11.5 km | 3H20Min reine Gehzeit, 1H52Min Stand/Pause | 570 HM, 1053 m Abstieg 

In St. Ulrich kaufen wir noch ein wenig ein und sind um 15:50 Uhr wieder in Pufels, wo es mittlerweile wie aus Kübeln gießt – aber nur kurz. Grau und bedeckt bleibt es aber.

Zeit für Kaffee, Reisetagebuch und Duschen.  

Ab 19 Uhr fängt es wieder stärker an zu regnen. Matthes kocht heute: Kartoffeln (die nicht richtig gar werden wollen, weil das Wasser nicht kochen will), gedünstete Möhren und Bratwürste. Ich mache noch eine Soße dazu und trotz der Kartoffelkochprobleme schmeckt es uns sehr gut.

Pufels liegt mittlerweile in einer Wolke, man schaut in graues Nichts. In der Nacht immer wieder Regen, es kühlt kräftig ab.

Seilbahntag: M. Seura – Comici-Hütte – Ciampinoi und Ruine Hauenstein

Ganztags sonnig, Wolken am Langkofel, bis 31° 

Es dauerte eine Zeit und 2 Ortsdurchfahrten bis wir den Parkplatz der Sesselliftstation auf den M. Pana in St. Christina gefunden haben – schlecht ausgeschildert.

Monte Pana Seilbahn - © 2010 Pit Aretz

Gemütlich schweben wir im Sessellift durch die kühle Morgenluft hinauf zum M. Pana. Direkt nebenan geht es mit dem etwas komfortableren 4er-Sessellift mit Polsterung hinauf auf den M. Seura in 2025 m Höhe. Barbara und Matthes gehen den kürzeren, direkten Weg zur E. Comici-Hütte, während wir hinauf zum Piz Ciaulong gehen und dann den am Langkofelfuß verlaufenden Weg 526 zur Hütte nehmen.

Am Fuß des Langkofel - © 2010 Pit Aretz

Es geht immer leicht auf und ab, mal hat man Felsen zu umrunden und zu übersteigen, dann geht es durch ein Geröllfeld, an einen Wasserfall vorbei und schon ist man am Anstieg, der zur Comici-Hütte (2153 m) hinauf führt.

Liegewiese am Refugio Comici - © 2010 Pit Aretz

Die beiden anderen liegen schon in der Sonne auf der Wiese. Wir holen uns auch zwei gepolsterte Liegematten (guter Gratis-Service) und genießen die Sonne und den Blick auf die Sella. Am Langkofel sammeln sich immer wieder Wolken und ohne Sonne ist es kühl. Ich liege auf dem Rücken und schaue mir wir früher als Kind an, wie die Wolken sich verändern, auflösen, neu zusammenfließen. Das macht man doch nur im Urlaub…

Blick auf die Sella - © 2010 Pit Aretz

Kurz nach 13 Uhr brechen wir auf zur Ciampinoi-Seilbahn (2254 m), die uns nach Wolkenstein hinunter bringen soll. Es geht ein wenig bergauf und dann sind wir auch schon da. Von der Panoramaterrasse aus hat man einen schönen Rundumblick; die meisten Gipfel kennen wir mittlerweile.

Wir genehmigen uns die obligatorischen Getränke, sitzen noch ein wenig in der Sonne und fahren kurz nach 15 Uhr hinab.

Wir sehen den Bus abfahren, brauchen aber eine Zeit, um die Schranke passieren zu können: Matthes hat sich im Drehkreuz verfangen und dreht Gabys Schranke ohne dass sie dabei rauskommt. Jetzt müssen wir erst einmal auf den Chef warten, der die Tür aufschließt. 

Info GPS: 5.5 km | 1H33Min reine Gehzeit, 2HMin Stand/Pause | 343 HM 

30 Min. warten wir auf den Bus. Eine Menge Leute steigt ein und bis St. Christina ist der Bus gerammelt voll. Am Supermarkt steigen wir aus. Barbara wird drinnen blockiert, die Tür schließt sich – sie schafft es aber doch noch sich nach draußen zu kämpfen. Während ich das Auto holen gehen, kaufen die anderen ein.

Zu Hause gibts Kaffee und Plätzchen und damit Gaby nicht wieder Langeweile hat, fahren wir gegen 17 Uhr nach Seis, wo wir noch eine kleine Spazierrunde drehen wollen.

Vom Parkhaus aus wandern wir gut beschildert rauf zur Ruine von Burg Hauenstein, der Alters-Hausburg von Oswald von Wolkenstein.

Mittelalterliche Sitzordnung

200 Hm sind zu überwinden. Es ist sehr warm und schwül, der Weg führt aber durch schattigen Wald. Oben klettern wir natürlich noch rauf zur Ruine.

Ruine Hauenstein - © 2010 Pit Aretz

Der Rückweg geht sanft durch schattigen Wald hinab, dabei weht ab und zu ein abkühlendes Lüftchen. Man kann immer wieder anhalten und sich an den didaktischen Lehrwürfeln über die Zeit, Moden, Essen, Reisen etc. der Zeit Oswalds informieren.

Das Burgfräulein

Gegen 19:30 Uhr sind wir wieder in Pufels, wo wir direkt anfangen zu kochen. Mozarella mit Tomaten-Basilikum, gemischter Salat, Spiralnudeln mit Lauch-Hack-Sahnesoße und Melone.

Es ist 20:45 Uhr, heute hat keiner mehr Lust auf Romme. Wir quatschen ein wenig, überlegen was wir morgen machen wollen und trinken den Wein leer.

Seceda-Umrundung: Lech Sant – Regensburger Hütte – Pieralongia

Sonnig bis Mittag bis 30°C, am Nachmittag zieht sich der Himmel zu, um uns herum einige Gewitter, aber kein Regen. Am Spätnachmittag wieder heiter.

Barbara und Matthes fahren nach Wolkenstein zum Arzt, bringen uns aber noch vorher zur Seilbahnstation Seceda. Wir fahren direkt rauf und sind gegen 9:40 Uhr oben.

Frühmorgens auf der Seceda - © 2010 Pit Aretz

Ein paar Wolkenfetzen hängen noch an den Bergspitzen, aber es ist schön warm und wir wandern gemütlich entlang des Abbruchs hinab Richtung Baita Curona. Der Fahrweg ist schlecht zu laufen, weil er aus Betonbalken in ungewöhnlichem Abstand besteht.
Wir wandern querfeldein über Wiesen zum Lech Sant und setzen uns ein wenig an den Uferrand. Wenn man oben noch meinte, man kann sich nicht verlaufen, so sieht es unten doch ein wenig anders aus. Eigentlich hat man keinen Überblick mehr und Wegweiser gibt es hier auch keine. Dazu geht es auch noch weiter hinab (?? wo sind wir ??) – aber dank GPS finden wir die Fermeda-Talstation.
Vorbei an der Cucahütte geht es ab jetzt nur noch bergauf zunächst Richtung Col Raiser, dann über Weg 2 zur Regensburger Hütte und weiter über Weg 13 zu einem Wiesen-Rastplatz, wo wir erst einmal Brötchen und Apfel vertilgen. Um uns herum Edelweiß und Enzian.

Edelweiß - © 2010 Pit Aretz

Der Himmel zieht sich leider immer mehr zu, in den Geislerspitzen hängen schon die Wolken, den Langkofel sieht man überhaupt nicht mehr. Wir wollen weiter, zumal es auch kühler wird.

Piera Longia - © 2010 Pit Aretz

Über Weg 13, 13B und 2 erreichen wir kurz hinter den abgestürzten Zacken der Piera Longia gleichnamige Hütte, wo wir uns Apfelschorle/Radler und selbst gemachten Joghurt mit Wildbeerenmarmelade bestellen.

Zaunleiter

Da das Wetter sich nicht bessert und es auch schon beginnt irgendwo zu donnern, wandern wir direkt über Weg 1 hinauf zur Seceda, wo wir auf den letzten Metern Matthes und Barbara treffen, die trotz Meniskusreizung doch noch eine kleine Runde spazieren will.

Info GPS: 10.3 km | 2H54Min reine Gehzeit, 1H24Min Stand/Pause | 558 HM, 550 im Abstieg

Wir warten an der Berstation auf sie. Die ersten Tropfen fallen, es bleibt aber bei Tropfen, während vor der Sella die ersten Blitze einschlagen. Nach Kaffee und Kuchen fahren wir ins Tal, unser Auto steht im Parkhaus – heute brauchen wir nicht auf den Bus zu warten.
In Pufels wird es wieder heller, schließlich kommt noch die Sonne heraus. Lesen, Dösen – Gaby wird es zunehmend langweilig und ausserdem bekommt sie Hunger – ab zum Resteessen. Nudeln, Reis, Kartoffelsalat und Putenbrust (perfekt durchgezogen) sind noch übrig, eine Melone gibt’s hinterher. 

Auch heute werden wir wohl wieder Romme spielen. Für mich als Anfänger gibt es mittlerweile kein Pardon mehr.

Von der Mittelstation Furnes über Brogles-Hütte und Pana-Scharte auf die Seceda

Heiter bis wolkig, ab Mittag Sonne bis 30°C. 

9:30 Uhr Abfahrt mit dem Citybus nach St. Ulrich, Kirchplatz. 5 Min. später sind wir an der Seilbahnstation Seceda und fahren bis zur Mittelstation Furnes; Barbara fährt wegen ihrer Beschwerden weiter bis oben, wo sie sich ins Gras legen, lesen und auf uns warten will.

Brogles Alm - © 2010 Pit Aretz

Wir wandern über Weg 8 und 5 durch das Cuecena-Tal hinauf zum Brogles-Sattel. Es geht über Wiesen und durch Wald immer entlang des Bachs stetig, aber nicht zu steil bergan. Unterwegs müssen wir einige Wanderer, die deutlich langsamer sind als wir, überholen – wir kommen dabei aber nicht ausser Atem.

Das Holzschnitzergen: Ende eines Geländers

Erstaunlich, in den Grödnertalbewohnern scheint ein besonderes Gen für Holzschnitzerei zu stecken: Hier gibt es nicht nur die größte Anzahl an Holzschnitzern weltweit, nein, jeder Waldarbeiter scheint schnitzen zu können und das sogar mit der Motorsäge. Jede sich bietende Gelegenheit wird genutzt.

Vor dem Brogles-Sattel treffen wir auf eine größere Wanderergruppe. Diese biegt aber am Sattel ab zur Raschötz, während wir hinunter zur Brogles-Hütte gehen, wo wir uns Radler/Apfelschorle und ein Brötchen gönnen. Bis hierher haben wir gut eine Stunde gebraucht.

Wäschetrocknen an der Brogleshütte - © 2010 Pit Aretz

30 Min. später wagen wir den Aufstieg durch die Pana-Scharte. Zunächst geht es leicht bergab und über einen Bach, danach stetig und zunächst noch ab und zu schattig hinauf. Irgendwann gibt es keine Bäume oder Sträucher mehr, nur Geröll. Der Weg windet sich in Serpentinen durch Schotter und Geröll relativ unschwierig hinauf bis zum Steilabfall unterhalb der Scharte.

Unterhalb der Pana-Scharte - © 2010 Pit Aretz

Ab jetzt wird es etwas schwieriger, aber dank verschiedener Hilfen wie Drahtseil, Tritten und hölzernen „Geröllbremsen“ schaffen wir den Aufstieg. Hinauf scheint es sehr viel einfacher und ungefährlicher zu sein als hinab wie beim letzten Mal; die Stöcke sind eine Hilfe, stören aber an der Seilpassagen. Schon eine Stunde nach Aufbruch sind wir oben angelangt und genießen den Blick über die Troieralm mit einer überwältigenden Wildblumenpracht.

Blumenpracht auf der Seceda - © 2010 Pit Aretz

Barbara kommt uns auf dem Weg zur Seceda entgegen, wo wir noch etwas trinken und essen (Gemüse- bzw. Gulaschsuppe).

Info GPS: 7.8 km | 2H23Min reine Gehzeit, 1H53Min Stand/Pause | 820 HM

Rückeg zur Seceda-Bergstation - © 2010 Pit Aretz

Um 15:15 Uhr sind wir pünktlich an der Bushaltestelle am Kirchplatz; der Bus fährt aber erst ab 16:15 Uhr. Zeit Wandersocken, Wasser und Zitronen zu kaufen, wozu man natürlich wieder zum einzigen Supermarkt quer durch St. Ulrich laufen muss.

Der Bus fährt natürlich auch nicht am Kirchplatz, sondern am Rondell ab (zum Glück hat Matthes gefragt, sonst warteten wir da immer noch), dafür aber pünktlich. In St. Ulrich ist es sehr warm (34°), in Pufels zeigt unser Balkonthermometer aber auch noch 32° an.

Es folgt das allgemeine „Auf-dem-Balkon-sitzen-und-dösen“, während ich das Essen vorbereite: Kartoffeln schälen und kochen, Aubergine und Zwiebeln würfeln und anbraten, Putenbrust würzen, anbraten und fertig garen. Um 19 Uhr ist das Essen fertig: Lauwarmer Auberginen-Kartoffelsalat, Putenbrustscheiben in Zitronen-Chili-Marinade und natürlich Joghurt mit Aprikosen.

Auch heute abend  wieder Romme.

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