Kategorie: REISE (Seite 53 von 55)

Reisetagebücher, Beschreibungen, Wanderungen

Canal de Marseille und bei Merindol an der Durance entlang

Bedeckt, ab und zu Schauer. Gegen Nachmittag aufklarend und später Sonne, bis 18°

Das Wetter ist grau, es sieht nach Regen aus. Im Dorf erst einmal Baguettes und eine Wanderkarte kaufen. Nach dem Frühstück erkundigen wir die komplette Anlage, besonders die weiter unten liegenden Pools, Kinderspiel- und  Tennisplätze. Hinterm Zaun fließt der Canal de l’E.D.F. in einer breiten Betonwanne, der wir ein Stück folgen. Wir biegen ab und wandern querfeldein weiter.

Canal de Marseille – by CKIKI 83 (Panoramio)

Bald stoßen wir auf den Kanal, der Marseille mit Trinkwasser aus der Durance versorgt, den Canal de Marseille. An einigen Stellen gibt es Brücken, über die wir die Seiten wechseln können. Parallel zum Kanal schlagen wir uns durch die Büsche, steigen über zwei Zäune und kommen so irgendwie wieder zurück auf den riesig großen Golfplatz. Gut, dass uns nicht die Bälle um die Ohren fliegen, denn wir stehen an einem Loch mit Fähnchen. Es beginnt zu regnen und wir sehen zu, dass wir nach Hause kommen.

Zeit für Mittagessen, Lesen und Sudoku.

Es wird heller und gegen Spätnachmittag fahren wir Richtung Merindol.

Wir parken in der Nähe eines ornithologischen Beobachtungspostens, von wo wir viele Wasservögel beobachten können und wandern entlang der Durance über Hügel und durch einen kleinen Wald zurück.  Der Himmel reißt auf, die Sonne zeigt sich und es wird ein schöner Spaziergang.

Auf der Rückfahrt machen wir noch einen kleinen Abstecher zur Regalon-Schlucht, aber es ist leider schon zu spät, die Sonne geht unter.
Morgen wollen wir von hier aus wandern gehen.


Salon-de-Provence und Grotten von Calès

Schwülwarm bis 23°, bedeckt bis heiter

Chateau l’Emperi – c booh (Panoramio)

Gegen 11 Uhr Aufbruch nach Salon-de-Provence. Um die Mittagszeit ist es ruhig, viele Saloner gehen Essen oder sitzen in einem Restaurant, alles wirkt ein wenig ausgestorben. Die Stadtbesichtigung erschien zumindest für uns heute nicht besonders lohnenswert, vieles machte eher einen desolaten Eindruck.
Auf einem Hügel im Zentrum liegt das im 12. Jahrhundert errichtete und im 13. Jahrhundert erweiterte Chateau (und gleichzeitig Museum) de l’Empéri. Das Erdbeben von 1909 überstand es ohne Zerstörung. Da Mittag ist, ist natürlich alles geschlossen.
Unterhalb des Chateau findet man die Ende des 12. Jahrhunderts erbaute romanische Kirche St. Michel mit einem Tympanon, auf dem der Heilige Michael mit zwei Schlangen und darunter dem Agnus Dei dargestellt ist. Wir bummeln noch ein wenig durch die Gassen, vorbei an Uhrturm und Rathaus, bevor wir weiter fahren.

Tympanon – c Patrick Schönberg (Panoramio)

Weiter geht’s Richtung Lamanon, wo wir uns die bis ins Mittelalter bewohnten Grotten von Calès anschauen wollen. Der Rundweg ist markiert und einfach und beginnt bei der Feuerwehr. Die Höhlenwohnungen liegen am Fuß eines steil abfallenden Felskessels. Die beim Burgbau entstandenen Steinbruchaushöhlungen wurden später zu Wohnzwecken oder als Wirtschaftsraum ausgebaut – man erkennt noch gut in den Wänden die Löcher für Balken, Ablaufrinnen, Treppen und Vorratskammern. Eine Burgruine überragt den Felskessel. Von der hier aufgestellten Marienstatue aus hat man eine gute Sicht auf die Durance-Ebene und den Luberon.

Durch ein Tor in der Mauer verlässt man den Felskessel und gelangt vorbei an den Kapellen St. Denis, St. Jean und die Ruine von Ste. Marie in einem Bogen zurück zum Ausgangspunkt.
Wegen der Schwüle sind wir ziemlich verschwitzt, als wir wieder am Auto ankommen.

Kirchturm Mallemort – c Shijou (Panoramio)

Bevor wir zum Supermarkt fahren, gehen wir noch einmal zur Kirche in Mallemort hinauf, setzen uns auf eine Bank und schauen den Katzen zu, von denen es hier eine Menge gibt.
Zu Hause Kochen, Essen, Wegdösen – die Schwüle (oder der Klimawechsel?) haben uns geschafft.


Orientierung

Warm bis 22°, aber bedeckt.
Nach dem Frühstück wird das Fahrrad zusammen gebaut. Danach mache ich eine kleine Runde durchs Dorf und um den See herum und filme ein wenig.
Nachmittags fahren wir über Alleins (scheint ein netter Ort zu sein mit alter Schlossruine und Stadttor – fahren wir vielleicht später noch einmal hin) nach Vernègues und weiter nach Vieux-Vernègues, einem alten Dorf, das 1909 von einem Erdbeben zerstört wurde und heute nur noch aus Ruinen besteht. Wir wandern durch die Ruinen und ein wenig auf dem Plateau des Grand Puech (394 m) herum und würden gerne die Aussicht bewundern. Die Sicht ist aber leider schlecht, keine Montagne de Ste. Victoire im Süden, kein Durancetal im Norden.  Man erkennt aber die Anlage in Pont Royal.
In der Nähe gibt es die aus dem 12. Jahrhundert stammende romanische Kapelle St. Jean, die wir uns auf unserer Weiterfahrt kurz anschauen.

Chateau de Barben – Pit Aretz c 2006

Wir fahren zum Chateau de Barben, gehen ein wenig in der Gegend spazieren, verzichten aber auf eine Besichtigung, da uns flämische Wandvorhänge eher nicht interessieren und 8 Euro/Person Eintritt dafür ein wenig abschrecken. Der Tierpark nebenan ist gut besucht von Familien mit kleinen Kindern, findet unser Interesse aber auch nicht – einen Kleintierzoo haben wir zu Hause auch.

Langsam durch die Gegend schleichend fahren wir zurück, kochen, lesen und schauen ein wenig TV.


Hinfahrt

Warm bis 20°, heiter bis bedeckt

Abfahrt schon um 5:30 Uhr, da wir uns noch mit Lynn in Dôle treffen wollten. Gegen 10.45 Uhr erreichen wir dort den Flugplatz. Lynn kommt kurz darauf mit ihrem roten Opel Corsa um die Ecke gesaust, halb, aber sehr lässig im Fahrersitz liegend. Nach Begrüßung und Übergabe unseres Fahrgastes geht es gegen 11.20 Uhr weiter. Die Fahrt über Bourg-en-Bresse und Lyon macht keine Probleme, um 16.15 Uhr sind wir in Mallemort. Direkt am Weg finden wir einen sehr guten und für Frankreich relativ billigen Supermarkt, den wir gleich halb leer kaufen.

Pierre & Vacances: Village Pont Royal

Um 17 Uhr sind wir in der Pierre & Vacances Anlage Pont Royal. Es geht durch eine Pförtner-bewachte Einfahrt ein Stück übers Gelände (Achtung Golfer!), die Rezeption ist leicht zu finden und wie gewohnt klappt die Anmeldung schnell und problemlos. Die Parksituation verstehen wir nicht auf Anhieb (woher soll man wissen, dass das auf und um einen Hügel herum drapierte Dorf komplett künstlich ist und sich darunter eine riesige Tiefgarage befindet? Sogar die Kirche ist ein nicht echt, sondern ein Veranstaltungs- und Tagungsort. Wir besetzen unsere Wohnung (Cigale 105) und stellen fest: Kein Doppelbett! Dafür Blick auf den See und Landschaft. Sei’s drum.
Abends noch eine kleine Runde durchs Dorf und rund um den See, den Tiefgaragenplatz haben wir auch gefunden.
Todmüde ins Bett gefallen und vor Sonntag 10 Uhr nicht wieder aufgewacht…


Rückfahrt

Abfahrt gegen 7.30 Uhr. Bei wechselndem, aber trockenem Wetter mit ganz viel Wind bis weit ins Rhonetal hinauf geht es erstaunlich flott zurück nach Hause. In gut 12 Stunden haben wir die 1150 km hinter uns gebracht.

Morgen beginnt wieder der Alltag.

Letzter Tag: Noch einmal Sonne tanken…

Sonne, bis 21°

Wider Erwarten ist heute ein super sonniger Tag und wo verbringt man eine solchen Tag am liebsten? Am Strand.

Wir fahren zum Nordstrand in Argeles. Es weht zwar ein etwas kühler Wind vom Meer her, aber im Schutz einer Düne spüren wir davon nichts mehr.

Pit Aretz - c 2004

Sonnenbad am Strand von Argeles - Pit Aretz 2003

Nach 1,5 Std. Nichtstun wird mir langweilig, ich wandere am Meer entlang Richtung Tech-Mündung, um ein wenig zu fotografieren.

Mündung des Tech - Pit Aretz c 2004

Kiesel am Strand - Pit Aretz 2004

Gegen 14.30 Uhr sind wir wieder in Bois fleuri, essen heute kalt (Pain bagnat, Salat, Rührei), setzen uns in die Sonne, kaufen für die Rückfahrt ein, tanken voll, rechnen in der Rezeption ab und beladen gegen Abend das Auto.

St. Michel-de-Cuxa und Villefranche-de-Conflent

14.4. Bedeckt, bis 15°

Ein ungünstiger Tag für eine Fahrt zum Canigou! Leider ist es bedeckt, als wir losfahren, und es sollte auch so bleiben.

Über Thuir, Ille-sur-Têt und Prades fahren wir gemütlich zur Abtei St. Michel-de-Cuxa, einer der ältesten Benediktinerabteien in den französischen Pyrenäen. Wieder einmal (warum lernen wir nicht daraus?) ist natürlich über die Mittagszeit geschlossen. Uns bleibt nur die Besichtigung von aussen – vielleicht kommen wir auf dem Rückweg noch einmal vorbei.

Abbaye St. Michel-de-Cuxa - Pit Aretz c 2004

Wir wollen heute noch zur Abtei St. Martin de Canigou. In Vernet-les-Bains beginnt es leider zu tröpfeln, wir stehen quasi in den Wolken und draußen nur noch 8°. Den Fußweg zur Abtei würden wir bei dem Wetter gar nicht finden.

Canigou in den Wolken - Pit Aretz c 2004

Wir beschließen wieder hinunter ins Tal zu fahren.

Villefranche-de-Conflent - c academic.ru

Villefranche-de-Conflent - c academic.ru

In Villefranche-de-Conflent halten wir an und schauen uns das nette, intakte mittelalterliche Städtchen an, das von einer noch komplett erhaltenen Stadtmauer umschlossen ist.

Villefranche Marktplatz - Pit Aretz c 2004

Leider wirkt alles etwas trostlos so ohne Sonne. (In 2010 bei Sonnenschein wirkte es doch sehr viel einladender).

Eine der beiden Hauptstraßen in Villefranche - Pit Aretz c 2004

Das Wetter scheint sich nicht bessern zu wollen, wir fahren zurück, um Perpignan herum regnet es ein wenig.

In Bois fleuri ist es zwar trocken, aber auch hier bedeckt und kühl. 

Kaffee, Plätzchen, lesen und kochen:
Putengeschnetzeltes mit Champignon-Sahne-Soße und Bratkartoffeln. Später am Abend noch handgepresster Weißkohlsalat.

Prats-de-Mollo und Arles-sur-Tech

Sonne, wenig Wind, bis 18°

Wir folgen der D618 über Boulou und Ceret (Blick auf die mittelalterliche Teufelsbrücke!) nach Amelie-les-Bains, von dort geht’s weiter über die D115 nach Prats-de-Mollo, einem kleinen, knapp 800m hoch gelegenen 1100-Seelen-Ort an der Tech.

Prats-de-Mollo - Pit Aretz © 2004

Prats-de-Mollo ist ein sehr schönes, pittoreskes Städtchen. Direkt hinter dem Stadttor empfangen uns Degen-fechtende „Soldaten“, die hier für irgendein Spektakel üben.

Fechtübungen - Pit Aretz © 2004

Wir bummeln durch den Ort, vorbei an der Kirche Saintes Juste et Ruffine aus dem 13. Jahrhundert und durch einen Tunnel hinauf zur Festung La Garde.

Auf der Festung

Natürlich ist wieder einmal gerade Mittag und das Museum geschlossen – macht nichts, essen wir unser Brot eben auf der Festungsmauer und genießen den Rundumblick.

Frühling in Prats-de-Mollo - Pit Aretz © 2003

Frühling in Prats-de-Mollo - Pit Aretz © 2003

Wir wandern zurück und umrunden den Ort entlang der Stadtmauer. Durch verschiedene schöne Stadttore gelangt man immer wieder in den Ort, schlendert durch die engen Gassen und findet meistens auch eine schöne Bank, auf der man die Stimmung auf sich wirken lassen kann.

Prats-de-Mollo hat uns sehr gut gefallen. Von hier aus könnte man auch gut verschiedene Wanderungen ins Hinterland und Richtung Canigou unternehmen. Wegweiser oben am Fort gab es genügend. Irgendwann einmal…

Blick aufs Canigoumassiv - Pit Aretz c 2004

Auf dem Rückweg halten wir in Arles-sur-Tech und besichtigen die Reste und den Kreuzgang der ehemaligen Benediktinerabtei Sainte-Marie. (Mehr dazu hier im Blog).

Kreuzgang Ste. Marie (Arles-sur-Tech) - Pit Aretz © 2003

Kreuzgang Ste. Marie (Arles-sur-Tech) - Pit Aretz © 2003

Der Ortskern ist schnell erkundet und bis auf ein paar nette Plätzchen nicht sonderlich spektakulär.

Den Kurort Amelie sparen wir uns, die Geschäfte scheinen alle noch geschlossen zu sein und zwei Stadtbesichtigungen haben wir ja schon hinter uns.

Im Supermarkt in St. Andre kaufen wir ein und tanken günstig voll.

In Bois fleuri ist es viel windiger als im Hinterland. Die Terrasse liegt aber glücklicherweise im Windschatten, so dass wir hier gemütlich essen können: Salat, Wildlachs und Butterkartoffeln. Unter unserer Korkeiche sitzend schauen wir den Kindern (und Vätern) zu, die unten in der Massane versuchen zu angeln oder Staudämme bauen.

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