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Reisetagebücher, Beschreibungen, Wanderungen

Der angekündigte Regen, Roquebrune-sur-Argens, „Putzi-Strand“ und Fréjus

Bis mittags grau, leichter Regen. Nach kurzen Aufklarungen kurzes Gewitter bis 14 Uhr. Ab da wieder Sonne mit leichtem Wind bei ca. 16°C.

Den Morgen verbracht mit Frühstück, lesen und Fotos bearbeiten. Leider fiel ab 11 Uhr das WLAN komplett aus und das immer wieder und häufiger. Wer weiß, wie lange das Bloggen noch klappt?

Während Gaby Hefte korrigiert, mache ich mir Gedanken über unsere Unterkunft: Die Anlage ist typisch für viele französische Ferienanlagen: Da gibt es billiges Bauland und dann baut man eben mal – Urlaub machen die Leute ja immer und Anleger finden sich auch. Alles ist neu (und riecht auch noch in vielen Ecken so), aber unüberlegt und unpraktisch geplant. Da gibt es eine offene Schlafnische im Wohnzimmerbereich (wann sollen die Kinder je schlafen, wenn die Eltern sich da aufhalten??), viel verschenkter Raum vorm Küchenblock, in dem ein Mülleimer mit 10L Inhalt immer im Weg steht, dafür gibt aber keinen Stauraum für Lebensmittel.

Es gibt komplett vorhandenes Geschirr für 6 Personen, aber eine Kinderkochplatte, auf die man nicht einmal 2 kleine Töpfe hintereinander stellen kann. Töpfe und Pfannen gibt es aber eh nur in Größen für max. 2 enthaltsam lebende Personen. Dafür gibt es einen riesigen Geschirrspüler, eine Mikrowelle (irgendwo für kleine Franzosen unerreichbar in Deckenhöhe angebracht), Kaffeemaschine, Wasserkocher (ohne Teekanne) – die wussten, dass Gaby ihre Nasenspülung braucht – , Toaster, zu kleiner Kühlschrank und ein 2000L-Wasserspeicher – 6 Personen können zumindest immer warm duschen, sogar mehrmals täglich! Es gibt aber auch einen superscharfen Fernseher, ein großes bequemes Sofa, stabile Küchenmöbel und recht praktische Rolltische. Die Matratzen sind für mich etwas zu hart, das Doppelbett französisch schmal und etwas kurz. Auf dem wirklich sehr großen Balkon stehen anthrazitfarbene Stahlmöbel – was passier wohl, wenn man sich im Sommer nach einem Tag Dauersonne darauf setzt? Zumindest hat man dann die Möglichkeit auf der heißen Platte zu grillen. Es gibt eine Spielfläche von 10x25m (Bouleplatz?), der Rest ist eine riesige Parkfläche. Zusätzlich gibt es aber auch noch eine Tiefgarage, in der man Autorennen veranstalten kann. Der Poolbereich liegt zentral mit zwei kleinen Becken. Der Pool braucht keine Heizung, wenn auch nur ein Bruchteil der 80 Wohnungen belegt ist und die Leute ins Wasser gehen. Immerhin stehen 20 Sonnenliegen bereit. Mit anderen Worten: Die Anlage ist vollkommen ungeeignet für Kinder! Das hellhörige Haus ist auch nichts für Leute, die Ruhe suchen, obwohl ja doch sehr abgelegen und weit weg vom Trubel. Auch wenn es sich zu kritisch anhört: Bis auf die Unmöglichkeit genial kochen zu können fühlen wir uns doch ganz wohl – wir sind ja nur zu zweit in der großen 6 Personen-Wohnung und belegt ist das Haus kaum; die Frau mit den Stöckelschuhen stört uns nicht allzu oft.

Küche heute früher:
Rinderhacksteaks mit grünen Bohnen und Kartoffeln, Vanillepudding

Ab 14.00 Uhr war es vorbei mit Regen! Nach Kaffee und Dösen auf unserem Sonnenbalkon fuhren wir zunächst nach Roquebrune, wo wir Mühe hatten einen Parkplatz zu finden.
Der Ort ist überschaubar. Viele Durchgänge, Laubengänge, schmale Gassen und viel Farbe, Blumenschmuck und noch mehr Katzen. Nett.

Danach ging es weiter nach St. Aygulf den Putzi-Strand besichtigen. Ein paar Menschen und ein Hund trieben sich da rum. Der Sand war noch nass und die Sonne verschwand hinter den Wolken, also weiter nach Frejus-Port. Ohne Sonne wirkten die Boote nicht so gut und der Kirchturm von Frejus leuchtete in der Sonne.

Kleiner Stadtbummel durch das immer noch sehr schöne und bunte Frejus bevor wir „nach Hause“ fuhren und unsere Olivenbrötchen verputzten

Esterel: Pic du Cap Roux

Sonnig, teilweise bedeckt und dunstig, 15-18°, kein Wind

8:30 Uhr – Dumpfe, stumpfe Musik von irgendwo aus dem Haus weckte uns. Ein Rasenmäher knatterte im Garten. Die Sonne lacht, da kann man auch aufstehen.
Heute gibt es frische Baguettes aus La Bouverie mit Gaumen-Verletzungsgarantie; muss man eben vorsichtig kauen, wenn man was Leckeres essen will.
Vor Abfahrt zu unserer heutigen Wanderung muss noch das „kaputte“ Tablett umgetauscht werden – zum Glück konnte der Rezeptionist nicht genug Englisch und ich nicht genug französisch, um noch einmal nachzufragen. Umtausch somit problemlos. Den Keller für den Müll haben wir auch gefunden.

Gegen 11.00 Uhr Abfahrt Richtung Agay (übrigens Cäsar gibt es nicht mehr!). Über einen langen Forstweg geht es kurz vor Agay hinauf zum Plateau d’Antheor. Zunächst entlang der gesperrten Straße zum Rocher de St. Barthelemy.

Plateau d'Antheor

Hinauf…

Über einen Schotterweg weiter hinauf zum Col du St. Pilon und von dort an der Meerseite weiter hinauf zum Col du Cap Roux.

Von hier sind es nur noch 120 Höhenmeter bis hinauf zum Pic du Cap Roux (455m).

Leider stehen wir hier oben in Wolken und nur noch selten ist der Blick aufs Meer und bis hinauf nach Cannes frei.

Apfel und Müsliriegel sind schnell verschlungen und weil es kühl wird gehen wir wieder hinunter – am Col du Cap Roux jetzt den schattigen Weg hinab zum Col du St. Pilon.
Ab da an wurde es unübersichtlich, das GPS half uns nicht weiter, Steinmännchen markierten was auch immer und Markierungen gab es nicht mehr. Die Wanderkarte lag natürlich im Auto.
Der Weg war in dieser Saison wohl noch nicht begangen worden. Wir schlugen uns durch kratzige Baumheide und stolperten über Geröll. Der kleine Umweg führte uns um den Sommet du Mourrefrey herum, dahinter kamen wir wieder an irgendwelchen Steinmännchen vorbei, gingen sicher den längeren Abstieg und landeten dann doch auf der Forststraße.
Die Gesamtstrecke betrug 8,2 km bei insgesamt 622 Höhenmetern. Dauer der Strecke mit Kucken und Pause ca. 3,25 Std.

Blick aufs Meer

Auf dem Rückweg Einkaufen in Frejus – nur ein Casino Super- und kein Hypermarkt. Ich habe eine Stunde im Laden rumgesucht, bis ich fast alles gefunden hatte, was auf dem Einkaufszettel stand, dazu Verpflegung für die nächsten 3 Tage.

Den letzten Rest Sonne genossen wir ab 17 Uhr auf dem Balkon bei Kaffee und Plätzchen.

Küche heute:
Paella royale mit gemischtem Salat der Saison und Vanillecreme

Thriller von T.R. Smith angefangen zu lesen: Kind 44

Sentier du littoral von La Gaillarde nach Port Ferreol, Garrigue

Sonne, leichter Wind, bis 21°

Vormittag:
Ab ans Meer: Über Roquebrune und St. Aygulf nach La Gaillard: Sentier du littoral über Port Ferreol bis zum Lebendaquarium der Römer (Vivier gallo-romain). Hin und zurück ca. 4,5 km. Erstaunliche 21°.

Da Gaby nicht aufpasst, rutscht sie auf Algengrütze aus und legt sich lang.
Nasserweise mussten wir (nicht sofort) zum Umziehen nach Hause.

Nachmittag:
Balkon mit Sonne – auf der Tischplatte kann man Eier braten.
Kaffee – Plätzchen – Baguette mit Käse und Tomaten.

Terrasse

Gaby bleibt zu Hause, ich erkunde die Gegend. Querfeldein durch die Macchia, kein Durchkommen. Zerkratzt bin ich nach 4 km Herumirrens 1,5 Std. später wieder zurück.

Genial kochen auf 1,5 Platten:
Wildreis mit Champignons, Hähnchenbrustfilets mit Sahnesoße und grünem Pfeffer. Dazu Salat und als Nachtisch Erdbeerjoghurt. Gut!!

Abend:
Noch ein kleiner Ausflug zur Blavet-Schlucht.

Blavetschlucht

Ganz spät abends:
Französisches Fernsehen mit Untertiteln (u.a „La cinquiemene element“) und lecker Rosé „Clos Gautier“ Apellation Cote de Provence controllee“.
Ich glaube, ich habe meinen ersten Sonnenbrand 2010.

Berlin 3

Dank der neuen Bedienung gibt es keine Probleme mehr beim Frühstück.

Das Wetter ist heute sehr bescheiden – kalt, windig und regnerisch, ein Tag fürs Museum.

Artemis - c 2009 Pit Aretz

Mit der Regionalbahn fahren wir bis Bhf Friedrichstraße und laufen weiter zur Museumsinsel. Wie wir haben viele andere natürlich auch die Idee, bei dem Wetter ins Museum zu gehen. Im  Regen wartet schon eine Schlange von mind. 20 – 30m vor dem rechten Eingang. Links geht es allerdings sehr viel schneller! Warum steht da keiner? Ah, nur angemeldete Gruppen. Natürlich gehören wir zu der holländischen Gruppe. Und schon stehen wir im Vorraum – rechts tut sich immer noch nichts. Wir wagen es dann doch nicht in der NL-Gruppe schwimmend uns reinzumogeln, sondern stehen ganz unbemerkt plötzlich in der ersten rechten Reihe. Es stockt wegen fehlender Schließfächer! Da unten wird doch gerade eines frei und schon gehört es mir – die Ordner haben kurz die Übersicht verloren.

Pergamon Altar - c 2009 Pit Aretz

Und dann haben wir keine Probleme mehr und können uns in Ruhe (soweit das bei dem Ansturm möglich ist) das Pergamonmuseum anschauen. 10 € Eintritt/Person ist auch nicht zu teuer.

Markttor von Milet - c 2009 Pit Aretz

In 3.5 Std. schauen wir uns fast alles an, das eine intensiver, das andere eher im Vorbeigehen. Bei der Fülle an Ausstellungsstücken kann es aber nur ein Überblick bleiben.

Ishtartor - c 2009 Pit Aretz

Die Rekonstruktionen der archäologischen Bauensembles – Pergamonaltar, Markttor von Milet und Ischtar-Tor mit Prozessionsstraße von Babylon und Mschatta-Fassade – haben mir am meisten imponiert.

Weitere Infos: Raumplan des Museums | Staatliche Museen Berlin

Auf dem Rückweg besuchen wir noch einmal das Bistro am Gendarmenmarkt und gehen dann weiter zum Potsdamer Platz und Sony-Center. Auf dem Weg zum Brandenburger Tor besichtigen wir die Holocaust-Gedenkstätte, empfinden es etwas irritierend, dass Jugendliche mit Bier und Rapmusik die Platten als Treffpunkt und Sitzgelegenheit nutzen.

Holocaust Gedenkstätte - c by gezginruh (Panoramio)

Wir fahren vom Brandenburger Tor mit der neuen 3-Stationen-U Bahn  U55 zum Hauptbahnhof und nach Aufstieg durch alle Stockwerke mit der Regionalbahn zurück nach Potsdam.

Der Wetterbericht verheißt eher noch mehr Kälte und Regen – wir beschließen morgen schon nach Hause zu fahren.

Berlin 2

Frühstück heute reibungslos – der Verpeilte ist weg. Wir nehmen wieder den Bus zum Hauptbahnhof Potsdam, haben aber dazu gelernt: Keine S-Bahn mehr, die fahren ja sowieso nicht. Mit dem Regionalexpress sind wir blitzschnell am Berliner Hauptbahnhof, wo uns ganz viel Glas und ein kalter Wind empfangen.

Bundeskanzleramt - c 2009 Pit Aretz

Wir laufen über die Gustav-Heinemann-Brücke zum Bundeskanzleramt, überqueren den Platz der Republik und gehen weiter bis zum Brandenburger Tor. Erstaunlich, wieviele Touristen und Schulklassen sich hier tummeln. Den „Osten“ haben wir uns gestern angeschaut, heute wollen wir in den Westen.

Siegessäule - c 2009 Pit Aretz

Wir laufen kreuz und quer durch Wald und Park von Tiergarten, überqueren hinterm Grünflächenamt die Straße des 17. Juni und wandern an Schloss Bellevue vorbei zur Siegessäule und weiter am Neuen See vorbei zum Stauwehr am Landwehrkanal, wo wir es nur ganz kurz auf der Bank aushalten. Zu kalt.  Am Zoologischen Garten vorbei erreichen wir die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und schnuppern kurz in den Ku-Damm hinein – gegenüber dem schicken und neuaufgebauten Osten rund um die Friedrichstraße sieht das hier echt runtergekommen aus: Das war mal die Flaniermeile.

Gedächtniskirche - c 2009 Pit Aretz

Wir nehmen die Buslinie 100, sitzen im Oberdeck und fahren gemütlich und vor allem warm alle Sehenswürdigkeiten bis zum Alexanderplatz noch einmal ab.

Marienkirche - c 2009 Pit Aretz

Wir gehen am Funkturm und an der Marienkirche vorbei durchs Nikolaiviertel runter zur Spree und an der Uferpromenade entlang zum Anleger unterhalb des Aquadomes. Die Spreefahrt im Amsterdamer Ausflugsboot über Osthafen und fast bis Moabit und zurück kann man noch einmal machen: Es ist trocken, die Sonne scheint, das Boot hält den Wind ab und der Guide ist der geborene Comedian. Wir amüsieren uns prächtig über seine Witze und Anekdoten – das Boot tobt, Trinkgeld hat er sich verdient und die 15 € waren vollkommen OK.

Mit der S-Bahn fahren wir vom Alexanderplatz zum Hauptbahnhof und mit dem Regionalexpress zurück nach Potsdam.

Sanssouci im Abendlicht - c 2009 Pit Aretz

Am Luisenplatz setzen wir uns ins Kaffeehaus, wärmen uns auf mit heißer Schokolade und Apfelkuchen und wandern bei einem schnell dunkel werdenden Abendhimmel über die Allee nach Sanssouci und an der Orangerie vorbei zum Neuen Palais.

Neues Palais - c 2009 Pit Aretz

Da wir noch etwas auf den Bus warten müssen, versorgen wir uns im Supermarkt gegenüber dem Wohnheim mit Wein und Schokolade. Wir wählen den teuersten und er kostet auch nur 2.79 €. Beim Verlassen des Parkplatzes fährt ein Auto vorbei und ein Kind ruft laut Gabys Namen: Hallo Frau A..! – erwischt im hintersten Golm mit Billigfusel.

Nach einer aufwärmenden Dusche gehts zum Abendessen und danach müssen Wein und Schokolade dran glauben.

Berlin 1

Der Frühstücksraum ist heute noch voller als gestern und der Verpeilte lässt sich noch mehr Zeit mit allem. Die Empörung aller ist ihm sicher.

Wir schaffen dennoch den Bus um 10.13 Uhr, finden im Hauptbahnhof eine S-Bahn nach Berlin und zuckeln Station für Station für Station zum Bahnhof Friedrichstraße. An jeder Station Ansagen in Nuschel-Ost-Berlinerisch (wir haben es auch nach 52 Stationen noch nicht verstanden), die Bahn mal brechend voll, mal gähnend leer. Da wir auch heute keinen Plan haben laufen wir einfach drauflos.

Kunst im Hinterhof - c 2009 Pit Aretz

Wir überqueren die Brücke und folgen der Friedrichstraße, biegen in die Oranienburger Str. ein, kommen am Tacheles vorbei und flüchten vor einem Regenschauer in irgendeinen Kunst-Hinterhof.

Synagoge - c 2009 Pit Aretz

An der Synagoge und einer Psychiatrischen Klinik vorbei erreichen wir die Hackeschen Höfe, denen wir aber bei der Kälte nicht so viel abgewinnen können.

Dom - es ist kälter als es aussieht - c 2009 Pit Aretz

Museumsinsel Bodemuseum - c 2009 Pit Aretz

Über die Bodestraße gelangen wir auf die Museumsinsel, besichtigen den Dom und schlendern am Fluß entlang zum Regierungsviertel.

Regierungsviertel beim Reichstag - c 2009 Pit Aretz

Nach Umrundung des Reichstagsgebäudes gehen wir duchs Brandenburger

Brandenburger Tor: Zuschauermagnet - c 2009 Pit Aretz

Tor über „Unter den Linden“ zum Gendarmenmarkt., wo wir uns in eine kleine schnuckelige Kneipe setzen, um etwas zu essen und zu trinken und vor allem aufzuwärmen.

Nach dem Schauer am Gendarmenmarkt - c 2009 Pit Aretz

Wir gehen zurück zu „Unter den Linden“, laufen vorbei an der Uni und all der alten, toprestaurierten überwältigenden preussischen Pracht weiter zum Alexander Platz. Vorbei am Neptunsbrunnen drehen wir noch eine Runde durchs Nikolaiviertel und gehen am Roten Rathaus vorbei zur S-Bahnhaltestelle. Genug gelaufen für heute!

Neptunsbrunnen und Rotes Rathaus - c 2009 Pit Aretz

Auch die Rückfahrt dauert wieder recht lange, weil wir S-Bahnen benutzen und die z.Zt. streckenweise nicht oder eingeschränkt fahren. Vom Alexanderplatz fahren wir zum Westend, da eine Bahn ausfällt gehts in die Ringbahn über Schönefeld schließlich nach Potsdam, dann noch in eisiger Kälte auf den Bus warten und dann sind wir gegen 19 Uhr im Landhotel.

Hunger – wir gehen runter ins Restaurant (Gott sei dank, der Schnelle ist weg – und taucht in der Woche auch nicht mehr auf). Wir ordern die Halbpension nach und wollen uns keine weiteren Gedanken mehr übers tägliche Essen machen. Man hat die Wahl zwischen jeweils 2 Vor-, Haupt- und Nachspeisen. Das Essen ist OK, manchmal nicht mehr ganz  heiß, aber nach 17 km Gehen heute ist uns alles egal. Noch zwei Bier – klar, die großen!

Heute schlafen wir früher bei laufendem Fernseher ein.

Potsdam: Alexandrowka, Belvedere, Holländisches Viertel, Biosphäre

Kurz vor 7.00 Uhr wachen wir auf und vertreiben uns die Zeit bis zum Frühstück mit  TV-Morgenmagazin und Duschen. Im Frühstücksraum muss man sich zunächst einen freien Tisch erkämpfen, es dauert bis der vollkommen verpeilte Kellner das alte Geschirr abgeräumt, neues gebracht und dann irgendwann den Kaffee bringt. Währenddessen haben wir noch ein paar Brötchen und ein wenig Aufschnitt ergattert – das Nachlegen beherrscht der Typ überhaupt nicht. Warum mögen wir nur keine Hotels??

Draußen ist es ungemütlich kühl und regnerisch.

Brandenburger Tor und Luisenplatz - c 2009 Pit Aretz

Mit dem Auto fahren wir nach Potsdam und parken im Luisenplatz-Parkhaus (7 €). Durchs Brandenburger Tor schlendern wir mit Schirm bewaffnet (bei Karstadt kaufen wir einen zweiten) durch Einkaufstraßen Richtung Platz der Einheit und vorbei an der Nikolai-Kirche und diversen Baustellen zum Bahnhof, um uns die 5-Tage-WelcomeCard zu kaufen (69 €).

Typisches Holzhaus in Alexandrowka - c 2009 Pit Aretz

Wir haben keinen Plan und machen deshalb die große Potsdam-Rundwanderung: Russische Kolonie Alexandrowka und Hlg. Alexander N.-Kirche, wo wir uns Ikonen anschauen und in den Spendentopf zahlen. Auf dem Weg zum Belvedere klart es auf und es wird sogar schön. Drei städtische Angestellte warten an der Kasse auf uns (7 €) – wir bleiben die einzigen Besucher.

Belvedere - c 2009 Pit Aretz

Das Belvedere und die schöne Aussicht über den Jungfernsee gefällt uns sehr gut , wir genießen ein wenig die Sonne und lassen uns Zeit.

Blick über den Jungfernsee - c 2009 Pit Aretz

Zurück geht es kreuz und quer durch Alexandrowka zurück, vorbei an der Stadtverwaltung, durchs Holländische Viertel, und irgenwann nach 3-4 kurzen Schauern sitzen wir in einem Cafe.

Zwischen zwei Schauern - c 2009 Pit Aretz

Nach einem großen Kaffee und Kuchen fahren wir zur Biosphäre (19 €) und lassen uns viel Zeit beim Bummeln durch das große Gebäude.

Biosphäre Tropenhaus - c 2009 Pit Aretz

Sehr schön, lohnenswert und vor allem warm (wir sind total durchgefroren): Abenteuer, Reptilien, Schmetterlinge, Vögel, Lerninseln, Regenwald, Unterseeboot mit Aquarien und zum Schluss ein schöner Sonnenuntergang.

Schmetterlingshaus - c 2009 Pit Aretz

Wir fahren zurück nach Golm, trödeln ein wenig rum und bekommen mächtig Hunger. Eigentlich waren wir auf „Selbstkochen“ im Aparthotel eingerichtet, jetzt gehen wir unten im Restaurant a la Carte essen. Auweh, der Verpeilte ist ja immer noch da!

Nach dem Essen noch ein kleiner Verdauungsspaziergang zur Bushaltestelle und zum Bahnhof Golm (ab morgen wollen wir unsere neue WelcomeCard nutzen) sitzen wir wieder im Zimmer. So ein Abend im Hotel ist schon recht langweilig, wenn man im Bett liegend Fernseh gucken muss, kein Buch dabei hat, kein Internet…nur noch ein paar Schokoriegel und Wein im Auto.

Aachen – Bielefeld – Potsdam

Gegen 9.30 Uhr fahren wir los und sind schon um 12 Uhr in Bielefeld. Dank Navi finden wir problemlos Jonas‘ und Pias neue Wohnung. Wir lassen uns zu einem Ikea-Besuch überreden – im Parkhaus schon kaum noch freie Plätze…

Irgendwann haben wir nichts Wichtiges gekauft. Da das Ikea-Restaurant bis auf den letzten Platz besetzt war essen wir noch etwas beim Chinesen um die Ecke, bevor wir Richtung Berlin aufbrechen.
Ich erinnere mich noch gut an das mulmige Gefühl damals beim Grenzübertritt in die DDr, heute erinnert das Zonengrenzmuseum bei Helmstedt daran , dass es hier einmal eine scharf bewachte Grenze gab.

Es wird schnell dunkel und es beginnt zu regnen. Irgendwo bei Havelland müssen wir die Autobahn verlassen und dann führt uns das Navi in vollkommener Dunkelheit durch eine nicht ausgeschilderte und finstere Gegend, über Straßen mit scharfen Kurven ohne Ankündigung und Straßen voller Schlaglöcher und dann stehen wir gegen 19.30 Uhr vor dem gebuchten Aparthotel in Potsdam Golm. Gottseidank. Im  Regen raus Richtung Rezeption – aber es gibt keine Rezeption, es gibt keinen Gast, aber eine offene Tür – und da klebt ein Briefumschlag an der Tür des Verwalters. Wegen Wasserschaden … haben wir sie umgebucht ins Landhotel Potsdam. Und wo ist das????

Gaby erinnert sich auf der Irrfahrt durch Golm ein Schild gesehen zu haben – stimmt. Um 20 Uhr haben wir unser Zimmer (nix mit WLAN, das gibts nur im Zimmer direkt über dem Chef, war ja klar). Zu Essen gibt es nichts mehr, zum Glück haben wir noch ein paar Brote und Käse. Die Gratisflasche Wasser steht auf dem Tisch.

Unsere Sitzecke im Landhotel

An der Rezeption holen wir uns diverse Berlin- und Potsdam-Infomaterialien und überlegen, was wir morgen machen wollen. Bei laufendem Fernseher schlafen wir in unserem großen und geräumigen Zimmer ein…

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