Autor: Pit Aretz (Seite 34 von 57)

Regentag in Bandol – Grau, faul, müde machend

Regen, bis 14°

Um 8.30 Uhr höre ich Gaby Frühstück machen und stehe auf. Leider ist es draußen grau, leichter Regen sprüht auf den Balkon.

Leuchtfeuer vor Bandol

Nach Frühstück und Zeitung von Freitag lesen mache ich eine kleine Runde vorbei am Casino und Hafen bis zur Touristeninformation und zurück. Meine Schuhe sind durchnässt – muss doch noch die wasserdichten aus dem Auto holen.

Den Stehpaddlern ist das Wetter egal

Wir haben Hunger – es gibt Tomatensalat, danach Kotelett mit Apulischen Kartoffeln (gelingen zu Hause im Backofen deutlich besser) und als Nachtisch Sahnequark mit Apfelkompott.

Der Espresso aus der tollen Maschine hier misslingt total – es kommt gar kein Wasser. Ich finde die auch doof. Dann eben gefiltert wie gehabt.

Es hat sich eingeregnet, ich mache mich aber noch einmal auf den Weg einen Bäcker suchen, bewaffnet mit Schirm und wasserdichten Schuhen. Ich finde auch einen.

Typische Boote mit Lateinsegel

Zurück gehe ich am Hafen entlang zur Capitainerie (gut, dass ich die Wasserdichten anhabe – prompt stehe ich in einer mind. 10 cm tiefen „Pfütze“) und auf Wegen weit ab von der Straße zurück nach Hause. Die Autofahrer nehmen wenig Rücksicht auf Fußgänger und brettern Fontänen verspritzend durch die Pfützen. Die Gullis scheinen hier auch gar nicht für Regen ausgelegt zu sein…

Mit Rosé, Nüssen und „Planet des Singes“ beschließen wir den Abend.

Villefranche – Bandol

Bedeckt, bis 14°, windig, nachmittags kurzzeitig leichter Niesel

Um 8.00 Uhr gehen wir hinunter zum Frühstücken: Croissant, hartes Minibrötchen, Marmelade, Butter, Kaffee, O-Saft – sehr überschaubar.

Gegen 9.45 Uhr fahren wir ab, zunächst auf der Suche nach einer Tankstelle, an der man nicht nur mit Karte bezahlen kann. Wir tanken voll und fahren dann sehr gemütlich (wir haben viel Zeit und die Autobahn ist leer) über die A6 bis zum Rastplatz bei Mornas. Man kann jetzt nicht mehr über die Brücke hinüber zum Dorf laufen wie früher – alles umgebaut, umzäunt und neu. Nach Kaffee und Brötchen fahren wir weiter.

Bei La Ciotat gegen 13.30 Uhr ruft Gaby Isabelle an und macht einen Treffpunkt aus. 15 Min. später treffen wir sie am Casino-Parkplatz und fahren mit ihr zum Appartement. Die Fahrt über zwei Etagen in die stockdunkle und sehr enge Tiefgarage ist schon nicht ohne, das Einparken rückwärts in die noch engere Garage gelingt nach einigem Rangieren – und das alles mit einem nagelneuen Auto.

Der Weg zum Appartement selbst ist eine kleine Merkaufgabe. Viele Türen und Funkdrücker mit je einem passenden Schlüssel, Drücker oder Code. Aus Eingang A hinaus, an der Front der Anlage entlang an Eingang B und C, hinüber zu ander Tür A, mit Schlüssel grün aufschließen, mit Lift hinauf auf Etage 2, um zwei Ecken herum, mit Schlüssel schwarz aufschließen und dann sind wir in der sehr schönen Wohnung mit großem Balkon, Palmen und Meer.

Blick von der Terrasse aufs Meer

Die Wellen rauschen, aber auch die Autos mit Tempo 30 direkt unter uns. Der Blick ist toll, das Wetter geht auch noch.

Blick von der Terrasse Richtung Casino

Nachdem Isabelle uns alles erklärt hat, holen wir in zwei Etappen unsere Sachen aus dem Auto, trinken draußen einen Kaffee, melden uns bei den Kindern und Omas und richten uns ein.

Da könnte man schon fast seine Sonnenbrille aufsetzen

Danach fahren wir zum Supermarkt und kaufen ein.

Zum Kochen haben wir keine große Lust: Es gibt einen großen gemischten Salat mit überbackenem Ziegenkäse, frisches Baguette und Käse.

Den Abend lassen wir ausklingen mit ARTE auf deutsch (Genies der Wissenschaft. Zurück kommen wir wahrscheinlich sehr viel gebildeter  :-)) und der Flasche Rotwein, die uns Isabelle da gelassen hat.

Bei mir meldet sich die Pollenallergie mit Macht – ich muss zum ersten Mal in diesem Jahr eine Tablette nehmen, damit geht’s dann.

Mehr zum Appartement

Abfahrt 12.00 Brand, Übernachtung Villefranche-sur-Saone

Während Gaby ihren letzten Schultag absolviert, bepacke ich zum ersten Mal unser neues Auto. Ist doch sehr schlau durchdacht und ich bekomme locker alles untergebracht. Abfahrt 12.00 Uhr bei 4°.

Wir fahren über Martelange, wo noch einmal vollgetankt wird und dann die Standardstrecke über Metz, Nancy (Müdigkeit überkommt mich urplötzlich) bis zu den Soldaten (Rastplatz Sandancourt), wo wir eine halbstündige Pause machen. Ohne weitere Pause stressfrei weiter nach Villefranche; unser Navi führt uns direkt zum Liberty’s.

Es ist 18.30 Uhr, draussen 17° und trocken. Wir checken ein, bezahlen direkt, wurmen uns die schmale Wendeltreppe hinauf in den 3. Stock und brechen nach 30 Min. ausruhen zu einem kleinen Stadtbummel auf.
Heute scheint Frauentag zu sein, überall kleine Grüppchen, kaum Männer. Es geht einmal die Rue Nationale rauf und wieder runter, durch ein paar Seitenstraßen und Gässchen zurück zum Hotel.

Blick aus dem Hotelfenster

Wir setzen uns in den Pub, schauen uns das Fußballspiel Frankreich – Georgien an und essen eine leckere, riesige Pizza und Salat. Dazu gibt’s drei Gläser Guinness bzw. Grimbergen blonde und dann sind wir bettreif.Wir schlafen sofort ein – ich sogar auf der Hotel-Kopfkissenwurst.

Lietzensee, East-Side-Gallery, Kreuzberg

Nach dem Frühstück suche und finde ich die Schuhe, die mir unbedingt zum Herbst noch fehlten. Ich mache eine Runde um den Markt, der mich sehr an Frankreich erinnert und alles bietet, was man zum Wochenende braucht.

Am Lietzensee - © 2012 Pit Aretz

Gegen Mittag laufen wir bis ans Ende der Pestalozzistr. zum Lietzensee. Der See ist aber viel kleiner als wir dachten – was tun? Wir entschließen uns noch einmal nach „Mitte“ zu fahren. Am Bahnhof  Friedrichstraße steigen wir aus, gehen hinüber zur Oranienburger Allee. Tacheles und die alternative Kunst gibt es  nicht mehr – sieht heute eher nach neuem Investor aus.

Grillen im Monbijoupark - © 2012 Pit Aretz

Wir durchstreifen mit Unmengen anderer Touristen die Hackeschen Höfe (ganz nett, aber eindeutig überbewertet), drängeln uns zur Spree durch und treffen Jonas und Ina am Bootsanleger am DDR-Museum. Schlangen an den Anlegern, wir verzichten, wollen statt dessen auf den Fernsehturm. Vorbei an den „Berlin-Stecknadeln“ gehen wir durchs Nikolaiviertel hinüber zum Fernsehturm – die Schlange ist hier noch länger.

Fernsehturm - © 2012 Pit Aretz

Vom Alex fahren wir zum Ostbahnhof und schlendern die East-Side-Gallery entlang.

Ausschnitt East Side Gallery - © 2012 Pit Aretz

Kleine Pause - © 2012 Pit Aretz

Das kennen wir noch nicht und gefällt mir sehr gut. Über die Oberbaumbrücke kommen wir nach Kreuzberg.

Oberbaumbrücke - © 2012 Pit Aretz

Jeder Mast, jede freie Ecke ist beklebt, besprüht oder bemalt.

Auch Giebel lassen sich bemalen - © 2012 Pit Aretz

Durch die Falckensteinstr. gehen wir zum und durch den Görlitzer Park. Eine unwirkliche Stimmung, Schmuddel, überfüllte Mülleimer, Menschenmassen – ist das alternativ? Im Edelweiß ergattern wir einen Platz, trinken in der Nachmittagsonne ein großes Bier und lassen die Stimmung auf uns wirken. Es hat was – anders, aber sehr reizvoll.

Edelweiß - © 2012 Pit Aretz

Ein schöner Samstagnachmittag - © 2012 Pit Aretz

Mit der U-Bahn fahren wir zurück und kaufen fürs Abendessen ein. Jonas und ich brauchen ca. 1 Stunde, dann ist alles fertig: Fächerkartoffeln, rosa gebratenes Schweinefilet im Speckmantel auf Zwetschgenjus, Eis mit oder ohne Rote Grütze als Nachtisch. Bis ca. 23 Uhr unterhalten wir uns nett und trinken den Wein leer. Dann machen wir uns auf „nach Hause“.

Botanischer Garten

Kurz nach 9 Uhr Zeit und Brötchen (hier Schrippen) kaufen. Kurz nach 11 Uhr fahren wir mit Bus 101 zum botanischen Garten. Durch den deutschen Buchenwald geht es Richtung Moorpflanzen, Alpenvegetation, und Arzneipflanzen.

Es blüht immer noch eine Menge, Früchte leuchten an den Ästen.

Im Arboretum zeigt der Herbst was er kann: Wunderschön leuchtende Blätter in allen Herbstfarben und Nuancen.

Nach Nordamerika und Japan und China setzen wir uns vor den Gewächshäusern in die Sonne und trinken Kaffee.

Zum Schluss noch eine Runde durch die Gewächshäuser – mittlerweile reicht es aber auch, zumal im Regenwald eigentlich kaum etwas blüht.

Gegen 16 Uhr fahren wir zurück. Wir treffen uns mit Jonas und gehen Richtung Savignyplatz, wo wir mit Bier und laut ein- und ausfahrender Bahn auf Ina warten.

Wir beschließen heute Georgisch zu essen und gehen die Kantstr. hinauf zum Genazvale. Man kommt an den merkwürdigsten Geschäften und Lokalen vorbei, über Fisch und Kohlen würde man sich auch nicht wundern.
Zum Glück bekommen wir noch einen Tisch und so können wir 8 verschiedene Vorspeisen und Suppen genießen und einen kleinen Eindruck von der Küche gewinnen. Scharf und mild, viel Koriander (nicht so mein Fall, die anderen mögen es aber), gefüllte Teigtaschen, Salat, Walnusspaste. Bohnen- und Kalbfleischsuppe (lecker); nach den Vorspeisen sind wir eigentlich pappsatt. Dann kommt das Hauptgericht. Ein Knoblauchhuhn mit Schwerpunkt auf Knoblauch und Tomaten-Auberginen-Lammtopf, wobei das Lammfleisch (zumindest für mich) aber eher ungenießbar ist. Ein Pflaumenbrand rundet das Ganze ab.

An einer kubanischen Cocktailbar beenden wir draußen sitzend kurz nach 23 Uhr den Abend – es wird kühl.

Alle Fotos: © 2012 Pit Aretz

Charlottenburger Schloss, Nikolaiviertel, Gendarmenmarkt

Gut geschlafen – um 7.46 Uhr werde ich von Lynns SMS geweckt, bleibe aber noch etwas liegen. Draußen blauer Himmel. Gegen 9 Uhr gehe ich Brötchen holen und werfe Geld in die Parkuhr. Nach einem gemütlichen Frühstück laufen wir durch die Wilmersdorfer Str. zum Schloss Charlottenburg, wo wir eine lange Runde durch den Schlosspark machen.

Sommerwetter im Oktober - © 2012 Pit Aretz

Im Schlosspark - © 2012 Pit Aretz

Wir sitzen noch ein wenig in der Sonne, bevor es über die Schlossstr. zurück geht. Es ist Mittag und wir haben Hunger. Direkt um die Ecke finden wir ein kleines thailändisches Restaurant (my Thais), wo wir trotz leichtem Wind draußen sitzen können. Das Essen ist sehr gut, alles frisch zubereitet, ohne Glutamat und dazu supergünstig. Empfehlung!

775 "Stecknadeln" zum 775. Geburtstag Berlins - © 2012 Pit Aretz

Der Funkturm als weiterer Hotspot - © 2012 Pit Aretz

Nach einer kleinen Kaffeepause im Appartement fahren wir mit der S-Bahn zum Alexanderplatz, schlendern durchs Nikolaiviertel und weiter zum Schloßplatz, Unter den Linden entlang (U-Bahnbau, etwas nervig!) bis zur Staatsoper, wo wir abbiegen zum Gendarmenmarkt.

Gendarmenmarkt - Franzosendom - © 2012 Pit Aretz

Symmetrie am Dom - © 2012 Pit Aretz

Im Bistro an der Ecke trinken wir ein Bierchen und laufen dann Richtung Brandenburger Tor und Potsdamer Platz, von wo wir mit der U-Bahn zurückfahren. Im Kaiser’s (bis 24 Uhr geöffnet) kaufen wir noch etwas ein.

Wir sind heute viel rumgelaufen, die Füße sind müde. Nach dem Abendbrot jetzt erst mal ebenjene hochlegen.

Jonas und Ina kommen uns abends besuchen. Leider ist die zweite Flasche Wein im TK-Fach eingefroren, da bleibt dann nur Wasser.

Anreise und Reichstagskuppel

Gegen 10 Uhr Abfahrt aus Bielefeld. Bevor es auf die Autobahn geht treffen wir uns mit Betina in Lage und fahren hinter ihr her nach Lemgo, wo sie uns durch ihre wirklich sehr schöne und beeindruckende Fotoausstellung führt.

Gegen 12.30 Uhr fahren wir in Lemgo ab, leichter Regen setzt ein, durchs Weserbergland über Rinteln auf die A2. Kurze Zeit später der erste Stau bei Riehme. In Peine Sperrung der Autobahn wg. Unfall. Wir fahren ab und quälen uns über Landstraßen nach Braunschweig, umfahren Braunschweig südlich (ein weiterer Unfall auf der A2), stehen wieder einige Zeit vor Baustellen und haben dann endlich freie Fahrt. Kurz vor Berlin hört es auf zu regnen. Noch ein Stau hält uns auf, aber gegen 17.30 Uhr sind wir endlich am Art-Appartement. Alles ist bestens organisiert, wir finden sogar einen Parkplatz in der Nähe. Wir machen uns ein wenig frisch und dann auf den Weg zu Jonas. Die Pestalozzistr. ist merkwürdig nummeriert, wir haben Schwierigkeiten die richtige Einfahrt zu finden – mit Telefonführung gehts aber.

Jonas und Ina haben indisch gekocht, es riecht toll nach Knoblauch, Ingwer, Chili.

Nach dem Essen müssen wir uns sputen, weil wir um 20 Uhr einen Termin in der Reichstagskuppel haben. War klar, dass die Buslinie 100 ab Tiergarten sich verspätet bzw. gar nicht kommt. Es ist schon nach 20 Uhr als wir in die 200 steigen und bis zum Potsdamer Platz fahren.

Illumination am Brandenburger Tor - © 2012 Pit Aretz

Lightshows zum 775. Berlin-Geburtstag überall. Am Brandenburger Tor schauen wir eine Zeit lang zu, wie sich hinter verschiedenen projizierten Fenstern immer wieder neue Alltagsszenen abspielen.

Vielleicht kommen wir doch noch in die Kuppel? Ja! Kein Problem. Mit der letzten Gruppe werden wir nach einer Sicherheitsüberprüfung eingelassen und mit dem Lift nach oben gefahren, von wo aus man gut die verschiedenen Lichtinstallationen erkennen kann.

Berlin 775 Jahre - © 2012 Pit Aretz

Die Kuppel ist noch gut besucht – vor allem Jugendliche machen einen ziemlichen Lärm.

Kuppeldetails - © 2012 Pit Aretz

Geometrie und Linien - © 2012 Pit Aretz

Blick hinunter in den Plenarsaal - © 2012 Pit Aretz

Beim Umrunden der Kuppel sehr schöne Spiegelungen und geometrische Muster.

Mit der 100 fahren wir zurück. Am Savigny-Platz gönnen wir uns noch einen Cocktail, dann durch die Pestalozzistr. zurück – wir sind ziemlich müde. Um kurz vor Mitternacht sind wir im Appartement.

Brügge + Knokke

Morgens tropft der Regen noch ans Fenster, etwas später scheint die Sonne. Um 8.30 Uhr frühstücken im recht vollen Frühstücksraum. Wir lassen uns Zeit, wir müssen bis 11 Uhr nur noch auschecken.

Morgennebel - © 2012 Pit Aretz

Während die Frauen die Koffer packen und sich ums Bezahlen kümmern laufe ich zum Bahnhof das Auto holen. Am Minnewaterpark dampft das Wasser in der Morgensonne.

Da es gestern schon zu spät war wollen wir heute noch auf den Belfried, 366 Stufen erklimmen und über die Stadt schauen. Die Idee hatten aber schon viele andere vor uns auch – eine Schlange bis in den Hof.

Bei Licht sehr viel schöner - © 2012 Pit Aretz

Wir beenden unseren Brüggebesuch deshalb mit einer kleinen Runde hinunter zur Nepomukbrücke und an der Burg vorbei zurück.

Durchgang zur Burg - © 2012 Pit Aretz

Bei Sonnenlicht sieht doch alles viel schöner aus!  Die Schlange ist jetzt noch länger geworden – Abfahrt.

Das Meer wollen wir auch noch sehen, deshalb machen wir einen Schlenker und fahren nach Knokke.

Knokke Touristeninformation - © 2012 Pit Aretz

Eine sehr unattraktive Uferpromenade, Hochhaus neben Hochhaus – hier muss man zu keiner Saison hin. Die Seeluft tut trotzdem gut und unten am Strand ist es auch egal, wie die Promenade aussieht.

Meer! - © 2012 Pit Aretz

Über Antwerpen fahren wir zurück, die Autobahn ist recht voll, ein kleiner Stau hält uns ein wenig auf. Um 15.30 Uhr sind wir zurück – hier ist es grau und kalt.

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