Autor: Pit Aretz (Seite 45 von 57)

Osteifel: Laacher See und Wacholderheide

Der erste „Sommertag“: Der Wetterbericht verspricht strahlend blauen Himmel und 24° – alles traf zu.

Den Tag wollen wir nutzen und soviel Sonne tanken,  wie möglich.

Abtei Maria Laach und Laacher See

Über die Autobahn 61 bis Abfahrt Wehr und von dort weiter zur Abtei Maria Laach, wo wir bisher noch nie waren. Moderate 1,50 € Parkgebühren, noch leichter Wind – es ist 11.15 Uhr.

Abtei vom Uferrundweg aus

Abtei vom Uferrundweg aus © 2011 Pit Aretz

Wir umrunden den dunklen Laacher See im Uhrzeigersinn. Zu Beginn noch relativ viele Wanderer, ab dem Campingplatz am Nordufer wird es aber deutlich ruhiger.

Die Sonne scheint, die Bäume sind noch kahl, aber auf dem Waldboden blüht es: Veilchen, Immergrün, Anemonen, Lungenkraut. Unterwegs einige schöne Stellen, an denen man sich sonnen oder eine Minisalami essen kann.

Picknickerchen © 2011 Pit Aretz

Die CO2-Quelle sieht man leider nicht sprudeln – ist wohl nur im Winter bei zugefrorenem See zu entdecken.
Im Südwesten führt der Weg durch frisch geeggte Äcker, die Türme der Abtei kommen wieder näher und nach ca. 10 km ist man wieder am Ausgangspunkt.

Um die sechstürmige Klosterkirche, das Laacher Münster, zu besichtigen unterquert man die Bundesstraße. Vorbei am Seehotel und den Klosterbetrieben und plötzlich steht man staunend vor der Abteikirche. Romanik pur – sehr schön.

Romanik pur - © 2011 Pit Aretz

Der kuriose Atrium-Westeingang, das sogen. Paradies (von griechisch paradeisos = Halle, Garten), ist nördlich der Alpen einzigartig und umrahmt einen von der Sonne perfekt ausgeleuchteten Löwenbrunnen.

Paradies und Löwenbrunnen © 2011 Pit Aretz

Der Innenraum der Abteikirche Maria Laach ist dreischiffig, doppelchörig und besitzt ein doppeltes Querhaus. Im westliche Querhaus findet man das Grab des Stifters, das östliche mit Kryptakapelle ist dem Klerus vorbehalten. Verbaut wurden Basaltlava und Tuff.

Wir stöbern noch ein wenig in der Bücherei und wundern uns, dass Biergarten und Klosterrestaurant geschlossen sind. Die Pommesbude neben dem Bioladen am Parkplatz hat aber geöffnet und da viele wie wir Hunger haben, ist der Andrang groß. So kurz nach dem Winterschlaf sind die Betreiberinnen etwas überfordert – nach knapp 25 Min. trage ich unseren Mittagsimbiss an den Tisch.

Traumpfade: Wacholderweg

Da es noch zu schön ist um nach Hause zu fahren, fahren wir querfeldein nach Langscheid und hinauf zur Wacholderhütte.

Weitere Infos zum Traumpfad

Küchenschellen blühen schon © 2011 Pit Aretz

Von dort geht es zunächst durch einen Heidegarten und dann die ersten knapp 3km des Traumpfades „Wacholderweg“ bis zum Büsberg, wo ein weiterer Heidegarten eingerichtet ist.

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Für den gesamten Pfad ist es zu weit und schon zu spät, deshalb kehren wir um und gönnen uns in der Hütte noch Kaffee und Kuchen, bevor es nach Hause geht. Gegen 19 Uhr sind wir zurück, die Augen brennen und die Gesichtshaut fühlt sich irgendwie nach ganz viel Sonne an.

Die Zisterzienser: Hintergrundwissen

Die Zisterzienser (lat. Ordo Cisterciensis, kurz: OCist; früher: Sacer Ordo Cisterciensis, kurz: SOC) sind ein monastischer Orden in der Römisch-katholischen Kirche. Er ist durch Reformen aus dem Benediktinerorden entstanden.
Mutterkloster und Namensgeber der Zisterzienser ist das 1098 von dem Benediktiner Robert von Molesme (=von Citeaux) und 20 weiteren Mönchen der Abtei Molesme gegründete Kloster Cîteaux.

Ordensgründung

3D Rekonstruktion Cluny Klosteranlage

Cluny virtuell im 11. Jahrhundert © dpa

Ein wesentlicher Anlass zur Ordensgründung war in der nur wenige Kilometer entfernten Benediktinerabtei Cluny zu suchen. Diese hatte durch Spenden und Erbschaften ein großes Vermögen und viele Ländereien erworben. Wenige Jahre zuvor (1088) hatte man mit dem Bau der damals größten Kirche der Christenheit begonnen, die sogar Alt-Sankt-Peter in Rom an Größe übertraf. Auch die Innenausstattung mit Fresken war aufwendig. In dieser mächtigen und einflussreichen Abtei spielte die Liturgie eine herausragende Rolle: stundenlange Gottesdienste und feierliche Prozessionen waren an der Tagesordnung. Durch Prachtentfaltung und Reichtum war die ursprüngliche Einfachheit der monastischen Lebensweise und das Ideal, von der eigenen Hände Arbeit zu leben, verloren gegangen.
Eine Rückbesinnung auf die ursprünglichen Werte schien nötig. Die neue Gemeinschaft unterwarf sich dem Ziel, streng nach der Ordensregel des Benedikt von Nursia (Regula Benedicti) zu leben. Auf dieser Grundlage wollten sie ausschließlich von ihrer eigenen Hände Arbeit leben. Einnahmen aus Verpachtung und Zinsen sowie die Erhebung des Zehnten lehnten sie ab. Abgeschiedenheit von der Welt und Einfachheit der Lebensweise waren Grundideale der Reformgruppe.

Von ihrer Grundintention wollten Robert und seine Mönche also nichts anderes sein als Benediktiner und getreu nach der benediktinischen Regel leben. Jedoch unterschied sich die Lebensweise der Mönche von Cîteaux entscheidend von der anderer Benediktinerklöster, insbesondere der von Cluny. So entstand aus der als Reform innerhalb des Benediktinertums gedachten Neugründung ein neuer Orden, der gleichzeitig der erste zentralistisch organisierte Mönchsorden des christlichen Abendlandes war.

Ausbreitung

Citeaux 1

Von Cîteaux aus kam es zu zahlreichen Neugründungen von Tochterklöstern. Unter Abt Bernhard von Clairvaux wurden in ganz Europa Hunderte neue Klöster errichtet; auch viele ehemalige Benediktinerabteien (so etwa Fontfroide in Südfrankreich) schlossen sich der neuen Reformbewegung an.
Die ersten vier Gründungen von Cîteaux, die sogenannten Primarabteien waren La Ferté (1113), Pontigny (1114), Clairvaux und Morimond (beide 1115). 1120 wurde mit der Abtei Tart das erste Zisterzienserinnenkloster gegründet.

Organisation

Die Zisterzienser waren der erste zentral organisierte Mönchsorden der Christenheit. Jede Abtei des Ordens ist grundsätzlich selbständig, jedoch auf die einheitlichen Statuten des Zisterzienserordens verpflichtet. Jede Abtei bleibt gegenüber ihrem Mutterkloster verantwortlich.

Das geistliche Leben der Zisterzienser

Die Zisterzienser sind ein kontemplativer Orden. Sie führen ein äußerlich zweckfreies Leben, um frei zu sein für ihre Suche nach Gott. Kernmerkmale der Zisterzienserspiritualität sind ein beständiges Leben in der Klausur, die Verbindung von weltabgeschiedenem Leben und zugleich Gemeinschaftsleben innerhalb des Klosters, die Pflege einer einfachen und strengen Lebensweise, Hochschätzung der Handarbeit sowie eine kontemplative Innerlichkeit, die sich sowohl in gemeinschaftlichem Chorgebet und privatem meditativen und betrachtenden Gebet niederschlägt.

Anlage der Klöster

Der Name der Klöster der Zisterzienser als Cistercen oder Zisterzen wird von dem lateinischen Namen Cistercium des Mutterklosters Citeaux abgeleitet und bürgert sich später im Sprachgebrauch des Ordens als Zisterzen ein. Die Klöster sollten nach den Vorgaben Bernhards in abgeschiedenen Gebieten liegen, in denen die Mönche nicht durch äussere Einflüsse in der Ausübung ihrer Lebensform gestört werden konnten. Anders als bei den Bettelorden, die kurze Zeit nach den Zisterziensern aufkamen, “finden sich deshalb kaum Zisterzienserklöster in Städten”. Meist wurden die Klöster in einem bis dahin unbewohnten und schwer zugänglichen Seitental errichtet, dessen Talaue breit genug für Landwirtschaft und Viehzucht war, dessen Wälder an den Hängen das nötige Baumaterial liefern konnten und dessen Wasserlauf Fischzucht ermöglichte oder als Antrieb für eine Schmiede dienen konnte. Auf diese Weise erschlossen die Zisterzienser im Mittelalter zahlreiche Regionen neu und leisteten wahre Pionierarbeit. Zisterzienserklöster sind leicht an ihrem äußeren Erscheinungsbild zu erkennen. Die Forderung nach Armut wird auch in der Architektur umgesetzt. So finden sich in der Regel keine Wandbilder, Statuen oder aufwendige Verzierungen. Die Kirchen sind schlicht, die Fassade (oder Westwand) weist oft eine Dreiergruppe von Fenstern auf, die eine symbolische Darstellung der Heiligsten Dreifaltigkeit sind. Oft wird sogar auf Türme verzichtet, es findet sich nur ein Dachreiter zur Aufnahme einer kleinen Glocke.
Ein typisches – wenn auch nicht immer durchgehaltenes – Merkmal ist der quadratische Chorraum, rechts und links flankiert von weiteren Nebenchören mit geringerer Seitenlänge. Bis in die heutige Zeit hat sich diese Urform erhalten, etwa in Fontenay (Burgund/Frankreich), Maulbronn oder auch im Kloster Bebenhausen (beide Baden-Württemberg). Diese Form war vorbildlich auch für andere Orden.


„Kurze“ Radtour rund um Aachen

Mittagszeit, die Sonne lacht. Bis zum Termin um 16 Uhr ist noch Zeit und biken war ich schon lange nicht mehr. Eine kleine Runde könnte ich noch hinlegen…

Bereits nach den ersten Metern merke ich, dass es November ist. Recht frisch im Schatten und mit Fahrtwind.

Tierpark - © 2010 Pit Aretz

Vorbei am Tierpark geht es über die Zeppelinstrasse Richtung Philips und Continental nach Eilendorf. In Nirm fahre ich die Herrenbergstrasse hinauf. Es ist mittlerweile bedeckt, Nebel liegt über den Wiesen und es ist kühl.

Nebel über Eilendorf - © 2010 Pit Aretz

Über Prunkweg und Waldstrasse geht es weiter nach Verlautenheide, nach Überquerung der L23 hinab auf den Kleinheider Weg und weiter Richtung Flugplatz Merzbrück. Leider wird es immer nebliger, dabei wollte ich bunten Herbst sehen.
Ich biege vor der Autobahnbrücke ab in den Würselener Stadtwald und fahre über die Steinbachstrasse Richtung Atsch. Erstaunlicherweise wird es immer heller und in Atsch scheint wieder die Sonne. Gut, ist ja noch Zeit.
Fahre ich heute einmal nach Stolberg.

Stolberg Altstadt - © 2010 Pit Aretz

Über die Rathausstrasse, vorbei am Kaiserplatz und über Fußgängerstrassen und Vichtbrücke fahre ich Richtung Burg (erstaunlich nett die Altstadt von Stolberg – fährt man nur nie hin) und weiter die Zweifaller Strasse vorbei an Prym nach Vicht. Sehr schön leuchtet der Herbst unterwegs.

Einsames Pferd? - © 2010 Pit Aretz

Kurz hinter den Kabelwerken fahre ich „Im Loh“ steil bergauf, treffe unterwegs nur ein paar Pferde, überquere die Landstraße L12 und fahre durch Spaziergängergruppen und schönen Mischwald zum Naturschutzgebiet Schlangenberg.

Breinigerberg - Schlangenberg - © 2010 Pit Aretz

Ich umrunde den Schlangenberg einmal, sehe blühende Galmeiveilchen und Herbstzeitlose und fahre dann immer geradeaus über den Wanderweg A3 nach Vennwegen.

Hinter Vennwegen - © 2010 Pit Aretz

Am Gasthof Birkenhof vorbei (supervoll, alles zugeparkt) geht es weiter Richtung Relais Königsberg. Nun kommt auch noch Gegenwind auf. Am höchsten Punkt der Fahrt geht es rechts hinab Richtung Kitzenhaus und weiter in rasanter Fahrt (57km/h) hinab bis zum Abzweig in den Pannekoogweg. Den fast zugewachsenen Abzweig in die schöne Geländestrecke zum Freizeitgelände in Walheim finde ich sofort und dann brauche ich nur noch auf die Vennbahntrasse, der ich bis Kornelimünster folge.

Vennbahntrasse zwischen Walheim und Kornelimünster - © 2010 Pit Aretz

Da es auf der Trasse ab Kornelimünster extrem  voll ist und ich keine Lust auf Dauerklingeln habe fahre ich an der Benediktinerabtei vorbei über Bierstrauch  und Hitfeld nach Hause.

Jetzt reicht es auch – die Sonne ist weg, der Gegenwind kühlt noch zusätzlich aus und es wird Zeit. Aus der kurzen Runde wurden knapp 50km, die ich in gut 2 Stunden geschafft habe, knapp 500 HM waren dabei zu erklimmen.

Herbstwanderung im Aachener Wald

Der Morgen sieht noch grau aus, ab Mittag kommt die Sonne durch und abgesehen von ein paar Wolken bleibt es sonnig und angenehm mild (immerhin  bis 15°).

Ein Herbstspaziergang ist angesagt und bei dem Wetter lohnt es sich die Kamera mitzunehmen.

c 2010 Pit Aretz

Wunderschön der Kontrast zwischen den kräftigen Gelbtönen und dem blauen Himmel, das Blattwerk leuchtet  im Gegenlicht vor dem dunklen Hintergrund. Immer wieder bleibe ich stehen und bewundere die unglaublichen Farbnuancen zwischen gelb und rot, die fast pointilistische in den blauen Himmel getupften Blätter.

c 2010 Pit Aretz

Zunächst geht es über den Wilhelm-Pitz-Weg entlang des Gillesbachs, dann die Graf-Schwerin-Str. und den Kornelimünster Weg hinauf vorbei am Waldfriedhof und Forsthaus Schöntal.

c 2010 Pit Aretz

Ein Stück hinter dem Wanderparkplatz Brückchenweg biegen wir rechts ab, überqueren einen Bach und folgen ihm bis zur Abzweigung Büfferweg, biegen rechts und sofort wieder links auf den Stachelkreuzweg ab und erreichen den Parkplatz an der Monschauer Str. Geradeaus geht es weiter hinauf bis zum Abzweig Elleterweg. der uns rechts ab zur Pioniersquelle führt.

c 2010 Pit Aretz

c 2010 Pit Aretz

Wir folgen den Elleterweg weiter hinab, biegen am Pommerotter Weg rechts und am II. Rote-Haag-Weg wieder links ab und sind auch schon am Stauweiher Kupferbach.

c 2010 Pit Aretz

Vorbei an Waldstadion und den Wiesen von Gut Hochwaldhausen erreichen wir bald den Parkplatz Siegel und 10 Min. später sind wir wieder am Ausgangspunkt.

Ein leichter (148 HM sind zu überwinden), knapp 2 Stunden und gut 8km langer Spaziergang , der den Herbst in all seiner Pracht zeigt.

Auf Google Earth anschauen

Rückfahrt

Um 7.00 Uhr aufstehen. Nach dem Frühstücken und Schmieren der Unterwegsbrote wird es langsam hell – blauer Himmel. Ich lade unsere Koffer und Taschen ins Auto, um 8.30 Uhr sind wir fertig. Um 9 Uhr öffnet die Rezeption, pünktlich stehen wir vor der Tür und erwischen „Madame“, bevor sie gerade wieder verschwinden will. Die Abnahme ist kein Problem, ich bekomme die Kaution zurück und um 9.13 Uhr sind wir auf der Rückfahrt.
Trotz der Panikmache in den Medien gibt es keinerlei Probleme an der Autobahn zu tanken, „Operation Escargot“ gibt es zum Glück nur zwischen Beziers und Perpignan und sogar die Tunneldurchfahrt in Lyon verläuft ohne Probleme.

Operation Escargot

Operation Escargot

Aber es ist höllisch kalt!!! Über 10° wird es nirgendwo mehr, aber wenigstens blauer Himmel. Wir tanken einmal bei Dijon, treffen Matthes, der uns lange vorher überholt hatte, tanken ein weiteres Mal in Martelange für 1.16 €/L und sind um 18.30 Uhr wieder zu Hause. Lynn hat geheizt, ist auch nötig.

Abbaye de Montmajour, Arles Alyscamp, Radtour

Sonnig, bis 22°

Ein wunderbarer letzter Tag. Gegen 10.30 Uhr fahren wir zur Abbaye de Montmajour. Wenige Besucher verirren sich momentan hierhin, aber es lohnt sich. Ohne Führung kann man die alte Benediktinerabtei für 7 €/Person erkunden.

Krypta Montmajour - c 2010 Pit Aretz

Von der Krypta, die teilweise in den Fels geschlagen wurde, gelangt man in die Abteikirche

Abteikirche - c 2010 Pit Aretz

und von da weiter in den Kreuzgang mit schönen Kapitellen und Details.

Kreuzgang Montmajour - c 2010 Pit Aretz

Vom niedergebrannten Barockkloster kann man nichts besichtigen, seine Ausmaße sind enorm.

Kontraste - c 2010 Pit Aretz

Extreme Kontraste überall: Blendend heller Stein, strahlend blauer Himmel, tiefe Schatten. Vom Turm hat man einen guten Rundumblick, erkennt die Felsgräber tief unten, die Kreuzkapelle, Arles in der Ferne, Pferde, Stiere.

Mehr Informationen zu Montmajour: HIER

Da wir den Alyscamp immer noch nicht gesehen haben, fahren wir weiter nach Arles, aber wie so oft, ist über Mittag geschlossen.
Wir laufen hinauf in die Stadt und essen in einer kleinen Creperie in der Nähe des Theaters. Gaby und ich Galettes Asperges, Matthes Cesars Salade, Barbara Zucchinisuppe, dazu für alle Cidre und Cafe.
Nach einem letzten Rundgang um die Arena schauen wir uns den Alyscamp an – 3,50 € werden wieder fällig. Ein wenig enttäuschend. Ausser einer Menge grauer, verwitterter Sarkophage und den Resten der alten romanischen Kirche St. Honorat, die mittlerweile von Tauben erobert wurde, gibt es nicht viel zu sehen.

Gräberfeld vor St. Honorat - c 2010 Pit Aretz

Eine  witzige Baumfrucht finden wir hier auch: Boulegroße, grüne Kugeln, mit denen man prima werfen kann.
Auf der Rückfahrt tankt Matthes voll – problemlos. In Fontvieille kaufen wir noch Würste fürs Abendessen und Aufschnitt für die Rückfahrt ein und genießen danach unseren Kaffee auf dem Balkon bei 22° in der Sonne!!!

Ansicht Fontvieille - c 2010 Pit Aretz

Ich fahre noch eine Runde Fahrrad (Fontvieille – Moulin – Aqueduc – Paradou),

Aqueduc bei Fontvieille im Abendlicht - c 2010 Pit Aretz

die anderen machen einen Spaziergang nach Paradou.
Nach dem Vernichten der letzten Reste (Salat, Bratkartoffeln, Bratwürste, Feigenjoghurt) packen wir unsere Sachen und bereiten unsere morgige Abreise vor.

Natürlich darf ein letztes Rommespiel nicht fehlen. Gegen 23.30 Uhr sind wir im Bett – ein wenig freue ich mich wieder auf mein eigenes Bett ab morgen.

Pernes-les-Fontaines, Venasque, Roussillon

Sonnig bis 17°, wenn Wind, dann stark und kühl

In der Nacht sehr schlecht geschlafen, irgendetwas lag und liegt mir quer. Darm und Magen rebellieren.
Eigentlich sind wir heute mit Christine und Alexander verabredet, ich sage den Termin aber ab, was mir sehr leid tut. Ich habe ein richtig schlechtes Gewissen 
Wir wagen später dennoch eine kleine Rundfahrt. Zunächst über Noves nach Pernes-les-Fontaines, ein nettes Dorf an der Nesque.

Port Notre Dame, Pernes-les-Fontaines - c 2010 Pit Aretz

Ein Stadtplan und blaue Wegweiser führen uns ca. 1,5 Std. lang durch die Stadt. Nette Ecken, Gassen, Brunnen.

Stadtmauer, Uhrturm - c 2010 Pit Aretz

Ich fühle mich immer noch ein wenig flau.
Wir fahren weiter Richtung Roussillon, wo wir auch noch nie waren. Die D4 führt sehr schön durch Weinfelder, Schluchten, Wald u.a. vorbei an Venasque, wo wir die touristische Route hinauf nehmen und vor dem Stadttor parken.

Mittagspause am Stadttor - c 2010 Pit Aretz

Auf Steinsitzen vor dem Tor in der Sonne essen wir unser Mittagspicknick.
Wir bummeln über die Hauptstr. (die einzige!) zur Kirche und wieder zurück. Das Dorf wirkt wie ausgestorben, nur der Dorfhund Le Men bettelt uns an.

Hauptstraße - c 2010 Pit Aretz

Weiter geht es landschaftlich sehr schön über die D4 nach Roussillon, das uns ganz in Ocker empfängt.

Roussillon ganz in Ocker - c 2010 Pit Aretz

Ein Rundgang durchs Dorf, ein Kaffee und der Besuch der alten Ockergruben schließen unseren Ausflug ab und das alles bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen bis 17°.

Ockerfelsen - c 2010 Pit Aretz

Recht zügig führt uns unser Navi über Noves zurück.  In St. Remy tanke ich voll (jede 3. Tankstelle hat mittlerweile kein Benzin mehr). Im Intermarche kaufen wir noch ein wenig ein.

Das Abendessen besteht heute aus dem was noch da ist: Salat, Kartoffeln, Möhren und Zuckerschoten in Sahnesoße, Schnitzel pur bzw. mit Käse-Sahne-Soße.
Die Nachrichten werden sogar schon boykottiert…

Wir beenden den Abend nach 3 Runden Romme.

Gordes, Wanderung zur Abbaye de Senanque

Sonne, bis 15° – sehr windig in Maussane, wenig Wind im Luberon

Um 10.30 Uhr Abfahrt nach Gordes. In Cavaillon geht es kaum voran, diesmal streiken Schulkinder mitten auf der Hauptdurchgangsstraße. Kurz vor Mittag parken wir an der Gendarmerie, kaum noch Wind, angenehm warm. Wir laufen rauf ins Dorf und sind sehr überrascht!

Blick auf Gordes

Ein wunderschönes Dorf mit schmalen Gassen, Treppen, Durchgängen. Mit dem Guide der Touristeninformation erforschen wir das Dorf und finden an allen Ecken wunderschöne Aus- und Anblicke – der helle Stein im Kontrast zum strahlend blauen Himmel.
Da niemand rechteLust auf das Dorf der Bories hat, entschließen wir uns zu Fuß über den GR6 zur Abtei zu wandern.

Natursteinmauern

Die alten Wege führen zwischen Natursteinmauern entlang, dahinter Olivenhaine. 45 Min. später sind wir da und da bis zur Öffnung noch etwas Zeit ist, essen wir unsere Brote in der Sonne auf einer Bank.

Kreuzgang und Turm

Man kann Senanque nicht mehr ohne Führung besichtigen, es gibt auch nur eine französischsprachige. 7 €/Person lassen wir es uns kosten und auch wenn wir so gut wie nichts verstehen (wir wissen gar nicht, wer aus der Gruppe überhaupt Franzose ist – jedenfalls lacht niemand über die Witzchen der führenden Dame), gewinnt man dennoch einen Eindruck von der Welt der Zisterzienser vor knapp 1000 Jahren.
Im Kloster ist es kühl, man muss die Jacken wieder anziehen – nach 1 Stunde ist die Führung beendet, ein wenig mehr Zeit zum Fotografieren in Ruhe und ohne Gruppe wäre nicht schlecht gewesen.

Blick aufs Kloster

Kurz nach 16 Uhr sind wir wieder am Auto und lassen uns von Matthes nach Hause fahren – ich döse kurz ein. In Maussane empfängt uns wieder der Mistral – kein Vergleich zum lauen Lüftchen um Gordes.
Heute gibt es eine Art Nizzasalat aus allem was noch da ist, Matthes macht Obstquark zum Nachtisch.

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