Autor: Pit Aretz (Seite 52 von 57)

Abbaye de Silvacane

Die ehemalige Abbaye de Silvacane liegt am Südufer der Durance zwischen La Roque-d’Anthéron und Cadenet im Département Bouches-du-Rhône.

Grundriss Abbaye de Silvacane

Die Abtei gibt Zeugnis für die Verbreitung der Zisterzienser in der Provence ab. Ihre strenge und heitere Architektur ist ein charakteristisches Beispiel für die Baukunst des Ordens.
Die Klosterkirche wurde zwischen 1175 und 1230 auf dem höchsten Punkt des Platzes errichtet. Im hohen Kirchenschiff ruht das gebrochene Tonnengewölbe auf mächtigen Kreuzpfeilern mit Kapitellen, die mit ihren einfachen und reinen Motiven von großer Feinheit sind.
Der Kreuzgang wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gegen das Querschiff gebaut. Seine soliden und strengen Galerien öffnen sich durch eine Reihe breiter Arkaden zum Klosterhof.
Im Osten der Abtei sind der Kapitelsaal und der Saal der Mönche mit eleganten frühgotischen Rippengewölben versehen.
Den Nordflügel des Klosters bildet ein großes Refektorium aus dem späten 13. Jahrhundert, das innerhalb der Provence zu den frühen Beispielen der aus den französischen Kernlanden vordringenden Rayonnantgotik gehört.

Nach der Französischen Revolution wurde die Abtei lange Zeit als Bauernhof genutzt. Da die Klosterkirche aber bereits 1845/46 vom französischen Staat unter Denkmalschutz gestellt und angekauft wurde, konnte die originale Bausubstanz weitgehend bewahrt werden. Die übrigen Klostergebäude wurden erst 1949 vom Staat übernommen und lange Zeit nur sehr zurückhaltend restauriert.
Erst die jüngste Restaurierungskampagne in den 1990er Jahren setzte auf den radikalen Rückbau sämtlicher nachmittelalterlicher Veränderungen zugunsten einer Rekonstruktion des ursprünglichen Zustands.

Im Jahr 1144 hatten sich Mönche des Reform-Ordens an diesem sumpfigen Ort niedergelassen, der ihrem Kloster seinen lateinischen Namen gab – „Silva Cana“, Schilfrohrwald. Erste Kreuzrippengewölbe weisen auf die Ablösung der Romanik durch die gotische Baukunst hin. So wie Thoronet ist Silvacane längst ein „nationales Bauwerk“, ein Museum. Die Abtei Silvacane bildet mit Sénanque und Le Thoronet die Gruppe der berühmten Zisterzienserklöster der Provence.

LINKS:

Abbaye Le Thoronet

Le Thoronet

Abbaye Le Thoronet

Geschichte

 Die Abtei wurde 1146 von Mönchen aus Tourtour in einer wilden Gegend des Var gegründet. Die Kirche selbst wurde von 1160 bis 1180 errichtet. Initiator der Gründung war Raymond Bérenger, Graf von Barcelona und Marquis de Provence, der das Kloster Mazan – seinerseits eine Tochter des Mutterklosters Cîteaux – um die Aussendung von Mönchen für seine neue Niederlassung bat. Sie kamen, ein Abt mit zwölf Gefährten, und ließen sich zunächst am Fluss Forieille nieder (1136). Zehn Jahre später jedoch verlegten sie das Kloster nach Süden, in die Nähe des Dorfes Thoronet. Bérenger überließ den Mönchen das von ihnen gewählte Land, durch weitere Schenkungen kam die Abtei rasch zu Einfluss und Wohlstand.

Der Niedergang des Klosters bahnte sich, wie meist, schon im Spätmittelalter an. Zu einer ersten Auflösung kam es in den Religionskriegen, die endgültige brachte die Französische Revolution. Die letzten sieben Mönche mussten das Kloster verlassen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erwarb der französische Staat die Abtei. Heute sind die Gebäude restauriert, die Abtei hat nach umfangreichen Arbeiten ihr ursprüngliches Erscheinungsbild wieder erlangt.

In der erstaunlich kurzen Bauzeit von 15 Jahren entstanden ab 1160 Kirche und Klostergebäude. Für die faszinierende Einheit von Form und Funktion, Askese und Perfektion, Bescheidenheit und Unbedingtheit, die in den Klöstern der Zisterzienser wie in keiner anderen Ordensgemeinschaft exemplarisch und kanonisch Gestalt angenommen hat, ist Le Thoronet ein hervorragendes Beispiel.

Grundriss Abtei Le Thoronet

Architektur

Die Klostergebäude gruppieren sich um einen rechteckigen Kreuzgang. Die Harmonie dieses Bauwerks, von jedem in Stein gehauenen Schmuck entblößt, beruht auf seiner architektonischen Größe. Es herrscht ein strenger und sehr geometrischer romanischer Stil vor. Mit Ausnahme der Kreuzrippengewölbe im Kapitelsaal gibt es von der Kirche über den Schlafsaal bis zum Keller nur Tonnengewölbe.

Verglichen mit den beiden anderen provenzalischen Zisterzienserklöstern (Sénanque und Silvacane) ist Le Thoronet eine Steigerung, ein Nonplusultra an kraftvoller Konzentration. Die Spitztonne des Hauptschiffs ruht auf drei Gurtbögen, Kuppel und Obergaden fehlen. Ein kreisrundes Chorfenster, eine Fenstergruppe im Westen genügen, das Licht zu dosieren. Vierteltonnen über den Seitenschiffen übernehmen die Funktion von Strebepfeilern, zusätzliche Strebevorrichtungen entfallen. Die Gurte der Tonnen werden in Vorlagen fortgesetzt, die etwa drei Meter über dem Boden von Konsolen abgefangen werden. Darunter befand sich das Gestühl: im Schiff für die Konversen (Laienbrüder), im Chor für die Mönche, im rechten Seitenschiff für Laien und Gäste.

Der linke Arm des weit ausladenden Querschiffs (man beachte die Anlage der Apsiden: Nur die Hauptapsis wölbt sich nach außen, die jeweils zwei Nebenapsiden dagegen sind in den Rechteckgrundriss einbeschrieben) eröffnet den Zugang zur Sakristei und – über die große Treppe – zum Dormitorium.

Die Pforte im Seitenschiffjoch davor führt in den Kreuzgang. Er ist auf geländebedingt unregelmäßigen Viereckgrundriss angelegt und im Dachbereich – vom Dormitorium aus – begehbar. Das achteckige Brunnenhaus ist das einzige, das sich in der Provence erhalten hat. Auffällig ist die kunstvolle Gestaltung des Kapitelsaals, in dem bereits moderne, aus dem Norden eindringende Bauideen (Kreuzrippengewölbe) Anwendung fanden. Nach 1200 wohl erst wurde das nordwestlich an das Kreuzungsgeviert angefügte Refektorium der Konversen vollendet. Der Speisesaal der Mönche, bei der Brunnenhalle im Norden des Kreuzgangs gelegen, ist nicht mehr erhalten.

Der Kunsthistoriker Wolfgang Braunfels beschreibt diese Architektur des Steins folgendermaßen: „Stein wirkt immer dauerhafter als Holz oder Verputz, strenger und zugleich fester. Man gewinnt den Eindruck, dass sich in diesen Gewölbefluchten die Mönche auf die Dauer eingeschlossen haben. Hier lässt sich nichts verrücken. Das ist zugleich Kerker und Paradies. In der steinernen Welt entfaltete sich jene Zisterzienserästhetik, die zur Gotik überleitete. Wo Farbe und Figur verboten war, drängte die Steinbehandlung zu neuer Vollendung. Schlichtheit und geometrische Klarheit der Form wird zum Ideal erhoben“.
Die Abbaye du Thoronet bildet mit Sénanque und Silvacane die Gruppe der berühmten Zisterzienserklöster der Provence.

LINKS und Empfehlungen:

Abbaye de Fontenay

Eine der be­deu­tends­ten Abteien in Burgund ist  Fontenay (Fon­ta­n­etum).

Pit Aretz 2006

Sie wurde im Jahre 1119 von Bernhard von Clairvaux als Tochter­klos­ter (Filiation) der Primarabtei Clairvaux ge­grün­de­t und liegt etwa 60 km nord­west­lich von Dijon getreu der zis­ter­zi­en­si­schen Tra­di­tion in einem ent­le­ge­nen, ur­sprüng­li­chen Bach­tal.

Weder von der Mut­ter­ab­tei des Zis­ter­zi­en­ser­or­dens [Ci­teaux (1098)] noch von den vier Toch­ter­grün­dun­gen La Fer­té (1113), Pon­ti­gny (1114), Clairvaux (1115) und Mo­ri­mond (1115) haben sich Reste aus der ers­ten Bau­phase er­hal­ten. Somit stellt die zu gro­ßen Tei­len er­hal­tene Abtei von Fon­tenay das äl­teste und voll­stän­digste bau­ar­chäo­lo­gi­sche Zeug­nis der frü­hen Zis­ter­zi­en­ser­bau­kunst dar. Die An­lage ver­mit­telt einen au­then­ti­schen Ein­druck von dem wohl durch Bern­hard von Clairvaux ent­wi­ckel­ten Grund­schema eines zis­ter­zi­en­si­schen Klos­ters. 

Geschichte
Der Bau ist ein Ma­ni­fest der stren­gen zis­ter­zi­en­si­schen Romanik und ent­spricht wei­test­ge­hend dem Ori­gi­nal­zu­stand. Seit sei­ner Voll­endung (1147)  hat das Got­tes­haus der Basilika nur ge­ring­fü­gige Ver­än­de­run­gen er­fah­ren. Fon­tenay ent­wi­ckelte sich schnell zu einem füh­ren­den geist­li­chen Zen­trum der Re­gion: die Mön­che fer­tig­ten wert­volle Hand­schrif­ten und er­ziel­ten Er­folge in der Medizin und Heilkunde des Hoch­mit­tel­al­ters. Im 13. Jahr­hun­dert wohn­ten Hun­derte Mön­che in Fon­tenay.

Mit der Französischen Revolution 1789 en­dete das Klos­ter­le­ben: 1791 ver­lie­ßen die letz­ten neun Mön­che Fon­tenay. Nach dem Ver­kauf wurde eine Pa­pier­fa­brik in den Ge­bäu­den der Abtei ein­ge­rich­tet, die Ba­si­lika war zu­se­hends von Ver­fall be­droht.

1906 kauf­ten die wohl­ha­ben­den Ge­brü­der Edouard und René Ay­nard die ge­samte Abtei und be­gan­nen mit der auf­wän­di­gen Restaurierung, die bis heute an­dau­ert. Nur den Be­mü­hun­gen der Ay­nards ist es zu ver­dan­ken, dass Fon­tenay in sei­nem wie­der­her­ge­stell­ten Zu­stand im Jahr 1981 von der UNESCO zum Weltkulturerbe er­klärt wurde.

Architektur

Die Abtei glie­dert sich in die Be­rei­che der Basilika (1), des Klos­ters mit Dormitorium (1. Etage), Kreuzgang (2), Refektorium (6) und Kapitelsaal (3), der Wirt­schafts­ge­bäude und der klös­ter­li­chen Gär­ten.

Die Fas­sade wird von sie­ben Rund­bo­gen­fens­tern – der sym­bo­li­schen Zahl der christ­li­chen Tra­di­tion – durch­bro­chen, oben von drei, unten von vier Fens­tern. Das hat nicht nur ar­chi­tek­to­ni­sche Be­deu­tung.

Mittelschiff Fontenay - Pit Aretz 2006

Mittelschiff Fontenay - Pit Aretz 2006

Zur Zahlensymbolik:
Die Drei, die durch keine an­dere Zahl teil­bar ist, ist die klas­si­sche Zahl der gött­li­chen Tri­ni­tät: Vater, Sohn und Hei­li­ger Geist. Die Drei steht für das Um­fas­sende, die Hei­lig­keit und Voll­kom­men­heit, für die Welt des Geist­li­chen. Eine welt­li­che Stadt ist auf künst­le­ri­schen Dar­stel­lun­gen des Mit­tel­al­ters vor­nehm­lich durch vier Ar­ka­den ge­kenn­zeich­net, das Himm­li­sche Je­ru­sa­lem immer durch drei Ar­ka­den.

Die Vier ist eine ganz zen­trale Sym­bol­z­ahl und zwar steht sie ganz all­ge­mein für den Be­reich des Welt­li­chen. Zu­nächst gibt es im Mit­tel­al­ter die Ein­tei­lung der Ma­te­rie in die vier Ele­mente Feuer, Was­ser, Erde und Luft. Dann gibt es im mensch­li­chen Leben vier Kar­di­nal­tu­gen­den [Tap­fer­keit (forti­tudo), Klug­heit (pru­den­tia), Mä­ßig­keit (tem­pe­ran­tia) und Ge­rech­tig­keit (ius­ti­tia)], die vier Tem­pe­ra­mente (cho­le­risch, phleg­ma­tisch, me­lan­cho­lisch und san­gui­nisch), die vier Kir­chen­vä­ter (Am­bro­sius, Au­gus­ti­nus, Hie­rony­mus und Gre­gor der Gro­ße), die vier Him­mels­rich­tun­gen, die vier Enden der Welt, die vier Ta­ges­zei­ten usw.

Dem Or­den­si­deal fol­gend sind die Zisterzienser-Kirchen ein­fach, streng und klar. Die Re­geln des Or­dens ver­bo­ten Türme, nur Dach­rei­ter und Glo­cken waren er­laubt. Fi­gür­li­cher Ka­pi­tell­schmuck, skulp­tierte Por­tale und Or­na­men­tik waren ebenso un­ter­sagt wie bunt­far­bige Fens­ter­ver­gla­sung. Darin ste­hen die Zis­ter­zi­en­ser in schärfs­tem Ge­gen­satz zur gleich­zei­ti­gen ro­ma­ni­schen Bau­kunst, vor allem zu Cluny, und das machte sie spä­ter zu Mit­ver­brei­tern des go­ti­schen Stils in sei­ner as­ke­ti­schen Ver­sion. Die­ses Schema lo­ckerte sich spä­ter auf und es wird sich etwas wie­der­ho­len, was in Cluny, dem Aus­gangs­ort der Be­we­gung, eben­falls ge­sche­hen ist. Die an­fäng­li­che As­kese konnte sich nicht durch­hal­ten.

Die acht­jochige Kir­che ist 66 Meter lang (Cluny III war un­ge­fähr drei­mal so groß) und 16,70 Meter hoch. Zur At­mo­sphäre die­ser Kir­che passt es sehr gut, dass kei­ner­lei Sitz­bänke und ähn­li­ches den In­nen­raum zu­stel­len und dass es ei­gent­lich auch kei­nen Fuß­bo­den gibt au­ßer fest­ge­tre­te­nem Lehm. Der ori­gi­nale Ein­druck des 12. Jhs. ist voll­stän­dig er­hal­ten ge­blie­ben. Das Mit­tel­schiff von Fon­tenay wird – wie in Cluny III – bis zum Chor von der bur­gun­di­schen Spitz­tonne auf mäch­ti­gen Quer­gur­ten über­wölbt.

Fontenay Seitenschiff - Pit Aretz 2006

Aber eine Fens­ter­zone fehlt, die Be­leuch­tung er­folgt durch die Sei­ten­schiffe und die dich­ten Fens­ter­grup­pen an der Ein­gangs­wand, an den Chor­wän­den und an den Quer­schif­fen­den. Das In­nere blieb ent­we­der stein­sich­tig oder wurde ver­putzt und mit wei­ßen Fugen be­malt, der ein­zi­gen zu­läs­si­gen Farbe – auch die Ge­wän­der der Zis­ter­zi­en­ser waren farb­los. Sonst er­hielt der turm­lose Bau weder plas­ti­schen noch ma­le­ri­schen Schmuck.

Dafür war die Be­hand­lung des Steins au­ßer­or­dent­lich sorg­fäl­tig und sau­ber – und damit auch teuer. Teil­weise konnte ohne Mör­tel ge­mau­ert wer­den. Diese as­ke­ti­sche Ein­fach­heit fand au­ßer­or­dent­li­chen Zu­spruch. In kür­zes­ter Zeit ver­brei­te­ten sich – zu­sam­men mit dem Orden – die Bau­for­men der Zis­ter­zi­en­ser über ganz Eu­ropa. Ihre ers­ten Bau­ten waren noch aus Holz er­rich­tet. Erst in der zwei­ten Or­dens­ge­ne­ra­tion unter Bern­hard von Clairvaux ent­stan­den Stein­ge­bäude.

Die er­ha­ben schlichte, drei­schif­fige Ba­si­lika hü­tet die über­le­bens­gro­ße Stein­sta­tue der »Madonna von Fontenay« aus dem 13. Jahr­hun­dert. Im Chor, der sich hin­ter den hohen Säu­len er­streckt, sind Grab­plat­ten bur­gun­di­scher Adliger aus dem 13. Jh. er­hal­ten, der Blü­te­zeit der Abtei. Eben­falls aus dem 13. Jh. stammt der go­ti­sche Altar.

Dormitorium - Pit Aretz 2006

Vom süd­li­chen Quer­haus aus ge­langt man über eine Treppe nach oben in das Dor­mi­to­rium, in den Schlaf­saal der Mön­che, der immer über dem Ka­pi­tel­saal liegt. Er ist 56 Meter lang, das Ge­bälk ist aus Ei­chen­holz und stammt noch von ca. 1450. Die Mön­che schlie­fen in dem un­be­heiz­ten, schwach be­leuch­te­ten Raum auf Stroh­sä­cken unter einer Woll­de­cke und waren kaum ge­trennt von­ein­an­der. Es be­stan­den nur zwei durch einen Mit­tel­gang ge­trennte Rei­hen. In­ner­halb die­ser Rei­hen waren die Lie­ge­plätze le­dig­lich durch ein­fa­che, nie­dere Schei­de­wände ge­trennt.

Im Ver­lauf des Mit­tel­al­ters wur­den al­ler­dings bei den Zis­ter­zi­en­sern hö­here höl­zerne Trenn­wände zwi­schen die Bet­ten ge­stellt; so ent­stan­den of­fene Ka­bi­nen, die gegen den Mit­tel­gang im­mer­hin durch Vor­hänge ab­ge­schlos­sen waren, also we­nigs­tens eine ge­wisse Pri­vat­heit er­laub­ten. Seit dem 15. Jh. waren auch Tü­ren mit Guck­loch er­laubt. Die jün­ge­ren Brü­der schlie­fen zur Kon­trolle häu­fig zwi­schen den äl­te­ren. Der Abt sah nach, ob sich in den Bet­ten kein Son­der­be­sitz be­fand, der gegen das Ar­muts­ge­bot ver­stieß.

Anfangs war es üb­lich, dass nach der Benediktinerregel alle Mön­che in einem Raum ge­mein­sam schla­fen soll­ten, so dass das Dor­mi­to­rium sehr groß wer­den konnte, manch­mal grö­ßer als das Kir­chen­schiff. Spä­ter kam es des­halb zu Ab­wei­chun­gen die­ser Regel, aber die Mön­che ver­brach­ten auch dann zu­min­dest in Grup­pen zu 10 oder 20 die Nacht. Meis­tens hat­ten die Schlaf­säle zwei Zu­gänge, einen un­mit­tel­bar zum Quer­haus der Kir­che, den zwei­ten zum Klos­ter­hof oder zu den La­tri­nen. Das Licht sollte bei al­le­dem nie aus­ge­hen – Dun­kel­heit er­zeugt Angst und er­schwert die Kon­trolle.

Kreuzgang Fontenay - Pit Aretz 2006

Als Meis­ter­werk der Romanik gilt der Kreuzgang, der sich um einen be­grün­ten Hof schließt und der über ex­zel­lent be­ar­bei­tete Ka­pi­telle ver­fügt. Der an­schlie­ßende Kapitelsaal, in dem einst Rat ge­hal­ten wurde und in dem die Geist­li­chen sich aus­tausch­ten oder ihre Stu­dien be­trie­ben, kün­digt durch ei­nige For­men an Säu­len und Fens­tern be­reits die Gotik an. Der ein­zig dau­er­haft be­heizte Raum des Klos­ters war der Chauf­foir (Cale­fac­to­rium,Wärmestube), der über zwei ge­wal­tige Ka­mine ver­fügt, an denen sich die Mön­che wärm­ten.

Garten und Rückansicht - Pit Aretz 2006

Die nach alten Vor­bil­dern re­stau­rier­ten Kräu­ter­gär­ten be­gren­zen den Kran­ken­saal, in dem die Kran­ken der Re­gion ver­sorgt wur­den, und die Schmiede, die eine wich­tige Ein­nah­me­quelle des Klos­ters dar­stellte. Im 15. Jahr­hun­dert ent­stan­den der ku­riose Tau­ben­turm, der auf das Jagd­recht der Mön­che ver­wies, und der Hun­de­zwin­ger. Der im ver­spiel­ten Stil des Rokoko ge­hal­tene Abt­spa­last aus dem 18. Jahr­hun­dert dient heute der Fa­mi­lie Ay­nard als Wohn­sitz.

(Artikel nach Wikipedia-Artikel, cc-License)

Kreuzgang Kloster St. Trophime in Arles

St. Trophime - Kreuzgang

St. Trophime - Kreuzgang | c Pit Aretz 2007

Vom Kloster ist der in mehreren Bauphasen zwischen 1130 und dem 14. Jahrhundert erbaute Kreuzgang bemerkenswert.

Durch einen separaten Zugang rechts vom Hauptportal der Kathedrale gelangt man durch den Kassenbereich in den Kreuzgang. Der Kreuzgang ist z.Zt. sicherlich nicht sehr attraktiv, denn seit 2008 werden die Kapitelle vom schwarzen Industrieruß-Überzug gereinigt und restauriert. Um die Kapitelle gegen Substanzverlust zu sichern werden sie zudem mit Tapes überklebt.

St. Trophime - Kreuzgang

St. Trophime Kreuzgang | c Pit Aretz 2007

In den vier Galerien sind alle Arten des Rund- und Spitzbogenstils zu finden; Pfeiler und Säulen wechseln sich mit fein gearbeiteten Kapitellen ab. Die zwei romanischen Galerien (A, B) im Norden und Osten wurden zwischen 1160 und 1180 erbaut, die beiden anderen  (C, D) im bevorzugten gotischen Stil der Päpste in Avignon im 14./15 Jh..
Die Geviertecken sind mit Figuren geschmückt, z. B. mit einer Trophimusfigur von 1188.
Im Kapitelsaal sind alte Gobelins ausgestellt, im Dormitorium finden wechselnde Ausstellungen statt. 

Grundriss Kreuzgang St. Trophime Arles

Robert Valette - cc Wikipedia

Die Kapitel des Nordflügels zieren Skulpturen zur Passionsgeschichte und zur Verherrlichung von Heiligen aus Arles (zum Beispiel der Heilige Trophimus zwischen Petrus und Johannes).
Die Kapitel des Ostflügels stellen Stationen im Leben Christi, u.a. die Kindheitsgeschichte dar.
Die Kapitel des Südflügels erzählen das Leben des Heiligen Trophimus.
Die Kapitel des Westflügels werden provenzalische Themen dargestellt, wie die hl. Martha und der sagenhafte Drache Tarasque.

St. Trophime - Blick über Kreuzgang

Turm der Kathedrale St. Trophime | c Pit Aretz 2007

Gorges du Gardon: Von Collias nach La Baume

Blick in die Schlucht

Die Schlucht liegt zwischen Pont St. Nicolas und Collias, ein paar Flußschleifen stromaufwärts vom Pont du Gard. Wer nicht gerne läuft, kann die Tour auch mit dem Kajak machen: In Collias gibt es zwei Kanu-/Kajakvermieter.
La Baume, mitten in der Schlucht gelegen, ist nur zu Fuß zu erreichen. Der ca 5 km lange Anmarschweg wird einem allerdings versüßt durch die Schönheit der Landschaft: Von Collias kommend läuft man den Gardon flußaufwärts. Vorbei geht es an steilen Kletterfelsen und durch lichten Wald zunächst bis zu einem aus glatten, großen Kalkplatten bestehenden Uferbereich mit vielen interessanten Auswaschungen, in denen man sich prima sonnen und den permanent zirpenden Grillen zuhören kann. Baden kann man natürlich auch. Und wenn man Glück hat, schlängelt sich eine Natter vorbei…
Weiter geht es nah am Ufer unterhalb steinzeitlicher Höhlen vorbei Richtung La Baume, das in einer Flußschleife liegt. Man erkennt von weitem die Ruinen auf der gegenüber liegenden Flußseite und Reste einer alten Mühle.

Eingang zur Grotte

Über eine in den Hang gebaute Treppe erreicht man die Reste einer aus dem 8. Jahrhundert stammenden Einsiedelei und daninter eine erstaunliche Höhle, die 150 m lange tunnelförmige Grotte von St. Vérédème. Sie war schon zur Zeit der Neandertaler bewohnt. Hier gefundene Keramiken kann man im Museum in Nîmes bestaunen.
Neuerdings ist der Zugang zur Höhle reglementiert wegen der darin wohnenden und überwinternden Fledermäuse.
Die Eremitage ist der älteste christliche Bau im Bas Languedoc. Sie besitzt ein Dach aus Steinplatten und ein schönes Tonnengewölbe. In der Abside findet man noch Freskenfragmente aus dem 8. Jahrhundert. Bis vor einigen Jahren unternahmen die Bewohner des nahegelegenen Ortes Sanilhac hierhin noch jährlich stattfindende Wallfahrten.

Auf den selben Weg geht man zurück oder wählt als Alternative den oberhalb der Schlucht verlaufenden Weg, der in La Baume beginnt und beschildert ist, m.E. aber weniger reizvoll ist und im Großen und Ganzen auf dem Plateau dem GR6 folgt. Im Aufstieg steil und etwas ausgesetzt, ca. 140 HM auf 800m Strecke. Wenige Ausblick in die Schlucht.

Die Variante von Collias über den Höhenweg nach La Baume und am Ufer zurück ist nach Abzweig La Baume schlecht ausgeschildert. Der richtige Abzweig wird leicht übersehen und liegt im Gebüsch. Wer ein Weinfeld umrundet ist falsch! Direkt vor dem Feld gehts rechts ab ins Gebüsch…

Diese Variante gibt es mit GPS Daten auch im Netz bei Randogps


Presqu’ile de Giens: Sentier du littoral

Foto: Visiocarte, Panoramio

Die Halbinsel ist durch eine schmale Landverbindung mit dem Festland verbunden, über die man zunächst Richtung Giens fährt. Man benutzt die gut ausgebaute Straße oder einen sandigen, ab und zu gesperrten bzw. überfluteten Weg an der Westseite. Vorbei geht es dabei an Salinen; Flamingos sind fast immer zu beobachten. Bei viel Wind üben Surfer an der Westseite atemberaubende Luftsprüge.
Es gibt auf der Halbinsel zwei alte Zöllnerpfade – ich beschreibe den im Westen. Am besten parkt man in der Nähe des Hafens La Madrague im Nord-Westen der Halbinsel. Man folgt der Richtung zum Parkplatz ONF – der Weg führt über eine Hügel hinunter zum Strand von Darboussiere. Von hier aus folgt man der bestens ausgeschilderten Strecke rund um die westliche Spitze der Halbinsel. Es geht durch lichten Pinienwald, der Weg folgt der kurvenreichen Küstenlinie und man hat immer wieder phantastische Blicke aufs Meer. Die Natur blüht und riecht, Macchia überall zwischen den Pinien. Nach ein paar Kurven und einem Abstieg gelangt man zum schönen Strand von Pontillon, wo man auch baden kann. Dann geht es wieder (recht steil) hinauf durch Wald zum Ausssichtspunkt Rabat. Ein wenig weiter erreicht man die Ruinen eines alten Leuchtturmes. Ab hier verändert sich das Bild der Vegetation: Man wandert durch dichtes Korkeichengehölz, das sich durch den Wind geformt quasi an den Hang presst.

Blick Richtung Hyeres - c Pit Aretz 2004

Bald erreicht man die Calanque de Ble. Eine tolle Steilküste, azurblaues klares Wasser – am liebsten würde man sofort eintauchen. Man folgt dem Weg immer der Küstenlinie folgend und gelangt so zurück zum Hafen von Madrague.
Eine wunderschöne, kaum anstrengende Wanderung durch Macchia, Pinien- und Korkeichenwald, für die man sich mindestens einen halben Tag Zeit nehmen sollte.
(ca. 5,5 km – Dauer ca. 4 Std. ohne Pause).

Mehr Bilder hier


Rocher de Roquebrune – Durch das „Trou“

L'Endre mit Rocher im Hintergrund - c 2010 Pit Aretz

Schon so oft dagewesen und immer wieder begeistert mich der “Ayers-Rock” des Department Var! Wie vom “Lieben Gott” abgeworfen und liegen geblieben ragen die markanten Felsen von Roquebrune im Hinterland von Frejus aus der sonst sanften, mit Macchia und Korkeichen bewachsenen Hügellandschaft auf. Rotleuchtend liegt der Klotz neben der Autobahn zwischen Aix-en-Provence und Cannes.

Norbert von Olleschi... - Panoramio

Der GR 51 führt quer durch die Felslandschaft, aber ein einfaches Entlangwandern wäre zu wenig. Lohnenswert ist auf alle Fälle der Aufstieg auf den Gipfel (373m). Man nimmt entweder den schnelleren vom GR 51 aus (gelbmarkiert – den im Süden der Rocher liegenden Parkplatz als Ausgangspunkt nehmen) oder den blau-sternchen-markierten, den sportlichen, der wirklich Spaß macht! Er schlängelt sich auf Kammhöhe um den Berg herum und beginnt gegenüber dem Baggersee. (Zufahrt: Von Roquebrune kommend: Kleine Straße links vor der Brücke, an Abzweigung rechts. Ersten größeren Parkplatz benutzen.) Hier steigt man zunächst über die Felsplatten hinauf  bis zum ersten Gipfelaufbau. Von dort folgt man der nicht immer deutlichen Markierung. Der Aufstieg ist in der Tat sportlich: 2x muss man eine Drahtseilsicherung benutzen und an 2 Stellen sollte man (zumal mit etwas unsicheren Kandidaten) ein Seil zum Abseilen dabei haben; erst recht, weil man nicht weiß, ob noch alle Sicherungen benutzbar sind. Vom Gipfel aus kann man den “normalen” (gelb markierten) oder weiterhin den blau-sternchen-markierten Abstieg benutzen. Letzterer geht durch Macchia und Wald zunächst relativ steil bergab, ist aber einfach. In Höhe der Riesenmurmeln kommt man wieder auf felsigen Untergrund und wandert von hier gemütlich bergab zum Auto.
Wer vom Parkplatz aus etwas weiter fährt und seinen Wagen (Achtung, Diebe!) an dem parallel zur Autobahn verlaufenden Weg in der Nähe der Quelle abstellt, gelangt zu den Ruinen einer alten Kirche (N.D. de la Rochette), die in einem herrlichen dichten Korkeichenwäldchen liegt. Versteckt hinter riesigen übereinander liegenden Felsplatten in einer Schlucht findet man die winzige Kapelle Saint-Jean.

Chapelle St. Jean

Wer sucht, der findet nicht weit davon den tiefen Einschnitt, in dem sich sicherlich ein paar Kletterer am Fels versuchen. Am Ausgang der Schlucht in ca. 2m Höhe liegt der Eingang zu einer Höhle, die durch den Berg führt. An einer engen Stelle (Le Saint Trou – Zugang auch von der anderen Seite mit rotem Pfeil markiert) muss man sich kriechend durch einen 2m langen Felsspalt schlängeln, ehe man wieder ans Tageslicht kommt. (Nicht nur) Für Kinder der absolute Spaß! Taschenlampe nicht vergessen!


Berlin 3

Dank der neuen Bedienung gibt es keine Probleme mehr beim Frühstück.

Das Wetter ist heute sehr bescheiden – kalt, windig und regnerisch, ein Tag fürs Museum.

Artemis - c 2009 Pit Aretz

Mit der Regionalbahn fahren wir bis Bhf Friedrichstraße und laufen weiter zur Museumsinsel. Wie wir haben viele andere natürlich auch die Idee, bei dem Wetter ins Museum zu gehen. Im  Regen wartet schon eine Schlange von mind. 20 – 30m vor dem rechten Eingang. Links geht es allerdings sehr viel schneller! Warum steht da keiner? Ah, nur angemeldete Gruppen. Natürlich gehören wir zu der holländischen Gruppe. Und schon stehen wir im Vorraum – rechts tut sich immer noch nichts. Wir wagen es dann doch nicht in der NL-Gruppe schwimmend uns reinzumogeln, sondern stehen ganz unbemerkt plötzlich in der ersten rechten Reihe. Es stockt wegen fehlender Schließfächer! Da unten wird doch gerade eines frei und schon gehört es mir – die Ordner haben kurz die Übersicht verloren.

Pergamon Altar - c 2009 Pit Aretz

Und dann haben wir keine Probleme mehr und können uns in Ruhe (soweit das bei dem Ansturm möglich ist) das Pergamonmuseum anschauen. 10 € Eintritt/Person ist auch nicht zu teuer.

Markttor von Milet - c 2009 Pit Aretz

In 3.5 Std. schauen wir uns fast alles an, das eine intensiver, das andere eher im Vorbeigehen. Bei der Fülle an Ausstellungsstücken kann es aber nur ein Überblick bleiben.

Ishtartor - c 2009 Pit Aretz

Die Rekonstruktionen der archäologischen Bauensembles – Pergamonaltar, Markttor von Milet und Ischtar-Tor mit Prozessionsstraße von Babylon und Mschatta-Fassade – haben mir am meisten imponiert.

Weitere Infos: Raumplan des Museums | Staatliche Museen Berlin

Auf dem Rückweg besuchen wir noch einmal das Bistro am Gendarmenmarkt und gehen dann weiter zum Potsdamer Platz und Sony-Center. Auf dem Weg zum Brandenburger Tor besichtigen wir die Holocaust-Gedenkstätte, empfinden es etwas irritierend, dass Jugendliche mit Bier und Rapmusik die Platten als Treffpunkt und Sitzgelegenheit nutzen.

Holocaust Gedenkstätte - c by gezginruh (Panoramio)

Wir fahren vom Brandenburger Tor mit der neuen 3-Stationen-U Bahn  U55 zum Hauptbahnhof und nach Aufstieg durch alle Stockwerke mit der Regionalbahn zurück nach Potsdam.

Der Wetterbericht verheißt eher noch mehr Kälte und Regen – wir beschließen morgen schon nach Hause zu fahren.

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