Kategorie: REISE (Seite 47 von 55)

Reisetagebücher, Beschreibungen, Wanderungen

Orenknott (2258 m)

Sonnig, ein paar harmlose Wolken, bis 30° 

Das Wetter ist wie gehofft phantastisch: 7:30 Uhr – aufstehen. Gegen 9 Uhr gehen wir los zur Talstation der Texelbahn. 11 Euro kostet die Berg- und Talfahrt mit Gästekarte. Während Barbara und Matthes noch ihre Tour besprechen (die angepeilte Nassereithütte hat geschlossen) wandern wir gegen 9:30 Uhr an der Bergstation Giggelberg (1565 m) los.

Wasserspeicher bei Giggelberg - © 2010 Pit Aretz

Über Weg 2 geht es zunächst Richtung Zielspitze an einem kleinen Wasserspeicherteich vorbei, dann mit immer wieder recht steilen Passagen stetig bergauf. Der Weg verläuft zunächst durch Wald, auf den Gras- und Kräuterstrecken gibt es sehr viele Schmetterlinge. Nach einiger Zeit erreicht man eine kleine Hütte, danach geht es eine ganze Weile mehr oder weniger eben weiter durch eine sehr schöne Gegend; Bergwelt, wie man sie sich vorstellt. An einem Abzweig kurz vor dem Schindeltal biegen wir ab auf Weg 25A, der zur Orenalm führt. Es geht zunächst leicht, dann ein Stück eher steil bergauf bis zum Abzweig 25 zum Orenknott. Ab hier benötigt man noch ca. ¾ Stunde bis zum Gipfel. 

Unterhalb des Orenknotts - © 2010 Pit Aretz

Der Weg zieht sich in Schleifen mal mehr, mal weniger steil bergauf durch Lärchenwald, über Almböden, Stein- und Blockbereiche.

Nach insgesamt 2 Stunden Aufstieg sind wir am Wetterkreuz (2258 m), wo wir erst einmal eine Stunde Mittagspause machen. 

Wetterkreuz am Orenknott

Die Sicht ist gut, man schaut ins Meraner Becken, erkennt im Hintergrund die Dolomiten, die Berge des Vischgau, das Hasenörl, den Ortler(?), auf dem noch Schnee liegt. Es macht Spaß zu schauen, was man erkennt, wo man schon war und wo überall noch nicht…

Der Abstieg ist zunächst identisch, aber schon recht bald zweigt eine Wegvariante des 25 ab nach Hochforch. Es geht sehr abwechslungsreich steil hinab zu verlassenen Gebäuden der Orenalm (1947 m), dann weiter mehr oder weniger steil, meist über Felsstufen weitere 400 m hinab bis zum Meraner Höhenweg, auf den man am Hochforch (1555 m) trifft. 

Wandergenuss auf der Orenalm

Die Strecke ist zwar sehr schön, mal Almwiesen, mal Felsen, mal Lärchenwald, geht aber auch sehr lange bergab – viele Stellen, wo man fallen, umknicken oder wegrutschen kann.

An der (für mich nicht sehr attraktiven) Jausenstation Hochforch trinken wir etwas, gehen aber recht bald weiter wegen vieler nervender Fliegen. Nach einem Stück geteerter Straße führt der Meraner Höhenweg über viele Stufen auf und ab zum Giggelberg. In der Sonne ist es sehr heiß und die Anstiege liegen meistens in der Sonne. Schnell haben wir die Jause Giggelberg erreicht, nun nur noch kurz hinunter zur Seilbahn. An der Bergstation müssen wir nicht lange warten; kurz vor 15 Uhr sind wir wieder unten im Tal. 

Info: 12.3 km (inkl. Partschins-Seilbahn) | 3H40 reine Gehzeit, 2H25 Pausen und informieren | 870m Auf- und Abstieg 

Auf dem Nachhauseweg kaufen wir kurz beim Metzger ein und da Barbara und Matthes noch nicht da sind (= kein Kaffee) und es recht warm ist, packen wir unsere Badesachen und gehen noch für 1,5 Stunden ins Freibad. Das Schwimmen tut sehr gut.

Kaffee und Kuchen gibt es um 17 Uhr auch noch.

Nach dem Abendessen (Chicoreesalat mit Mandarinorangen in Curry-Mayonnaise, Reis, Hähnchenbrustfilet und Tsatsiki, Melone) und duschen bin ich jetzt ziemlich groggy…

Am Abend zieht sich der Himmel immer mehr zu – das Genuatief kündigt sich an.

Nach zwei Runden Romme schieben wir noch eine Minijause ein mit Schüttelbrot, Gurken, Silberzwiebeln und Kaminwurzen.

Das Genuatief ist da – es regnet sich ein…

Schloß Tirol und Schenna

Heiter bis bewölkt und schwülwarm, zwischendurch etwas Regen, bis 30°

In der Nacht hat es geregnet, über dem Nörderberg zeigt sich ein wenig klarer Himmel.

(Noch) klare Sicht: Algund und Etschtal - © 2010 Pit Aretz

Wir trauen dem Ganzen aber nicht so ganz und fahren deshalb noch einmal nach Dorf Tirol, um uns in der Burg beim letzten Mal nicht oder nur halb Gesehenes noch einmal anzuschauen, zumal der zweite Eintritt gratis ist.

Bestrafung

Gegen 12 Uhr beginnt es zu tröpfeln, weshalb wir unseren Plan, uns in St. Peter die Kirche anzuschauen, aufgeben. Stattdessen hängen wir noch die Sonderausstellung „Die Burgenzeichnerin“ an. Danach tröpfelt es aber immer noch. Wir gehen zum Parkplatz zurück, besuchen ein trotz Mittgaszeit geöffnetes Sportgeschäft im Dorf und fahren dann hinauf nach Schenna. Bereits am Ortsausgang von Dorf Tirol hört es auf zu regnen. Es ist sehr schwül und warm.

Schenna: Pfarrkirche, dahinter Mausoleum - © 2010 Pit Aretz

Vom Parkplatz an der Feuerwehr in Schenna gehen wir ein Stück die Straße entlang und dann eine Gasse hinunter zur Pfarrkirche und zum neugotischen Mausoleum vom Erzherzog (natürlich geschlossen), umrunden die Kirche und den Dorfplatz und wandern hinauf zum Schloss.

Schloss Schenna / Innenhof - © 2010 Pit Aretz

Schöner Innenhof. Der Besuch des Schlosses muss leider ausfallen (was ich nach 2 Stunden Burg Tirol auch nicht so schlimm finde). Die 14 Uhr-Führung ist gerade weg und bis 15 Uhr warten wollen wir nicht. Außerdem haben wir Hunger!

Auf der Fahrt durch Meran zurück nach Partschins müssen wir unsere Klimaanlage einschalten, 30° und Schwüle lassen sich so deutlich besser aushalten.

Matthes backt Eier mit Speck, ich mache einen Tomatensalat dazu und zusammen mit den restlichen Brötchen reicht das allemal aus, um den Hunger zu stillen.

Nach dem Kaffee noch kurz ins Dorf: Postkarten, Brot und Wein kaufen. Bis zum Abendessen (Thunfisch-Tomaten-Mais-Salat, Radi, Krabbensalat) lesen und Postkarten schreiben und dann ist der Tag schon fast wieder vorbei. Die Sonne taucht den Nörderberg in ein schönes Licht – hoffentlich ein gutes Vorzeichen für morgen.

Morgen gutes Wetter?

Die Postkarten sind im Briefkasten. Das Rommespiel will kein Ende nehmen, bis 23:30 Uhr zieht sich das Spiel hin.

Algunder Waalweg

Sonnig und schwülwarm bis Mittag, dann zunehmend bewölkter, später kurz Regen, bis 29°

Eigentlich wollten wir heute die Naturnser Alm besuchen, aber da Gewitter angesagt und der Nörderberg von Wolken umrahmt ist, entschließen wir uns von Partschins aus den Algunder Waalweg zu gehen. Durch die Apfelplantagen wandern wir zunächst auf Weg 10 vorbei am Restaurant Kostewaldele (interessante Speisekarte, wäre etwas fürs Abschiedsessen) nach Plars, wo wir uns das nette gotische Kirchlein St. Ulrich (einige Fresken aus dem 14. Jh.) anschauen.

St. Ulrich in Plars - © 2010 Pit Aretz

Auf dem Weg hinunter zum Waal kaufen wir uns Bio-Pfirsiche, die wir gleich verputzen. Der gut begangene Waal schlängelt sich am Hang entlang durch Wein- und Apfelplantagen, streckenweise auch durch Wald, vorbei an Algund bis kurz vor Gratsch.

Algunder Waal - © 2010 Pit Aretz

Auf dem Rückweg wandern wir über den uralten „Ochsentodweg“: Zuerst hinauf zur Burg Thurnstein.

Auf einer Bank mit Blick auf Burg Tirol machen wir in der Nähe Mittagspause.

Mittagspause auf dem Ochsentodweg - © 2010 Pit Aretz

30 Min. später geht’s weiter den Steinweg wieder hinunter.

Den Ochsentodweg hinunter

Beim Cafe Konrad treffen wie wieder auf den Waalweg. Hier trinken wir noch etwas, bevor wir uns auf den letzten Teil des Rückwegs begeben.

Der Himmel zieht sich immer mehr zu – dunkle Wolken, Donner ganz weit weg. Am Ende des Waalwegs in Töll beginnt es leicht zu regnen. Nun schnell über Weg 10 hinauf nach Oberplars und zurück nach Partschins. Wir sind ein wenig nass, aber nicht bis auf die Unterwäsche – halb so schlimm.

Info: 15 km | 3H20 reine Gehzeit, 1H45 Pausen und informieren | 380m Auf- und Abstieg

Nach Duschen und Kaffee hat sich das Wetter schon wieder beruhigt. Die große Abkühlung hat es nicht gegeben. Ich gehe kurz ins Dorf einkaufen, danach lese ich noch ein paar Kapitel, bevor es gegen 18 Uhr Suppe II gibt. Schmeckt heute noch besser und wir schaffen sogar den kompletten Rest.

Abends sitzen wir im Taufenbrunn und löffeln unser Eis. Danach zwei Runden Romme, wobei ich erstmalig so was von fett gewinne…

Um Mitternacht beginnt es zu stürmen und in der Nacht wahrscheinlich zu regnen, was wir aber nicht mehr mitbekommen.

Partschins: Freibad

Sonne den ganzen Tag, bis 31°

Wir stehen später auf. Erst kurz vor 9 sitzen wir am Frühstückstisch.

Fussweg Partschins - Plars

Da wir noch nicht direkt ins Freibad wollen, machen wir einen kleinen Erkundungsgang durch die Apfelplantagen Richtung Plars und zurück vorbei am Schwimmbad.

Schatten ist dort genug vorhanden, warm genug ist es auch schon, wir holen unsere Badesachen und machen es uns auf der Liegewiese bequem. Alle lesen etwas oder dösen. Ich habe mich in mein Buch mittlerweile eingelesen und finde es zunehmend besser.

Gaby und ich schwimmen ein paar Runden, das Wasser kühlt gut ab. Gegen 15 Uhr machen wir uns auf den Heimweg, Matthes hat uns inzwischen Apfelpfannkuchen gebacken – sehr lecker!

Den Nachmittag verbringen wir mit Lesen, am Abend gibt es Matthes’ Graupensuppe – die Menge, die er gekocht hat, wird wohl für die nächsten zwei Tage noch reichen.

Abends sitzen wir zum ersten Mal bis 23 Uhr auf dem Winz-Balkon, trinken Herrn Sonnenburgers Rotwein und essen Schüttelbrot. Das Dorf scheint ab spätestens 21 Uhr zu schlafen, nur von und nach Aschbach fahren ununterbrochen Autos – was es da wohl zu sehen gibt?

Ultental: Ultner Höfeweg von St. Nikolaus über St. Gertraude zurück

Sonne, bis 24° im Ultental, bis 29° im Vinschgau 

Vor der Abfahrt muss ich noch Geld aus dem Bankomaten holen und Matthes beim Dorfmetzger Kaminwurzen für seinen Eintopf kaufen. Wir unterhalten uns ein wenig mit Frau Sonnenburger (85 Jahre alt und macht noch alles selbst), während wir auf Matthes warten.

Um 9:30 Uhr fahren wir los, nach gut einer Stunde Fahrt parken wir in St. Nikolaus neben der Kirche an der Feuerwehr. Der Weg ist direkt ab hier durchgängig sehr gut beschildert – niemand braucht eine Wegbeschreibung. Wir wandern gegen den Uhrzeigersinn. Vorbei an einem alten Hof zieht sich der Weg zunächst sanft durch schattigen Wald aufwärts. Auf gleicher Höhe bleibend, immer leicht auf uns ab, führt der Weg an verschiedenen alten Bauernhöfen vorbei. 

Ultner Höfeweg - © 2010 Pit Aretz

Alle sind mit Holzschindeln bedeckt und mit dunklem Holz verkleidet. Unmengen Holz für den nächsten Winter ist schon gesammelt und gestapelt, vor allen Fenstern Blumenkästen und wunderschöne Blumenbeete vor vielen Höfen. 

Ultner Hof mit Bauerngarten - © 2010 Pit Aretz

Meistens gibt es neben den alten Häusern neu erbaute mit mehr Komfort, mit Satellitenschüssel und Strom, aber alle traditionell erbaut.

Eine Gratisdusche gibt es neben den Wiesen, die gerade bewässert werden.

Gegen 11:30 Uhr sitzen wir auf einer Picknickbank neben einer restaurierten,  mit Wasserkraft betriebenen Säge in St. Gertraude und machen Mittagspause. Sehr schön, sehr sauber, Gratistoilette inklusive!

Weiter geht es, nun nicht mehr so hoch oberhalb des Tales, zurück nach St. Nikolaus. 

Urlärchen (UNESCO Weltkulturerbe) - © 2010 Pit Aretz

Wir bestaunen die 2000 Jahre alten Urlärchen mit einem Stammdurchmesser von bis zu  7m, die mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Sie sehen zwar arg zerfleddert aus, die Kronen fehlen, der Blitz hat diverse Male eingeschlagen, aber sie stehen und leben noch.

Der Weg führt abwechslungsreich über Wiesen, Pfade, Wege und durch Wald, vorbei an einem Sanatorium, in dem sich schon Rosegger, Freud, Kafka, Th. Mann u.a. erholt haben sollen, über eine Brücke unterhalb eines Wasserfalls und dann sanft abwärts bis zur Brücke über den Falschauer Bach, in dem wir eine Forelle beobachten können. Nun noch hinauf zur Kirche und im Hotelgarten Kaffe und Kuchen bestellen.

Bewertung:  🙂 🙂 🙂 und Doppelplus für das ideale Wetter 

Info: 11.2 km | 2H40 reine Gehzeit, 1H Pausen und informieren | 370m Auf- und Abstieg 

Stausee Ultental - © 2010 Pit Aretz

Auf der Rückfahrt halten wir noch kurz am Stausee, als Liegewiese taugt der „Strandabschnitt“ mit Kühen aber eher nicht. Um 16:30 Uhr sind wir zurück in Partschins (– 28°).

Gekocht haben wir heute Schweinegeschnetzeltes mit Möhren, Bohnen und Zwiebeln in Curry-Kokosmilchsoße mit Reis, Melone. 

Ab 20:30 Uhr sind wir auf dem Festplatz, wo zunächst eine Blaskapelle eine Polka nach derselben zum Besten gibt, danach versucht sich „Jeremy“ in Blues, Rock, Pop. Wir trinken ein paar Bierchen (gut organisiertes Bestellsystem mit Funkverbindung zum Zapfhahn!), später zu Hause noch eine Flasche Wein – morgen haben wir nichts vor und dürfen auch spät aufstehen.

Pfossental: Vom Vorderkaser (1690 m) zum Eishof (2127 m)

Heiter und kühl am morgen im Vinschgau, im Pfossental bedeckt und kühl (max. 12°), im Vinschgau heiter bis 25°

Um 9:30 Uhr sind wir schon auf der Zufahrtsstraße zum Vorderkaser im Pfossental. Die bis zu 20%igen Steigungungen schafft unser Wagen häufig nur im 1. Gang. Um 9:45 Uhr parken wir beim Vorderkaser und wandern entlang des rauschenden Pfossenbachs hinauf Richtung Eishof. Zum ersten Mal habe ich heute den ganzen Weg über mein Fleeceshirt an, es ist 9° und wird auch bis heute Nachmittag nicht viel wärmer. Die Sonne macht sich hier bis auf ganz seltene Augenblicke rar.

Wir halten Ausschau nach Murmeltieren; ich sehe zwar keines, die anderen dafür aber ein fettes – ich will es mal glauben.   

Mitterkaser, Rableitalm - © 2010 Pit Aretz

Es ist immer wieder ein schöner Anblick, wenn sich kurz vor dem Mitterkaser das Tal öffnet und den Blick freigibt auf die Hohe Wilde, etwas später auf die Große und Kleine Weiße.
Wir wandern über die Rableit-Alm weiter zum Eishof, kommen an grasenden Bergkühen vorbei, informieren uns an den vielen neu aufgestellten Informationstafeln und staunen immer wieder über die imposanten Berge am Talabschluss.

Nach ca. 6 km und 1,5 Stunden später sind wir am Eishof – es ist 11:30 Uhr und verdammt kühl. Wir setzen uns in die Stube, hoffen auf wärmeres Wetter und lassen uns die Karte geben: Bratkartoffeln mit viel Speck und 3 Spiegeleiern (lecker) für die Männer, Gemüsesuppe und Kaiserschmarren für Gaby und Graupensuppe mit Wurst für Barbara. Die Hütte ist ganz gut gefüllt und über Mittag füllen sich die Bänke draußen ebenfalls. Während Barbara sich auf den Rückweg begibt, wandern wir noch ca. 30 Min. lang das Tal aufwärts:
Vorbei an unzähligen Steinmännchen aus Bachkieseln, über eine Wiese mit Pferden und Eseln bis zu einer kleinen Anhöhe bei der Äußeren Grubalm.

Steinmännchen beim Eishof - © 2010 Pit Aretz

Talabschluss Pfossental - © 2010 Pit Aretz

Von vorne bläst ein unangenehm kalter Wind und da wir alle nicht wintermäßig angezogen sind kehren wir um.

Auf dem Rückweg keine Murmeltiere, dafür viele Wanderer und MTB-Fahrer. Barbara holen wir kurz vorm Vorderkaser noch ein, wo wir uns Kaffee bestellen. Ein wenig scheint jetzt die Sonne – da kann man sogar draußen sitzen und die Blumenpracht rund um den urigen Vorderkaserhof bewundern. 

Vorderkaser - © 2010 Pit Aretz

Um 15 Uhr machen wir uns auf den Rückweg und kaufen in Naturns fürs Wochenende ein. Matthes will seine Graupensuppe machen. Im Vinschgau sind es tatsächlich 25°!

Schade ist eigentlich, dass wir keine Sonne auf dem Balkon und auf der Terrasse keine Sitzgelegenheit haben, denn dann könnte man sich jetzt sonnen. Bleibt der etwas enge, schattige Balkon.  Da wir mit dem Kochen heute keine Eile haben, lesen wir noch ein wenig: Gaby wird ihr Buch heute schaffen, ich schaffe immerhin 4 Kapitel.

Das Mittagessen hält nicht so lange an wie gedacht. Abends machen wir uns noch eine Spezialjause: Käseknödelsuppe, Radi, Schnittlauchbrote, Kaminwurzen, Speck, Käse, Tomaten mit Zwiebelringen – sehr lecker.

Den Abend beschließen wir mit Rommé – wir spielen 2x bis 500, weil bereits nach einer Runde Matthes die 500 erreicht hatte.

Partschinser Sagenweg

Heiter bis 11 Uhr, danach bedeckt, ab Mittag erste Regentropfen, danach Gewitter, am Abend Aufklarung, bis 20° 

Das Wetter sieht gegen 9 Uhr noch ganz gut aus, aber da Regen angekündigt wurde, wollen wir heute nur eine kurze Tour machen. Direkt hinterm Haus beginnt der Partschinser Sagenweg.

Partschinser Sagenweg - nicht zu verfehlen

Es geht zu Beginn etwas bergauf, dann hat man den Waalweg erreicht, dem wir nun folgen. Es ist immer wieder ein Vergnügen, eben und parallel neben einem plätschernden Wasserlauf mit viel Aussicht zu allen Seiten herzuwandern. 

Entlang des Partschinser Waals

Hier gibt es schon erste Hinweistafeln zu verschiedenen Fundstellen oder „wichtigen“ Orten. Der erste Schalenstein taucht auf: Ein Felsblock mit kleinen Vertiefungen – das sollen Artefakte sein; über deren Bedeutung weiß allerdings niemand etwas Genaues.  Kurz vor Ende des Waalwegs zweigt der Sagenweg ab und zieht sich nun teilweise durch Wald und Busch einen Hang hinauf bis zur Tablander Straße. Wir schauen uns eine Wohnhöhle an, sehen sagenhafte Begegnungsstätten von (natürlich) Frauen (besonders Geada) und Satan, weitere Schalensteine mit und ohne eingeritzter Kreuze, Sitzsteine und diverse Vertiefungen in Felsen, die auch zufällig entstanden sein könnten, um die sich aber die seltsamsten Geschichten ranken. 

Sitzstein

Am Golderskofel genießen wir die Aussicht ins Tal. Leider hat sich der Himmel komplett zugezogen. Wir wandern die asphaltierte Straße hinunter bis zum Abzweig zum Wasserfall, dort biegen wir links ab und erreichen den Saltenstein (wozu es natürlich auch eine hanebüchene Geschichte um eine verschüttete Glocke gibt, die man in manchen Jahren zu Peter und Paul hört…), wo wir neben einem deplatziert wirkenden Brunnen unsere Brötchen essen.

Entlang des Zielbachs (Weg 1) und über die Hängebrücke gehen wir hinunter ins Dorf, kaufen Punkt 12 noch etwas im Miniladen ein und erreichen mit den ersten Tropfen unser Appartement.

Info: 7.2 km | 1H50 reine Gehzeit, 1H10 Pausen und informieren | 345m Auf- und Abstieg

Hängebrücke übder den Zielbach

Es beginntz zu gewittern und regnet kräftig. Der Starkregen lässt zwar schnell nach, leichter Regen hält sich aber noch bis gegen 16 Uhr. Ich beginne ein neues Buch (Elliot Perlman: Sieben Seiten der Wahrheit), kann mich aber nicht so recht einlesen. Zum Glück versucht Matthes sich im Pfannkuchenbacken und das gelingt ihm sehr gut. Er lädt uns zum frühen Kaffee ein: Pfannkuchen mit Marmelade.

Ich versuche noch einmal mein Glück in der Bibliothek, aber ein Downloaden von GPS-Wanderdaten ist nicht möglich und zum Bloggen ist zu wenig Zeit, weil schon die nächsten Internet-Interessenten hinter einem stehen. Auf dem Rückweg finde ich in einem Keller einen Supermarkt, den wir noch nicht kennen und kaufe noch etwas ein.

Danach ist Kochen angesagt: Kartoffeln, geriebene Zucchini-Eiersahneplätzchen, Bratwurstkringel, Obst-Joghurtquark.

Nach den Nachrichten noch ein wenig lesen, später „philosophieren“ über Glück, Zufriedenheit und Alter und (zwangsläufig) Schule – das Thema sollte man aber besser meiden.

Dorf Tirol: Burg, Erdpyramiden, Tiroler Kreuz, Burg Auer

Sonnig, ab Nachmittag bedeckt und schwül, bis 26° 

Nach dem Frühstück besuche ich die Bibliothek und gehe ins Internet. Emails abrufen, Emails schreiben, Wanderrouten aussuchen und GPS-Daten speichern, aber das Speichern auf meiner Festplatte ist leider nicht möglich. Die Routen gibt es nicht als PDF-Dateien (oder bin ich blind?) Morgen werde ich noch einmal nachfragen, wenn die kompetentere Kollegin da ist. Bloggen würde funktionieren, dauerte jetzt aber zu lange, die anderen warten auf mich.

Beim Dorfmetzger kaufe ich Fleisch für 2 Tage und gegen 10.30 Uhr fahren wir nach Dorf Tirol, Barbara hat sich eine Tour ausgesucht.

Etwas umständlich suchen wir uns den Weg; die Beschilderung führt uns in einem großen Bogen um Meran herum. 

Burg Tirol - © 2010 Pit Aretz

Vom zentral gelegenen Parkplatz aus erreichen wir in 15 Min. Burg Tirol. Da ganztägig geöffnet ist, wollen wir die Burg auch besichtigen. In jedem Raum gibt es unterschiedliche Schwerpunkte, didaktisch sehr gut aufbereitet. Die Wegeführung ist eindeutig, Kopfhörer mit entsprechendem Kommentar an vielen Stellen – man ist aber bald wegen der Fülle an Informationen überfordert. Mir gefallen am besten die Kapelle mit Türsturz, Fresken und Altar und die Diashow „Mittelalterliche Symbolik und Steinbearbeitung“.

Kapelle Burg Tirol - © 2010 Pit Aretz

Im Turm wird die Entwicklung Tirols im 20. Jahrhundert behandelt, von der Spaltung nach dem 1. Weltkrieg, über Faschismus, Verlust der Autonomie, Separatistenterror und Wiedererlangung der Autonomie in zwei Stufen. Ganz interessant.

Nach 2 Stunden reicht es mir aber. Nach und nach kommen auch die anderen im Innenhof an und nach einem Latte macchiato machen wir uns auf, die begonnene Rundtour zu beenden. Zum Glück kann man die Eintrittskarte innerhalb von 10 Tagen ein zweites Mal benutzen – sehr lobenswert.

Wir steigen zunächst steil bergauf Richtung Gasthaus „Frommer Kreuz“. Unterwegs hat man zwei Blicke auf die Erdpyramiden von Tirol, die aber nicht gerade Begeisterungsstürme hervorrufen. Könnte man glatt übersehen. 

Trimmeinlagen

Am Gasthaus vorbei wandern wir weiter über den Trimmpfad (Trimmübungen inbegriffen!) zum „Tiroler Kreuz“, wo wir zur Kaffeezeit eintreffen und uns Kuchen und Getränke bestellen. Der Himmel zieht sich immer mehr zu – es sieht nach Gewitter oder Regen aus; wir bleiben aber verschont. Über einen uralten Plattenweg wandern wir abwärts über Weg 9 vorbei an Burg Auer und dem Johanneum durch Apfelplantagen. Der letzte Wegabschnitt ab Auer ist leider nicht mehr so toll. Nach einem Kurzbesuch der Pfarrkirche fahren wir zurück. 

Der Rundweg ist ca. 6 km lang, 356 m sind im Auf- und Abstieg zu bewältigen.

 Zurück geht es wieder etwas unübersichtlich durch Meran; wenn man sich aber an „Reschenpass“ hält klappt’s. Gegen 17 Uhr sind wir „zu Hause“, nachdem wir beim Miniladen an der Ecke noch Wasser, Wein und Käse gekauft haben.

Jetzt machen wir uns ans Kochen: Salat, Reiseintopf mit Fenchel, Tomaten und Hackfleisch.       

Abends fahren wir nach Naturns zum Lichterfest: Bummeln vorbei an Bier-, Wein- und Fressbuden nebst Live-Beschallung und Fahrradrennen. Beim Rennen stürzt natürlich ein Junge auf der Rampe – nix passiert. Ansonsten voll und laut. Wir brauchen eine Weile bis wir Platz an einem Tisch gefunden haben. Die Bedienung ist etwas überfordert, kommt zu selten vorbei, aber für 2 Biere reicht es. Gegen 22.30 Uhr fahren wir zurück.

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