Kategorie: REISE (Seite 52 von 57)

Reisetagebücher, Beschreibungen, Wanderungen

Gorges de la Siagne, Grasse und St. Paul-de-Vence

Bewölkt im Var, heiter im Alpes maritimes – etwas verschleiert, bis 20°

Wegen des vorhergesagten schlechteren Wetters für das Departement Var sind wir heute schon relativ früh unterwegs: Über Bagnols-en-Foret zunächst Richtung Grasse.
Einige Kilometer hinterm Lac de St. Cassien, an der Grenze zum Department Alpes maritimes parktn wir unser Auto an der Pont de la Siagne, um die hochgelobte Wanderung 18 „Alles stimmt…“ aus dem Rother Wanderführer Cote d’Azur zu machen.
Wir können das Lob nicht so ganz nachvollziehen und die Kilometer- und Zeitangaben können eigentlich auch nicht stimmen.
Man folgt weitestgehend dem gut markierten GR 510. Es geht aber sehr oft kräftig bergauf (insgesamt haben wir 480 Höhenmeter bewältigt und eine (abgekürzte) Strecke von 8,6 km zurück gelegt), man sieht leider so gut wie nichts von der Landschaft, weil es ständig durch schattigen Wald geht.
Die Kapelle St. Saturnin kann man sich sparen, es sei denn man möchte dort picknicken.

Pit Aretz: Kanal Siagne

Man überquert via kleiner Brücke den Wasserkanal, der Grasse und Cannes mit Wasser versorgt und steht irgendwann vor der Wahl: Weiter zum Pont de Tuves, dazu muss man wieder runter zum Fluss und dahinter noch einmal weitere 310 HM aufsteigen oder gleich die Abkürzung rauf aufs Plateau nehmen. Wir haben abgekürzt, weil wir bis hierhin schon über 1,5 Stunden unterwegs sind und nach Beschreibung erst ein Drittel der Wanderung hinter uns haben.

La Siagne

Wanderung entlang der Siagne

Auf einem kurzen Wegsbschnitt geht es 145m steil bergauf, es ist warm und die Sonne scheint. Oben sind wir nass geschwitzt und schauen uns nach einer Rastmöglichkeit um – nichts. Da wir gut abgekürzt haben, kamen wir auch gar nicht erst ins Dorf St. Cezaire-sur-Siagne (ist sowieso Mittagszeit, d.h. alles geschlossen). Ganz viele Steinmäuerchen begleiten uns auf dem Weg Richtung Bergeris, man sieht auch mal etwas:

Pit Aretz: Blumen Bergeris

Blumen, blühende Obstbäume und die Mauern sind auch nett anzuschauen, und wir finden auch einen netten Rastplatz auf einer Steinmauer.
Unser von gestern übrig gebliebenes Paprika-Couscous ist jetzt richtig durchgezogen und schmeckt kalt sehr viel besser. Einen Müsliriegel gibts als Nachtisch hinterher. So steil wie es rauf ging, geht es jetzt auch wieder runter, aber die Landschaft wird offener und man kann immer wieder ins Tal schauen. Wieder gehen es über den Kanal und bald schon treffen wir auf den Aufstiegsweg und sind 15 Min. später am Auto.

Das Wetter spielt mit, also fahren wir noch nach Grasse.
Die Stadt ist etwas unübersichtlich und voll, und wir haben Mühe ein freies Parkhaus zu finden. Wir bummeln planlos durch die Altstadt, nehmen auch mal Gässchen, die abseits der Touristenströme liegen und trinken auf dem alten Platz der Gerber unseren Kaffee – erstaunlich billig!

Pit Aret: Grasse

Der Bummel durch die Gässchen ist ganz nett, die Parfümerien sparen wir uns – irgendwie riecht auch alles sehr ähnlich und sehr intensiv.

Pit Aretz: St. Paul de VenceDas Wetter ist immer noch gut – weiter nach Saint Paul-de-Vence.
Durch die Gorges du Loup fahren wir nach St. Paul, mit Sicherheit aber zum letzten Mal. Eigentlich hätte man es wissen müssen, ich hatte es aber anders in Erinnerung. Stinkiges enges Parkhaus, nur Rummel, nur Verkauf, brechend voll – das eigentlich nette Städtchen kann ja nichts dafür.

Wir essen auf einer Bank an der Stadtmauer unsere Äpfel und sind relativ schnell wieder am Auto und auf der Rückfahrt.

Auf Stau haben wir jetzt keine Lust mehr, also ab auf die Autobahn. Die Geschwindigkeit bin ich gar nicht mehr gewohnt.
Wir fahren noch schnell am Supermarkt vorbei und tanken voll – morgen wollen wir ja nach Hause. Der Wetterbericht sagt für hier „ab und zu“ Regen (kein starker Dauerregen), dafür aber Regen im ganzen Land voraus. Die ganze Rückfahrt im Regen muss nicht sein und den letzten Tag bekommen wir auch noch rum – also fahren wir doch erst Freitag bei besserem Wetter.

Das Essen war heute sehr klassisch – die Vorräte gehen zu Neige:
Gemischter Salat, Bio-Beefsteak mit grünen Bohnen und Kartoffeln und Mousse au chocolat mit Vanillesoße (wie gestern). Von den restlichen Kartoffeln mache ich gleich noch einen Kartoffelsalat mit Zitronenmayonnaise.

Pic de l’Ours, Cap du Dramont und Sonnenbaden

Ganztags Sonne – etwas verschleiert, bis 20°

Heute wieder frische Baguettes. Die Sonne scheint, also ab – Gaby hat Lust zu laufen, sogar mit Wanderschuhen. Zunächst fahren wir die nun schon bekannte Strecke durch Frejus und Valescure Richtung Agay und nehmen den Weg bis hinauf zum Col Notre Dame (324m).
Unterwegs schöne Ausblicke auf die diversen Gipfel und Zacken des Esterel und aufs Meer tief unter uns.

Pit Aretz: Corniche

Vom Col wollen wir auf dem bequemen Weg rauf zum Pic de l’Ours (pas le chemin direct) vorbei am Dent de l’Ours. Natürlich haben wir die Wanderkarte vergessen und das Navi hilft einem in der Wildnis auch nicht unbedingt weiter (Topo-Karten habe ich nicht) und wir verlaufen uns bzw. übersehen die Abzweigung. Durch schönen Wald und freie Strecken geht es falsch sanft abwärts bis hinter den Sommet de l’Uzel, wo wir auf zwei Wanderer mit Karte treffen. Wir haben uns schon gedacht, dass wir falsch sein müssen, dank der Auskunft von M. und Mme. finden wir dann auch die richtige Abzweigung. Dazu müssen wir aber erst einmal wieder zurück zum Zahn des Bären.
Kaum anstrengend sind wir nach kurzer Zeit am Gipfel. Dort muss man eine hässliche Relaisstation umgehen und hat dann einen wunderschöne Rundumsicht.

Vor und unter uns La Napoule, die Bucht von Cannes und die Iles de Lerins, dahinter die schneebedeckten Gipfel der Alpen.

Pit Aretz: Cannes und Alpen

Auf der anderen Seite das Esterelgebirge und die Küste hinunter bis St. Tropez.

Pit Aretz: Meer von Pic de l'ours

Wenn die Sicht besser wäre, könnte man sicherlich auch Korsika sehen.

Nach Apfel und Schokobrötchen gingen wir sehr gemütlich über das Zufahrtssträßchen wieder hinunter zum Pass. Ohne ständig auf die Füße achten zu müssen kann man so die sich hinter jeder Kurve ändernde Aussicht genießen.

Unbedingt an den Strand wollten wir noch nicht und der Aufstieg war ja auch eher ein Spaziergang, da können wir doch gleich noch das Cap du Dramont über den Sentier littoral umrunden. Und das war ein guter Entschluss.

Cap Dramont

Cap du Dramont

Das Licht ist wunderschön, die Ausblicke auf die vielen kleinen Buchten und Einschnitte und das blaue Meer sind atemberaubend. Es geht zwar ein wenig auf und ab, aber nicht zu anstrengend. Unterhalb des Leuchtturms schaue ich mir noch einmal den Kletterfelsen an, an dem wir uns schon einmal bei Starkwind hinauf getraut haben – kaum zu glauben…

Pit Aretz: Cap du Dramont

Kurz vor dem kleinen Hafen du Poussai biegen wir ab und sind nach wenigen Minuten wieder am Parkplatz am Plage de Camp Long – den Rundweg kann man sich merken.

Im Tiki-Plage trinken wir unseren Kaffee und legen uns danach noch für eine Stunde in die Sonne.

Pit Aretz: Tiki Plage

Die Reserveanzeige blinkt – erst in St. Raphael finden wir eine Tankstelle, zum Glück, denn die Rückfahrt im Feierabendverkehr ist echt ätzend. Dauerstau quasi durch St. Raphael (wegen Eisenbahnerstreik warteten am Bahnhof vielleicht 500 Menschen auf einen Bus) und Frejus bis zum Abzweig nach La Bouverie. Die Fahrten durch und um Frejus sind schon ein wenig nervig.

Der Hunger meldete sich und wir machten uns ans Essen und Kochen:
Terrine forestiere, Salade melee mit warmem Ziegenkäse, Paprika-Hack-Couscous mit Schafskäse und Mousse au chocolat mit Vanillesoße.

Der Wetterbericht meldet für Mittwoch fürs Departement Var Regen, für Donnerstag starken Dauerregen!! Morgen werden wir dann am besten in das zumindest für Mittwoch bessere Wetter Richtung Cannes fahren und uns danach für die Abfahrt am Donnerstag vorbereiten.
Schade, aber am Freitag wären wir eh gefahren.

Lac d’Ecureuille und Sonnenbaden in der Bucht von Agay

Ganztags Sonne, bis 20°

Die Sonne lacht und wir lachen erst einmal über Jonas’ grundsätzliche Weinempfehlung (siehe Kommentar von gestern). Immer wieder fiel uns unterwegs der „rom…benförmige Geschmack“ ein, der „weit in den Hals ragt“.

Wir fahren durch Frejus und St. Raphael die Corniche entlang nach Agay. Zum Sonnenbaden ist es noch ein wenig früh, deshalb gehen wir erst einmal spazieren: Vom gut besuchten Parkplatz zum Eichhörnchensee und zurück.

Pit Aretz - Lac d'ecureuil 

Keine wandermäßige Herausforderung, dafür ohne Wanderschuhe zu schaffen – es geht eigentlich ohne Steigung einfach am Bach entlang. Viele blühende Sträucher, Kräuter und der plätschernde Bach nebenan. 4 km weiter ist von Lac nichts zu sehen; wegen Baggerarbeiten am Damm wurde das Wasser wohl komplett abgelassen, aber viel war da ja noch nie.
Auf dem Rückweg haben wir es uns auf Felsplatten am Wasser eine Stunde bequem gemacht und den Fischen zugesehen, und dabei darauf gewartet, dass einer zu unvorsichtig sein und von der Strömung in das untere Becken gespült werden würde; ich glaube einer musste dran glauben.

Pit Aretz: Fische 

Hin und zurück sind das gemütliche 8 km.

Weil die Sonne so herrlich schien, fuhren wir natürlich an unseren Strand „Tiki-Plage“ in Agay, der auch gut besucht war. Gaby legte sich gleich auf ihre Badematte.

Pit Aretz: Tiki Plage 

Ich machte vorher noch einen Rundgang um die Landzunge herum zu den Einsiedlerkrebsen. Superklare Sicht, tiefblaues Wasser, rote Felsen und blauer Himmel und das bei knapp 20°.

Pit Aretz: Boot bei Agay 

Wir haben auf dem Rücken liegend noch eine ganze Weile den Stimmen um uns herum gelauscht: Viele Franzosen, einige Italiener und wenige Deutsche und ein Opa, der ChaudChaud oder ChouChou oder ChouxChoux oder auch SchuhSchuh ??? verkaufen wollte. Zu uns kam er nicht, obwohl Gaby was chaud haben wollte.

Der Magen knurrte, genug Sonne gehabt und ab gings nach „Hause“.
Heute gab es adeliges Essen, von gestern:
Reis war noch übrig – ab in die Mikrowelle. Eine Entenbrust (gestern war sie besser) in Streifen geschnitten und mit Möhren, Broccoli und Porree in gelber Currypaste und Kokosmilch serviert. Vorher ein hervorragender Salat mit Chevre chaud im Speckmantel, hinterher Creme caramel.

Und jetzt gehen wir noch ein bisschen an der Endre spazieren.

Pit Aretz: Endre

Faulenzen, Lesen, Dies & Das und ein phantastisches Abendlicht

Bis nachmittags grau und bedeckt, zwischendurch Tröpfeln, bis 16°, ab 16 Uhr kommt die Sonne heraus, bis 18°

Ab 7.30 Uhr liefen die Kinder in der Wohnung irgendwo über uns herum (tun sie immer noch), um 8.30 Uhr tat mir der Rücken weh.
Im Wohnzimmer habe ich mein Buch zu Ende gelesen (unbedingt empfehlenswert: Die dunkle Seite des Mondes), danach bzw. dabei  Frühstück gemacht und ein wenig Musik gehört.

Draußen graut es so vor sich hin, groß unternehmen kann man heute wohl nichts.
Seit ganz langem bin ich mal wieder Joggen gegangen in der Gegend hinter „Oasis“. Unterwegs sehr viele schöne blaue und gelbe wilde Iris und stark riechender, blühender Thymian.

iris

Der früher einmal vorhandene kleine Wald und der Weinberg sind weg und alles ist wird langsam wieder überwuchert von Macchia. Vielleicht eine Folge des großen Brandes? Jedenfalls baut sich jetzt jemand dort mittendrin ein neues Haus…
Nach Lösen eines alten „Um die Ecke gedacht…“ habe ich mich ans Kochen gemacht und für 1,5 Kochplatten ist es ostermäßig gelungen:

  • Bunter Salat aus jungen roten und grünen Blättern, Rucola, Spinat und Cerfeuille
  • Entenbrustfilet (perfekt rosa) auf Apfel-Sahne-Curry mit grünem Pfeffer an Naturreis
  • Mousse au chocolat

Gaby liest schon den ganzen Tag „Kind 44“ und ich befürchte, dass sie das heute noch schaffen will. Gegen Abend soll das Wetter besser werden und für die nächsten beiden Tage ist Sonne zu erwarten. Heller wird es ja schon – mal schnell eine Runde durch das Wäldchen, bevor es Kaffee gibt.

Ich hatte Recht – Gaby will das Buch zu Ende lesen, also fahre ich alleine ein wenig durch die Gegend. Ein wunderbares weiches Licht, das die gepflügten Weinfelder rot leuchten lässt!

Wein bei Pennafort

Zunächst fahre ich zu den Gorges du Pennafort, finde aber immer noch nicht den Eingang in die Schlucht – man kann schlecht durchs Hotel gehen.
Auf dem Weg zurück komme ich über die Endre, einem Nebenfluss des Argens und wandere ein wenig am Ufer entlang. Faszinierend der Gegensatz zwischen der Flussvegetation, die gerade beginnt zu grünen und den immergrünen Schirmpinien. Im Hintergrund die Rocher.

L‘ Endre

Und weil das Licht so schön ist, fahre ich noch eben in Roquebrune vorbei.

Castell Roquebrune

Das Licht entschädigt für den verregneten Tag!

Les Trois Croix – Rocher de Roquebrune

Ganztags bedeckt, zwischendurch Tröpfeln, bis 16°

Heute hat uns die Sonne nicht geweckt, es war grau. Laut Wettervorhersage soll es heute aber nicht regnen…
Gabys Vorschlag: Heute mal nicht so weit fahren, wir „gehen“ auf unseren Hausberg.
Die Suche nach dem Parkplatz am Weingut war nicht erfolgreich, den gab es nämlich nicht mehr. Statt weiter zu fahren  drehten wir um und parkten am Zugang zum GR 51.

In die Landschaft gelegt...

In die Landschaft gelegt…

Der Weg schlängelt sich durch die Gegend, mal begleitet von einem Bach, durch Mimosenwald, offene Flächen mit Wildblumen, aber leider ohne Sonne, weshalb die noch blühenden Mimosen** nicht so zur Geltung kommen.

Der gelb-markierte Abzweig lässt aber auf sich warten und es ist viel weiter als wir gedacht haben. Heute ist alles besser markiert und der Weg durch den Korkeichenwald bis zum Steilhang breit geräumt. Hinter der Ruine geht es zunächst über glatte Felsplatten hinauf, dann folgt steiles Blockklettern bis zu einer ausgesetzten Stelle, um die man herumkommen muss. Früher ist uns das Ganze irgendwie leichter vorgekommen. Jedenfalls strengte der Aufstieg ziemlich an und oben waren wir nass geschwitzt, auch ohne Sonne.

Gipfelkreuze

Mit Erreichen des Gipfels (373 m) gab es dann eine Abkühlung in Form von Regentropfen – also sofort wieder runter, weil wir uns auf den Wetterbericht verlassend auch keine Regensachen dabei hatten.
Der Abstieg war noch schlimmer. Die feuchten Steine waren nun auch noch glitschig.
Kaum hatten wir die gefährlichen Stellen passiert, hörte der Regen auf. Wir sind den GR 51 noch einmal bis zum „alten“ Abzweig weiter gegangen und haben auch den neuen Parkplatz, der jetzt etwas weiter entfernt liegt, gefunden. Beim nächsten Mal werden wir ihn dann auch finden und der Aufstieg wird etwas kürzer. So hat das Ganze mit Hin- und Rückweg 3,5 Std. gedauert. Ungefährlich ist die Strecke nicht und sportlich allemal, auch für Jüngere. Gesamtstrecke 8,2 km, Höhenmeter 411.

** Mimosen: Etwas für Schlaumeier von Schweinchen Schlau

Mimosen

Die hiesige Mimose gehört zur Familie der Akazien. Sie ist ein Baum, der eine Höhe von bis zu 30 m erreichen kann. Es gibt rund 1.200 Arten, von denen 700 aus Australien stammen. In Europa wurde die Pflanze Ende des 18. Jahrhunderts von Captain Cook eingeführt. 1864 pflanzten englische Adlige in Cannes erstmals Mimosen in den Gärten ihrer Villen an. Von da verbreitete sich die Mimose wild auf den sauren Böden der Region, von den Hügeln des Maures-Gebirges bis zur italienischen Riviera (aber auch im Roussillon und in manchen Gegenden der Atlantikküste).
Die meisten Mimosen blühen 5 bis 8 Wochen, von Dezember bis März. Manche jedoch, wie die „acacia retinodes“, blühen das ganze Jahr über, besonders schön jedoch von November bis Mai. Entgegen der herkömmlichen Meinung ist die Mimose recht widerstandsfähig und kann Temperaturen bis zu – 8 °C standhalten!“

Auf dem Rückweg haben wir dann noch für Ostern eingekauft und uns zu Hause mit ein paar Broten gestärkt.
Draußen ist es immer noch grau…

Da es in unserer Küche eigentlich nur einen großen Topf und je eine (halb)große Pfanne und Kochplatte gibt, muss man nacheinander kochen bzw. das Menü den Gegebenheiten anpassen.

Küche heute:
Thunfischsteaks mit Tomatensoße al arrabiata an lauwarmem Auberginen-Kartoffelsalat in Olivenöl-Basilikum Dressing. Dessert: Creme caramel a la Bonne Mamam. Dazu ein kühles Bier.
Mmmh!

Abends:
Passend zum Urlaub in Frankreich schauen wir uns zum x-ten Mal „Die Ferien des M. Hulot“ an.

Nachtrag zur Anlage: Es gibt hier eine Menge Tore, die man alle mit Code (6stellig) öffnen muss. Dazu MUSS man immer aussteigen, was nicht so schlimm ist, außer bei Regen. Aber Auf- und Abfahrt sind zusätzlich noch ziemlich abschüssig. Wer keine funktionierende Handbremse hat, kann seinen Wagen im (geschlossenen) Tor der Tiefgarage wieder abholen. Unpraktisch. Da wünscht man sich zumindest Madames Funkschlüssel.

Presqu’ile de St. Tropez: Sentier du littoral von Escalet zum Plage de la Briande

Bis Nachmittag volle Sonne, danach einige Wolken, am Meer kräftiger, kühler Wind, – 18°

Wieder von der Sonne geweckt worden. Heute gab es frische Baguettes nach einer langen Warteschlange vor der Bäckerei und kein WLAN. Beschwerde beim Chef – scheint gewirkt zu haben.

Nach dem Frühstück fuhren wir über Le Muy und Ste. Maxime  (die gleiche  Baustellenstrecke wie gestern, nur in umgekehrter Richtung, der gleiche Stau durch Ste. Maxime und weiter bis zum Abzweig nach St. Tropez).

Uber Ramatuelle ging es dann schnell an den Strand von Escalet.

Da wir am Cap Camarat schon einmal waren, gingen wir den Sentier du littoral entlang zum Cap Taillat und von da noch eine Ecke weiter bis ans Ende vom Plage de Briande.

Bis zum Cap liefen wir an der windgeschützten Seite, am Cap schlug uns aber ein starker Wind entgegen. Der Strand ist sehr schön und war fast menschenleer, nur am Ende knubbelten sich diverse Wanderer – da war es windstill und deshalb machten wir es genauso: Dazuknubbeln und die Sonne genießen.
Wie angekündigt zogen ein paar Wolken auf. Wir machten uns auf den Rückweg und waren um 15.30 Uhr wieder am Auto.
Gesamtstrecke ca. 8 km

Wie befürchtet staute es sich wieder von St. Tropez bis durch Ste. Maxime, vor allem aber wohl wegen der an vielen Kreiseln stehenden Polizei. An der Küste entlang fuhren wir bis Les Issambres: Ein Ort, in dem man nicht unbedingt aussteigen muss. Besser keinmal als einmal.
Zwei Espresso 9 Euro, dazu ein Kännchen warmes Wasser gratis. Im Mini-Casino Maxipreise: z.B. 5 Tomaten 3,95 Euro, Billigfeta 2,54 Euro. Beim nächsten Mal durchfahren!

Zu Hause direkt kochen, weil wir Hunger hatten.
Der Nudelsalat mit Oliven, Tomaten und Rucola war prima, den mit Couscous gefüllten und mit Mozzarella überbackenen Zucchinihälften verpasste unsere Grill-Mikrowelle eine Kohlemütze. Ärger! Das Gerät taugt nicht außer zum Auftauen und TK Gemüse garen. Weiß nicht, ob das Gerät je wieder sauber wird.

Ich habe mir heute einen ganz schönen Sonnenbrand geholt – morgen soll es ja bedeckt sein…

Les-Arcs-sur-Argens, La Garde Freinet (Fort), Grimaud, Strand

Ganztags Sonne, leichter bis kräftiger, kühler Wind, – 18°

Auch heute scheint wieder die Sonne, es ist aber deutlich kühler, vor allem der Wind.

Les Arcs

Nach dem Frühstück fahren wir nach Les-Arcs-sur-Argens und finden direkt den einzigen freien Parkplatz am Aufgang zur Altstadt. Les Arcs macht seinem Namen alle Ehren: Jede Menge Bögen, Torbögen und Durchgänge, sorgfältig restaurierte alte Häuser, Kopfsteinpflasterung, Blumen – sehr sauber, sehr proper und fast menschenleer, dazu ein blauer Himmel und Sonne pur.

Weiter geht’s über Vidauban nach La Garde-Freinet. Unterwegs fällt uns auf, dass erstaunlich wenig Touristen dieses Frühjahr unterwegs sind!

Garde Freinet

Am Kreuz über der Stadt lassen wir den Wagen stehen und machen uns auf den Weg zur alten Festung. Nach einigen Kletterpartien empfängt uns oben ein unangenehm kühler Wind – zum ersten Mal ziehe ich eine Jacke über. 
Den Durchgang und Übergang über den Graben finden wir nicht mehr – egal, der Wind bläst weiter kräftig von dort; ein andermal.

In Grimaud finden wir ebenfalls direkt einen Parkplatz hinter der Mairie. Wir bummeln durch das ruhige Städtchen, auch hier viele Bögen, Durchgänge, schmale Gassen, Blumenschmuck und alles sehr sauber. Von der alten Burg blickt man in die tiefblaue Bucht von St. Tropez. Unterhalb der Burg genießen wir auf einer Bank windgeschützt die Sonne.

Grimaud

Auf der Rückfahrt über St. Maxime packen wir gegenüber St. Tropez unsere Badematten aus und wagen uns an den Strand. Wenn nur der Wind nicht gewesen wäre. Entnervt gaben wir nach 10  Min. auf, die Haare voller Sand. 

La mer
Wegen Feierabendverkehrs und umfangreicher Straßenbauarbeiten schleppte sich die Rückfahrt dahin.

Wir hatten Hunger und freuten uns auf Plat du jour:
Bunter Salat, Farfalle bolognaise, Erdbeerjoghurt und ein Bierchen

Und das WLAN geht wieder, so dass wir weiter bloggen können…

Neues Buch angefangen: Martin Suter – Die dunkle Seite des Mondes
Nach Lesen der Inhaltsangabe war ich nicht unbedingt überzeugt davon, dass das Buch der Bringer sein wird. Hatte aber gute Kritiken bekommen.
Schon nach wenigen Seiten war ich fasziniert; Martin Suter erzählt eine unglaublich spannende Geschichte eines erfolgreichen, aber auch unzufriedenen Wirtschaftsanwalts, der nach dem Verzehr von hallozinogenen Pilzen seine dunkle Seite entdeckt. Faszinierend ist es, dass man den Protagonisten einerseits zwar mag, und mit ihm mitlebt, aber ihn andererseits auch als absolut abstoßend, kalt und grausam erlebt. Nein, identifizieren kann man sich nicht mit Urs Blank – und gerade dieser Umstand macht das Buch so überaus lesenswert! Empfehlung!

Taillerie de meules und Rocher de Roquebrune

Ganztags Sonne, ab und zu ein paar Schleierwolken und leichter Wind, bis 18.5°

Ich kann in dem harten Bett nicht länger liegen, draußen lacht die Sonne und ein blauer Himmel – aufstehen.
Gegen 10.30 Uhr Aufbruch nach Bagnols-en-Forêt und zu den Mühlsteinfelsen. Parkplatz wie immer am Friedhof. Der Weg hinauf ist jetzt ausgeschildert und schneller als erwartet sind wir oben.

Mühlsteinfelsen

Auf dem GR 51 geht es weiter. Wir schauen uns diesmal das Oppidum* an, das etwas 1 km abseits des Weges liegt.  Außer einer aufgeschichteten Mauer deutet nichts auf etwas früher einmal Bewohntes hin – die Infotafel ist leider auch schon zerstört.

Oppidum

Der GR 51 schlängelt sich durch ein merkwürdig gewachsenes lichtes Pinienwäldchen, ab und zu kann man einen  Blick aufs Meer und die Landschaft erhaschen.
Wir sind uns nicht mehr sicher, wo der kürzere Weg hinab geht (natürlich am Steinmännchen!!), wir gehen weiter und laufen so die längere Strecke. Auch nicht schlimm.
Nach gut 2 Std. sind wir zurück am Auto. Gesamtstrecke 7,5 km, 270 HM

Zu Hause Kaffee und Plätzchen auf unserem Sonnenbalkon: Ich lese ein wenig, Gaby döst auf ihrer Liege in der Sonne vor sich hin. Nach einer Stunde habe ich einen leichten Sonnenbrand…

Rocher Roquebrune

Wir fahren zu den Rocher de Roquebrune und parken das Auto an der ersten Ruine.

Eine gemütliche Wanderung führt uns auf den Rocher de Palay.

Unterwegs bewundern wir Blumen, Kräuter, Opuntien und schöne Schirmpinien, während Schwalben um uns herum fliegen.

Im Nachmittagslicht fahren wir schön langsam um den Rocher herum und finden sogar etwas Neues: Einen kleinen See mit ohrenbetäubend quakenden Fröschen.

Und weil es auch hier so lange kalt war und für die Jahreszeit immer noch ist, blühen die Mimosen noch immer.
Ein schöner Sonnentag!

Auf dem Rückweg geht’s noch einmal in den Supermarkt: Wir kaufen u.a. ein richtiges Messer, weil es in unserer Puppenküche an „scharfen“ Messern nur ein Brot-, ein Steak- und ein immer schräg schneidendes Schälmesser gibt.

Küche heute:
Bunter Salat, Kartoffelsalat mit Zitronenmayonnaise und scharf angebratenen Putenstreifen und Dessertcreme (Saveur Vanille).

„Kind 44“ ausgelesen – hat mir ganz gut gefallen. Spannender Thriller, der die Schreckensherrschaft der Stalinzeit versucht einzufangen. Natürlich mit Happy End, soweit man das damals haben konnte…

* Etwas für Schlaumeier von Schweinchen Schlau:
Oppidum: Befestigte Siedlung, Schanzanlage. Das Oppidum de Bayonne kontrollierte den nahegelegenen Col de la Pierre du Coucou und war von Beginn der Bronzezeit (ca. 1800 v. Chr. bis zum Ende der Eisenzeit (ca. 50 v.Chr.) mehr oder weniger  bewohnt. Bei Ausgrabungsarbeiten 1971 – 75 wurden vier Behausungen (Cabanes) gefunden. Man schätzt die Einwohnerzahl auf 30 – 40 Personen.

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