Kategorie: REISE (Seite 52 von 55)

Reisetagebücher, Beschreibungen, Wanderungen

VTT und Lourmarin

Bedeckt, deutlich kühler, bis 20°

Heute morgen ist es deutlich kühler als die Tage zuvor und bedeckt – wir planen keine Wanderung oder größeren Ausflug.
Gaby kommt also endlich dazu die mitgebrachten Hefte zu korrigieren und ich will meine 2. Biketour machen.

Über Cazan fahre ich Richtung Vernegues, um noch einmal in Ruhe nach dem römischen Tempel zu suchen. In der Nähe eines Weinguts finde ich ihn dann auch. Dass es keine Hinweisschilder gibt kann man verstehen, wenn man den Zustand der Ruine sieht.

Römischer Tempel - c v.léo (Panoramio)

Der Wachhund des Weinguts mag mich nicht – agressiv und bissig schnappt er nach meinen Füßen und versucht ins Vorderrad zu beissen. Ich muss mich mit Fußtritten und Steinen wehren, bevor er endlich ablässt.

Über einen schönen Weg durch Feld und Wald fahre ich noch einmal rauf nach Vieux-Vernegues, drehe eine Runde übers Plateau und fahre dann über Cazan und durch den Wald hinterm Golfplatz zurück (ca. 25 km).

Nach Mittagessen, Lesen und Kaffee drehen wir eine Runde durchs Dorf. Es wird heller und auch wieder etwas wärmer.

Wir fahren zunächst nach Charleval, wo ich auf der ersten Biketour ein nettes Schloss gesehen hatte – aber ausser dem Chauteau gibt es hier wirklich wenig.

Chateau Charleval - © Stephane_ADAM (Panoramio)

Bisher immer nur durchgefahren besuchen wir dann noch Lourmarin – und es ist in der Tat eines der schönsten Dörfer Frankreichs. Alt, aber proper und durchrestauriert, nette Gassen und – da auf Touristen eingestellt – auch mit genügend Möglichkeiten draußen oder drinnen zu sitzen und etwas zu essen oder trinken.
Das Abendlicht verbreitet zusätzlich noch eine schöne Stimmung.

Gasse - © Pit Aretz 2006

Lourmarin im Abendlicht - © Pit Aretz 2006


Rundwanderung um Buoux

Sonne, bis 24°

Nach dem Frühstück über Charleval und Roque d’Antheor nach Buoux. Unser Ersatzauto zieht so locker im 5. Gang den Berg rauf,  da kann man nur staunen was ein Turbo an Power bringt.

Klettern bei Buoux – © founky (Panoramio)

Wir parken unterhalb der sehr imposanten Kletterfelsenauf dem Parkplatz im Tal der Aiguebrun. Von weitem hört man die Kletterer in der Wand sich Befehle zurufen. Ich hätte zu meinen besten Kletterzeiten sicherlich da extremst geköddelt.
Zunächst wandern wir parallel zur Aiguebrun, kommen etas später auf den asphaltierten Weg, der zum Fort und zur Auberge Seguin führt. Das Fort sparen wir uns, wir folgen dem GR9 und kommen an der zumindest von weitem nett aussehenden Auberge vorbei.

Am Wegweiser folgen wir dem GR9 Richtung Buoux, überqueren den Bach und gelangen über einen steinigen Eselsteig hinauf zur Steilkante.

Borie – © 2006 Pit Aretz

Von hier hat man eine sehr schöne Aussicht ins Tal und auf  Auberge Seguin, gegenüber erkennt man ein Steinhaus, ein Borie . Die Krähen stürzen sich in die Tiefe und von oben kann man ihre Flugkünste bewundern. Zeit für eine kleine Pause.

Der Weg folgt eine Zeit lang der Kante, biegt dann ab und führt schließlich über Feldwege nach Buoux. Am Ortseingang  bittet uns eine Frau um Hilfe beim Reifen wechseln. Leider reichen meine Kräfte auch nicht aus, um mit dem Originalschlüssel einer uralten Ente die noch älteren Radmuttern zu lösen.

Wir wandern weiter durch Buoux hinauf zum Friedhof, wo wir an einer romanischen Kapelle Mittagspause machen.
Danach geht es weiter, zunächst durch den Wald hinab am Chateau Buoux vorbei und dann immer der Straße nach zurück zum Parkplatz. Der letzte Abschnitt ist ziemlich langweilig und nicht lohnend – da müsste man sich fürs nächste Mal eine Alternative ausdenken.

VIDEO

Gegen 15 Uhr sind wir wieder am Auto. Auf der Rückfahrt kaufen wir noch etwas im Intermarche ein und machen uns zu Hause direkt ans Kochen.

Bis zum Sonnenuntergang sitzen wir auf dem Balkon und genießen die noch erstaunlich warmen letzten Strahlen.


Ockerbrüche in Rustrel und ein Auto ohne Heckscheibe

Sonne, warm bis 24°

Mit noch gerade 2L Benzin im Tank rollen wir an die Tankstelle und mit vollem Tank über Lauris und Apt nach Rustrel: Besichtigung der Ockerfelsen und -steinbrüche steht an.

Unterschiedlichste Farbtöne – © 2006 Pit Aretz

Der ausgeschilderte Rundweg ist viel kürzer als gedacht, und schnell sind wir trotz intensiven Fotografierens und Picknick mit Baguettes und Ei einmal rum und wieder am Auto. Es ist noch früh – fahren wir doch noch nach Apt oder in den Zedernwald bei Bonnieux.

Ockerbrüche Rustrel – © 2006 Pit Aretz

Dazu kommt es aber nicht mehr. Beim Zurücksetzen nehme ich eine Korkeiche nicht wahr und fahre exakt mit der Welle des Heckscheibenwischers gegen einen abgesägten, leicht vorstehenden Ast. 6 Richtige! Ein lauter Knall, tausend Scherben – Heckscheibe gibt es nicht mehr, Scheibenwischer liegt abgerissen auf dem Parkplatz. Das Blech rund um die Fensteröffnung ist durch den verdrehten Scheibenwischermotor so verbogen, dass man auch kein Ersatzfenster mehr einsetzen kann.

Das war’s

Auto so einladend offen stehenlassen? Mit Folie abkleben und weiter rumfahren?
In Merindol haben wir eine Opel-Werkstatt gesehen, also zuerst einmal dahin.
Natürlich müssen wir bis 16 Uhr warten, Monsieur Ginet macht noch Mittag. Wir, erst recht ich, verstehen wenig von dem was er sagt, zumal er sich auch kaum Mühe gibt, langsam und in „hochfranzösisch“ zu sprechen, und es macht ihm sichtlich Spaß mich zu veräppeln.

Zum Glück sind wir im ADAC.
Natürlich – weil man’s braucht – ist mein Handyakku leer, ich kann aber das Werkstatthandy benutzen und erreiche die gelben Engel: Gleich jemand am Apparat, der französisch spricht und mit M. alles abklärt, einen Leihwagen organisiert und vorab bezahlt, sofort und mehrmals zurückruft, ob alles geklappt hat. Kompliment! Und M. Ginet ist zwar speziell, aber wirklich sehr nett.

Wir fahren mit dem kaputten Auto nach Salon, um unseren Leihwagen abzuholen. Wir irren herum, haben keinen Stadtplan, fragen hier, fragen da. Nach diversen Auskünften Einheimischer, die vage nach stadtauswärts oder stadteinwärts zeigen finden wir es. Bei Europcar ist alles vorbereitet, ich brauche nur noch in den Peugeot zu steigen und loszufahren. Gaby mit unserem hinterher. Salon zur Feierabendzeit ist die Hölle! Zugestopft und kaum ein Fortkommen. Immer wieder sehe ich Gaby im Rückspiegel ganz klein werden – der Turbodiesel ist eine Rakete.

Am letzten Kreisel vor Merindol verfährt sich Gaby auch noch und M. und ich warten fast 10 Min. bis sie endlich auftaucht. Es ist mittlerweile 18 Uhr. Den Opel lassen wir an der Werkstatt und fahren mit dem Leih-Peugeot nach Hause.
Tiefgarage, stockdunkel, keine Einweisung – wo ist nur der Lichtschalter? Hei! Automatisch schaltet es sich ein!

Etwas erleichtert machen wir uns was zu essen, rufen die Kinder an und hoffen, dass der Wagen bis Freitag spätestens 17 Uhr fertig ist. Die Übernachtung in Dôle sagen wir ab.

Übrigens: Die Ockerbrüche waren phantastisch ocker!

Waren die Farben wirklich so? – © Pit Aretz 2006


Alleins und der verspätete Zug

Sonne, warm bis 24°

Lynn fährt heute nachmittag wieder nach Dijon, deshalb können wir nichts Großes unternehmen. Wir suchen den römischen Diana-Tempel in der Nachbarschaft – keine Chance: Nirgendwo ein Hinweis und die Karte hilft auch nicht weiter.

Wir fahren weiter nach Alleins und parken auf dem Parkplatz am Ortsrand. Es gibt eine Burgruine, die wir uns anschauen, danach bummeln wir durch ein paar schmale Gassen und ein altes Stadttor zurück zum Auto.

Alleins – © janpier (Panoramio)

Nach dem Mittagessen dösen wir noch ein wenig und fahren gegen 15 Uhr los nach Avignon zum Bahnhof. Wir finden einen superengen Parkplatz in einem Parkhaus. Wie befürchtet verspätet sich der Zug.

Bahnhof hier leer…

Geschlagene 70 Minuten warten wir mit immer mehr anderen Fahrgästen. Ständig Durchsagen (die wir nicht verstehen, Lynn aber. Hat mit den vorgeschriebenen  Namensschildern an den Koffern und Taschen zu tun wegen Terrorpanik und Hinweis auf Rauchverbot, woran sich aber längst nicht alle halten ), immer begleitet von einem zunehmend nervenden Ankündigungsjingle.

Wir warten mal im Schatten, mal auf der Bank, in der Schalterhalle, auf einem anderen Bahnsteig, in der Sonne – bis dann endlich der Zug kommt haben wir keine Lust mehr auf eine Avignonbesichtigung und Lynn wird, wenn sie den letzt4en Zug nach Dôle nicht verpasst, erst um Mitternacht im Bett sein.

Auf der Rückfahrt durch die Alpilles begann unsere Reserveleuchte zu blinken…
Unterwegs nirgendwo eine offene Tankstelle! Sonntagabend  in der Provinz.
Mit Restbenzin für noch 22 km Fahrt rollen wir in unsere Garage.


Aix-en-Provence und VTT

Morgens wolkig, ab Mittag Sonne, warm, bis 24°

Nach dem Frühstück fahren wir nach Aix-en-Provence. Wir sind zum ersten Mal hier, aber übeerzeugen kann uns die Stadt heute nicht. Es ist Samstag, vielleicht liegt es daran. Uns ist es zu voll, zu laut und teilweise sehr schmutzig. Wir haben keine Ruhe uns irgendetwas anzuschauen und da wir wieder mal spät aufgebrochen sind, droht die nachmittägliche Schließung der Geschäfte. Wir folgen den Empfehlungen von Michelin, lassen uns durch die Straßen und Gassen schieben und haben dann nach 2,5 Stunden auch keine Lust mehr.

Volle Gasse - © gruchriss4 (Panoramio)

Die richtige Ausfallstraße zu finden war auch nicht einfach – wir verfahren uns immer wieder und umrunden Aix dabei einmal.

In Mallemort müssen wir noch einmal in den Supermarkt, weil Lynn einen Ersatzbadeanzug braucht und die beiden Frauen nach dem Mittagessen an den Pool wollen.

Ich unternehme währenddessen meine erste Biketour. Es ist sehr warm und ich habe mir gleich eine mit mehreren Steigungen ausgesucht: Durch unser Dorf runter zum EDF-Kanal, durch den Wald, über den kleinen Marseille-Kanal recht steil hinauf durch Fels und Wald (wo schon die ersten Jäger mit ihren Flinten unterwegs waren) auf 400 m. Nach ein wenig Ausschau (so viel sah man nicht, war ja im Wald) runter nach Charleval, wo es ein schönes Schlößchen gibt und über die D23 zurück nach Pont Royal.
Durch das Pförtnerhaus darf ich sogar ohne Ausweis.

1. VTT-Tour


Picknick am Stausee Peirou und Cathédrale d’Images

Sonnig, kaum Wind, bis 24°

Direkt nach dem Frühstück fahren wir mit gefüllter Picknicktasche nach Avignon, um Lynn vom TGV abzuholen. Sie will das Wochenende mit uns verbringen und darauf freuen wir uns auch.
Wir suchen ein wenig herum, finden aber recht schnell die Hinweisschilder zum TGV-Bahnhof. Da wir noch etwas Zeit haben, besuchen wir einen Carrefour Hypermarché, wo ich auch endlich ein Netzkabel fürs Ladegerät finde. Das Kabel gehört ab jetzt zum Standardzubehör unserer Urlaubskiste.

Ankunft in Avignon

Der Zug kommt pünktlich. Wir wollen durch die Alpilles zurück fahren. Am Stausee Peirou bei St. Remy-de-Provence machen wir Mittag-Picknick, flitschen Steine übers Wasser, „umrunden“ einmal den See oder liegen auf der Decke in der Sonne und lassen uns von Lynn Geschichten aus ihrem Au-Pair-Leben erzählen.

Picknick am See - © Pit Aretz 2006

In der Cathedrale d’Images schauen wir uns „Cezanne“ an. Das Thema fanden wir alle nicht so toll, ein wenig einseitig und vielleicht sind wir auch nicht so die Cezanne-Kenner und -Liebhaber. Immer wieder ein besonderes Erlebnis ist der riesige begehbare Steinbruch und die darin installierte Show aber dennoch.

Mehr Information zu Cathedrale d’Images

Auf der Rückfahrt fahren wir noch einmal bei Madame vorbei und dann gemütlich durch die Alpilles über Maussane und Mouries nach Pont Royal zurück.

Chaine des Alpilles - © Pit Aretz 2008

Abendessen und eine kleine Besichtigungsrunde durchs Dorf beenden den Tag.
Lynn hat uns immer noch eine Menge zu erzählen. Schön sie wieder bei uns zu haben.


Bonnieux und Abbaye de Silvacane

Sonne, windig, gute Sicht, bis 22°

Morgens zunächst Einkaufen im Supermarkt. Im Elektro-Heimwerkermarkt nebenan nach einem Euro-Netzkabel (2 polig) fürs Ladegerät gesucht aber nicht gefunden.
Mittags Resteverwertung (Bratkartoffeln mit Tomaten) und gegen 14 Uhr zu einer Rundfahrt ins Luberon gestartet:

Über Lourmarin Richtung Apt und dann ab nach Bonnieux. Nettes Städtchen, in dem wir einmal von der Unterstadt bis zur Kirche hinauf wanderten und die Aussicht auf den kalkweißen Mt. Ventoux bewunderten. Richtig viel los war hier aber nicht – im wahrsten Sinne des Wortes. Waren wir etwa wieder zu spätmittaglicher Zeit da?

Silvacane Kirche – © ABrooke, Wikimedia Commons

Auf dem Rückweg besuchten wir die Zisterzienserabtei Silvacane in Roque d’Antheor. Bei wunderschönem Spätnachmittag-Licht konnten wir die in Stein gebannte Zisterzienserwelt bewundern. Gut, dass solche Schätze erhalten bzw. restauriert und unterhalten werden. Deshalb geht der Eintrittspreis von 13 € und 2 € fürs Parken auch in Ordnung.

Mehr Infos zu Abbaye de Silvacane : Film, Hintergrundinfo, Grundriss (Kategorie Kirchen + Klöster)


Wanderung durch die Regalon-Schlucht nach Merindol

Superklar, Sonne, Wind, bis 22°

Heute wollen wir die Regalon-Schlucht durchqueren und über Merindol in einem weiten Bogen wieder zurück.

KLICK zum Vergrößern

Vom Parkplatz La Tuilliere aus geht es zunächst durch ein Bachbett und weiter am Rand eines Olivenhains entlang. Eine Info-Tafel markiert den Anfang der Schlucht, die man nach ca. 15 Min. erreicht hat. Nach einem 10m langen, runden Tunnelsaal (eine Taschenlampe braucht man nicht) geht es durch eine bis zu 50cm schmale und bis zu 30m hohe Schlucht. Dabei muss man zwei Stufen überwinden, wozu man auf alle Fälle die Hände benutzen muss. An einer Stelle muss man sich etwas winden, wenn man seinen Rucksack aufbehält. In der Regalon-Schlucht entdeckt man verschiedene, in frühgeschichtlicher Zeit bewohnte  Höhlen. Nach gut einer halben Stunde ist man durch und trifft auf einen Wegweiser.

Wir folgen dem GR6 Richtung Merindol. Zunächst verläuft der Weg noch durch eine lichte grüne Schlucht, es steigt danach leicht an und dann befindet man sich plötzlich im Vallon du Canbier mit Bäumen, Weideflächen und drei neugierigen Eseln. Man folgt dem GR6, geht durch Weinfelder und mehr Wald, sieht in einiger Entfernung ein Weingut liegen (St. Phalèz) und erreicht irgendwann ein Forsthaus und das Arboretum  de la Font de l’Orme.

Wir machen ein kleine Apfelpause und folgen danach weiter dem GR6 leicht auf und ab. Kurz vor Merindol steigen wir auf den Sommet du Vallon Bernard, um uns zu orientieren. Der Wind weht hier zwar ziemlich stark, dafür pustet er aber den Himmel frei.
Nun geht es an Merindol vorbei abwärts nach La Muse und Vieux-Merindol mit einer Gedenkstätte für die hier 1545 massakrierten Waldenser*.

Ab La Muse gibt es kaum noch brauchbare Markierungen oder wir sind blind dafür. Mit Glück und viele Blicke in die IGN-Wanderkarte  finden wir dann doch auf den rechten Weg. Kurz vor den Ruinen hinter Petit Champeau geht es – kaum angedeutet – nach links ab und auf einem schmalen Pfad durch den Wald hinab bis zum Parkplatz. Man kann lt. Karte aber auch rechts an den Ruinen vorbei zum Parkplatz zurück.

Insgesamt sind wir ca. 4,5 Stunden unterwegs – es reicht!
Zu Hause nur noch Kochen, Essen, Lesen, TV…


*Schweinchen Schlau zu dem Thema Waldenser:
Die Verfolgung religiöser Minderheiten ist ein trauriges Kapitel in Südfrankreich: Neben den Katharern existierten noch zwei weitere religiöse Gruppen in Okzitanien: Hugenotten und Waldenser.
Die aus Piemont und den französischen Alpen stammenden Waldenser waren mit Steuervergünstigungen angeworben worden, um die Viehzucht und den Ackerbau im Lubéron wieder zu beleben. Schnell integriert, übten sie ihren Glauben ausschließlich im familiären Rahmen aus. Um Konflikten aus dem Weg zu gehen, nahmen sie sogar an den katholischen Messen teil. Dies hätte wahrscheinlich noch Jahrhunderte so weitergehen können, wäre in Apt nicht der Dominikanermönch Jean de Roma zum Inquisitor bestellt worden. Jean de Roma stellte Untersuchungen an und als sich sein Verdacht bestätigte, plädierte er für rigorose Strafmaßnahmen gegen die „Ketzer“. Nachdem sich der französische König Franz I. nach langem Zögern 1545 entschließen konnte, eine Verfolgung der Waldenser zu gestatten, schritten die Verfechter des einzig wahren Glaubens im April 1545 zur Tat; es kam zu einem schrecklichen Massaker an den Waldensern: Elf Dörfer wurden im Rahmen einer „Strafexpedition“ niedergebrannt und zerstört, die Bevölkerung zu Hunderten abgeschlachtet; die wenigen überlebenden Männer mussten ein kümmerliches Dasein als Rudersklaven auf den königlichen Galeeren fristen.


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