Autor: Pit Aretz (Seite 12 von 57)

Kinsale und Ballinspittle

Heute trübes Wetter, in Kinsale ein paar Tropfen Regen.

Am Hafen trübe Stimmung

Gegen 10 Uhr Abfahrt nach Kinsale. Wir parken am Hafen und suchen in der Touristeninformation nach Infomaterial. Ich logge mich ins freie Virgin-Netz ein und lade ein paar GPS-Touren runter. Die Auswahl für Kinsale und Umgebung ist eher mager.

Church Saint Multose

Wir bummeln durch die Gassen mit ihren bunten Häusern, kaufen Postkarten und besichtigen die Saint Multose und Saint John Church, ein altes Torhaus (Desmond Castle – jetzt Weinmuseum), eine Klosterkirche und schon sind wir wieder am alten Milchmarkt.

Bunte Häuser gibt es in Kinsale genug

Auch die Fassaden sind bunt

Und Haustüren

Es klart ein wenig auf

Noch einmal am Pier entlang und oberhalb wieder zurück, das war’s erst einmal mit den Sehenswürdigkeiten.

Zu Hause gibt es einen Fisch-Gemüseeintopf. Dazu ein Glas Sancerre. Danach Nickerchen und Lesen.

Nach Kaffee und Kuchen wollen wir uns unbedingt noch bewegen. Wir laufen zum Castle Quai um die Ecke, das sich als Müllhalde für Recyclingmaterial entpuppt.
Ab ins Auto und nach Ballinspittle, wo es den einzigen ausgewiesenen Wanderweg der Gegend (Empfehlung vom Touri-Büro) gibt! Wir parken an einer Kirche und besichtigen den Friedhof.  Es gibt zwar einen Wald (das ist in Irland wirklich eine Seltenheit, weil alles irgendwann abgeholzt wurde), aber wir finden keinen Eingang. Nach einigen Kilometern entlang der Straße ist doch einer. Man läuft einmal längs durch, dann noch einmal quer zurück und dann ist man auch schon wieder an der Straße.  Im Wald selbst trifft man ausschließlich Hundehalter.

Wer den Wald nicht besucht hat hat auch nichts verpasst.

Es gibt noch Radieschen-Kartoffel-Tomatensalat mit Räucher-Makrele und Abendbrot. Draußen regnet es.
Da kann man den Tag eigentlich nur noch mit einem gemütlichen Abend vor dem Kamin mit Chips, Schokolade und Wein beenden.

Timoleague, Inshydoney und Drombeg

Um 8 Uhr Frühstück. Die Auswahl ist heute etwas mager.

Am Meer – ein bißchen Wattenmeer bei Ebbe

Ein blauer Himmel lacht und das soll den ganzen Tag so bleiben! Gegen 9.30 Uhr fahren wir durch Ballinspittle auf die 604 und folgen dem Wild Atlantic Way.

Timoleague: Ruinen des Franziskanerklosters

Sehr schön ist die Anfahrt auf Timoleague, wo schon von weitem die Ruinen einer alten Franziskaner-Abtei (Timoleague Friary) auffallen. Zeit für einen kleinen Rundgang durch die Ruinen, die heute als Friedhof genutzt werden und durch den Ort haben wir genug.

Jetzt Friedhof

Einer der wenigen gälischen Grabsteine

Es gibt hier noch eine…

Schön bunt

In Clonakilty biegen wir ab und erreichen bald den Strand von Inshydoney. Es ist gerade Ebbe, d.h. ganz viel Platz zum Spazierengehen! Wir holen uns eine Riesenportion Sonne (und ich mir einen Sonnenbrand, den ich die nächsten drei Tage noch spüren werde).

Unendliche Weiten am Strand von Inchydoney

Einmal bis ans Ende und wieder zurück

Gegen 14 Uhr reicht’s uns. Querfeldein über teilweise sehr enge Sträßchen fahren wir noch ein Stück weiter bis zum Steinkreis von Drombeg, dessen Besichtigung erstaunlicherweise gratis ist. Ich habe Gelegenheit Stress-Situationen beim Linksverkehr zu üben.

Steinkreis von Drombeg

Hier erkennt man die unterschiedlichen Höhen der Steine

Aus einer Pause mit Kaffee und Kuchen wird leider nichts – wir finden einfach nichts in der näheren Umgebung!
Das Navi führt uns über einen Mix aus National- und Nebenstraßen nach Bandon, wo wir weder eine echte Innenstadt finden noch den Weg zum Aldi, den wir auf der Anreise gesehen hatten – jeder weiß besser, wie wir fahren müssen. Nach etlichen Runden um den Kreisverkehr können wir endlich groß und günstig und irisch für 3 Tage einkaufen!

Zu Hause gibt’s Kaffee und Kaffee auf der Terrasse. Abends gebratene Nudeln mit Zucchini-Paprika-Tomaten-Zwiebel-Putengeschnetzeltem.

Der Aldi-Wein ist trinkbar und ratzfatz sind auch die Chips und die Schokolade weg.

Kinsale und Old Head

Probleme mit dem viel zu weichen Bett, mit der Bettwäsche, mit dem zu schweren und zu warmen Oberbett. Auch nach 70 Seiten Lesen finde ich keinen Schlaf. Aus lauter Verzweiflung ziehe ich um ins Kinderzimmer – und schlief endlich ein…

6 Uhr. Die Pumpe der Dusche von unten ächzt und jault. Ich versuche noch einmal einzuschlafen, keine Chance.
Wie setzt man unsere Dusche in Betrieb? Matthes hat auch unten schon alles ausprobiert und weiß es.

Um 8 Uhr sitzen alle am Frühstückstisch, die Sonne scheint. Kurz vor 10 Uhr fahren wir Richtung Kinsale, biegen vor der Brücke ab und stehen in der Anfahrtsschlange zu einem Kinder-Triathlon.

Industriehafen von Kinsale

Wir parken auf einer Wiese, gehen hinunter zum Anleger und hinauf zu den Ruinen von Fort James.

Fort James

Mittlerweile ist die Wiese komplett zugeparkt. Nach etlichen Rangierversuchen finde ich eine Lücke hinaus.

In Kinsale gehen wir einkaufen. Beim Spar nur ein sehr dürftiges Angebot. Bevor wir zurückfahren geht’s noch hinauf zum Fort Charles. Die Besichtigung sparen wir uns, machen nur eine kleine Runde um die alten Mauern.

Fort Charles

Zu Mittag gibt es heute Pellkartoffeln mit gedünsteten Möhren und Schweinesteaks.

Nach den Krähen die Stare

Nach Kaffee und Plätzchen fahren wir bis zur Abbiegung zum Old Head und wandern ca. 3 km entlang der Zufahrtsstraße an Feldern vorbei mit Blick aufs Meer zum Old-Head-Tower, einem mit Kunststoffplatten verkleideten Turm, der jetzt als Lusitania-Museum dient.

Der Leuchtturm – leider nur von Weitem

Über eine Wiese kommt man bis an die Steilküste, aber leider nicht weiter zum Leuchtturm. Wachen am Tor bewachen den privaten Golfplatz inkl. Hubschrauberlandeplatz, der sich von hier bis ans Meer erstreckt. Frech.

Ab hier wird die Landzunge bewacht

Gelbe Blumen überall

Auf der anderen Seite der Landzunge laufen wir zurück zum Auto. An zwei überfüllten kleinen Sandstränden vorbei fahren wir gegen 17 Uhr zurück zum Haus.

Dahinten wollen wir morgen hin…

Wir sitzen noch etwas in der Sonne, ich rufe das Glenahouse an wegen meines Kindl; man will darauf aufpassen.
Es gibt Salat mit Baguette und Käse zum Abendessen, danach für jeden noch eine Dose Bier.

Die Raben treffen sich wieder an ihrem Schlafbaum und wir gehen ins Bett: 22.30 Uhr ist Feierabend.

Trident Holiday Homes – Castle Quay

Kurz nach 8 treffen wir uns zum Full Irish Breakfast (2 Würstchen, Spiegelei, 2 Scheiben Bacon, 2 Scheiben Black Pudding – eine Art Blutwurst, 1/2 Tomate) mit Kaffee, Toast, Marmelade, Müsli und Joghurt.

Ross Castle – Killarney

Gegen 10 Uhr haben wir unser Auto wieder beladen und fahren  zunächst zum Ross Castle. Die Sonne scheint ein wenig, schönes Licht und schöner Blick auf den See, über den Bergen steht der Dunst.

Auf dem Weg zum Muckross House geraten wir in einen Volkslauf. Wir parken deshalb schon früher in der Nähe der alten Abtei.
Pferdedroschkenbesitzer wollen uns ihre Dienste anbieten, wir wollen lieber laufen. Die Ruinen der Muckross Abbey gefallen uns gut – der Kreuzweg ist noch voll erhalten.

Ruins of Muckross Abbey – Killarney

Kreuzgang Muckross Abbey

Wir laufen weiter zum Muckross House, einem alten Herrensitz mit schönen Gärten und wunderbarem Blick auf den See.

Zufahrt zum Muckross House

Von dort geht es in einem großen Bogen am Seeufer entlang wieder zurück zum Auto.

Spiegelungen im See

Das Navi führt uns über sehr enge Straßen auf die N 22. Ich schwitze und hätte ohne Matthes Warnrufe bestimmt mehr als einmal eine Mauer gestreift oder mit einem Graben Bekanntschaft gemacht. Auf der breiten Nationalstraße kurz durchatmen, bevor es hinter Macroom  wieder über enge Straßen nach Bandon und über noch engere nach Ballinadee und zur Unterkunft geht.

Von außen sieht die Anlage ziemlich abgerockt aus – es ist 14.30 Uhr und wir können das Haus erst ab 16 Uhr beziehen. Wir fahren deshalb nach Kinsale, bummeln durch die Gassen, essen Pizza und kaufen schon einmal im Centra für die nächsten Tage ein.

Pizza essen in Kinsale

Gegen 17.30 Uhr sind wir wieder in Castle Quay. Drinnen ist es sehr viel schöner und größer, als man von außen vermutet hatte. Wir teilen die Zimmer auf und sitzen noch ein wenig in der Sonne mit Blick auf den River Bandon.

Unser Zuhause für eine Woche – Castle Quay

Blick auf den Bandon River vom Garten aus

Heute Abend gibt es einen Tomaten-Mais-Thunfisch-Paprika-Salat. Bier haben wir auch noch.

Unser Hotel informiert mich, dass ich mein Kindle im Zimmer vergessen hätte…

Mit der Nacht kommen die Krähen

Anreisetag: Kerry-Airport und Killarney

Um 9 Uhr holen wir Barbara und Matthes ab und fahren nach Frankfurt-Hahn. Das liegt natürlich nicht in der Nähe von Frankfurt, sondern mitten in der Eifel – die Fahrt dauert knapp 2,5 Stunden. Das vorgebuchte Parken und Einchecken ist schnell erledigt, an der Sicherheitsschleuse ebenfalls keine Probleme. Genügend Zeit für Kaffee und einen Happen essen.

Mit 40 Min. Verspätung fliegen wir ab und landen ca. 1,5 Stunden später bei kühlem Nieselregen auf dem Kerry-Airport, einem kleinen Flugplatz mit 2 Gates auf dem Land.

Bei Hertz holen wir unser Auto ab. Nein, keine zusätzliche Versicherung.
Es wird etwas schwierig,all unsere Koffer und Taschen in den kleinen Renault Clio zu packen.
Meine ersten Kilometer mit Rechtslenkung und Linksfahren – ich muss mich extrem konzentrieren.

Unser Navi führt uns zu unserer ersten Unterkunft in der Muckross-Road in Killarney . Wir schaffen alles auf die Zimmer und laufen dann bei Nieselregen in die Stadt. Einmal die Main Street rauf, dann wieder runter, dann noch einmal in die Gassen gucken. Aus dem Nieseln ist mittlerweile Regen geworden.

Typisch: Panierter Fisch, Potatoes, Zitronenmayonnaise, Erbsenpürree

In Quinlan’s Fish-Restaurant finden wir einen freien Tisch und bestellen  Fish (Kabeljau und Seehecht) and Potatoes (hier selbst geschnitzte Kartoffelsticks). Lecker!

Nach einem Espresso und weiterem Rumlaufen im Regen landen wir in einem Pub mit Live-Musik: Dunloe Lodge Bar.

Der Laden wird voller und voller, die Gäste ebenfalls.
Nach je 2 Pint Murphy’s bzw. Guiness gehen wir ins Hotel zurück, surfen im Aufenthaltsraum noch ein wenig im Internet und sind kurz nach 23 Uhr im Bett. Ich lese noch ein wenig und schlafe gut ein und durch.

Palermo und Rückflug

Wir sind zeitig wach, frühstücken, packen unsere Sachen ins Auto und fahren zunächst in Cefalù tanken. Da die Reifendruck-Warnleuchte wieder einmal aufleuchtet, kontrollieren wir den Reifendruck: Alle vier Reifen haben viel zu wenig Druck.

Über die Autobahn kommen wir zügig nach Palermo. Die Ansagen unseres Navis kommen etwas spät, weshalb wir zweimal an einer Abzweigung vorbei fahren. Auch will es uns in Einbahn- und gesperrte Straßen schicken. In der Altstadt fahren wir deshalb nach Gefühl und halten Ausschau nach den wenigen Parkhaus-Schildern. Wir parken schließlich ziemlich zentral und bequem im Parkhaus an der Piazza Orlando Vittorio Emanuele. Erstaunlich breite Parktaschen gibt es hier!

Die Orientierung ist nicht einfach, alle Straßen sehen ähnlich aus, Beschilderung und Hinweisschilder sind Mangelware. Google Maps hilft uns schließlich weiter.

Porta Nuova

Wir laufen zunächst zum Parlamentsgebäude, dort durch die Porta Nuova und den Park zu einem Busstop.

Wir wollen uns zunächst einen Überblick verschaffen und beschließen ein Tagesticket (15 €/Person) für den OpenArTour-Bus zu kaufen. Man kann jederzeit aus- und zusteigen, wenn man möchte.

Mit Audioguide versehen sitzen wir im offenen Kabriobus und lassen uns an den Sehenswürdigkeiten Palermos vorbeifahren:

Kathedrale, Teatro Politeama und Massimo, Hafen, Piazza Marina, Piazza Pretoria, Hauptbahnhof, Palazzo Reale.

Teatro Politeama

Teatro Massimo

Figur vor dem Teatro Massimo

Einer der alten Ribaudo-Kioske

Wir steigen in der zweiten Runde am Teatro Politeama aus und laufen zunächst zum Teatro Massimo.

Vorm Theater in der Via Maqueda ist ganz schön was los

Durch eine Seitenstraße, vorbei an Restaurants und Cafés, geht es weiter zur Via Roma. Schräg gegenüber der Post befindet sich perfekt in ein altes entkerntes Gebäude integriert das Edelkaufhaus Rinascente . Natürlich fahren wir hinauf zur Dachterrasse, wie im Reiseführer empfohlen, um die Aussicht über Palermo zu bestaunen. Na ja…

Blick vom Dach des Rinascente

Statt auf der etwas sterilen Dachterrasse etwas zu essen, setzen wir uns lieber unten auf der Piazza San Domenico in die Sonne, bestellen Pizza und schauen den Menschen, meistens Touristen, zu.

Garküchen und kleine Imbisse in der Via Maccheronnai

Sogar an die Kinder hat man hier gedacht

Danach geht es durch die schmale Via Maccherronai an kleinen Verkaufsständen und Garküchen vorbei zur Via Vittorio Emanuele. Dran denken: Beim nächsten Mal eher wie die Einheimischen hier essen !

Die Via Vittorio Emanuele und die Via Maqueda sind die Hauptachsen durch Alt-Palermo. An der Kreuzung der beiden Straßen befindet sich die Fontana Pretoria mit dem Palazzo Pretorio und den Kirchen Santa Caterina und di San Cataldo mit arabisch anmutendem Turm.

Fontana Pretoria

Chiesa Santa Caterina

Wir laufen die Via Vittorio Emanuele hinunter bis zur Piazza Marina. Im schönen Park gibt es riesengroße Gummibäume, die – um nicht umzufallen – immer wieder neue Luftwurzeln bilden müssen.

Alter Kiosk an der Piazza Marina

Gummibaum in groß…

Von hier fahren wir mit unserem Bus zum Weltkulturerbe Palazzo dei Normanni. Im ersten Stock findet man die wunderschöne Capella Palatina: normannische, byzantinische  und arabische Baustile und orthodoxe und römisch-katholische Religion sind hier in der Hofkapelle Roger II. perfekt kombiniert.

In der Capella Palatina

Im zweiten Stock kann man sich verschiedene Säle, u.a. „Sala dei Venti“ (Saal der Winde) und „Stanza di Ruggero“ (das Zimmer des Roger) aus der Normannenzeit anschauen. Die Ausstattung ist noch ursprünglich und original aus der Mitte des 12. Jahrhundert.

Saal im Originalzustand

Deckendetail

Duchblick

Im Erdgeschoss wird z.Zt.  die Ausstellung Novecento Italiano  gezeigt.

Wir machen noch einen kleinen Abstecher zur Kirche San Giovanni degli Eremiti und gehen dann zur Kathedrale, in die wir uns aber nur kurz hineinschauen.

Kathedrale

Langsam tun uns die Füße weh. Gegenüber der Kathedrale machen wir eine kleine Pause und trinken frisch gepressten Orangensaft.
Ein wenig Zeit bleibt uns noch. Wir schlendern die Via Vittorio Emanuele hinunter und biegen an der Quattro Canti in die Via Maqueda ab.

Hier tanzt der Bär – wegen Ostern oder an jedem Samstag?

Auffallend viele junge Leute sind unterwegs, ganz Palermo scheint hierhin unterwegs zu sein. In den vielen kleinen Imbissen und Küchen kann man sich eine Kleinigkeit kaufen, sich auf die Bänke setzen oder einfach nur auf und ab flanieren.

Am Teatro Massimo biegen wir ab und laufen zurück zum Parkhaus. Unser Navi und Danilos Fahrkünste bringen uns sicher zurück zur Autobahn.

Kurz vorm Flughafen in Carini tanken wir noch einmal voll. Die Rückgabe des Autos verläuft problemlos und Zeit bis zum Abflug ist mehr als genug.

Wir checken ein, bekommen unsere Bordkarten, werden an der Sicherheitsschleuse schnell abgefertigt und warten am Gate auf das Boarding. Sitzplätze haben wir zum Glück auch.

Bei Eurowings klappt alles wie am Schnürchen: Pünktlich 30 Min. vor Abflug beginnt das Boarding, mit einem Bus geht es zum Flugzeug und auf die Minute genau hebt der Flieger ab.

In Köln kommen wir etwas früher als geplant gegen 0:15 Uhr an – draußen sind es gerade noch 4°C. Schneller als von Ryanair gewohnt haben wir unser Gepäck.

ParkShutte24 braucht heute etwas länger als gewohnt fürs Abholen. Die Rückfahrt geht schnell und gegen 2:00 Uhr sind wir zu Hause. In der Wohnung sind es gerade einmal 13°C.

San Stefano di Camastra, Cefalù

Wunderschön

Heute wollen wir es langsam angehen lassen. Nach dem Frühstück genießen wir noch einmal unseren Garten und den Ausblick aufs Meer.
Kurz vor Mittag fahren wir nach San Stefano di Camastra, das für seine Keramikwerkstätten berühmt ist.

Rathaus von San Stefano

Durchblick

Jedes zweite Haus scheint Keramiken herzustellen, anzumalen oder damit zu handeln. Es gibt Kitschiges, sehr Buntes, weniger Buntes oder Kunstvolles.

Danilo unterhält sich …

Sehr idyllischer Dorfplatz

Wir laufen durchs Dorf und schauen aufs Meer. Vor einem Cafe in der Nähe des Keramikmuseums sitzen wir in der Sonne und genießen unsere Getränke.

Aperitif mit Meerblick

Keramik überall

Keramikbrunnen vorm Keramikmuseum

Am Meer entlang fahren wir kurvenreich zurück.

Zu Hause machen wir uns einen Salat und entspannen. Stefano kommt vorbei, um die Abfahrt zu besprechen.

Cefalùs Strand am späten Nachmittag

Typische Gasse – könnte überall auf Sizilien sein.

Dunkle Gasse

Am späten Nachmittag fahren wir nach Cefalù, schlendern noch einmal durch die Gassen, die wir noch nicht gesehen hatten, trinken einen Marsala und laufen mit vielen anderen zu einem der Startpunkte für die Karfreitagsprozession.

Prozession startet

Um 18 Uhr beginnt die Musikgruppe zu spielen und die Prozession mit dem toten Jesus vorneweg setzt sich in Bewegung Richtung Dom. Wir schließen uns der Prozession an, überholen kann man eh nicht mehr.

Maria erreicht den Dom

Auf dem Domplatz treffen sich Jesus und Maria und formieren sich zu großen Osterprozession durch den Ort. Wir „schwimmen“ diagonal durch den Zug  und sitzen gegen 19.30 Uhr im Tinchitè, wo wir zuvor reserviert hatten.

Der Laden ist voll, die Bedienung geht aber zügig. Wir bestellen einen Vorspeisenmix und Pasta, dazu Wein. Der Mix entpuppt sich als komplette Palette: Fisch und Gemüse in allen Variationen, serviert in einer Unzahl kleiner Näpfe. Der Tisch ist komplett zugestellt, das Essen aber so lecker, dass sich bald schon die leeren Näpfe stapeln.
Die Pasta ist dagegen eher eine Enttäuschung. Während meine Spaghetti mit Thunfisch nur ein wenig zu dente sind, schmeckt die sizilianische Spezialität con le sarde eher fad und trocken.
Espresso und Kräuterlikör runden das Essen ab.

Schluß mit Cefalù

Ein guter Grund wiederzukommen

Jetzt geht es nach Hause. Wir suchen unsere Sachen zusammen, räumen auf und dann ist Feierabend. Die letzte Übernachtung in San‘ Ambrogio.

Agrigento, Caltanissetta, Enna

Über die gut ausgebauten SS 121 und SS 122 fahren wir Richtung Agrigento. Um Caltanissetta herum fließt der Verkehr sehr zäh – eine neue Umgehungsstraße wird gebaut. Ab Beginn der nagelneuen SS 640 geht es vierspurig bis Agrigento. Der Weg zum Valle dei Templi ist gut ausgeschildert, ein Parkplatz schnell gefunden.

Juno-Tempel

Nach Taschenkontrolle an der Behelfskasse laufen wir zunächst zum 460 – 450 v. Chr. errichteten Hera- bzw. Juno-Tempel. 406 v. Chr. wurde er von den Karthagern niedergebrannt, von den Römern aber später wieder aufgebaut. Imposant so etwas in echt zu sehen.

Juno-Tempel

Reste der Stadtmauer

Noch imposanter ist der 440 – 430 v. Chr. errichtete Concordia-Tempel. Er zählt zu den besterhaltenen Tempeln der griechischen Antike. Bischof Gregorius von Agrigentum ließ den Tempel im Jahre 597 in eine christliche Basilika umwandeln. Bis zur Profanisierung 1748 wurde der Tempel als Kirche benutzt, erst danach wurde er in den Ursprungszustand zurück versetzt.

Concordia-Tempel mit gefallenem Engel

Bestens erhalten

Am Ende der Straße passiert man die Reste des ältesten, des Herkules-Tempels,  bevor man über eine Brücke zu dem riesigen Trümmerfeld des Tempels des olympischen Zeus, des ehemals drittgrößten Tempels der Antike überhaupt, kommt.

Herkules-Tempel: Ein paar Säulen stehen noch

406 v. Chr. wurde dieser noch nicht fertiggestellte Tempel ebenfalls von den Karthagern zerstört. Der Tempel war aus relativ kleinen Quadern erbaut, die gut weiter zu verwerten waren. Deshalb sind von dem einst monumentalen Tempel nur noch die Grundmauern und einige Säulen- und Kapitellreste übrig geblieben.

Trümmerfeld

Am westlichen Ende steht eine aufgerichtete Ecke des Dioskurentempels, davor sind runde Altäre zu erkennen, die der Verehrung der chtonischen, erdverbundenen Gottheiten dienten.

Säulenecke des Dioskurentempels

Rundaltar für die chtonischen Gottheiten

Nach Beendigung unser Tempel-Tour fahren wir nach Agrigento. Über enge Gassen und Treppen gelangt man hinauf in die verwinkelte Altstadt.

Wie wird diese Ecke innerhalb des Hauses wohl genutzt?

Der Versuch, etwas Kunst in die Stadt zu bringen

Alles wirkt relativ unattraktiv, schmuddelig, ärmlich. Wirklich Interessantes finden wir nicht, dafür aber die Bar Gambrinus neben der Chiesa del Purgatorio. Es gibt frisch zubereitete Panini, Bier, später Kaffee und von Danilo heimlich bestellte leckere Kuchenstückchen zur Stärkung.

Typische Altstadtgasse

Auf der Rückfahrt machen wir Halt in Caltanissetta und schauen uns den Beginn der Gründonnerstag-Prozession an.

Schöner Durchblick

Verschiedene Gruppen bringen große Plattformen, auf denen die Leidensgeschichte Jesu dargestellt und aufgebaut ist, zur Kirche. Begleitet wird jedes Bild von einer Musikgruppe, die tragische Trauermusik spielt – man denkt unweigerlich an die Beerdigungsszenen aus Mafia-Filmen.

Jesu Gefangennahme

Auspeitschung

Dazu getragene Musik

Die nächste Gruppe

Der Platz füllt sich, es wird dunkel, immer mehr Menschen strömen zur Kirche.

Wir verabschieden uns aus Caltanissetta

Wir haben genug gesehen und vor allem Hunger und fahren deshalb nach Enna. Die Unterstadt ist hässlich, wir wollen aber eh in die Altstadt und folgen unserem (nicht ganz aktuellen) Navi. Durch enge und engste Gassen, die sich als Sackgassen erweisen jongliert Danilo den Fiat absolut Schrammen frei bis zum „Geht-nicht-weiter“. Nach endlosem Hin und Her hat er gedreht, aber jetzt kommen zwei Fahrzeuge rauf. Mit qualmender Kupplung zurückgesetzt und dann millimetergenau zwischen den Hauswänden hindurch bringt Danilo uns nach 2 weiteren Runden durch enge Einbahnstraßen hinauf bis fast vor die Tür des Ristorante Centrale. Es ist kein Problem, dass wir den Eingang nicht direkt finden. Ein Koch führt uns direkt durch die Küche in den Speisesaal. Da nur zwei Tische besetzt sind können wir uns einen aussuchen. Wir bestellen jeder ein Menü inkl. Wasser und Wein.

Warten auf das Menü

Immer mehr Gäste füllen schnell den Speisesaal, noch schneller bedient von einer jungen Frau, die zwischenzeitlich auch mal einen Sprint einlegt.
Nach einer leckeren und sehr fruchtigen Tomatenpasta bekomme ich eine Grillplatte (ein wenig zäh) und als Dessert ein Zitronensorbet. Ein Kräuterlikör rundet das Ganze ab.

Zufrieden und satt und ein wenig müde fahren wir problemlos nach Hause zurück.

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