Autor: Pit Aretz (Seite 2 von 57)

Llano del Jable, Strand und Jazz

Die Wanderroute am Llano del Jable, die wir geplant haben, kann leider nicht begangen werden. Ein Wachtposten am Eingang des Vulkans erklärt uns, was aus Sicherheitsgründen nur möglich ist. Also wandern wir ein Stück um das gesperrte Gebiet herum. Schön, der Kontrast zwischen dem sattem Grün der Kiefern, der schwarzen Vulkanasche und dem blauen Himmel!

Nach ca. 40 min kehren wir aber lieber um, man käme zu weit ab vom geplanten Gebiet. Mittlerweile verschwinden die Kiefern in den Wolken, es wird kühl.

Über die Bergstraße fahren wir zurück nach S/C und machen es uns auf dem Balkon gemütlich. Nach dem Strandspaziergang mit Radler an der Bar wird gekocht.

Im Mai gibt es in S/C viele verschiedene Veranstaltungen, u.a. heute Jazz von 20:30 bis 23:00 Uhr. Das hören wir uns gerne an!

Zwei hier bekannte Sängerinnen treten mit Bandbegleitung auf. Eigentlich schade, dass so wenig Zuschauer gekommen sind – das gesamte Programm ist gratis.

Los Tilos, San Andres und Charco Azul

Kurz nach 10 Uhr parken wir am ersten Parkplatz in der Nähe des Informationszentrums.

Zu Fuß laufen wir hinauf, aber Informationen gibt’s hier keine. An der einzigen Hinweistafel erkennen wir verschiedene sehr steile und lange Wanderstrecken. Der kurze Weg zum Wasserfall ist gesperrt, bleibt also nur zum Auto zurück- und den Forstweg zum Mirador de Espigon Atravesado hinaufzuwandern.

Nicht schwierig geht es permanent über 2.5 km durch das Biosphärenreservat und den urzeitlichen Lorbeerwald ca. 250 HM hinauf. Ein letzter Anstieg über ein paar Treppen und man ist oben auf einer sehr kleinen Plattform mit einem weiten Rundumblick über den Urwald. Nach den überschwänglichen Beschreibungen in den Reiseführern hatte ich aber eigentlich etwas Spektakuläreres erwartet.

Zurück geht’s etwas schneller. Wir fahren weiter nach San Andres, wo wir – wie letztes Jahr – im La Placita zu Mittag essen.

Diesmal sind wir ziemlich enttäuscht. Preis und Leistung stimmen nicht, bei allem fehlt etwas: keine Kartoffeln beim Thunfisch, Mini-Salat mit Zutaten aus dem Glas als Beilage, der gebackene Käse ist Halloumi, bei den Fisch-Churros fehlt eine Soße und jegliche Beilage und das zu flüssige Curry schmeckt nach 5 Löffeln auch nicht mehr…

Weiter zu Fuß an der Küste entlang nach Charco Azul, wo wir ein erfrischendes Bad im Meerwasser-Schwimmbecken nehmen.

In San Andres fällt uns ein riesiger Schaden unten an der Fahrertür auf. Wer war das und v.a. wie und wann ist das passiert? Wir waren’s definitiv nicht. ADAC und Vollkasko, Gottseidank.

Im Hiper Dino wird etwas größer für die nächsten Tage eingekauft. Alle sind ziemlich platt und Gaby schläft sogar beim Ausruhen ein.

Es ist nicht kalt, aber der Wind abends zu kühl, um draußen zu sitzen. Also drinnen mit Nüssen und Wein…

Santa-Cruz-de-La-Palma

Beim Aufstehen schon blauer Himmel!

Nach der Wanderung gestern wollen wir heute einen ruhigen Tag einschieben.

Wir laufen am Meer entlang zum Hafen, schauen beim Anlegen und Ausladen zu und schlendern durch die Altstadt zurück.

Es gibt sehr viele schöne Ecken, man findet Spezialgeschäfte, in denen es z.B. nur Eisenwaren, Motoröle oder Uhren zu kaufen gibt.

Nachmittags besuchen wir das Inselmuseum im alten Franziskanerkloster, 4€ Eintritt. Man kann in aller Ruhe durch die alten Klosterräume laufen und dabei die verschiedensten Dinge anschauen und entdecken: Zeitgenössische Kunst, traditionelles Handwerk, Trachten oder auch Steine und Mineralien, Fische und Vögel.

Eine interessante Mischung jedenfalls.

Danach bummeln wir zum Ascenso de la Luz in der Nähe des Hafens und lassen uns zur Eremitage San Telmo rauffahren. Zurück über Plaza Santo Domingo und Plaza Espana.

Am Kiosko um die Ecke genehmigen wir uns ein Bier, bevor es zurück in die Wohnung geht.

Arztbesuch, El Remo und Las Manchas

Wegen eines akuten kardiologischen Problems rufe ich das deutschsprachige MediCenter in Los Llanos an. Ich bekomme gleich einen Termin.

Nach professioneller, sehr gründlicher Untersuchung und Rücksprache mit Hausärztin bekomme ich die nötigen Medikamente und kann nun beruhigt den weiteren Urlaub genießen.

Das Wetter ist schön, wir fahren von Los Llanos über Puerto Naos nach El Remo. Eine Straßenverbindung gibt es mittlerweile wieder, 5 Jahre nach dem letzten Vulkanausbruch. Aber die Zerstörungen, die der Ausbruch verursacht hat, sind überall zu erkennen: ganze Orte sind unter Lava verschwunden, manchmal stoppte der Fluss aber auch direkt an einer Hauswand.

Wir laufen ein wenig am Meer entlang – El Remo ist zwar Kult, aber eigentlich ein ziemlich runtergekommenes Örtchen mit drei Kiosko und Bademöglichkeiten. Kiosko Nr 7 ist unser Ziel: mit Blick aufs Meer gibt’s ein vorzügliches Mittagessen: Vorspeisen, Fisch als Hauptgericht, Maracuja-Creme als Nachtisch und Espresso. Absolute Empfehlung! Danke für den Tipp.

Wir fahren über Los Canarios zurück und halten unterwegs in Las Manchas, wo wir uns die Plaza de la Glorieta anschauen, ein weiteres Schmuckstück von Luis Moreira.

Mit Lesen, Knabbern, Schreiben, Fotos nachbearbeiten und Erzählen endet der Abend.

Santa-Cruz-de-La-Palma und Schlucht bei Tenagua

Heiter bis wolkig und eher kühl.

Nach dem Frühstück starten wir zu einer ersten Runde durch S/C. Auffallend wenige Menschen unterwegs, die meisten Restaurants sind geschlossen. Sogar einige unbekannte Ecken entdecken wir.

Matthes und Gaby zaubern ein sehr leckeres Mittagessen: Rigatoni mit Ragout a la Maison. Joghurt mit Vanille-Creme als Dessert.

Nach Kaffee auf der Terrasse fahren wir Richtung Tenagua und laufen noch einmal die Runde durch die Wasserschlucht.

Vorbei an blühenden Blumen, sattem Grün und teilweise durch „Urwald“ geht’s hinab zur früher einzigen Quelle weit und breit. Hier trafen sich die Frauen zum Waschen, von hier holten sie ihr Wasser.

Der kürzere und bequeme Weg am Ende durch eine Avocado-Plantage ist gesperrt, deshalb müssen wir einen kleinen Umweg einplanen, was aber auch OK ist.

Jeder beschäftigt sich erstmal mit seinem Handy, danach Erdnüsse und Mandeln, ein wenig Wein und Erzählen und dann ist der erste Urlaubstag auch schon vorbei.

Rückfahrt

Um 9 Uhr sind wir unterwegs. Die Fahrt verläuft ruhig und ohne Probleme bis Orléans. Dann wird’s voller und Google Maps schlägt ständig neue Routen vor.

Foto: AFP/LUDOVIC MARIN

Wir quälen uns in einer Blechlawine durch Paris. Die rücksichtslosen Reindrängler lassen mich fast ausrasten. Lebensgefährlich die Motorradfahrer, die mit überhöhter Geschwindigkeit durch den Stau jonglieren.
Das halten meine Nerven kaum noch aus.

Ab Flughafen Charles de Gaulle wird’s endlich wieder ruhig und entspannt.

Wir machen insgesamt 2 Pausen und tanken einmal nach. Die Maut ist mit 65€ nicht gerade günstig, dafür muss man an den Maut-Stationen wenigstens nicht mehr warten.

Bei Herstal gibt es einen weiteren 20 minütigen Stau, den wir mit Google umfahren wollen. Letztendlich hat das gar nichts gebracht, wir stecken im nächsten kleineren Stau und vor einer gesperrten Auffährt fest. Bravo! Die Sperrung kannte Google noch nicht.

Um 19 Uhr sind wir endlich zu Hause. Durch Paris mit dem Auto werde ich in Zukunft vermeiden.

Ile de Ré

Die Fahrräder sind angeschnallt. Wir fahren mit dem Auto über die Brücke (8€ Maut) zur Ile de Ré und weiter zum Parkplatz Gros Jonc.

Ile de Ré
Ile de Ré

Von dort zunächst durch Wald und Weinberge vorbei an Le-Bois-Plage und durch La-Couarde-sur-Mer.

Weiter durch die Salzwiesen und Sümpfe Richtung Loix. Unterwegs kommen wir an einer noch arbeitenden Gezeitenmühle vorbei..

In Loix sind alle Häuser weiß gestrichen, es gibt einen kleinen Markt mit einigen Geschäften, Restaurants und eine Kirche.

Im „La Route du Sel“ lassen wir uns den Fisch des Tages schmecken: Maigre sauvage de Ré an Süßkartoffel-Püree und Bratkartoffeln.

Nach einem Abstecher zur Pointe de Grouin fahren wir am Meer entlang nach Saint-Martin-de-Ré. Wegen seiner Festungsanlagen Weltkulturerbe. Sehr schönes, quirliges Städtchen!

Am Hafen trinken wir Kaffee und Panaché und lassen uns eine Ladung Profiterols schmecken.

In 15 Minuten sind wir wieder am Parkplatz. Wir kaufen noch etwas für die Rückfahrt ein , tanken voll und packen unsere Sachen zusammen.

Morgen um 9 Uhr wollen wir losfahren.

Ein perfekter letzter Tag auf einer sehr schönen Insel!

Strandspaziergang und Aquarium

Nach dem Frühstück fahre ich mit dem Fahrrad zu Darty. Mein Handy-Ladekabel ist defekt. Ich werde gut beraten und zum Preis von einem neuen Kabel bekomme ich gleich einen kompletten „Chargeur rapid„.

Wir fahren zum Parkplatz St. Jean-de-Sable und wandern Richtung Chatelaillon.

Leider ist wieder Ebbe, das Meer weit weg. Am Strand wenig zu entdecken.

Riesige Muschelberge türmen sich an einigen Stellen auf.

In Chatelaillon ist Saisonende, kaum noch ein Restaurant hat auf, wenige Touristen.

Wir laufen bis zum Hafen und picknicken in der Sonne.

Über den Strand geht’s zunächst zurück, später wechseln wir auf den Wanderweg. Im Hintergrund erkennt man als feinen Silberstreifen die ankommende Flut.

Keine Wanderung, die man empfehlen kann oder noch einmal laufen würde.

Wir fahren zum Aquarium und schauen uns die vielen unterschiedlichen Becken in den zwei Etagen an. Neben allgemeinen Informationen zum Meer, zu Klima und Artenschutz gibt’s zu jeder Fischart im jeweiligen Becken Informationen. Das ist zuviel, das kann man sich nicht merken. Über die verschiedenen Regionen und Weltmeere findet man ebenfalls viele Informationen – gut gemeint. Viel zu lesen, zu übersetzen oder anzuhören, wenn man einen Audioguide hat.

Es macht aber Spaß, sich einfach vor die großen Becken zu setzen und den Fischen zuzuschauen.

Zuhause kochen wir und besprechen mit Xavier unsere Abreise am Samstag.

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