Autor: Pit Aretz (Seite 33 von 57)

Mal was anderes: Faulenzen und Lesen (Ostermontag)

Ein grauer und windstiller Tag: nachmittags ab und zu nieseln, bis 15°

Ich habe kein schlechtes Gewissen, ich habe Urlaub, dann darf man auch mal den ganzen Tag vertrödeln. Heute lese ich „Grabesgrün“ – ist etwas dicker als Bruno.

Ich unterbreche mein Lesen auch nur zum Kochen (Lammragout, geröstete Kartoffelviertel und Bohnen – sehr gut gelungen im neuen Schmortopf) und für einen kleinen Spaziergang durch den Ort. Uns fehlt noch Brot und Wasser. Der kleine Casino hat auf; es macht eigentlich nie Probleme an einem Feiertag irgendwo noch etwas einkaufen zu können.

Hafen Bandol

Ab heute sind die Parkplätze in Bandol nicht mehr gratuit. Ich wundere mich über den Menschenauflauf und das laute Gerufe: Die lange Schlange vorm Bezahlomaten wird länger und länger – Geschubse und aufgebrachte Franzosen (!), ein Automat ist ausgefallen, der andere scheint nicht richtig zu funktionieren, Gehupe und Gebrüll an den geschlossenen Ausfahrtschranken.und kein städtischer Angestellter in Sicht.

Es beginnt zu tröpfeln, ich gehe zurück – mein Auto steht ja trocken und gratis im Verlies.

Sonnenbaden auf dem Balkon (Ostersonntag)

Ein perfekter Tag: Sonne pur, (auf dem Balkon kein) Wind, bis 18°

Wir haben heute nichts vor. Gaby macht Frühstück. Danach legen wir uns auf unsere Sonnenliegen in die Sonne und lesen noch ein wenig und schon habe ich Bruno Teil 2 durch.

Munteres Treiben am Hafen: Keramikmarkt

Kreisel Bandol

Gegen 11 Uhr mache ich meine Runde durch den Ort und kaufe etwas ein.

Bandol ist heute brechend voll, am Casino gibt es einen Spieleparcours mit unpassender Discomusik und herumlaufende Mädchen in merkwürdigen rosafarbenen Bekleidungen und am Hafen einen Keramikmarkt.

Les Agaves: Unser Balkon

Auf dem Balkon ist es windstill, wir genießen die Sonne, lesen, machen uns einen kleinen Salat, trinken Kaffee, telefonieren und können es kaum glauben, dass in Aachen Schnee liegt!

Der Wind macht ziemlich Druck

Später gehen wir noch einmal am Meer entlang bis zur Anse de Renecros, eine steife Brise peitscht im Westen das Meer auf, Surfer versuchen sich in den Wellen. Durch die Gassen abseits der Massen gehen wir zurück.

Zu essen gibt es heute Biohähnchenbrustfilet, Chiccorresalat und Petersilie-Schalotten-Risotto und natürlich wieder eine Mischung Sahne-Joghurtmousse mit Vanillepudding und Kompott.

Am TV läuft Harry Potter in englisch, weil wir von der französischen Synchronisation nichts verstehen – ich vom genuschelten englisch aber auch nicht viel mehr.
Obwohl heute gänzlich faul gewesen, bin ich unerklärlicherweise unglaublich müde und nicke immer wieder ein.

Vielleicht habe ich aus Versehen zwei Allergietabletten genommen…

Unser Strand im Abendlicht

Agay – Cap du Dramont

Bis Mittag nieselig, neblig, bedeckt, ab Mittag sonnig, kaum Wind, bis 18°

Wir stehen früh auf, weil wir mittags in Agay sein wollen. Kurz vor 10 Uhr sind wir auf der Autobahn und fahren durch Toulon Richtung Frejus. Im Maurengebirge beginnt es zu nieseln, es ist viel kühler als in Bandol. Es dauert eine Zeit bis wir uns bei dem Ostersamstag-Verkehr durch Frejus gearbeitet haben. In Agay parken wir unser Auto am Meer und melden uns bei Stillers an. Die Ferienanlage ist riesig groß, deshalb müssen wir ein wenig laufen. Wegen einer VTT-Meisterschaft begegnen wir einer Menge Mountainbiker, die das Rennen hinter sich haben, kann man vor lauter Dreck nicht mehr erkennen.

Christine kommt uns entgegen, damit wir uns nicht verlaufen. Da es draußen noch etwas nieselt haben wir viel Zeit uns alles Neue zu erzählen. Kira verliert schnell ihre anfängliche Scheu und das Wetter wird so, wie versprochen: Der Himmel klart auf und schon bald ist keine Wolke mehr am Himmel zu sehen.

Typisch Esterel

Blau Weiss Rot

Wir laufen durch die Anlage hinunter zum Meer und am Ufer entlang Richtung Cap du Dramont: Vorbei an Tiki-Plage hinauf Richtung Leuchtturm und weiter zum Port du Pussai, wo wir in der Sonne sitzen, Bier und Kaffee trinken oder Eis essen. Auf gleichem Weg bei tollem Licht mit blauem Himmel, weißer Gischt und roten Felsen geht es zurück.

Port du Poussai

Tiki Plage: Haben wir uns amüsiert

Zufällig treffen wir wieder einmal frühere Nachbarn in Frankreich – die Welt ist klein.

Und dann wurden wir zum Essen eingeladen

Christine und ich bereiten das Essen vor (Nizza-Salat, Pellkartoffeln, Bohnen und Barberie-Entenbrust), während die anderen Eier färben.

Gegen 21 Uhr machen wir uns auf den Rückweg. Ein toller Sternenhimmel funkelt uns an, d.h. gleichzeitig kein Licht beim Stolpern durch die Anlage zurück zum Auto.
Unser Navi führt uns auch diesmal wieder falsch: Wir fahren in Richtung Nice auf die Autobahn auf. Nach 12 km können wir wieder abfahren, auf die andere Seite überwechseln (sehr unübersichtlich) und dann bei viel Wind durch stockdunkle Nacht nach Bandol zurückfahren.

Wir genehmigen uns noch einen Rose und gehen ins Bett.

Six-Fours les Plages und Le Brusc

Morgens noch bedeckt, ab Mittag sonnig, kein Wind, bis 18°

Wir stehen spät auf, weil für heute ein durchwachsener, eher feuchter Tag angekündigt ist. Es sieht aber ganz passabel aus, deshalb machen wir uns gegen Mittag auf nach Six-Fours und fahren zur kleinen Ile du Grand Gaou.

Erste Wolkenlücken

Frühling!

Ein paar Blumen mehr blühen hier, es ist windstill und schon recht warm. Der Himmel zeigt immer mehr blaue Lücken.

Ile du Grand Gaou

Wir fahren nach La Codouliere und laufen durch den Parc de la Mediterrannee zur Batterie du Cap Negre.

Wunderschön am Cap Negre

Mittlerweile ist kein Wölkchen mehr am Himmel zu sehen, wir genießen den überraschend schönen Tag und fahren – bewaffnet mit Quiches und Apfeltaschen – zum Picknickparkplatz Francillion. Nach Picknick wollen wir eigentlich zum Cap Sicie, es gibt aber keine Hinweisschilder, keine Markierungen, dafür aber unendlich viele Wege und Abzweigungen. Wir laufen natürlich falsch los und weil wir keine Lust haben uns zu verlaufen, machen wir nur eine einstündige Waldwanderung rund um den Parkplatz.

Auf dem Rückweg kaufen wir ein – vielleicht reicht es bis Dienstag. Draußen immer noch wunderschönes Licht und klare Sicht.

Zu Hause trinken wir ein Panache auf unserer Sonnenliege, danach mache ich etwas zu essen: Bunter Salat und handgemachte Ravioli in Sahne-Schinken-Soße.

Ich beginne Grand Cru – Bruno Teil 2…

Faulenzen

Bedeckt, selten ein paar Tröpfchen Regen, aber windig und kalt, bis 13°

Um 8.30 Uhr aufstehen. Eigentlich sollte es heute den ganzen Tag regnen, tut es aber nicht. Ich bringe den Müll runter und Altglas weg. Dabei laufe ich noch einmal durch Bandol, kaufe ein paar Kleinigkeiten ein und komme kurz vor 12 ziemlich durchgefroren zurück.

Blick durch's Fenster

Mein Magen knurrt wirklich – ich mache einen sehr leckeren Salat aus Paprika, Tomaten, Mais, Zwiebeln, Möhre und Thunfisch. Könnte man mit leckeren Oliven, Petersilie und gekochten Eiern noch verbessern. Danach essen wir die letzte Mischung aus aufgeschäumtem Quark, Vanillepudding und Apfelkompott – sehr lecker.

Ich fühle mich etwas bematscht und ein wenig grippig, deshalb lege ich mich ins Bett und beginne „Bruno, Chef de police“ …

…und beende Bruno und der Tag ist zu Ende.

Zwischendurch gibt es noch etwas zu essen: Hackfleisch-Tomaten-Nudelauflauf.

Heute war nicht der Tag zum Rausgehen.

Einen kleinen Rundgang habe ich doch noch gemacht...

Sentier littoral: Port d’Alon – St. Cyr La Madrague

Bedeckt, ab und zu heiter, bis 17°

Um 8.30 Uhr aufstehen, keine Sonne mehr – heute ganz früh erschien sie noch an einem feuerroten Himmel.

Auf dem Sentier littoral

Nach dem Frühstück fahren wir nach St. Cyr und parken oberhalb des Port d’Alon. Heute wandern wir den Sentier littoral bis La Madrague. Die erste Stunde ist etwas mühselig; felsig und gebüschig mit Unmengen Pinienpollen. Der Wanderweg führt zunächst hinter mehr oder weniger protzigen Privatvillen her, die alle bewacht werden. Man verbittet sich auch am kürzesten Stichweg das Betreten. Der komplette Hügel in der Hand von spinnerten Privatiers!

Noch wenig Wassersport

Hinter der Pointe du Defense geht es zügiger voran, die Wege sind breiter und besser unterhalten.
In munterem Auf und Ab geht es voran, schöne Blicke aufs Meer, aber auch gebücktes Gehen durch Pflanzentunnel.

Immer wieder schöne Kontraste

Hast du gesehen: DANGER!

Es geht noch einmal steil hinauf und schon sind wir an den Ruinen einer alten Gipsfabrik an der Pointe Grenier und dann auch schon in La Madrague. Ziemlich verschlafen.

La Madrague mittags: Nix los

Gaby macht ein Restaurant aus, in dem viele Leute sitzen – OK, kochen wir heute mal nicht selbst.

Das „Chez Henry“ ist bis auf wenige Plätze besetzt. Wir wählen das Menu Poisson mit Fischsuppe (selbstverständlich mit viel Rouille und Knoblauch!), gegrillter Dorade mit Reis und Gemüse und Apfelkuchen mit Vanilleeis.
Mit vollem Bauch wandern wir über die Straße zurück zum Auto.

Fürs nächste Mal merken wir uns:
Zurück den gelb markierten „Chemin des Vignes“ nehmen, der führt durch die Weinberge direkt zum Parkplatz.

Fürs Protokoll: Daten der Teilstrecken

  • Sentier littoral 7 km/1Std. 52 Min./45 Min Pause/ 280 HM
  • Rückweg Straße 3,4 km/45 Min./ 108 HM

Ich lade  meinen diversen Akkus auf (was machten wir nur ohne Elektrik?), telefoniere mit Jonas und Christine, mit der wir uns für Samstag verabreden. Gegen 18 Uhr mache ich noch eine kleine Runde durch den Ort und kaufe Baguettes ein – ein kühler Wind weht.

Calanques: Port Miou – Calanque d‘En Vau

Sonnig, bis 19°, ab und zu etwas bis stark windig

Um 8 Uhr stehe ich auf und mache Frühstück. Wir packen unseren Rucksack und fahren über St. Cyr und La Ciotat nach Cassis, wo wir oberhalb von Port Miou parken.

Hier geht's lang...

Um zu den Calanques zu gelangen muss man zunächst ein wenig hinunter laufen, dann am Hafen und alten Steinbruch entlang und am Ende wieder hinauf. Es bleibt den ganzen Weg über steinig und felsig, mehr oder weniger hohe Stufen sind zu überwinden, ab und zu ein wenig Geröll. Ohne feste Wanderschuhe kaum zu machen. Die Sonne scheint, blauer Himmel, weißes Kalkgestein und das Meer in unterschiedlichsten blau-grün Tönen – wunderschöne Kontraste. In der Wärme riecht man das Harz der Pinien.

Unterwegs in den Calanques

Wir wandern über den GR hinunter zum Port-Pin, folgen dem GR ein ganzes Stück hinauf bis zu einer Verzweigung, von wo dann der wunderschöne Rundweg um die Calanque d’En Vau blau markiert ist. Es geht ein wenig über die Höhe und plötzlich steht man vor einem atemberaubenden Ausblick auf zwei Calanques, das Meer mit dem Archipel de Riou im Hintergrund und den mächtigen Kalkfelsen.

Ganz plötzlich: Wunderschön und überraschend

Schöner kann es nicht werden, wir machen Picknick und versuchen dem Wind auszuweichen, der hier oben mit Gewalt bläst.

Mittagspause mit Aussicht

Es geht nun um die gesamte Calanque herum – hinter jeder Ecke ein anderer schöner Ausblick. Nach ein wenig Kletterei sind wir wieder am Port-Pin, wo wir uns noch eine halbe Stunde in die Sonne setzen. Auf gleichem Weg dann zurück zum Auto.

Daten: 7,4 km / Dauer 2H05 / Pausen 1H20 – 485 HM

In Cassis parken wir auf dem großen Parkplatz Bestouan am Ortseingang und bummeln noch ein wenig durch den Ort. Nach Kaffee am Hafen rufen wir Barbara an, um zu gratulieren.
Über die Route des Cretes schrauben wir uns zurück nach La Ciotat, tanken relativ günstig voll und fahren über La Madrague zurück nach Hause.
Wir sind ziemlich geschafft.

Heute Abend fällt mir nicht viel ein: Es gibt Kartoffeln mit Senfkrusten-Kotelett und lauwarmem Zucchini-Tomaten-Gemüse.

Frankreich verliert gegen Spanien 1:0.

Sentier littoral von Bandol nach La Galère und Le Castellet / La Cadiere d‘Azur

Sonnig, bis 18°, ab und zu etwas windig

Um 7.30 Uhr steht Gaby auf und macht Frühstück – unglaublich, schon ganz früh weckte mich die Sonne und schien mir ins Gesicht. Wer hätte das gedacht?

Anse de Renecros

Kurz vor 10 Uhr sind wir auf dem Sentier littoral unterwegs: Vorbei am Hafen, durch die Anse de Renecros, vorbei am Plage Eden Roc, der Pointe Encanet, durch das videoüberwachte und gesicherte Gelände einer Ferienanlage, hinauf und wieder hinunter zum Plage des Engraviers.

Kalkfelsen bei La Galère

Danach folgt ein kleiner steiler Anstieg und man wandert weiter durch lichten Pinienwald – unterwegs blühender Rosmarin und Wildnarzissen – bis zur tief in den Fels gesprengten Eisenbahntrasse, an der wir ein Stück entlang laufen; links  sehr schöne Ausblicke auf die Kalkfelsen von Port d’Alon.

Blick Richtung Port d'Alon

Bei La Galère machen wir Mittagspause, schauen aufs tiefblaue bis türkisfarbene Meer, schauen den Möwen zu und freuen uns, dass wir uns wahrscheinlich unseren ersten Sonnenbrand holen.

Auf dem gleichen Weg geht’s zurück, am Plage des Engraviers setzen wir uns noch eine Weile in die Sonne, an der Anse de Renecros gehen wir dann später geradeaus nach Bandol hinunter und zurück zu den Agaves.

Uns tun die Füße weh und wir sind irgendwie geschafft: 12 km und 298 HM in 2H45 – eine Stunde haben wir uns zum Staunen und Pausieren Zeit genommen.

Gaby liegt auf der Liege in der Sonne, ich versuche auf 2 Platten genial zu kochen: Risotto mit roten Zwiebeln und Knoblauch, Putengeschnetzeltes mit Paprika in Sahnesoße. Nachtisch: Sahnequark mit Pfirsichkompott.

Danach liegen wir beide auf den Sonnenliegen und genießen die Wärme.

Hauseingang Le Castellet

Nach dem Kaffee holen wir unser Auto aus dem Gefängnis tief unter der Erde und fahren in das mittelalterliche, komplett erhaltene Bergdorf Le Castellet.

Mittelalterliches Dorf Le Castellet

Le Castellet im Abendlicht

Wir bummeln durch die engen Gassen, an jeder Ecke gibt es Kunstgewerbe und Provence-Mitbringsel, nur gut, dass noch Vorsaison ist.

Danach fahren wir noch nach La Cadiere, einem gut erhaltenen uralten Winzerdorf mit engen und steilen Gassen, Stiegen und Treppen.

Dorfeingangstor La Cadiere d'Azur

Im SuperU kaufen wir ein und dann muss Meriva wieder in den Keller.

Zum Abendessen gibt’s noch  einen Gurkensalat und ein Bierchen, das nach dem langen Tag draußen besonders gut schmeckt.

Heute abend gibt’s „Getaway“ mit Steve McQueen.

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