Autor: Pit Aretz (Seite 35 von 57)

Regen in Brügge

Regen tropft aufs Badezimmerfenster und weckt uns – er lässt aber nach und uns hoffen. Trocken kommen wir zum Frühstücksbuffet, aber dann beginnt es zu regnen und hört erst einmal nicht mehr auf. Wir nehmen die letzten beiden Hotelschirme mit, gehen zum Markt und durch die Steenstraat zur St. Salvator-Kathedrale. Die Schuhe sind mittlerweile durchweicht und wir sind froh darüber uns in der trockenen Kathedrale umschauen zu können.

Kirchenfenster St. Salvator - © 2012 Pit Aretz

Überall wird renoviert – es gibt wunderschöne Glasfenster zu bestaunen und einen dem im Aachener Dom befindlichen sehr ähnlichen Reliquienschrein, im Chor alte Wandteppiche.

Draußen regnet es immer noch in Strömen, da bietet sich ein Museum an. Wir entscheiden uns für „Picasso und Miro“ im St. Jan Kunstzentrum – eine gute Wahl. Mit Hilfe der sehr guten Informationstafeln beginnt man Picasso und seine Zeitgenossen zu verstehen.

Der Regen lässt nach – wir wandern entlang der Gracht zum Fischmarkt. Um uns ein wenig aufzuwärmen und die Klamotten zu trocknen setzen wir uns in eine kleine Bierkneipe – dank Gasheizung trocknen wir schnell ab.

Es regnet immer noch nicht – wagen wir die Grachtenfahrt!

Grachtenfahrt - © 2012 Pit Aretz

30 min. dauert die Fahrt durch die Grachten, bei Sonnenschein sicherlich schöner, aber auf alle Fälle lohnend. Man wünschte sich noch ein wenig weiter fahren zu können.

Hundewetter - © 2012 Pit Aretz

Kurze Zeit später beginnt es wieder zu regnen – wir sind auf dem Weg zur Liebfrauenkirche. Drinnen suchen wir Michelangelos Madonna, leider wären dafür wieder 4 Euro fällig – beim nächsten Mal. Wir gehen beschirmt weiter Richtung Beginenhof – der Regen will nicht nachlassen.
Wie wäre es mit etwas zu essen? Wir bestellen „das beste Bier der Welt (Maes)“ und Pfannkuchen mit Speck und Pilzen (sehr lecker) und da es immer noch nicht aufhört zu regnen (draussen laufen 1000ende bunter Schirme vorbei) bestellen wir uns Kirschfladen, wozu es endlich einen guten Kaffee gibt.

Und als das falsche (aber täuschend echte) Kaminfeuer ausgeht, hört es auch auf zu regnen. Wir gehen am Minnewaterpark und am Pulverturm vorbei und wieder hinauf zur Konzerthalle und t‘ Zand. Sonne!  Über die Steenstraat geht es zurück zum Markt und zum Hotel.

Während Gaby eine Pause braucht wollen Gabi und ich das „unbekannte Brügge“ kennenlernen.

Im Licht der untergehenden  Sonne erkunden wir im Uhrzeigersinn das nördliche Brügge: entlang der Grachten, durch Gassen, vorbei an Windmühlen und über verschiedene Brücken gelangen wir so zum Jan van Eyckplein und über den Markt zurück zum Hotel.

Gegen 19.30 Uhr sind wir im Toetanchamun und bestellen uns ägytptisches Vegetarisches. Gegen 22 Uhr verlassen wir als Letzte das Lokal und bummeln Richtung Markt, wo wir uns im Cranenburg noch ein Leffe bestellen.

Trotz Regens ein schöner Tag voller neuer Eindrücke.

Alle Fotos:  © 2012 Pit Aretz

Brügge – Anfahrt

Gegen 13 Uhr Abfahrt über Liege, Brüssel (kleiner Stau) und Gent nach Brügge. Kurz vor 16 Uhr erreichen wir nach viel Rumkurverei (Brügge besteht eigentlich nur aus Einbahnstraßen) unser Hotel und ergattern sogar einen Parkplatz direkt vor der Tür. Das Einchecken geht schnell, Gabi wohnt im „alten“ Teil des Hotels, wir im „neuen“ (d.h. noch im Umbau befindlichen) Haus um die Ecke. Die Treppen sind steil und der Koffer groß = zwei neue Striche an der Wand. Da die Sonne scheint wollen wir Brügge noch ein wenig erkunden.

Auf Rat der Chefin wollen wir im Parkhaus Biekorf das Auto unterstellen, aber leider ist es voll und zurück geht wegen Einbahnstraße nun nicht mehr. Blind (das Navi liegt im Hotelzimmer) fahren wir durch die engen Sträßchen, immer auf der Suche nach einem Parkhaus mit freien Plätzen. Es kostet uns mind. eine halbe Stunde, bis wir endlich eines gefunden haben – am Bahnhof, das am weitesten entfernte Parkhaus. OK  denn.

Minnewaterpark - © 2012 Pit Aretz

Mit einem kleinen schlecht kopierten Stadtplan suchen wir uns langsam den Weg zurück zum Hotel. Wir staunen – Brügge ist wunderschön und viel größer als wir gedacht haben. Als sei die Zeit stehen geblieben: Am Minnewaterpark entlang kommen wir zum Begijnhof.

Beginenhof - © 2012 Pit Aretz

Überall kleine Brücken, Grachten und uralte Häuser. Mal links, dann rechts weiter durch Gäßchen und Kopfsteinpflasterstraßen gelangen wir irgendwann zum St. Jans Hospital. An der Liebfrauenkirche vorbei geht es weiter an der Gracht entlang zur Nepomukbrücke und irgendwie hinauf zum Markt.

Wie fotografiert man einen Hektar Hanse? - © 2012 Pit Aretz

Überwältigend – man weiß gar nicht wo man hinschauen soll, soviel alte Hanse! Wir laufen ein wenig durch die Straßen rund um den Markt, landen auf einem anderen überraschenden Platz (Burg) und irgendwie wieder an der Gracht.

Irgendwann kommt man immer an eine Gracht - © 2012 Pit Aretz

Wir gehen die Wollestraat hinauf Richtung Markt, entdecken das griechische Restaurant „Olivetree“ und setzen uns als quasi erste Gäste hinein – wir haben Hunger und draußen ist es kühl geworden. Gemütliche 2,5 Stunden genießen wir unser Menü – der Laden ist mittlerweile voll.

Noch keine Zeit ins Bett zu gehen. Wir laufen die Steenstraat hinab zum Simon Stevin Platz und dann zurück durch die Oude Burg, wo wir einen Bierkeller mit über 100 verschiedenen Biersorten entdecken. Jeder testet drei andere Sorten (Alkoholgehalt zwischen 5 und 13%) – ich bevorzuge die Tripel-Versionen – und dann haben wir irgendwann  die nötige Bettschwere erreicht. Über den Markt und Eiermarkt geht es über die St. Jakobstraat zurück zum Hotel.

Im Fernsehen nur belgische und holländische Programme mit unattraktivem Programm. Ist ja schon spät – ab ins weich gepolsterte, aber bequeme große Bett. Noch sieht man ein paar Sterne am Himmel….

Rückfahrt

Sonne, Unwetter, bis 24°

Warten auf die Vermieter

Gegen 7.30 Uhr aufstehen, kurz nach 9 kommen die Vermieter, um 9.30 Uhr fahren wir ab. Zunächst über Land- und Nationalstraßen quer durchs Land, was noch ganz schön ist. Kurz vor St. Brieuc wird es voller, die Straßen schmaler – man kommt nicht gut voran. Ab St. Brieuc ist es richtig voll, ein paar Staus vor den einspurigen Abschnitten, aber es geht voran, sogar in Caen keine Probleme. Wir tanken und machen eine kleine Pause in kühlem Wind. Problemlos weiter über Rouen und Amiens (ab da fährt Lynn) bis zur letzten Mautstelle bei Cambrai – davor 6 km Stau.

6 km Stau bei Cambrai

Der Himmel zieht sich zu, ab Brüssel einsetzender Regen, der kurz darauf zum Unwetter wird. Ich fahre weiter, Lynn will nicht mehr. Bis Lüttich geht es mit Tempo 40-60 weiter, erst dann kann man wieder Gas geben.

Um 20.30 Uhr sind wir zu Hause, schnell das Wichtigste ins Haus bringen – dann ist das Unwetter auch hier.

Cap de la Chevre, Strand und aufräumen

Windig, dunstig, sonnig, bis 22°

Kurz vor 10 Uhr fahren wir zum Cap de la Chevre. Vom Parkplatz aus wandern wir zum Semaphore und dann den GR 34 entlang bis Porzh Kreguen.

Am Cap de la Chevre - c 2012 Pit Aretz

Farbkontraste

Sehr schön die blühende Heide und der darin verstreute gelbe Stechginster vor dem tiefblau-grünen Meer.

Idylle in Keravel

Am Porzh Kreguen biegen wir ab und wandern durch die sehr netten Dörfer Kergonan, Kerroux und Keravel, überqueren die D 255 und gelangen wieder auf den GR 34. Durch Pinienwald, Farn und Heide führt der Weg in stetem Auf und Ab  entlang der Anse St. Nicolas zur Men Coz, von wo aus man einen schönen Blick hat. Durch Heide geht es auf der Höhe weiter bis zum Semaphore und zurück zum Parkplatz. (7,5 km / 1 Std. 50 Min. Gehzeit / 308 HM)

Anse St-Nicolas

Auf dem Rückweg fahren wir am Supermarkt vorbei und kaufen für heute Abend und die Rückfahrt ein.

Zuhause gibt es Salade nicoise, danach Kaffee und Kuchen und das Abschlussfoto.

Ende - Aus - Finito

Mama kramt, Luisa darf noch ein wenig rutschen

Und das solltet ihr noch aufschreiben...

Die Nachtfahrer versuchen derweil ihre Sachen gepackt und ins Auto zu bekommen. Um 17.30 Uhr sind sie soweit – hoffentlich klappt die Nachtfahrt ohne Probleme!

Wir fahren derweil an den Strand und gehen sogar noch einmal ins Meer. Windgeschützt eigentlich sehr angenehm. Zum Abendessen gibt’s Pizza und die letzten Biere. Danach packen wir unsere Sachen und räumen das Haus auf.

Die meisten Sachen sind schon im Auto – der Abend kann ausklingen mit dem letzten Glas Rosé.

Creperie „Le Korrigan“ und Hausstrand

Sonne, Schleierwolken ab Nachmittag. Kein Wind, bis 30° und unangenehm schwül

Früh auf, Morgengymnastik, Buch zu Ende lesen. Durch die zunehmende Schwüle sind alle etwas gereizt und groggy heute.

Wir treffen uns um 12 Uhr mit Bärbel und Otto in der Creperie „Le Korrigan“ in Postolannec – sehr zu empfehlen. Schattige Terrasse, Blick aufs Meer, guter Cidre und noch bessere Galettes und Crepes.

Creperie mit Blick auf die Bucht von Morgat

Unseren Strandbesuch verschieben wir (zu warm, keiner will heute in die Sonne) und fahren direkt nach Hause. Draußen in der Sonne will sich niemand aufhalten. Fast alle verkriechen sich ins Haus und noch einmal ins Bett, nur Barbara, Luisa und ich halten aus.

Nach dem Kaffee fahren wir noch einmal an den Hausstrand, kaum Wind, sehr warm und sehr gut auszuhalten – das Meer ist eine angenehme Abkühlung und deutlich wärmer als vor ein paar Tagen. Luisa ist in ihrem Element – hier kann sie matschen, sich nass machen, im Sand wühlen, laufen.

Luisa mit Opa auf dem Weg zum Meer

Jetzt geht's los!

Was schnappt da nach meinen Füßen?

Haut ab, blöde Wellen

Jetzt sind sie wirklich weg ?

Da...

Kurz nach 19 Uhr geht’s nach Hause, es sind noch 27°. Heute Abend Resteessen: Schweinefilet, Kotelett, Hähnchenbrust, diverse Rilettes, Gurkensalat mit Oliven – leckere Kleinigkeiten.

Alle haben geduscht, Luisa schläft, draußen weht ein angenehmes Lüftchen – Rosé für alle.

Strandtag Plage de Veryac‘h

Sonne, leicht windig, bis 31°

Nach dem morgendlichen Trainingsprogramm mit unserer Personal Trainerin fahren wir nach Volltanken und Entsorgen der gelben Abfälle (hier gibt es tatsächlich gelbe Säcke, die man in der Mairie abholen muss) zu unserem Lieblingsstrand Veryac’h.

Noch alles recht feucht

Die Ebbe setzt gerade ein, der Sand ist noch feucht, der Strand noch klein. Ich laufe ein Stück den GR 34 entlang, als ich nicht mehr liegen kann.

Noch ist vieles überspült

Ziemlich schnell wird der Strand breiter, es wird immer wärmer.

Spiegelungen im nassen Sand

Unsere Personal Trainerin

Alle gehen ins Wasser, das zwar kühl, aber sehr erfrischend ist, dazu Wellen, die einem die Füße wegreißen können.

Nach ausreichend Sonne, Sand und Meer fahren wir zur Kaffeezeit zurück und verbringen den Restnachmittag und Abend in unserem Garten mit Grillen, Lesen und Spielen.

Dösen im Garten

Matthes fährt Luisa im Buggy in den Schlaf, wir erzählen Anekdoten aus früheren Urlauben. Entspannter Abend.

Kajakfahrt Morgat – Pointe de Rostudel

Sonne, windstill, bis 30°

Um 10 Uhr sind wir gut eingecremt unterwegs nach Morgat, um uns zwei Kajaks zu sichern. Barbara und Matthes machen unsere gestrige Wanderung, wir wollen das Meer heute direkt erkunden.

Wir leihen ein Doppel- und ein Einerkajak für den Tag. Ich fahre zunächst mit dem Einer, während Gaby und Lynn sich mit dem Doppelkajak abplagen. Wir fahren nah am Ufer entlang, das Meer ist noch etwas lebhaft.

Pause und Bootswechsel

Bei Porzh Leon machen wir eine kleine Pause und tauschen die Boote. Lynn darf ab jetzt mit dem Einer fahren und ich lerne das störrische Doppelkajak kennen. Die nächste Pause machen wir kurz vor der Ile Vierge – die Sonne brennt. Wir bekommen Hunger, haben aber in der Eile vergessen unser Proviant in die Seetonne zu packen. Gaby und ich fahren weiter bis hinter die Pointe de Rostudel, drehen dann um und treffen Lynn, die sich noch ein wenig gesonnt hatte.

Mittagspause ohne Schatten

An einem Strand direkt hinter der Ile Vierge machen wir eine längere Pause, in der Sonne ist es eigentlich nicht auszuhalten und Schatten gibt es keinen. Unser Wasservorrat geht zur Neige, wir machen uns auf den Rückweg. Da mittlerweile Ebbe ist müssen wir weiter auf Meer hinaus fahren – in einem Rutsch geht es zurück, immer wieder müssen wir unser störrisches Boot nach links steuern. Gegen 15 Uhr sind wir zurück in Morgat. Ebbe – die Boote müssen jetzt nur noch 300m über den Sandstrand zum Verleiher gezogen werden. Mit leerem Magen machen wir uns über die Baguettes und Käsetaschen her. Ein sehr schöner, aber anstrengender Ausflug! Beim nächsten Mal unbedingt ans Proviant denken!

Ohne Umweg nach Hause, duschen und in den Schatten. Nach Einkauf ist dösen und lesen im Schatten angesagt.

Zu essen gibt es heute Nudeln mit Lachs-Erbsen-Sahnesoße und bunten Salat. Alles verputzt, sogar Luisa hat wieder Appetit und isst gut mit.

Dafür wird es ein langer Einschlafkampf…

Wanderung von Morgat zur Ile Vierge

Sonne, kein Wind, bis 25°

Luisa hat schlecht geschlafen und ist ab 4.30 Uhr wach. Die nächsten Zähnchen scheinen zu kommen. Deswegen fahren wir heute allein nach Morgat, wo wir am Hafen parken.

Bucht von Morgat - c 2012 Pit Aretz

Wir wandern immer den GR 34 entlang zunächst hinauf zur Festung Kador und weiter zum Leuchtturm.

Phare Morgat - c 2012 Pit Aretz

Dann geht es mit wunderschönen Ausblicken mit einigen steilen und schotterigen Aufs und Abs weiter am Meer entlang bis zur Ile Vierge.

Phantastisch! Und das am Atlantik! - c 2012 Pit Aretz

Das Meer ist kristallklar und ruhig und leuchtet in fantastischen Türkistönen – man glaubt nicht, dass man am Atlantik ist. Am Felsen von Sevellec Koz machen wir eine Staunpause und lassen das Meer auf uns wirken. Unglaublich!

Da kann selbst Lynn nur noch staunen

Auf dem Weg zur Ile Vierge geht es wieder steil bergab, danach steil bergauf.

Ile Vierge / Pointe de St-Hernot - c 2012 Pit Aretz

Am Abzweig nach Saint-Hernot biegen wir ab und wandern ab da über Feldwege durch Heide und Pinienwald zurück Richtung Morgat. An den Alignements Ty ar C’Hure machen wir Mittagspause – wegen der Steine muss man da aber wirklich nicht hingehen…

Durch Wald erreichen wir bald wieder den Leuchtturm und wandern an der Festung vorbei hinunter zum Hafen, wo wir uns nach den Preisen für Seekajaks erkundigen. Eine wunderschöne Wanderung (10 km, 2 Std.20 Gehzeit, 45 Min. Pause, 286 HM)

Mit müden Beinen holen wir uns Zitronenwasser und Quiches und fahren damit zum L’Aber-Strand, um uns zu stärken und noch ein wenig auszuruhen und abzukühlen. Bei Ebbe läuft man fast 400 m hinunter bis zum Wasser, das heute noch ein wenig wärmer ist.

Zur Kaffeezeit sind wir zurück. Wir liegen im Schatten und lesen und warten auf das Abendessen, das Matthes heute gekocht hat:  Möhreneintopf mit Würstchen und Speck, dazu Obst-Vanille-Quark-Pudding.

Luisa kann nicht einschlafen, weint und wacht immer wieder auf. Ich lese in der warmen Abendsonne bis 22 Uhr, während Matthes es schafft, Luisa auf einer letzten Runde im Buggy einzuschläfern.

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