Autor: Pit Aretz (Seite 57 von 57)

Von Lavall nach St. Laurent-du-Mont und Notre-Dame-de-Vie

Mittwoch – vormittags bewölkt, ab Mittag sonnig, bis 18°

Mit dem Auto fahren die schmale Straße rauf ins Lavalltal und parken auf dem Wanderparkplatz am Ende der Straße. Es ist 11 Uhr.
Wir folgen den Wegweisern zum Tour de la Massane. Der Weg führt zunächst durch einen Korkeichenwald in Serpentinen recht steil hinauf bis zu einem Pass. Dort trifft man auf einen Wegweiser. Von hier hat man einen schönen Blick aufs Meer und Collioure.

Blick auf Collioure - © 2004 Pit Aretz

 Wir biegen hier nach links ab. (In 2004 war der Weg noch mit „St. Lorenq“ ausgeschildert, in 2009 gab es den Hinweis nicht mehr). Wenn man ab hier den gelben Markierungen folgt, kann man sich eigentlich nicht verlaufen. Unterwegs immer wieder schöne Ausblicke.

Blick aufs Meer - © 2004 Pit Aretz

Unterwegs ganz viel blühender Ginster – ein schöner Kontrast zum blauen Meer.

Ginster auf dem Weg - © 2004 Pit Aretz

Auf einem kleinen Plateau unter den Hochspannungsmasten biegen wir rechts ab und erreichen schon bald die Kapelle St. Laurent-du-Mont, wo wir eine etwas längere Mittagspause machen.

St. Laurent-du-Mont - © 2004 Pit Aretz

Die kleine Kapelle stammt aus dem 12 Jahrhundert, ist schlicht und so gut wie schmucklos, aber wieder sehr schön restauriert worden, nachdem sie zuvor als Ziegenstall benutzt wurde.

Details - © 2004 Pit Aretz

Man geht ein kurzes Stück auf dem Weg zurück und biegt rechts ab in einen ebenfalls gelb markierten Weg Richtung N.D. de Vie. Der sehr schöne Weg schlängelt sich an der Hügelkuppe entlang hinab bis zu einem verfallenen Bauernhof. Dabei kann man sich gut an den Hochspannungsmasten orientieren. Der Hof liegt genau darunter. Wir nehmen nicht den Weg unterhalb der Masten hinab ins Tal, sondern lassen die Gebäude rechts liegen, überqueren die Wiese und folgen dem Weg nach links weiter hinab. Man überquert ein paar kleinere Bäche, kommt an einer weiteren Ruine vorbei und nach ca. 1 Std. erreicht man die Eremitage N.D. de Vie. 

N.D. de Vie - © nan-shan (Panoramio)

Von hier aus ist es zwar noch ein Stückchen zurück zum Bois fleuri, aber den Weg kennen wir schon. Gegen 15.30 Uhr waren wir wieder zu Hause.
Ich jogge zum krönenden Abschluss noch einmal die 5km hinauf ins Lavalltal, um das Auto abzuholen.

Ein wenig schlapp machen wir uns eine rote Linsensuppe mit Baguette und was unser Kühlschrank sonst noch so hergab.

Große Rundfahrt: Côte Vermeille, südliche Corbières, Castelnou

Dienstag – morgens bewölkt, tagsüber sonnig, spätnachmittags heiter, bis 18°. Sehr windig.

In Argeles ist es bedeckt, aber laut Wetterbericht soll es am Meer weiter nördlich heute sonnig sein. Wir fahren am Meer entlang zunächst durch St. Cyprien, weiter entlang des Etang de Canet – St. Nazaire. Parkplatzprobleme haben wir nicht – den ganzen See entlang gibt es einen durchgehenden Riesenparkplatz. Wenn hier in der Hauptsaison alles voll ist…

Wir halten in der Nähe einiger schilfgedeckter Fischerhütten und laufen ein Stück am aufgewühlten See entlang.

Etang de Canet - St. Nazaire | © 2004 Pit Aretz

Wir folgen weiter der Küstenstraße und biegen in der Nähe von Saint-Marie Plage ab zum Strand, weil die Sonne lacht. Leider ist es aber so windig, dass wir nach kurzer Zeit gesandstrahlt aufgeben – mangels Windschutz‘ laufen wir stattdessen ein wenig durch die Dünen und fahren weiter nach Le Barcarès.

Menschenleerer Strand in Le Barcares - © 2004 Pit Aretz

Auch hier menschenleer – mag aber auch am Wind liegen 🙂

Dafür gibt es nette Motive zum Fotografieren.

Le Barcares - © 2004 Pit Aretz

Strandgut-Kunst am Strand von Le Barcares - © 2004 Pit Aretz

Wir umfahren den Etang de Leucate im Norden,  fahren ein Stück parallel entlang der Autobahn nach Fitou. Von da gehts über schmale Nebenstraßen durch die südlichen Corbières Richtung Vingrau. Die Wildheit und Weite der Landschaft ist faszinierend. In Monokultur wird hier Wein angebaut, zusammenhängenden Wald sucht man vergebens, dafür findet man sporadisch Steineichen und Ginster und die alles überwuchernde Garrigue.

Ruinen einer Katharerfestung - © 2004 Pit Aretz

Die Corbieres sind auch das Land der Katharer. Ruinen der hoch auf die Felsen gebauten Burgen findet man überall hier im Süden.

Unendliche Weite in den Corbieres - © 2004 Pit Aretz

In Tautavel kaufen wir Wein in der Cooperative, fahren weiter über Estagel und Millas nach Castelnou.

Castelnou Stadttor - © Pit Aretz 2003

Das kleine Dorf mit seiner Ringmauer und den zinnenbewehrten Türmen der Festung liegt an den Ausläufern des Canigou. Das Dorf ist gut erhalten: Innerhalb der Befestigungsmauer enge gepflasterte Gassen und authentisch restaurierte Häuser.

Gasse in Castelnou - © 2004 Pit Aretz

Im Licht des frühen Abends wirkt das Dorf besonders nett.

Abendstimmung - © 2004 Pit Aretz

Über Thuir gehts dann zurück. Ein schöner, aber langer Ausflug.
Zum Abendessen gibts eine schnelle Chinapfanne mit Reis. Natürlich haben wir auch heute wieder lange draußen gesessen: Um 22.40 Uhr erst gingen wir ins Haus.

Über Le Racou nach Collioure und kleine Rundfahrt

Montag – bis nachmittag Sonne, danach bedeckt, bis 22°

Unsere erste Radtour: Von Bois fleuri nach Argeles ist es nicht weit. Schnell sind wir in der Stadt, nehmen die Ausfallstraße Richtung Hafen und fahren am Meer entlang nach Le Racou, einer reinen Touristensiedlung. Nette alte Häuschen werden hier vermietet, deren Garten oder Terrasse quasi der Strand ist. Ansonsten Pensionen, Hotels, Ferienappartements, Restaurants…

Hinter Le Racou geht es ein kurzes Stück bergan. Von oben hat man einen schönen Blick auf die Bucht.

Racou Richtung Collioure - c 2004 Pit Aretz

Unter uns das kristallklare Wasser.

Steilhang hinter Le Racou - c 2004 Pit Aretz

Weiter geht es ein Stück an der Küste entlang.

Pause an der Furt - Pit Aretz © 2003

Um nicht die D114 fahren zu müssen, überqueren wir eine Furt und folgen der schmalen Straße, die sich parallel zum Kreisel oberhalb von Collioure hinaufschlängelt, wo sie wieder auf die D114 trifft. Wir biegen nach links ab und machen eine Trink- und Müslipause am Fort Carré, eine kleine Besichtigung inbegriffen. Gaby kann heute nichts schocken – sie wagt sich sogar eine steile, freistehende und geländerlose Treppe hinauf!

Blick vom Fort Carré auf Collioure - c 2004 Pit Aretz

Wir fahren hinunter nach Collioure, ketten unsere Fahrräder am Chateau ans Geländer und schauen uns den Ort an: Einmal rund um das Chateau und den Hafen, zur Kirche, zum Leuchtturm und ein Bummel durch die bunten und engen Gassen.

Collioure Hafenbecken - © 2003 Pit Aretz

Auf der Bank am Leuchtturm genießen wir eine ganze Weile die Sonne, essen unser Baguette, schauen aufs Meer und beobachten die anderen noch wenigen Touristen, bevor wir uns wieder auf die Rückfahrt machen.

Unterwegs zieht sich der Himmel langsam zu. Wir haben Hunger. „Zu Hause“ variieren wir die Reste des Essens von gestern ein wenig: Wir haben noch 2 Hähnchenbrustfilets und Bulgursalat, dazu machen wir uns noch einen gemischten Salat und gedünstete Auberginen in Koblauchjoghurt.

Wir müssen tatsächlich wieder einkaufen. Den Einkauf verlängern wir um eine kleine Rundfahrt Richtung Sonne: Durch St. Cyprien nach Elne, wo wir für einen kleinen Bummel rund um Kathedrale und durch die umliegenden Gassen anhalten.

Bummel durch Elne - c 2004 Pit Aretz

Über Palau del Vidre fahren wir zurück.

Auch heute abend können wir wieder bis 22.15 Uhr draußen sitzen.

Strand, Tech-Mündung und süßes Nichtstun

Sonntag – Sonne, bis 22°

Wir fahren zum  Nordstrand von Argeles. Nichts los, wir haben den ganzen Strand für uns. Da wird es richtig schwer sich zu entscheiden, wo wir uns hinlegen sollen.

Morgens am Nordstrand - Pit Aretz c 2004

Der Strand ist sauber, die Reinigungsraupen haben hier schon den Strand  für die beginnende Saison gereingt.  Zuerst einmal wollen wir die Sonne genießen. Ein laues Lüftchen weht, es ist annehm warm, die Wellen rauschen leise im Hintergrund – da nickt man doch einfach ein.

Später wandern wir zur Tech-Mündung, um zu schauen, ob sich am Mündungsverlauf irgendetwas verändert hat.

Strandgut - c 2004 Pit Aretz

Neben viel hölzernem Strandgut entdecken wir auch ein paar Opuntienansammlungen, und dahinter leuchtet der schneebedeckte Canigou!

Opuntien am Strand, dahinter der Canigou - Pit Aretz c 2004

An der Mündung sieht es noch aus wie im letzten Jahr, sogar die P.D. sind noch da.

Techmündung - © 2003 Pit Aretz

Am Nachmittag sitzen wir wieder vor unserem Häuschen, wo es mir im Windschatten schon zu warm ist. Ich glaube, wir haben uns heute morgen schon einen kleinen Sonnenbrand geholt. Da gehe ich lieber in die Küche und bereite unser Essen vor: Scharf angebratene Hähnchenbrust mit Fenchel in Tomatensoße und Bulgursalat.

Am Spätnachmittag machen wir einen kleinen Verdauungsspaziergang vorbei an Ziegenweiden und knorrigen Korkeichen zur Eremitage Notre Dame de Vie.

Auch diesen Abend können wir wieder den Sternenhimmel genießen: Bis 22 Uhr sitzen wir auf der Terrasse.

Ankunft in Argeles-sur-Mer

Samstag – Sonne, bis 22°

Wir wollen um 10 Uhr durch Lyon sein, deshalb stehen wir zeitig auf. Nach einem ganz hervorragenden Frühstück mit frisch zubereitetem Obstsalat und einer Riesenauswahl an Brot, Aufschnitt, Käse, Marmeladen und Joghurts bezahlen wir ( 107,50 € hat uns das Zimmer inkl. Frühstück gekostet – sehr empfehlenswert!) und brechen gegen 9 Uhr auf.

Einfahrt und Rezeption - Foto: Tripadvisor

Einfahrt und Rezeption - Foto: Tripadvisor

Ohne Stau gehts in einem Rutsch durch und gegen 14 Uhr kommen wir in der Anlage „Bois fleuri“ in Argeles an. Hier erwartet uns dann der erste Stau: 45 Min. dauert es, bis wir endlich bedient werden. Wir bekommen das Haus S15 unseres ersten Besuchs wieder, unten an der Schleife der Massane gelegen. Damit haben wir Platz ohne Ende, sogar ein eigenes Koffer-Abstellzimmer.

Für 70 € kaufen wir nach dem Einräumen erst einmal ein – bis Montag wird es reichen. Unterwegs nach St. André halten wir an: Der Blick über die Weinreben mit den ersten sprießenden Blättchen auf die Monts Alberes fasziniert uns.

Weinfelder auf dem Weg nach St. Andre - Pit Aretz c 2004

Gegen Abend fahren wir nach Argeles an den Hafen und machen einen kleinen Bummel entlang der Promenade und rund ums Hafenbecken. Kaum ein Windchen weht, das Meer liegt träge vor uns, der Mond zeigt sich schon am Himmel und nur ein paar lästige Insekten ärgern uns.

Abendstimmung am Hafen - Pit Aretz c 2004

Auf der Terrasse hinterm Haus essen wir zu Abend. Bis 22.30 Uhr sitzen wir draußen und genießen den immer noch „lauen“ Rest des Tages.
Eine Zwischenübernachtung macht die Anreise doch erheblich stressfreier.

Abfahrt Richtung Argeles-sur-Mer

Während Gaby noch ein wenig unterrichten muss, besorge ich morgens den Proviant für die Fahrt, packe die letzten Sachen und belade den Wagen, habe aber einige Probleme, beide Fahrräder so zu zerlegen und zu verstauen, dass sie neben dem anderen Kram ins Gepäckabteil passen. Natürlich verspäte ich mich ein wenig und bin erst um 11.15 Uhr an der Schule, um Gaby abzuholen.

Wir fahren (zum wievielten Mal?) die altbekannte Strecke über Verviers und Theux auf die E25, haben aber auf halber Strecke nach Luxemburg schon Hunger und verputzen die mitgenommene Pizza. In Luxemburg tanken wir noch einml voll und schon sind wir in Frankreich. Nach einer kurzen Pause bei Epinal beginnt es zu regnen, erst hinter Macon klart es wieder auf.

Eingang Best Western Plaisance

Eingang Best Western Plaisance

Keine Staus oder Behinderungen bis Villefranche, wo wir die Autobahn verlassen, um das Best Western-Hotel Plaisance zu suchen.

Gegen 18.30 Uhr kommen wir an. Zum Glück finden wir gleich vor dem Haus trotz Kirmes einen Parkplatz. Der HRS-Service hat geklappt. Die Damen an der Rezeption sind sehr nett, alles verläuft reibungslos und gegen ein angebotenes Abendessen gegen 20 Uhr haben wir auch nichts einzuwenden. Einen bewachten Parkplatz hinterm Haus bekommen wir auch noch.

Das 3-Gänge-Menü war nicht überragend, aber OK und bei einem Preis von je 22 € kann man auch nicht meckern, Getränke inklusive.

Nach dem Abendessen machen wir noch einen kleinen Bummel durch Villefranche , bevor wir uns aufs Ohr hauen.

Priorat Serrabona: Meisterwerk der Romanik

„Sainte-Marie de Serrabona“ (serra bona: der gute Berg) liegt am Rande von Aspre und Conflent in der Gemeinde Serrabone, Boule-d’Amont, Pyrénées-Orientales im Languedoc-Roussillon.

Priorat Serrabona - Pit Aretz c 2003

Priorat Serrabona - Pit Aretz c 2003


Geschichte

Die Kirche inmitten ehemaliger Kulturterrassen liegt in 600m Höhe auf einem Felssporn. Sie wurde im 10. oder 11. Jh. gegründet und 1069 erstmals in Archiven erwähnt. 1082 beschließen die Lehnsherren von Corsavy und der Graf von Cerdagne-Conflent, ein dauerhaftes Stiftskolleg einzurichten, das nach den Regeln des heiligen Augustinus leben soll.

Der Bischof von Elne möchte die religiösen Funktionen dem Einfluss der weltlichen Autorität entziehen und den Prior selbst bestimmen, doch die wohlhabenden Gründer verweigern. Ein Kompromiss legt schließlich fest, dass die Chorherren ihren Vorsitzenden wählen können.

Die Augustiner konzentrieren sich nicht nur auf ihre Ordensgemeinschaft, sondern kümmern sich auch um die Pfarrgemeinde. In der ersten Hälfte des 12. Jh.s bauen sie neben der Kirche ihre eigenen Gebäude, den Kreuzgang, den Kapitelsaal, das Refektorium, den Schlafsaal u. a. und statten das Priorat mit einem überwältigendem Skulpturwerk aus.

70 Jahre vergehen, bevor sich die ländliche Kirche in ein Priorat verwandelt. 1151 wird im Beisein der Bischöfe und Äbte die das neue Gebäud eingeweiht.  An diese feierliche Handlung erinnern eingravierte Kreuze in den Wänden des Kirchenschiffes und der Apsis.

Die große wirtschaftliche und demografische Krise des 14. Jh.s leitet den Niedergang des Priorats ein.

Die Einnahmen gehen zurück, die Ordensdisziplin lässt nach. 1448 wird sogar ein Prior wegen „schauderhaften Frevels“ in Arrest genommen. 1592 sind alle spanischen Augustinerpriorate abgeschafft. Ein Jahr später geht die Predigt- und Seelsorgemission der Chorherren auf Grund einer Papstbulle zu Ende, Titel und Mittel des Priorats werden bis 1896 dem Bistum in Solsona in Katalonien unterstellt.

Die Kirche Sainte-Marie bleibt zwei Jahrhunderte lang die Pfarrkirche des kleinen Dorfes Serrabona. 1819 stürzt ein Teil des Kirchenschiffes ein. 1822 ist das arme Dorf Serrabona entvölkert und die Kirche verfällt.

Prosper Mérimée besucht die Ruinen im Jahre 1834. Als eines der ersten Bauwerke wird die Kirche unter Denkmalschutz gestellt.

Ab 1836 finden erste Sicherungsarbeiten statt, es folgen zahlreiche Restaurierungsarbeiten, bis die Rettung des Gebäudes endlich sichergestellt ist. Die Familie Jonquères d’Oriola verschenkte 1968 das Priorat Serrabona an das Departement  Pyrénées Orientales; seitdem ist es der Öffentlichkeit zugänglich.


Architektur

Die erste Kirche Serrabona bestand aus einem einzigen Schiff mit Spitzbogengewölbe. Die Gemeinschaft der Chorherren erweitert den Bau im 12.Jh.. Die ursprüngliche Chorhaube wird durch ein Querschiff und drei Apsiden ersetzt. Eine außen vorgebaute Hauptapsis ist beidseitig von zwei in die Mauer eingeschlossenen Chorkapellen umgeben.
Im Norden werden ein zweites Schiff und ein Glockenturm, im Süden ein Kreuzgang und ein weiteres Gebäude mit drei übereinander liegenden Sälen angebaut.

Zwei Materialien kommen zum Einsatz: Die dicken Mauern bestehen aus Schiefer der Region. Große Blöcke sind kunstvoll und passgenau zusammengesetzt.

Kreuzgang - Pit Aretz c 2003

Kreuzgang - Pit Aretz c 2003

Die Skulpturen von Kreuzgang, Portal, Fenstern der Apsis und Empore bestehen gänzlich aus rosa Marmor des Conflents, der einen schönen Kontrast zum Grün-grau des Schiefers bildet.


Grundriss

Plan: cg66.fr

 
 
Die Empore – 70 Jahre bauen für ein Schmuckstück 

 
 
 Die Empore teilt das Kirchenschiff in zwei Teile:
  • Querschnitt und Apsis (diese waren den klösterlichen Zeremonien vorbehalten) und
  • Westteil und Seitengebäude (diese waren für die Verkündung der christlichen Lehre durch die Mönche bestimmt).

Drei von einem Gesims überragte Arkaden bilden die Fassade. Ihr Flachrelief steht im Gegensatz zu den runderhabenen Kapitellen.  An den äußeren Enden zwei Engel mit offenen Händen, die ihre Körper mit den Flügeln bedecken.

Details und Kapitelle

Der Löwe, Zeichen des Markus, befindet sich neben dem Adler des Johannes, gegenüber der Stier, Zeichen des Lukas, in Nachbarschaft mit dem beflügelten Menschen des Matthäus. Diese vier Darstellungen umgeben das Bildnis Christi, welches ihn als Lamm in einer Mandorla zeigt.

Diese Botschaft ist umgeben von einem abwechslungsreichen Pflanzendekor mit Palmetten, vierblättrigen Rosen und Laubwerkornamenten und bedeckt die gesamte Fläche.

Mit Ausnahme eines Kapitells, auf welchem die Szene des heiligen Michael im Kampf mit dem Drachen dargestellt ist, ist die Bildhauerkunst in Serrabona nicht erzählend, sondern symbolisch.
Die Winkel der Kapitelle werden von Löwen, Adlern, Affen und anderen Fabelwesen, die dieses wundersame Bestiarium ergänzen, beherrscht.

Weiterführende Links:

Empore - Pit Aretz | c 2003

Empore - Pit Aretz | c 2003

Abbaye Saint-Genis-des-Fontaines

Die Abtei Saint-Génis-des-Fontaines befindet sich in der gleichnamigen französischen Gemeinde in der Region Languedoc-Roussillon, Département Pyrénées-Orientales.

c Pit Aretz

Geschichte

Laut einer Urkunde aus dem Jahr 819 wurde die Abtei um das Jahr 778 durch Abt Sentimir gegründet. In den Jahren von 855 bis 865 wird das Kloster von Normannen geplündert und zerstört.
Unter König Lothar von Frankreich wurden die Gebäude bis 981 vollständig wiederhergestellt. Unter dem Schutz der Grafen des Roussillon und später des Königs von Aragonien erlebt die Abtei in den folgenden Jahrhunderten einen bemerkenswerten Aufschwung, verliert nach dem Pyrenäenvertrag 1659 aber allmählich an Bedeutung.

Die Benediktinerabtei war ab 1088 Cluny angeschlossen, im Jahr 1507 wird sie an das Kloster Montserrat angebunden.
Während der französischen Revolution verlassen die letzten Mönche 1789 das Kloster, alle Besitztümer der Abtei, der Kreuzgang und alle Nebengebäude werden als Staatsgut verkauft. Die Abteikirche wird im Jahr 1846 zur Gemeindekirche Saint-Michel.

Viele der verkauften Steine, Säulen und Kapitelle konnten inzwischen wiederbeschafft und an ihren ursprünglichen Ort zurück gebracht werden. Gewölbe, Dächer und Eckpfeiler des unteren Chorumgangs wurden wiederhergestellt, Dächer und Fassaden renoviert.   

 
 

 

Altar der heutigen Pfarrkirche - c 2003 Pit Aretz

 Die Abteikirche Saint-Michel

Die heutige Abteikirche wurde im 10. Jahrhundert auf den Fundamenten der Vorgängerkirche erbaut, was man heute noch an alten Mauerfragmenten im Inneren der Kirche erkennen kann.
Die ursprünglich mit einem hölzernen Dachstuhl erbaute Kirche erhielt im 12. Jahrhundert ein Tonnengewölbe.
Im Kirchenraum befinden sich mehrere barocke Altaraufsätze und ein hölzernes zentrales Altarbild aus dem 17. Jahrhundert.

 

Inschrift: Das 24. Jahr der Herrschaft von König Robert, Guillaume, Abt durch Gottes Gnaden befahl dieses Werk zu Ehren von Saint Genis, für das Kloster, das Fontaines heißt, zu schaffen | Foto 2003 Pit Aretz

 Die Westfassade
Besondere Beachtung verdient der Türsturz des Kirchenportals aus weißem Céret-Marmor, ein Meisterwerk romanischer Bildhauerkunst, auf dem erstmals eine Datierung zu finden ist. Die Datumsangabe und eine Widmung in lateinischer Schrift sind über den Reliefdarstellungen eingemeißelt. Als Herstellungsdatum wurde der Zeitraum zwischen den Jahren 1019 und 1020 ermittelt. In der Mitte des Türsturzes befindet sich die Majestas Domini in einer perlengeschmückten Mandorla, getragen von zwei Erzengeln, eingerahmt von je drei unter Arkaden stehenden Figuren.

In der Fassade um das Portal sind mehrere Grabsteine eingemauert.

 Der Kreuzgang
Der heutige Kreuzgang an der Nordostseite der Abteikirche wurde im Jahr 1271 vollendet. Durch den Verkauf nach der französischen Revolution wurde der Kreuzgang auf mehrere Eigentümer verteilt, Pfeiler, Kapitelle und Bögen wurden verkauft. Nach Rückkauf oder Rückgabe, zumindest der in Frankreich verbliebenen Teile, wurde der Kreuzgang von 1986 bis 1994 renoviert, wobei fehlende Elemente durch originalgetreue Neuanfertigungen ersetzt wurden.

Durch die Verwendung von verschiedenen Marmorsorten erhält der Kreuzgang sein einzigartiges Aussehen. So wurde weißer Marmor aus Céret, rosafarbener Marmor aus Villefranche-de-Conflent und schwarzer Marmor aus Baixas verarbeitet.

Schwarzer und roter Marmor - Pit Aretz 2003

SW Ecke - Pit Aretz 2003Tier mit Drachenkopf und Adlerklauen

Wassernymphe mit Doppelschwanz: Das Böse in seinen verschiedenen Erscheinungsformen

Tier mit Drachenkopf und Adlerklauen

Lamm Gottes

Schwarzer Marmor

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