Kategorie: REISE (Seite 4 von 57)

Reisetagebücher, Beschreibungen, Wanderungen

Auf nach La Rochelle

7:30 Uhr aufstehen, Boulangerie, Frühstück, Duschen, Koffer packen, Auto beladen. Punkt 10 Uhr fahren wir los zu unseren letzten Domizil. Am Supermarkt Leclerc tanken wir voll und fahren gemütlich nach La Rochelle. Die Straßen bis Bordeaux und drumherum sind ziemlich voll. Danach OK. Wir haben Zeit und fahren deshalb Maut-freie Strecken.

In Chatelaillon-Plage fahren wir an den Strand, um noch ein wenig Sonne zu tanken.

Weiter geht’s zu einem riesigen Baumarkt, wo ich sicherheitshalber noch ein Spannband für die Rückfahrt kaufe, weil die kurze Halterung für den Heckträger nicht mehr festzuziehen ist.

Kurz nach 15 Uhr sind wir am Gite La Maison d’Amis in Puilboreau, einem 5km entfernten Vorort von La Rochelle. Xavier und Marie-Amélie zeigen uns ihr Haus, schnuckelig!

Wir trinken draußen Kaffee und fahren dann noch zur Pointe de Digolet bei Nieul-sur-Mer.

Es ist noch wunderbar warm und der Küstenabschnitt mit Steilküste ist unglaublich schön, vor allem im späten Tageslicht.

Auf dem Rückweg kaufen wir beim SuperU ein. Später gibt’s Kabeljau-Kartoffelpuffer mit Salat, geräucherte Pfeffermakrele, Joghurt-Vanillepudding-Mix. Dazu und danach einen Bordeaux-Rosé. Jau, passt!

Réserve Ornithologique Du Teich

Wir fahren mit dem Auto nach Le Teich zum 1972 gegründete Vogelreservat. Gute Entscheidung! Es wäre zwar auch mit dem Fahrrad möglich gewesen, aber die Strecke ist öde und mit je 15 km auch nicht gerade kurz.

Wir ordern an der Kasse zusätzlich ein Fernglas. Ein zweites wäre allerdings noch besser gewesen, aber überhaupt eines sollte man schon dabei haben.

Am Vormittag sind relativ viele Vögel und Vogelarten zu beobachten, denn die Zugvögel machen hier gerne Zwischenstopp.

Es ist sehr entspannend, von den Beobachtungsstationen aus die Vögel aus der Nähe zu betrachten, die verschiedenen Arten mit Hilfe der Bildtafeln an den Wänden zu bestimmen.

Ganz schnell vergeht die Zeit. Nach dem Picknick gegen 13 Uhr sind aber immer weniger Vögel da. Das hat mit den Gezeiten zu tun: Bei Flut sind mehr Vögel zu beobachten!
Wir laufen nun etwas schneller zurück und lassen sogar drei der insgesamt 20 Stationen aus.

Um 15:30 haben wir unsere Runde beendet – war irgendwie anstrengend. Aber der Kurs war auch knapp 7 km lang. Hat sich gelohnt!

Unterwegs haben wir immer wieder einen sehr kommunikativen Angolaner aus Berlin mit seinem Sohn getroffen. Als Digital Nomads fährt die Familie ein Jahr lang im Camper durch Europa. In Portugal wollen sie überwintern. Sehr nette Bekanntschaft.

Ich kaufe ein paar Kleinigkeiten ein, nach Kaffee und Plätzchen fahren wir noch an den Strand und testen die Wassertemperatur. Geht so.

Abendessen, lesen, Wein trinken, Sachen kramen – so geht der Tag zu Ende.

Dune du Pilat und Lagune La Teste de Buch

Gegen 11 Uhr fahren wir mit den Fahrrädern los, immer am Meer entlang über die bestens ausgeschilderte und gesicherte Fahrradroute zur Düne von Pilat, der höchsten Düne Europas.

Der Aufstieg durch den Sand ist anstrengender und die Düne höher als gedacht.

Aber von oben prima Sicht auf die Bucht, das Meer, die Sandbänke und Pinienwälder. Es lohnt sich!

Wir fahren hinunter an den Strand in Pyla – es ist Flut, der Strand ist verschwunden.

Wir haben eine prima Bank gefunden, wo wir picknicken, die Wucht der Wellen erleben und uns köstlich amüsieren.

Zwei Seekayakfahren wollen mit ihrem aufblasbaren Kayak ganz cool anlanden. Die Riesenwelle hat etwas dagegen: ein Vorwärtssalto des sich durchknickenden Bootes schleudert die Fahrer samt Ladung auf den Strand. Es dauert eine Weile, bis sie alles wiedergefunden haben

Eine schrille Familie findet sich ein zum Posen und Fotos machen. Unglaublich, zu welchen Posen jemand fähig ist, v.a. wie wichtig das sein muss.

Zurück fahren wir durch den Pinienwald, wo die Heide und Ginster blühen und machen noch einen Abstecher zur Lagune von La Teste. Die kleine Rundfahrt lohnt sich!

Nach Kaffee und Kuchen und einer kleinen Pause wird gekocht. Danach noch eine letzte Fahrt zum Meer. Leider nur Blick nach Norden möglich, deshalb kein Sonnenuntergang zu sehen, aber die beleuchtete Pfarrkirche Saint-Ferdinand mit dem Sacré-Cœur des Bildhauers Edmond Chrétien.

Arcachon

Die Nacht in den extrem weichen Betten war nicht sonderlich erholsam. Draußen ist es grau; wir lassen uns ganz viel Zeit für Frühstück, Duschen, Trödeln.

Kurzzeitig starker Regenguss, als wir zum Einkaufen fahren. Danach bleibt’s vorerst beim Nieseln.

Überraschung! Die Kochplatte funktioniert nicht. Der Fehler ist schnell gefunden: der Schütz des Stromkreises von u.a. Herdplatte und Wasserboiler hat getrennt. Wir versuchen die Quellen systematisch aus- und einzuschalten, aber der Schütz lässt sich nicht entriegeln. Wir alarmieren Carole, die auch gleich kommt. Sie macht dasselbe wie wir, nur sie schaltet „avec une force brutale“ den Schütz wieder ein. Es funktioniert. Wir können kochen, und auch wenn der Strom noch einmal wegbleibt, können wir „brutal“ wieder einschalten.

Ab 15:30 ist der Regen durchgezogen und wir fahren mit den Fahrrädern zum Hafen und am Meer entlang nach Arcachon City. Wunderbar! Überall Straßen und Trassen für das perfekte Fortbewegungsmittel: Fahrrad.

Ein kleiner Bummel durch die City, danach mit einem Abstecher zum Quartier de la Ville d’Hiver mit vielen schönen alten Villen zurück nach L’Aiguillon.

Über Monpazier und Issigeac nach Arcachon

Heute müssen wir um 7:30 aufstehen, um 9:30 aus dem Haus zu sein. Schaffen wir!

Gemächlich fahren wir grob in Richtung Bergerac. Wir wollen auf der Fahrt nach Arcachon noch zwei empfohlene Bastiden besichtigen. Die erste ist Monpazier. Natürlich auch eines von Les plus beaux villages de France.

Eine echte Überraschung! Schachbrettartig angelegt mit einem großen Platz in der Mitte, die Häuser aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock gruppieren sich drumherum. 1284 von einem Feldherrn King Edwards I gegründet und bis heute kaum verändert. Die gesamte Bevölkerung (ca. 450 Einwohner) wohnt heute noch innerhalb der Bastide, keinerlei Zersiedelung.

Beim einzigen Bäcker kaufen wir Quiches, Croissants und Baguette. Lecka!

Der Kaffee in der Bar: Sehr italienisch stark und gut.

Der Besuch hat sich unbedingt gelohnt. Weiterfahrt nach Issigeac, das auf dem Weg liegt. Da wir nicht viel Zeit haben wird’s nur ein Kurzbesuch.

Sehr alte, schiefe Fachwerkhäuser, die wir hier noch gar nicht gesehen haben, Geschäfte, die merkwürdiges verkaufen, z.B. nur Ersatzteile für jede Art von Pumpe…

Auch in Issigeac ist die Zeit stehengeblieben. Dass es sowas noch gibt?!

Kurze Zeit später verändert sich die Landschaft: wir fahren durch Weinberge vorbei an etlichen Chateaus, durch St. Émilion und vorbei an Bordeaux. Kleinere Staus hier im Bereich der Brücken über die Gironde.

Nach einer kurzen Pause treffen wir pünktlich um 15 Uhr Carole vor der neuen Wohnung an.

Schnell ist alles gezeigt, Auto und Fahrräder stehen sicher im Hof.

Wir machen eine erste Erkundungstour hinunter zum Hafen und bis zum Strand.

Da es nach Regen aussieht, kehren wir um und machen uns was zu essen: Salat mit Baguette und Thunfisch-Rillet und die Quiches vom Bäcker mit Porree bzw. Lachs. Die Lorraine haben wir schon unterwegs verputzt.

Jardins de Marquayssac, Beynac und Sarlat

Kurz vor 11 Uhr parken wir am Herrenhaus von Marquayssac. 12,90€/P. kostet der Eintritt.

Nach anfänglichen Orientierungsproblemen im Labyrinth der Buchsbäume finden wir den Weg entlang der Felsen zum ***Aussichtspunkt. Man schaut ins Tal der Dordogne, entdeckt einige andere Burgen und die abwechslungsreichen Muster und Strukturen in der Landschaft.

Vom Belvedere toller Blick auf La Roque-Gageac. Gemütlich geht’s zurück zum Herrenhaus. Im Schatten sitzen wir dort und werden sehr professionell von einem Team junger Leute bedient: wir nehmen Quiche mit Salat und Panaché.

Letzte Runde durchs Labyrinth und weiter geht’s nach Beynac.

Vom Parkplatz aus laufen, besser klettern wir, durch mittelalterliche Gassen hinauf zur Burg.

Es ist warm heute und die Lauferei und Kletterei waren anstrengend. Wir legen „zu Hause“ die Beine hoch, lassen uns von der Sonne bescheinen – bis es zuviel wird.

Ich fahre mit dem Fahrrad noch einmal hinunter nach Sarlat und laufe durch die Gassen, um zu fotografieren.

Da es morgen weiter geht, packen wir schon einige Sachen zusammen und machen es uns gemütlich.

Domme und mit dem Fahrrad nach Daglan

Wie gestern: zuerst etwas Kultur, bevor das Fahrrad bewegt wird.

Wir fahren mit dem Auto hinauf zur Bastide Domme. Man parkt vor dem Ort (4€) und ist in 10 Minuten am Stadttor. Wir bummeln durch die Gassen, holen uns an der Touristeninformation einen Ortsplan und laufen die vorgeschlagene Route ab.

Schöne Aussicht auf die Dordogne und ins Tal, schöne alte Häuser – alles proper und in gutem Zustand. Hier wohnen keine Armen (mehr?)

Angebote zum Geldausgeben sind den Wünschen der Touristen angepasst. Was man so mitbringt aus dem Perigord oder mitbringen sollte…

Wir fahren weiter nach Castelnau-la-Chapelle. Es gibt einen großen Parkplatz am Startpunkt der Voie vert. Die Fahrräder werden abgeladen; noch viel Zeit für ein Picknick am Fluss, bevor wir losfahren.

Keine Herausforderung. Im Prinzip bleibt alles eben. Es geht es mehr oder weniger entlang der Céou über asphaltierte Wirtschaftswege.

Nach ziemlich eintönigen 11 km (man sieht fast nur Felder, Wiesen, Nussbäume) sind wir in Doglan. Das Dorf ist sehr nett.

Nach einer Besichtigungsrunde trinken wir in einem kleinen Café Kaffee, Wasser und essen Crepes und Nusskuchen.

Bis zum Ende der Route wollen wir nicht mehr fahren – wir drehen um und belassen es heute bei 22 km.

Auf dem Rückweg kaufen wir noch schnell etwas ein.

Wir sitzen in der warmen Sonne auf der Terrasse, lassen uns von Mücken stechen und machen uns später Champignon-Omelettes und Salat.

Souillac und Radtour über alte Bahnstrecke

Gegen 11 Uhr sind wir in Souillac und finden auch gleich einen großen Parkplatz. Es sind nur ein paar Meter durch einige Gassen bis zur ehemaligen Benediktiner-Abtei und zur Abbatiale Sainte-Marie, eines der wertvollsten romanischen Baudenkmäler Frankreichs.

Die vielen angebauten Apsiden und Rundtürme erinnern ein wenig an die Hagia Sophia.

Drinnen überraschen uns die vielen, sehr detaillierten Bildhauerarbeiten, die Ruhe und das schöne Licht, dass durch die Glasfenster strahlt.

Zur Zeit wird die Abteikirche renoviert, was dieses Kleinod der Romanik fürwahr auch verdient hat.

Wir fahren weiter zum alten Bahnhof von Carsac, wo wir picknicken bevor es losgeht. Über eine alte Bahnstrecke fahren wir ca 20 km bis Peyrillac.

Der Abstecher nach Grosléjac führt über eine alte Dordognebrücke.

Unterwegs ist es ein wenig wie zu Hause auf der Vennbahnstrecke: ein paar Viadukte, ein paar Dörfer, ein langer Tunnel, ganz selten ein wenig Dordogne. Eher anwechslungsarm.

An einem ehemaligen Bahnhof machen wir Pause und trinken Kaffee.

Es werden etwas mehr als 40 km ohne Fahrradhose. Das reicht.

In der Wohnung kochen wir und haben gegen 23 Uhr auch den Rosé geschafft.

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