Kategorie: REISE (Seite 5 von 57)

Reisetagebücher, Beschreibungen, Wanderungen

Saint-Amand-de-Coly, Lascaux 2 und Saint-Léon

Dichter Nebel auf dem Weg zum Bäcker. Erst langsam schafft es die Sonne im Laufe des Vormittags den Nebel zu vertreiben. Aber dann strahlend blauer Himmel!

Saint-Amand-de-Coly

Wir besuchen ein weiteres der Plus beaux villages de France: Saint-Amand-de-Coly.

Die alte Abteikirche (Monument historique) aus dem 12. Jh. steht noch, in Resten der Abtei ist die Schule untergebracht.

Am Ende des Dorfes das alte Armenhospital aus dem 14. Jh., das jetzt ein MTB-Stützpunkt ist.

Lascaux 2

Um 14:30 startet unsere Führung in Lascaux 2. Gwen, unser deutschsprechender Guide, versteht es, die Welt der Cromagnon-Künstler wiederzuerwecken und lässt die Führung zu einem echten Erlebnis werden. Absolut empfehlenswert!

Saint-Léon-sur-Vézère

Auf der Rückfahrt besuchen wir ein weiteres Bilderbuchdorf: Saint-Léon-sur-Vézère. Die Pfarrkirche Saint-Léon gehörte einst zu einem kleinen Benediktinerpriorat.

Sehr schön, idyllisch und dazu eine wunderbare Stimmung mit goldenem Herbstlicht. Am Fluss trinken wir Kaffee und sind mit allem versöhnt!

Die Fahrt durch das Tal der Vézère zurück nach Sarlat wird durch das tiefstehende Licht verzaubert. Einfach schön!

Wir essen unser Couscous mit Merguez, machen den Rosé auf und sind zufrieden.

Perigueux und Musée National de Préhistoire

Grau, keine Sonne, aber auch kein Regen. Nach dem Frühstück fahren wir gemächlich die 62 km nach Perigueux (angeblich ein Muss, wenn man im Perigord ist) und parken unterhalb der Kathedrale Saint-Front am Quai.

Kathedrale - Vorderansicht

Wir wollen die Altstadt erkunden, eine der größten zusammenhängenden denkmalgeschützten Flächen. In den 1970er Jahren wurde die komplette Altstadt zum Nationalen Kulturdenkmal erhoben und komplett restauriert.
Alt ist wirklich alles, grau die Häuser, die ohne Sonne leider nicht glänzen können.

Die Kathedrale Saint-Front im romanisch-byzantinischen Stil mit vom Architekten Paul Abadie (der hat auch Sacré-Coeur in Paris entworfen) restaurierten Kuppeltürmen hat die Form eines griechischen Kreuzes und ist UNESCO Weltkulturerbe. Dunkel die Decken, dunkel der große Holzaltar.

Wir laufen etwas ziellos durch die Altstadt, der Reiseführer gibt nicht viel her. Man kommt an einigen Informationstafeln vorbei – meist an gut erhaltenen Renaissance-Häusern angebracht. Alles wirkt wie ausgestorben: kaum ein Mensch auf den Straßen, alle Geschäfte sind geschlossen, keine Außengastronomie, eingeklappte Sonnenschirme.
Das Highlight Nr. 1 entpuppt sich zumindest heute als Lowlight. Hier muss man sonntags und ohne Sonne nicht gewesen sein.

Auf der Place Sylvain bestellen wir unter Lindenbäumen sitzend im Gambrinus etwas absolut Untypisches: Fish and Chips, Tiramisu bzw. Pannacotta und Bier, das leider gar nicht unseren Geschmack trifft. Insgesamt aber sehr lecker und viel!

Hier ist’s bei Sonnenschein und belebt sicherlich sehr schön.

Nach einer Abschlussrunde fahren wir zurück und machen Halt in Eyzies, wo wir uns die Sammlungen im Prähistorischen Museum anschauen. Die schiere Menge an Faustkeilen und Knochenfunden aus unterschiedlichen Epochen, Informationen zu Jagdtechniken, zu Felsgravuren und Beerdigungsritualen überfordert mich irgendwann. Wir beenden den Rundgang schließlich oben im alten Schloss und unter dem Abri.

Zurück, der Rücken tut weh. Beine hochlegen und relaxen .

Markttag in Sarlat und Wandern an der Dordogne

Überrascht uns das? Es gibt kein warmes Wasser. Reklamation abgeschickt, man will uns auf dem Laufenden halten. Die fehlende Heizung habe ich gleich mitbemängelt. 16 Grad morgens in der Wohnung sind etwas wenig. Leider ein etwas holperiger Start 🙁

Markttag in Sarlat

Gegen 11:00 laufen wir hinunter in den Ort. Brechend voll: Wen wundert’s, Sarlat ist ein Highlight.

Und dass man hier hauptsächlich auf Touristen eingestellt ist, erkennt man schnell: Fast ausschließlich Restaurants, Cafés, Bistros, Galerien, Feinkost-, Kunsthandwerk- und Schnickschnackläden.

Merkwürdig: sogar die Menüs (und die Preise) in den vielen Restaurants ähneln sich: irgendwas von der Gans, immer Foie gras, zum Dessert was mit Nüssen… Menüs zwischen 28-32 €, es gibt auch teurere, klar.

Die Altstadt ist sehr schön und pittoresk mit vielen kleinen engen Gassen.

Werden uns aber noch einmal alles ohne viele Leute anschauen. Der Markt lockt alles an, was gerade in der Nähe ist. Auf dem großen Markt kann man fast alles kaufen: Obst, Gemüse, Käse, Wurst, Perigord-Spezialitäten, aber auch Haushaltswaren, Klamotten, Matratzen, Stoffe…

Muße zum Schauen kommt bei dem Geschiebe schwer auf.

Gegen 13:30 erscheint die Verwalterin. Sie telefoniert mit den Besitzern in Holland, ein Installateur erscheint kurze Zeit später und erhöht den Druck im Kessel – warmes Wasser ist wieder da! Sogar die Heizung wird von NL aus (geht das wirklich?) freiwillig auf 21 Grad erhöht. Bin gespannt auf heute Abend.

La-Roque-Gageac

Nach dem Essen fahren wir nach La Roque-Gageac (Plus beaux villages de France ). Vom Parkplatz aus starten wir eine kleine Wanderung über den „Boucle“.
So einfach fällt es uns nicht. 9km und 200 HM werden es. Es geht allerdings hauptsächlich durch Laubwald mit wenigen Ausblicken auf die Dordogne-Schleife. Zurück im gut besuchten Ort trinken wir Cappuccino und schauen dem Treiben am Fluss und im Ort zu.

Das Wetter hat es heute gut gemeint, in der Sonne ist es wunderbar warm. Wegen der Mücken sitze ich noch alleine vor dem Haus bis die Sonne untergeht.
Die Mücken haben mich mittlerweile aber auch entdeckt.

Nach Salat und Abendbrot hören wir Musik, trinken Rosé und erzählen. Um 23:30 ist Feierabend.

Von Sens nach Sarlat-la-Caneda

Pünktlich um 8:30 steht Emilie mit unserem Frühstück auf einem Silbertablett vor der Tür. Perfekter Start bei immer noch grau-nieseligem Wetter.
Gegen 10 Uhr geht’s wieder weiter.

Die Fahrt will kein Ende nehmen, wenig Interessantes zu sehen unterwegs, schnurgerade Straßen und das Wetter will nicht besser werden.

Gegen 13 Uhr machen wir eine Pause. Um 16:15 Uhr sind wir an der neuen Unterkunft in Sarlat.
Die Fahrt war extrem anstrengend, obwohl nicht viel Verkehr war?!

Vergeblich versuchen wir 30 Min. die Verwalterin und den Besitzer zu erreichen. Niemand meldet sich zurück und wir sitzen vor einer verschlossenen Wohnung.

Mit mehr als 4 Std Verspätung erreicht mich dann doch eine WhatsApp Nachricht mit dem Code für den Schlüsselsafe. Gottseidank.

Während Gaby schon mal das Gemüse vorbereitet, fahre ich einkaufen. Der Aldi um die Ecke bekommt keine Empfehlung!

Das improvisierte Ratatouille schmeckt prima. Wir sind allerdings zu platt, um heute noch irgendwas zu unternehmen.

In der Wohnung muss man den Fleece anziehen, die Heizung läuft erst ab Oktober?!

Um 23:00 gehe ich auch ins Bett und schlafe mit offenem Buch ein..

Zwischenstopp: Sens

Gegen 10 Uhr Abfahrt, vorbei an Liège und weiter über die Autobahn R3 bis Charleroi. Ab hier über teils unglaubliche belgische Straßenabschnitte mit stellenweise offen liegender Stahlarmierung in den Betonelementen. Die wenigen Dörfer sehen nicht anders aus. Mit jedem Kilometer weiter wird’s aber besser.

Die Fahrt durch die Ardennen ist sehr einsam, kaum ein Dorf. In der Champagne ähnlich, Fahrt durch riesige Agrarflächen.

Bis Reims ist die Nutzung der Autobahn umsonst. Maut von Reims bis Troyes 11€70. Ab da fahren wir über die D660 weiter nach Sens. Pünktlich um 16 Uhr sind wir da.

Unsere Vermieterin empfängt uns am Tor. In der kleinen Wohnung ist alles vorhanden, was man evtl. brauchen könnte. Sehr gut!

Wir laufen ein Stück entlang der Stadtmauer und orientieren uns am Turm der 1130-1133 erbauten Kathedrale Saint-Étienne.

Blühender Garten in der Orangerie in Sens

Überraschend der wunderschön angelegte, blühende Garten in der Orangerie hinter Kathedrale und Museum.

Durch den Innenhof des Museums mit burgundischen bunten Dachziegeln betreten wir die Kathedrale durch das Querhaus.

Wir sind überwältigt! Eine so große, schöne Kirche hatten wir nicht erwartet! Sens kann sich rühmen, die erste gotische Kathedrale zu haben. Man erkennt gut den Übergang zwischen Romanik und Gotik, Bögen und Fenster aus beiden Epochen sind zu finden.

Die Kunst der Glasmalerei durch alle Epochen kann man hier bewundern.

Wir verlassen die Kathedrale – es regnet leicht. Wir gehen etwas einkaufen für einen Salat und bummeln noch ein wenig durch die überschaubare Altstadt. Das Wetter ist usselig – ab zur Unterkunft.

Nach Salat und Bier lassen wir den Tag mit einem leckeren Rose ausklingen. Das Frühstück ist für 8:30 bestellt – ab ins Bett. Ungewohnt weich, aber wir schlafen wunderbar!


Links

Weitere Informationen zur Kathedrale

Rückfahrt

6:15 Uhr stehen wir auf. Um 7:15 Uhr haben wir gefrühstückt und das Auto beladen.

Mme Astay kommt zur Kontrolle und liest die Zähler ab: Für Energie und Wasser werden noch einmal 60 € fällig.

7:30 Uhr ist Abfahrt. Ohne Probleme mit relativ wenig Verkehr sind wir gegen 10 Uhr in Lyon. Nur vor dem Tunnel ca. 2 km zäh fließender Verkehr.

Vor Dijon am Rastplatz Gevrey-Chambertin machen wir Pause und tanken nach.

Kurz hinter Langres regnet es, in Nancy ist’s wieder vorbei.

Auch durch Luxembourg keine Staus. In Martelange tanken wir für 1,64 €/l voll. Hier gibt’s auf der luxemburgischen Seite jede Menge Tankstellen mit identischen Preisen.

Nur auf luxemburgischer Seite gibt’s Tankstellen en masse

Um 17:15 Uhr sind wir wieder zu Hause. 

Ein blühender Garten und der Blick ins Weite erwarten uns. Fast wie Urlaub.

Strecke 975 km.

Eygalieres – Les Contras

Die Kinder kommen um 7 Uhr noch einmal zum Kuscheln ins Bett. Nach kurzem Frühstück fahren die Schaffis nach Hause.

Plötzlich ist das riesengroße Haus leer 🙁

Wir packen schon ein bisschen und räumen auf. Die versprochene Sonne ist noch nicht da, sondern Frühnebel.

Draußen im Garten trällert eine Nachtigall und oben vom Himmel hört man die nach Norden ziehenden Schwarzkopf-Möwen.

Wir fahren kurz nach 10 Uhr los nach Eygalières, müssen einen kleinen Umweg fahren, weil beide Zufahrten zu unserem Grundstück wg Bauarbeiten gesperrt sind. Dann fahren wir auch noch falsch zunächst nach Eyguières, weil ich die beiden Orte wieder mal verwechselt habe.

Provencalischer Markt

Hier gibt’s fast alles

In Eygalières ist provencalischer Wochenmarkt. Parkplätze gibt’s genug. Jede Menge Leute schlendern durch die Straßen und an den Ständen vorbei. Wir kaufen Paella für später und starten unsere Wanderung.  Aus einem Alpillesführer machen wir eine Variante der Route 12.

Zunächst geht’s hinauf zu den Ruinen des alten Schlosses und der Mühle. Von hier oben ein schöner Ausblick.

Dann hinab und über bequeme Schotterstraßen vorbei an diversen Mas und schönen Blumenwiesen Richtung Feuerwachturm Vigie de Longjean.

Wir biegen von einem Forstweg  – wie vorgegeben – links ab auf einen schmalen Pfad, der sich aber als enge, mit mannshohem Stechginster und Korkeichen zugewachsene Marterstrecke entpuppt.

Als wir oben ankommen, haben wir Kratzer an Armen und Beinen und sind zudem nass. Es hatte in der Nacht geregnet.
Oben Apfel- und Trinkpause. Schöner Rundumblick, aber leider etwas diesig.

Zurück geht’s ab jetzt bequemer über Forst- und Wanderwege zunächst unter einer Hochspannungsleitung hinab, dann durch lichten Wald, vorbei an Weinfeldern zur Chapelle St. Sixte. Leider wg Renovierung komplett eingepackt.

Über die Hauptstraße zurück in den Ort, etwas gefährlich, aber allemal besser, als durchs Gestrüpp.

Warum nur haben wir Eygalières bisher nicht entdeckt? Ein hübscher, alter Ort mit urigen Bistros, Cafes, Bars…

Auf dem Rückweg fahren wir in St Rémy einkaufen, tanken noch und dann gibt’s Paella mit Salat.

Lynn bekommt noch ein Foto wie gewünscht.

Im Garten sitzen, Kaffee trinken, Sonne tanken – schön. Einpacken, Auto beladen und Abend ausklingen lassen. Schön war’s!

Carrières des Lumières – Mouries

Nach dem Frühstück liest Oma aus dem ausgeliehenen Buch vor. 

Gegen 10 Uhr brechen wir auf und fahren zum Carrières des Lumières, wo wir für 10:30 Uhr Karten online gekauft haben – zum Glück, so können wir direkt durchgehen.

Diese Saison wird „Venice, la sérénissima“ und eine Hommage an Yves Klein gezeigt.

https://youtu.be/HyW6IVF8E64

https://vimeo.com/684186181?iframe=true&width=900&height=500

Die Technik ist noch ausgefeilter und perfekter, va heller geworden. 

Immer wieder begeistern die Inszenierungen. Ein Muss und die 14.50€ allemal wert.

Riesenschlange vor der Kasse, als wir wieder rauskommen. Die Vermarktung klappt und das bewölkte Wetter lädt auch zum Besuch ein.

https://www.carrieres-lumieres.com/

Wir essen unsere letzten Vorräte zu Mittag. Danach führen Mio und Ava eine Pferde-Show auf, die sie kommentieren und die wir gebührend beklatschen.

Lynn und David fahren einkaufen. Wir gehen mit den Kindern derweil zur Ölmühle, wo ich verschiedene Olivenöle probiere und zwei Dosen kaufe. Dazu noch Tapenade in schwarz und grün. 

https://www.moulincoop.com/

Weiter am Bäcker vorbei, durch den Ort über die Rue des Maisons Neufes zurück zum Haus. Ira ist mittlerweile eingeschlafen und ich gehe mit ihr ein wenig den Chemin Mas de Barrelet entlang bis zum Gaudre (Bewässerskanal). Auch hier gibt’s einiges zu entdecken.

Es gibt heute noch ein dickes Eis, sogar Ira schmeckts.

Obligatorisch ist noch Spielen am Pool. 

Die Kinder sind wie aufgedreht, deshalb gehen wir noch einmal bis zur Kirche und bringen die Bücher zurück.

Am protestantischen Friedhof entdecke ich auch noch was.

Nach dem Abendessen wird mit Papa gekämpft, Ruhe ist immer noch nicht.

Zu aufregend, dass es morgen wieder nach Hause geht.

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