Autor: Pit Aretz (Seite 5 von 59)

Dune du Pilat und Lagune La Teste de Buch

Gegen 11 Uhr fahren wir mit den Fahrrädern los, immer am Meer entlang über die bestens ausgeschilderte und gesicherte Fahrradroute zur Düne von Pilat, der höchsten Düne Europas.

Der Aufstieg durch den Sand ist anstrengender und die Düne höher als gedacht.

Aber von oben prima Sicht auf die Bucht, das Meer, die Sandbänke und Pinienwälder. Es lohnt sich!

Wir fahren hinunter an den Strand in Pyla – es ist Flut, der Strand ist verschwunden.

Wir haben eine prima Bank gefunden, wo wir picknicken, die Wucht der Wellen erleben und uns köstlich amüsieren.

Zwei Seekayakfahren wollen mit ihrem aufblasbaren Kayak ganz cool anlanden. Die Riesenwelle hat etwas dagegen: ein Vorwärtssalto des sich durchknickenden Bootes schleudert die Fahrer samt Ladung auf den Strand. Es dauert eine Weile, bis sie alles wiedergefunden haben

Eine schrille Familie findet sich ein zum Posen und Fotos machen. Unglaublich, zu welchen Posen jemand fähig ist, v.a. wie wichtig das sein muss.

Zurück fahren wir durch den Pinienwald, wo die Heide und Ginster blühen und machen noch einen Abstecher zur Lagune von La Teste. Die kleine Rundfahrt lohnt sich!

Nach Kaffee und Kuchen und einer kleinen Pause wird gekocht. Danach noch eine letzte Fahrt zum Meer. Leider nur Blick nach Norden möglich, deshalb kein Sonnenuntergang zu sehen, aber die beleuchtete Pfarrkirche Saint-Ferdinand mit dem Sacré-Cœur des Bildhauers Edmond Chrétien.

Arcachon

Die Nacht in den extrem weichen Betten war nicht sonderlich erholsam. Draußen ist es grau; wir lassen uns ganz viel Zeit für Frühstück, Duschen, Trödeln.

Kurzzeitig starker Regenguss, als wir zum Einkaufen fahren. Danach bleibt’s vorerst beim Nieseln.

Überraschung! Die Kochplatte funktioniert nicht. Der Fehler ist schnell gefunden: der Schütz des Stromkreises von u.a. Herdplatte und Wasserboiler hat getrennt. Wir versuchen die Quellen systematisch aus- und einzuschalten, aber der Schütz lässt sich nicht entriegeln. Wir alarmieren Carole, die auch gleich kommt. Sie macht dasselbe wie wir, nur sie schaltet „avec une force brutale“ den Schütz wieder ein. Es funktioniert. Wir können kochen, und auch wenn der Strom noch einmal wegbleibt, können wir „brutal“ wieder einschalten.

Ab 15:30 ist der Regen durchgezogen und wir fahren mit den Fahrrädern zum Hafen und am Meer entlang nach Arcachon City. Wunderbar! Überall Straßen und Trassen für das perfekte Fortbewegungsmittel: Fahrrad.

Ein kleiner Bummel durch die City, danach mit einem Abstecher zum Quartier de la Ville d’Hiver mit vielen schönen alten Villen zurück nach L’Aiguillon.

Über Monpazier und Issigeac nach Arcachon

Heute müssen wir um 7:30 aufstehen, um 9:30 aus dem Haus zu sein. Schaffen wir!

Gemächlich fahren wir grob in Richtung Bergerac. Wir wollen auf der Fahrt nach Arcachon noch zwei empfohlene Bastiden besichtigen. Die erste ist Monpazier. Natürlich auch eines von Les plus beaux villages de France.

Eine echte Überraschung! Schachbrettartig angelegt mit einem großen Platz in der Mitte, die Häuser aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock gruppieren sich drumherum. 1284 von einem Feldherrn King Edwards I gegründet und bis heute kaum verändert. Die gesamte Bevölkerung (ca. 450 Einwohner) wohnt heute noch innerhalb der Bastide, keinerlei Zersiedelung.

Beim einzigen Bäcker kaufen wir Quiches, Croissants und Baguette. Lecka!

Der Kaffee in der Bar: Sehr italienisch stark und gut.

Der Besuch hat sich unbedingt gelohnt. Weiterfahrt nach Issigeac, das auf dem Weg liegt. Da wir nicht viel Zeit haben wird’s nur ein Kurzbesuch.

Sehr alte, schiefe Fachwerkhäuser, die wir hier noch gar nicht gesehen haben, Geschäfte, die merkwürdiges verkaufen, z.B. nur Ersatzteile für jede Art von Pumpe…

Auch in Issigeac ist die Zeit stehengeblieben. Dass es sowas noch gibt?!

Kurze Zeit später verändert sich die Landschaft: wir fahren durch Weinberge vorbei an etlichen Chateaus, durch St. Émilion und vorbei an Bordeaux. Kleinere Staus hier im Bereich der Brücken über die Gironde.

Nach einer kurzen Pause treffen wir pünktlich um 15 Uhr Carole vor der neuen Wohnung an.

Schnell ist alles gezeigt, Auto und Fahrräder stehen sicher im Hof.

Wir machen eine erste Erkundungstour hinunter zum Hafen und bis zum Strand.

Da es nach Regen aussieht, kehren wir um und machen uns was zu essen: Salat mit Baguette und Thunfisch-Rillet und die Quiches vom Bäcker mit Porree bzw. Lachs. Die Lorraine haben wir schon unterwegs verputzt.

Jardins de Marquayssac, Beynac und Sarlat

Kurz vor 11 Uhr parken wir am Herrenhaus von Marquayssac. 12,90€/P. kostet der Eintritt.

Nach anfänglichen Orientierungsproblemen im Labyrinth der Buchsbäume finden wir den Weg entlang der Felsen zum ***Aussichtspunkt. Man schaut ins Tal der Dordogne, entdeckt einige andere Burgen und die abwechslungsreichen Muster und Strukturen in der Landschaft.

Vom Belvedere toller Blick auf La Roque-Gageac. Gemütlich geht’s zurück zum Herrenhaus. Im Schatten sitzen wir dort und werden sehr professionell von einem Team junger Leute bedient: wir nehmen Quiche mit Salat und Panaché.

Letzte Runde durchs Labyrinth und weiter geht’s nach Beynac.

Vom Parkplatz aus laufen, besser klettern wir, durch mittelalterliche Gassen hinauf zur Burg.

Es ist warm heute und die Lauferei und Kletterei waren anstrengend. Wir legen „zu Hause“ die Beine hoch, lassen uns von der Sonne bescheinen – bis es zuviel wird.

Ich fahre mit dem Fahrrad noch einmal hinunter nach Sarlat und laufe durch die Gassen, um zu fotografieren.

Da es morgen weiter geht, packen wir schon einige Sachen zusammen und machen es uns gemütlich.

Domme und mit dem Fahrrad nach Daglan

Wie gestern: zuerst etwas Kultur, bevor das Fahrrad bewegt wird.

Wir fahren mit dem Auto hinauf zur Bastide Domme. Man parkt vor dem Ort (4€) und ist in 10 Minuten am Stadttor. Wir bummeln durch die Gassen, holen uns an der Touristeninformation einen Ortsplan und laufen die vorgeschlagene Route ab.

Schöne Aussicht auf die Dordogne und ins Tal, schöne alte Häuser – alles proper und in gutem Zustand. Hier wohnen keine Armen (mehr?)

Angebote zum Geldausgeben sind den Wünschen der Touristen angepasst. Was man so mitbringt aus dem Perigord oder mitbringen sollte…

Wir fahren weiter nach Castelnau-la-Chapelle. Es gibt einen großen Parkplatz am Startpunkt der Voie vert. Die Fahrräder werden abgeladen; noch viel Zeit für ein Picknick am Fluss, bevor wir losfahren.

Keine Herausforderung. Im Prinzip bleibt alles eben. Es geht es mehr oder weniger entlang der Céou über asphaltierte Wirtschaftswege.

Nach ziemlich eintönigen 11 km (man sieht fast nur Felder, Wiesen, Nussbäume) sind wir in Doglan. Das Dorf ist sehr nett.

Nach einer Besichtigungsrunde trinken wir in einem kleinen Café Kaffee, Wasser und essen Crepes und Nusskuchen.

Bis zum Ende der Route wollen wir nicht mehr fahren – wir drehen um und belassen es heute bei 22 km.

Auf dem Rückweg kaufen wir noch schnell etwas ein.

Wir sitzen in der warmen Sonne auf der Terrasse, lassen uns von Mücken stechen und machen uns später Champignon-Omelettes und Salat.

Souillac und Radtour über alte Bahnstrecke

Gegen 11 Uhr sind wir in Souillac und finden auch gleich einen großen Parkplatz. Es sind nur ein paar Meter durch einige Gassen bis zur ehemaligen Benediktiner-Abtei und zur Abbatiale Sainte-Marie, eines der wertvollsten romanischen Baudenkmäler Frankreichs.

Die vielen angebauten Apsiden und Rundtürme erinnern ein wenig an die Hagia Sophia.

Drinnen überraschen uns die vielen, sehr detaillierten Bildhauerarbeiten, die Ruhe und das schöne Licht, dass durch die Glasfenster strahlt.

Zur Zeit wird die Abteikirche renoviert, was dieses Kleinod der Romanik fürwahr auch verdient hat.

Wir fahren weiter zum alten Bahnhof von Carsac, wo wir picknicken bevor es losgeht. Über eine alte Bahnstrecke fahren wir ca 20 km bis Peyrillac.

Der Abstecher nach Grosléjac führt über eine alte Dordognebrücke.

Unterwegs ist es ein wenig wie zu Hause auf der Vennbahnstrecke: ein paar Viadukte, ein paar Dörfer, ein langer Tunnel, ganz selten ein wenig Dordogne. Eher anwechslungsarm.

An einem ehemaligen Bahnhof machen wir Pause und trinken Kaffee.

Es werden etwas mehr als 40 km ohne Fahrradhose. Das reicht.

In der Wohnung kochen wir und haben gegen 23 Uhr auch den Rosé geschafft.

Saint-Amand-de-Coly, Lascaux 2 und Saint-Léon

Dichter Nebel auf dem Weg zum Bäcker. Erst langsam schafft es die Sonne im Laufe des Vormittags den Nebel zu vertreiben. Aber dann strahlend blauer Himmel!

Saint-Amand-de-Coly

Wir besuchen ein weiteres der Plus beaux villages de France: Saint-Amand-de-Coly.

Die alte Abteikirche (Monument historique) aus dem 12. Jh. steht noch, in Resten der Abtei ist die Schule untergebracht.

Am Ende des Dorfes das alte Armenhospital aus dem 14. Jh., das jetzt ein MTB-Stützpunkt ist.

Lascaux 2

Um 14:30 startet unsere Führung in Lascaux 2. Gwen, unser deutschsprechender Guide, versteht es, die Welt der Cromagnon-Künstler wiederzuerwecken und lässt die Führung zu einem echten Erlebnis werden. Absolut empfehlenswert!

Saint-Léon-sur-Vézère

Auf der Rückfahrt besuchen wir ein weiteres Bilderbuchdorf: Saint-Léon-sur-Vézère. Die Pfarrkirche Saint-Léon gehörte einst zu einem kleinen Benediktinerpriorat.

Sehr schön, idyllisch und dazu eine wunderbare Stimmung mit goldenem Herbstlicht. Am Fluss trinken wir Kaffee und sind mit allem versöhnt!

Die Fahrt durch das Tal der Vézère zurück nach Sarlat wird durch das tiefstehende Licht verzaubert. Einfach schön!

Wir essen unser Couscous mit Merguez, machen den Rosé auf und sind zufrieden.

Perigueux und Musée National de Préhistoire

Grau, keine Sonne, aber auch kein Regen. Nach dem Frühstück fahren wir gemächlich die 62 km nach Perigueux (angeblich ein Muss, wenn man im Perigord ist) und parken unterhalb der Kathedrale Saint-Front am Quai.

Kathedrale - Vorderansicht

Wir wollen die Altstadt erkunden, eine der größten zusammenhängenden denkmalgeschützten Flächen. In den 1970er Jahren wurde die komplette Altstadt zum Nationalen Kulturdenkmal erhoben und komplett restauriert.
Alt ist wirklich alles, grau die Häuser, die ohne Sonne leider nicht glänzen können.

Die Kathedrale Saint-Front im romanisch-byzantinischen Stil mit vom Architekten Paul Abadie (der hat auch Sacré-Coeur in Paris entworfen) restaurierten Kuppeltürmen hat die Form eines griechischen Kreuzes und ist UNESCO Weltkulturerbe. Dunkel die Decken, dunkel der große Holzaltar.

Wir laufen etwas ziellos durch die Altstadt, der Reiseführer gibt nicht viel her. Man kommt an einigen Informationstafeln vorbei – meist an gut erhaltenen Renaissance-Häusern angebracht. Alles wirkt wie ausgestorben: kaum ein Mensch auf den Straßen, alle Geschäfte sind geschlossen, keine Außengastronomie, eingeklappte Sonnenschirme.
Das Highlight Nr. 1 entpuppt sich zumindest heute als Lowlight. Hier muss man sonntags und ohne Sonne nicht gewesen sein.

Auf der Place Sylvain bestellen wir unter Lindenbäumen sitzend im Gambrinus etwas absolut Untypisches: Fish and Chips, Tiramisu bzw. Pannacotta und Bier, das leider gar nicht unseren Geschmack trifft. Insgesamt aber sehr lecker und viel!

Hier ist’s bei Sonnenschein und belebt sicherlich sehr schön.

Nach einer Abschlussrunde fahren wir zurück und machen Halt in Eyzies, wo wir uns die Sammlungen im Prähistorischen Museum anschauen. Die schiere Menge an Faustkeilen und Knochenfunden aus unterschiedlichen Epochen, Informationen zu Jagdtechniken, zu Felsgravuren und Beerdigungsritualen überfordert mich irgendwann. Wir beenden den Rundgang schließlich oben im alten Schloss und unter dem Abri.

Zurück, der Rücken tut weh. Beine hochlegen und relaxen .

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