Autor: Pit Aretz (Seite 50 von 57)

Wandertag: Rheinsteig von Kaub nach Goarshausen

Wir stehen als Erste auf, um 9 Uhr sitzen alle anderen auch am Frühstückstisch. Um 10.15 Uhr gehen wir los auf die „Königsetappe des Rheinsteigs“ von Kaub nach St. Goarshausen. Thomas bleibt bei Mama; die beiden sollen das Restaurant für heute Abend aussuchen.

Es ist noch dunstig, der Himmel wolkenverhangen, aber es regnet nicht.
Zum Glück können wir uns den ersten Anstieg von Kaub nach Dörscheid sparen – wir sind ja schon da!

Dörscheider Heide: Blick ins Rheintal

Über Wiesen und Heidegebiet geht es zunächst über die Höhe bis zur Hangkante, von wo man immer wieder schöne Ausblicke auf den Rhein hat.

Leider ohne Sonne

Über einen steilen, steinigen Pfad geht es durch einen Felsen, danach durch Wald auf und ab bis hinab ins Urbachtal, wo wir eine Metallbrücke überqueren. Nun wird es etwas anstrengender. Recht steil geht es hinauf vorbei an den Dachsgruben bis zur Waldschule. Ohne großes Auf und Ab folgen wir dem Weg durch lichten Wald, können unterwegs immer wieder Blicke ins Rheintal werfen. Noch einmal müssen wir einen Bach überqueren, gelangen danach auf ein grünes Plateau und machen am 5-Seen-Platz unsere Mittagspause. Schon bald trifft man auf eine Asphaltstraße, die wir bis zur Lorelei auch kaum wieder verlassen. Am Hof Leiselfeld gehen wir den Schlenker zur Aussichtskanzel weiter und werfen einen Blick vom Spitznack auf das unter uns liegende Rheintal. Recht spektakulär.

Blick vom Spitznack

Aussichtskanzel

Rund um den Weinlehrpfad vor Lorelei ist Maiparty – Weinproben, Essen, Kaffee, Kuchen und Menschenmassen. Hatten wir bis zu den Dachsgruben den Weg noch für uns allein, wurde es ab Waldschule zunehmend voller.

Kurz vor der Lorelei

Der weitere Weg zur Lorelei ist eher langweilig, die Lorelei selbst enttäuscht. So viel Trara und Rummel für eine nicht einmal weltmeisterliche Aussicht.

Löwenzahnuniversum

Wir laufen einmal im Besucherstrom um die Lorelei herum und steigen hinter der Freilufttribüne an einem Waldrand entlang über gelbbunte Wiesen hinauf durch den Wald in den Ortsteil Heide. „Frogs“ greifen uns an, auf den Straßen zwischen den Häusern von Heide lässt die Invasion der schwarzen aufdringlichen Insekten nach. Ab dem Sportplatz verlassen wir die Straße wieder und gelangen über einen Pfad vorbei an der Burg Katz serpentinig steil abwärts nach Goarshausen. Wir sind ziemlich geschafft, es reicht allen vollkommen. 15.15 Uhr – Ende der Königsetappe. Gut 17 km und knapp 420 Höhenmeter liegen hinter uns.

Sehr schön waren unterwegs die sehr vielen unterschiedlichen Vogelstimmen und die Blumen und Kräuter: Ginster, Vergissmeinnicht, Sternmiere, Wolfsmilch, Meere von Löwenzahn, Schlüsselblumen, Veilchen, Orchideen (Knabenkraut), Seggen, Butterblumen, Hahnenfuß, Anemonen und auf den Wiesen und Hochflächen blühende Obstbäume. Das Wetter hat sich auch gehalten, ab Mittag kam sogar ab und zu die Sonne durch und bei 17° konnten wir ab Lorelei sogar unsere Jacken ausziehen.

Da Taxi Thomas noch eine Weile braucht schauen wir uns den historischen Stadtkern von Goarshausen an – sehr „historisch“. Eine enge Gasse mit wenigen restaurierten Häusern – das war’s.

Burg Katz

In der Konditorei kaufen wir Kuchen, das Taxi ist auch bald da. Der Taxifahrer überholt eiskalt eine Kolonne Entenfahrer, die die Landstraße nach Bornich verstopft.
„Zu Hause“ gibt’s Kaffee und Kuchen und bis zum Abendessen um 8 haben alle noch Zeit sich zu erholen.

Mama spielt mit Thomas und Jochen Uno, die anderen schlafen ein wenig oder lösen Mamas Apothekenrundschau-Rätsel.

Uno zu Dritt

Um 20 Uhr ist der Tisch im Landgasthof Blücher bestellt. Die kurze Strecke dahin laufen wir zu Fuß. Der Laden ist gut besucht. Wir bekommen einen schönen Tisch mit Panoramablick zum  Rheintal, eine nette Bedienung und die Karten.

Landgasthof Blücher

Es dauert ein wenig bis sich alle etwas ausgesucht hatten: Aperitif, verschiedene Suppen, Wildschweingerichte, Fisch- und Geflügelgratin und verschiedene Viertel Wein. Thomas gönnt sich zum Schluss noch eine süße Überraschung. Das Essen war wirklich sehr gut, die Preise für die Qualität moderat und die Mengen waren auch OK. Eine dicke Empfehlung für Blücher!

Um 0.30 Uhr waren  wir (wie immer als letzte) im Bett, aber dafür morgens als Erste auf.


Maiwanderwochenende 2010 – Anreise

Gegen 15 Uhr Abfahrt nach Dörscheid mit Zwischenstation Köln, von wo wir Thomas mitnehmen wollen. Schon an der Autobahnauffahrt der erste Stau, um Köln herum ging nichts mehr, den Stau umfahren brachte dann auf der Weiterfahrt erst recht nichts und erst nach 17 Uhr hatten wir Köln-West hinter uns gebracht. In Sinzig sah es nach einem weiteren Stau aus – die Aussicht auf einen weiteren nervenden Stau ließ uns (genauer gesagt mich) an der nächsten Ausfahrt abfahren, es sollte schnell über die B9 nach Koblenz gehen. Leider wieder die falsche Wahl. Stockender Verkehr inkl. Ampeln  von Sinzig, über Bad Breisig bis Andernach – wir fuhren wieder zurück auf die BAB 61 und heizten durch bis Abfahrt 42 (St. Goar). Natürlich war die Fähre nach St. Goarshausen gerade auf der anderen Seite, aber egal – jetzt waren wir fast da. Ein wenig Warten und abregen.

Autofähre St. Goar

Um 19.30 Uhr waren wir in Dörscheid. Alle hatten mächtig Hunger. Das Essen war schnell gemacht (Salat, Buletten, Kartoffeln und Möhren) und Nachtisch gab es auch noch (Mousse au chocolat); die Kalorien des Nachtischs werden wir morgen nicht ablaufen können.
Kurz vor 1 Uhr waren die letzten im Bett.


Cathedrale d’Images (endgültig geschlossen) – jetzt: Carrieres lumieres

Ein Muss für Multimedia-Liebhaber. Ein riesiger unterirdischer Steinbruch, in dem – jährlich wechselnd – Multimediashows gezeigt werden. Überall in der aus mehreren Hallen bestehenden „Kathedrale“ sind Diaprojektoren und Lautsprecher angebracht, die computergesteuert ein grandioses Spektakel auf die glatten, aus dem Bauxit geschnittenen Wände und Decken projizieren. Man kann durch die Hallen laufen, von allen Standpunkten aus hat man eine andere Sicht, sieht andere Bildkompositionen. Verstärkt durch passende Musik bleibt es ein dauerhaftes Erlebnis.
Man findet die Cathedrale in der Nähe von Les-Baux in den Alpilles. Der nächst größere Ort ist Arles bzw. Avignon.
Link: www.cathedrale-images.com

Ergänzung Januar 2011: Wer hätte gedacht, dass Australien in 2010 die allerletzte Show sein würde? Das Bürgermeisteramt von Les-Baux hat die Betreiber rausgeklagt. Die Nutzung der Steinbrüche war neu ausgeschrieben worden und an die Betreiber der Burgruinen von Les-Baux gegangen. Cathedrale d’images hat sich aber geweigert zu gehen. Jetzt ist es amtlich: Cathedrale d’images muss gehen!
Ob die Proteste etwas bringen? Eher nicht. Sehr schade und für viele ein Verlust

2012: Der Nachfolger hat die Steinbrüche übernommen und seine erste Show installiert.
Link: http://www.carrieres-lumieres.com/fr/home

Rückfahrt

Um 3.30 Uhr wache ich auf, irgendwas hat mich aufgeweckt. Ohne Panikattacke wieder eingeschlafen, aber insgesamt unruhig geschlafen.

Der Wecker klingelt um 7.  Nach „ausgiebigem Frühstück“ wird das Auto beladen, nach Wohnungsabnahme fahren wir um 8 Uhr bei Sonnenschein ab. Nicht allzu viel Verkehr.
Ab Vence wird es dunstig und erst ab Dijon lichtet sich der Himmel wieder. Wir kommen gut durch Lyon, dank Kreditkarte halten uns die Bezahlstellen auch nicht lange auf, aber es ist kalt und es weht ein unangenehm kühler Wind.
Vor Dijon Mittagspause. Die Ameisen versuchen wahrscheinlich immer noch die Reste der Pizzakruste wegzuschaffen.
Ab Nancy echt ätzend – Geschwindigkeitsbeschränkungen, Feierabendverkehr, Stau vor Luxemburg, Stau durch Luxemburg und aus Luxemburg hinaus.

Wir fahren in Arlon ab Richtung Bastogne. Die Strecke ist ein wenig kürzer und bietet die Gelegenheit an der rechten Straßenseite in Martelange (das ist LUX) noch einmal für 30 ct billiger/L zu tanken. Durch die Ardennen über Theux und Vervier sind wir dann schnell zu Hause.
Wir brauchen für die Rückfahrt insgesamt 11 Stunden bei 1 Stunde Pause – Gesamtkilometer 1120.

Nett von den Nachbarn empfangen laden wir aus und da unser Kühlschrank kaputt und nix zu essen zu finden ist fahren wir essen: Fisch und Filetteller. Unser Rosé und deutsches TV beschließen den letzten Tag unseres Urlaubs.

Aber: Ab Burgund belästigen mich zunehmend die Pollen und zu Hause hat mich die Pollenallergie wieder voll im Griff – ich sollte bis zum Sommer im Süden überwintern.

Es war ein schöner, erholsamer und harmonischer Urlaub – und in 3 Monaten geht es wieder los nach Südtirol: Leider ohne WLAN und Blog.

Fréjus und St. Raphael au bord de la mer

Ganztags grau, teilweise aufgehellt, kein Regen, bis 18°

Heute morgen grau, also nur keine Hektik. In aller Ruhe frühstücken und Internet-Zeitung lesen. Mit Duschen ist heute morgen nichts, weil der Wasserdruck gegen Null geht – hoffentlich wird das im Laufe des Tages besser.

Joggen war die Alternative; die angezogene Regenjacke habe ich schnell wieder ausgezogen – es war mir zu warm. An der Rezeption Bescheid gesagt, dass wir morgen fahren, nicht verlängern wollen.
Bevor wir uns auf den Weg Richtung Meer machten, haben wir noch den seit gestern Abend gut durchgezogenen Kartoffelsalat gegessen.

Pit Aretz: Boote Frejus 

In Frejus Plage den Wagen geparkt und am Meer entlang nach St. Raphael zum Hafen gebummelt und von der Bankreihe auf dem neuen Parkhaus aufs Meer geschaut, das sich bleigrau und träge vor uns ausbreitete. Kaum ein Lüftchen wehte, so dass die Schüler der Segelbootschule wie festgewachsen auf dem Wasser wirkten.

Pit Aretz: Meer St. Raphael

Am Meer entlang weiter bis zum Yachthafen und dann hinüber ins hektische St. Raphael mit seiner pulsierenden Innenstadt – kaum eine Stadt ist langweiliger und toter. Selbst die dekorative Kirche wirkt von Nahem etwas Runtergekommen. OK – es war noch Mittagsruhe und bald würde sich hier wieder der Verkehr durchwühlen.

Pit Aretz: Kirche St. Raphael

SupermarktAn der Boutiken- und Geschäfteseite gings zurück Richtung Auto (immerhin gut 5 km gelaufen, was Gaby nicht glauben wollte, aber das GPS gnadenlos protokollierte) und nach einem Kaffee zurück über St. Aygulf und Roquebrune „nach Hause“, nicht ohne vorher noch einmal am Supermarkt vorbeizuschauen.

Aus unseren letzten Vorräten haben wir uns heute mittag schon einen leckeren Salade nicoise angesetzt und nun mit Käse und Creme caramel verspeist. 
Einen guten Rest gibt es davon morgen noch auf der Rückfahrt. 

Die Dusche scheint wieder zu funktionieren…

Dann brauchen wir nachher nur noch die Koffer und Kisten packen, unser letztes Fläschchen Wein trinken und die letzte Nacht in dem harten Bett schlafen, bevor es morgen früh bei gutem Wetter nach Hause geht.

Wir werden versuchen die Sonne von hier mitzubringen.

Gorges de la Siagne, Grasse und St. Paul-de-Vence

Bewölkt im Var, heiter im Alpes maritimes – etwas verschleiert, bis 20°

Wegen des vorhergesagten schlechteren Wetters für das Departement Var sind wir heute schon relativ früh unterwegs: Über Bagnols-en-Foret zunächst Richtung Grasse.
Einige Kilometer hinterm Lac de St. Cassien, an der Grenze zum Department Alpes maritimes parktn wir unser Auto an der Pont de la Siagne, um die hochgelobte Wanderung 18 „Alles stimmt…“ aus dem Rother Wanderführer Cote d’Azur zu machen.
Wir können das Lob nicht so ganz nachvollziehen und die Kilometer- und Zeitangaben können eigentlich auch nicht stimmen.
Man folgt weitestgehend dem gut markierten GR 510. Es geht aber sehr oft kräftig bergauf (insgesamt haben wir 480 Höhenmeter bewältigt und eine (abgekürzte) Strecke von 8,6 km zurück gelegt), man sieht leider so gut wie nichts von der Landschaft, weil es ständig durch schattigen Wald geht.
Die Kapelle St. Saturnin kann man sich sparen, es sei denn man möchte dort picknicken.

Pit Aretz: Kanal Siagne

Man überquert via kleiner Brücke den Wasserkanal, der Grasse und Cannes mit Wasser versorgt und steht irgendwann vor der Wahl: Weiter zum Pont de Tuves, dazu muss man wieder runter zum Fluss und dahinter noch einmal weitere 310 HM aufsteigen oder gleich die Abkürzung rauf aufs Plateau nehmen. Wir haben abgekürzt, weil wir bis hierhin schon über 1,5 Stunden unterwegs sind und nach Beschreibung erst ein Drittel der Wanderung hinter uns haben.

La Siagne

Wanderung entlang der Siagne

Auf einem kurzen Wegsbschnitt geht es 145m steil bergauf, es ist warm und die Sonne scheint. Oben sind wir nass geschwitzt und schauen uns nach einer Rastmöglichkeit um – nichts. Da wir gut abgekürzt haben, kamen wir auch gar nicht erst ins Dorf St. Cezaire-sur-Siagne (ist sowieso Mittagszeit, d.h. alles geschlossen). Ganz viele Steinmäuerchen begleiten uns auf dem Weg Richtung Bergeris, man sieht auch mal etwas:

Pit Aretz: Blumen Bergeris

Blumen, blühende Obstbäume und die Mauern sind auch nett anzuschauen, und wir finden auch einen netten Rastplatz auf einer Steinmauer.
Unser von gestern übrig gebliebenes Paprika-Couscous ist jetzt richtig durchgezogen und schmeckt kalt sehr viel besser. Einen Müsliriegel gibts als Nachtisch hinterher. So steil wie es rauf ging, geht es jetzt auch wieder runter, aber die Landschaft wird offener und man kann immer wieder ins Tal schauen. Wieder gehen es über den Kanal und bald schon treffen wir auf den Aufstiegsweg und sind 15 Min. später am Auto.

Das Wetter spielt mit, also fahren wir noch nach Grasse.
Die Stadt ist etwas unübersichtlich und voll, und wir haben Mühe ein freies Parkhaus zu finden. Wir bummeln planlos durch die Altstadt, nehmen auch mal Gässchen, die abseits der Touristenströme liegen und trinken auf dem alten Platz der Gerber unseren Kaffee – erstaunlich billig!

Pit Aret: Grasse

Der Bummel durch die Gässchen ist ganz nett, die Parfümerien sparen wir uns – irgendwie riecht auch alles sehr ähnlich und sehr intensiv.

Pit Aretz: St. Paul de VenceDas Wetter ist immer noch gut – weiter nach Saint Paul-de-Vence.
Durch die Gorges du Loup fahren wir nach St. Paul, mit Sicherheit aber zum letzten Mal. Eigentlich hätte man es wissen müssen, ich hatte es aber anders in Erinnerung. Stinkiges enges Parkhaus, nur Rummel, nur Verkauf, brechend voll – das eigentlich nette Städtchen kann ja nichts dafür.

Wir essen auf einer Bank an der Stadtmauer unsere Äpfel und sind relativ schnell wieder am Auto und auf der Rückfahrt.

Auf Stau haben wir jetzt keine Lust mehr, also ab auf die Autobahn. Die Geschwindigkeit bin ich gar nicht mehr gewohnt.
Wir fahren noch schnell am Supermarkt vorbei und tanken voll – morgen wollen wir ja nach Hause. Der Wetterbericht sagt für hier „ab und zu“ Regen (kein starker Dauerregen), dafür aber Regen im ganzen Land voraus. Die ganze Rückfahrt im Regen muss nicht sein und den letzten Tag bekommen wir auch noch rum – also fahren wir doch erst Freitag bei besserem Wetter.

Das Essen war heute sehr klassisch – die Vorräte gehen zu Neige:
Gemischter Salat, Bio-Beefsteak mit grünen Bohnen und Kartoffeln und Mousse au chocolat mit Vanillesoße (wie gestern). Von den restlichen Kartoffeln mache ich gleich noch einen Kartoffelsalat mit Zitronenmayonnaise.

Pic de l’Ours, Cap du Dramont und Sonnenbaden

Ganztags Sonne – etwas verschleiert, bis 20°

Heute wieder frische Baguettes. Die Sonne scheint, also ab – Gaby hat Lust zu laufen, sogar mit Wanderschuhen. Zunächst fahren wir die nun schon bekannte Strecke durch Frejus und Valescure Richtung Agay und nehmen den Weg bis hinauf zum Col Notre Dame (324m).
Unterwegs schöne Ausblicke auf die diversen Gipfel und Zacken des Esterel und aufs Meer tief unter uns.

Pit Aretz: Corniche

Vom Col wollen wir auf dem bequemen Weg rauf zum Pic de l’Ours (pas le chemin direct) vorbei am Dent de l’Ours. Natürlich haben wir die Wanderkarte vergessen und das Navi hilft einem in der Wildnis auch nicht unbedingt weiter (Topo-Karten habe ich nicht) und wir verlaufen uns bzw. übersehen die Abzweigung. Durch schönen Wald und freie Strecken geht es falsch sanft abwärts bis hinter den Sommet de l’Uzel, wo wir auf zwei Wanderer mit Karte treffen. Wir haben uns schon gedacht, dass wir falsch sein müssen, dank der Auskunft von M. und Mme. finden wir dann auch die richtige Abzweigung. Dazu müssen wir aber erst einmal wieder zurück zum Zahn des Bären.
Kaum anstrengend sind wir nach kurzer Zeit am Gipfel. Dort muss man eine hässliche Relaisstation umgehen und hat dann einen wunderschöne Rundumsicht.

Vor und unter uns La Napoule, die Bucht von Cannes und die Iles de Lerins, dahinter die schneebedeckten Gipfel der Alpen.

Pit Aretz: Cannes und Alpen

Auf der anderen Seite das Esterelgebirge und die Küste hinunter bis St. Tropez.

Pit Aretz: Meer von Pic de l'ours

Wenn die Sicht besser wäre, könnte man sicherlich auch Korsika sehen.

Nach Apfel und Schokobrötchen gingen wir sehr gemütlich über das Zufahrtssträßchen wieder hinunter zum Pass. Ohne ständig auf die Füße achten zu müssen kann man so die sich hinter jeder Kurve ändernde Aussicht genießen.

Unbedingt an den Strand wollten wir noch nicht und der Aufstieg war ja auch eher ein Spaziergang, da können wir doch gleich noch das Cap du Dramont über den Sentier littoral umrunden. Und das war ein guter Entschluss.

Cap Dramont

Cap du Dramont

Das Licht ist wunderschön, die Ausblicke auf die vielen kleinen Buchten und Einschnitte und das blaue Meer sind atemberaubend. Es geht zwar ein wenig auf und ab, aber nicht zu anstrengend. Unterhalb des Leuchtturms schaue ich mir noch einmal den Kletterfelsen an, an dem wir uns schon einmal bei Starkwind hinauf getraut haben – kaum zu glauben…

Pit Aretz: Cap du Dramont

Kurz vor dem kleinen Hafen du Poussai biegen wir ab und sind nach wenigen Minuten wieder am Parkplatz am Plage de Camp Long – den Rundweg kann man sich merken.

Im Tiki-Plage trinken wir unseren Kaffee und legen uns danach noch für eine Stunde in die Sonne.

Pit Aretz: Tiki Plage

Die Reserveanzeige blinkt – erst in St. Raphael finden wir eine Tankstelle, zum Glück, denn die Rückfahrt im Feierabendverkehr ist echt ätzend. Dauerstau quasi durch St. Raphael (wegen Eisenbahnerstreik warteten am Bahnhof vielleicht 500 Menschen auf einen Bus) und Frejus bis zum Abzweig nach La Bouverie. Die Fahrten durch und um Frejus sind schon ein wenig nervig.

Der Hunger meldete sich und wir machten uns ans Essen und Kochen:
Terrine forestiere, Salade melee mit warmem Ziegenkäse, Paprika-Hack-Couscous mit Schafskäse und Mousse au chocolat mit Vanillesoße.

Der Wetterbericht meldet für Mittwoch fürs Departement Var Regen, für Donnerstag starken Dauerregen!! Morgen werden wir dann am besten in das zumindest für Mittwoch bessere Wetter Richtung Cannes fahren und uns danach für die Abfahrt am Donnerstag vorbereiten.
Schade, aber am Freitag wären wir eh gefahren.

Lac d’Ecureuille und Sonnenbaden in der Bucht von Agay

Ganztags Sonne, bis 20°

Die Sonne lacht und wir lachen erst einmal über Jonas’ grundsätzliche Weinempfehlung (siehe Kommentar von gestern). Immer wieder fiel uns unterwegs der „rom…benförmige Geschmack“ ein, der „weit in den Hals ragt“.

Wir fahren durch Frejus und St. Raphael die Corniche entlang nach Agay. Zum Sonnenbaden ist es noch ein wenig früh, deshalb gehen wir erst einmal spazieren: Vom gut besuchten Parkplatz zum Eichhörnchensee und zurück.

Pit Aretz - Lac d'ecureuil 

Keine wandermäßige Herausforderung, dafür ohne Wanderschuhe zu schaffen – es geht eigentlich ohne Steigung einfach am Bach entlang. Viele blühende Sträucher, Kräuter und der plätschernde Bach nebenan. 4 km weiter ist von Lac nichts zu sehen; wegen Baggerarbeiten am Damm wurde das Wasser wohl komplett abgelassen, aber viel war da ja noch nie.
Auf dem Rückweg haben wir es uns auf Felsplatten am Wasser eine Stunde bequem gemacht und den Fischen zugesehen, und dabei darauf gewartet, dass einer zu unvorsichtig sein und von der Strömung in das untere Becken gespült werden würde; ich glaube einer musste dran glauben.

Pit Aretz: Fische 

Hin und zurück sind das gemütliche 8 km.

Weil die Sonne so herrlich schien, fuhren wir natürlich an unseren Strand „Tiki-Plage“ in Agay, der auch gut besucht war. Gaby legte sich gleich auf ihre Badematte.

Pit Aretz: Tiki Plage 

Ich machte vorher noch einen Rundgang um die Landzunge herum zu den Einsiedlerkrebsen. Superklare Sicht, tiefblaues Wasser, rote Felsen und blauer Himmel und das bei knapp 20°.

Pit Aretz: Boot bei Agay 

Wir haben auf dem Rücken liegend noch eine ganze Weile den Stimmen um uns herum gelauscht: Viele Franzosen, einige Italiener und wenige Deutsche und ein Opa, der ChaudChaud oder ChouChou oder ChouxChoux oder auch SchuhSchuh ??? verkaufen wollte. Zu uns kam er nicht, obwohl Gaby was chaud haben wollte.

Der Magen knurrte, genug Sonne gehabt und ab gings nach „Hause“.
Heute gab es adeliges Essen, von gestern:
Reis war noch übrig – ab in die Mikrowelle. Eine Entenbrust (gestern war sie besser) in Streifen geschnitten und mit Möhren, Broccoli und Porree in gelber Currypaste und Kokosmilch serviert. Vorher ein hervorragender Salat mit Chevre chaud im Speckmantel, hinterher Creme caramel.

Und jetzt gehen wir noch ein bisschen an der Endre spazieren.

Pit Aretz: Endre

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