Kategorie: REISE (Seite 49 von 55)

Reisetagebücher, Beschreibungen, Wanderungen

Vom Col Raiser über Regensburger- und Juac-Hütte nach St. Christina

Heiter bei Abfahrt, 20°C. Während der Wanderung bedeckt. Gegen Nachmittag zunehmend sonniger und angenehm warm bis 24°C.

Um 7:30 Uhr sind alle auf und sitzen am Frühstückstisch. Gegen 9:30 Uhr haben wir unsere Sachen gepackt und im Auto verstaut. Ein Dreh am Zündschlüssel – das Auto springt brav an – na also, geht doch! An der Col-Raiser Talstation kaufen wir unsere Val-Gardena-Karten für 6 Tage (69 Euro/Stück), mit denen wir so oft und so lange wir wollen alle Busse und Seilbahnen im Gardenatal benutzen können.

Auf dem Weg zur Regensburger Hütte - © 2010 Pit Aretz

Vom Col Raiser folgen wir zunächst Weg 4 zur Regensburger-Hütte und gehen dann Weg 3 hinunter bis zu den „Malerischen Lacken“, einem kleinen Teich, in dem sich die Berge spiegeln. Merkwürdig, beim letzten Mal, diesmal (und auch beim nächsten Mal): Immer ist es hier bedeckt.

Malerische Lacke - © 2010 Pit Aretz

Hier biegt man ab zur Juac-Hütte, wo wir uns etwas zu trinken bestellen. Die Brötchen sind schnell verputzt.
Weg 3 führt uns nun hinunter nach Wolkenstein-Danaei. Unterwegs treffen wir eine Familie aus der Nachbarschaft, die uns den Weg nach St. Christina erklärt –  hätten wir aber auch so gefunden, man muss nur Weg 23 folgen. Vorbei an einigen Höfen geht es hoch oberhalb der Hauptstraße durch Wald zunächst sanft, dann zunehmend steiler hinab nach St. Christina. Dann noch 1 km und wir sind am Parkplatz.

Info GPS: 8.6 km | 2H05Min reine Gehzeit, 1H15Min Stand/Pause |115 HM, 720m Abstieg
(GoogleEarth 19-JUL-10_ColRaiser_Christina)

Barbara hat sich beim Abwärtsgehen irgendwie alle Knochen, Bänder, Sehnen, Muskeln und was sonst noch wehtun kann verschoben, verklemmt oder überdehnt, jedenfalls scheint sie erst einmal auszufallen.

Da noch alle Geschäfte geschlossen haben, fahren wir zunächst zurück nach Pufels und setzen uns in die Sonne auf unseren Balkon.  Nach dem Kaffeetrinken und Lesen mit Sekundenschlaf-Phasen (Matthes höre ich sogar schnarchen) machen wir dann, diesmal mit Einkaufsliste, noch einmal einen Despar-Besuch; das sollte eigentlich für 3 Tage reichen.

Natürlich wird heute auch wieder gekocht: Muschelnudel mit Bolognesersoße und buntem Salat und als Nachtisch Joghurt mit Aprikosen (die gibt es nun einmal zur Zeit und deshalb auch noch öfter). Das Birra Forst tut schnell seine Wirkung – es dauert eine ganze Weile, bis wir uns gegen 21 Uhr zum Romméspielen in der Küche wieder treffen.

Von Pufels auf die Seiser Alm

Bedeckt, relativ kühl, windig. Gegen Nachmittag sonniger und angenehm warm.

In der Nacht hat es sich kräftig abgekühlt. Die Fahrt war wohl anstrengender als gedacht: Während alle anderen schon mit dem Frühstück fertig sind, stehe ich erst gegen 8:30 Uhr auf.

Gegen 9:30 Uhr wandern wir von Pufels aus los hinauf zur Seiser Alm. Es ist bedeckt und relativ kühl, ab und zu lässt sich die Sonne erahnen. Immer wieder schön sind die vielen verschiedenen blühenden Blumen und Kräuter am Wegrand, in den Felsen und auf den Wiesen der Alm.

Seiser Alm / Blick auf Geisler Spitzen - © 2010 Pit Aretz

Heute drehen wir nur eine kleine Runde ohne nennenswerte Steigungen – man soll sich ja langsam an die Höhe und dünnere Luft gewöhnen und ich habe in der Tat das Gefühl ein wenig besoffen zu sein, obwohl wir gestern nichts getrunken haben.

Das Große Moos in der Nähe der Sanonhütte ist unser heutiges Ziel.

Seiser Alm / Col da Fil - © 2010 Pit Aretz

Hinter dem Baluch Col da Fil nehmen wir eine weglose Abkürzung über die Almwiesen, immer der eingezeichneten Spur meines GPS nach – nur so können wir ein sumpfiges Stück trockenen Fußes überqueren. Ich muss mir dabei ständig Ermahnungen wie „Man soll die Wege nicht verlassen…“ anhören, aber wozu hat man so ein Gerät?
Zur Mittagszeit essen wir in der Sanon-Hütte unsere erste Knödelsuppe und trinken die ersten Radler und Apfelschorlen; macht 47 Euro bitteschön.

Auf demselben Weg geht es zurück, kurz vor Pufels biegen wir aber ab auf Weg 3A Richtung Schnürlsteig und kommen so oberhalb des Dorfes aus. Garni Kostner und die Kirche liegen unter uns.

Info GPS: 14.8 km | 3H21Min reine Gehzeit, 1H47Min Stand/Pause | 555 HM
(
GoogleEarth: 18-JUL-10_seiserAlm)

Gegen 14:30 Uhr sind wir pünktlich zur Kaffeezeit wieder zurück. Bis 18:30 Uhr sitzen wir auf dem Balkon, die Sonne kommt durch und es ist angenehm warm. Wir lesen und dösen ein wenig und wundern uns, wieviel Leute mit dem neuen Pendelbus nach St. Ulrich fahren…

Es geht ans Kochen: Heute gibt es gedämpfte Kartoffelsticks mit Hähnchenbruststreifen in Teriyaki-Sahne-Weißweinsud und buntem Salat.

Abends wird es kühl (14,5°), sodass wir unseren Wein drinnen trinken. Gegen 23 Uhr sind alle im Bett.

Anfahrt

Abfahrt gegen 5:30 Uhr. Die Fahrt über die BAB 61 und 6 verläuft ohne Probleme und Stau. Unterwegs über kurze Strecken mäßiger bis starker Regen. Auf der BAB 7 wird es voller und hinter Ulm immer zähflüssiger. Der Verkehrsfunk sagt Blockabfertigung und 4 km Stau vor dem Grenztunnel Füssen-Reutte voraus, was mind. 1 Std. Wartezeit bedeutet, vom Schleichen über den Pass ganz abgesehen. Wir entschließen uns erstmalig über die BAB 96 ins Inntal zu fahren. Problemlos geht’s bis zur Grenze, wo wir ein Pickerl kaufen müssen. Nur ein kurzer Stau vor dem Citytunnel Bregenz hält uns auf, ansonsten geht es zügig durch den Arlbergtunnel hinunter ins Inntal. Bei Imst tanken wir noch einmal voll (an der Autobahn ist das Benzin in Österreich auch nicht viel billiger) und machen eine kurze Mittagspause. Es beginnt zu tröpfeln. Kaum sitzen wir im Auto prasselt ein Wolkenbruch auf uns nieder – die 28° sinken schnell auf 18° und ab Innsbruck-West stehen wir im Stau. Langsam schiebt sich die Autoschlange hinauf zur Bezahlstation vorm Brenner. Relativ zügig gehts danach weiter bis zum Brennersee, doch dann ist Schluss. Bis zur Mautstelle Sterzing brauchen wir 2 Stunden bei 30° und Schwüle. Zum Glück haben wir Klimaanlage – bei Stufe 4 lässt es sich aushalten. Im Kofferraum kühlt unsere Kühlbox und Licht ist in Italien ja eh Pflicht. Was wir nicht bedenken ist, dass die Lichtmaschine bei niedrigen Drehzahlen bzw. im Leerlauf mit allen eingeschalteten Verbrauchern die Batterie nicht mehr ausreichend auflädt…

Vorerst geht’s ab Sterzing aber wieder zügig weiter. Abfahrt in Klausen. Gezwungenermaßen zuckeln wir hinter einem 50 km fahrenden Italiener her bis St. Ulrich. Einkaufen! Der Parkplatz des Despar ist schnell gefunden, aber kein Parkplatz in Sicht. Nach 3 Runden fährt jemand weg und wir huschen in die Lücke. Gaby bleibt am Auto, wir gehen einkaufen. Der Laden ist brechend voll, Gewusel, kein rechter Plan, was fehlt oder unbedingt noch gekauft werden muss. Der Einkaufswagen ist jedenfalls voll, als wir 45 Min. später den Laden verlassen. Sachen ins Auto packen und ab – aber der Starter macht nicht mal mehr Klack. Beim Aussteigen haben wir natürlich weder die Kühlbox noch das Licht ausgemacht – die Batterie ist so leer, dass sogar der Code fürs Radio gelöscht wurde.

Ich rufe Familie Kostner an, Erwin macht sich selbstverständlich sofort auf den Weg. Schneller als der ADAC ist er da, wir rollen unser Auto vor seins und dank Überbrückungskabel springt unsere geschundene Kiste sofort wieder an. Hoffen wir, dass der Weg hinauf nach Pufels (immer schön hohe Drehzahlen, bei der für die Berge ungünstigen Übersetzung des Getriebes aber eh Pflicht) die Batterie für den nächsten Start wieder genügend auflädt.  

"Pufels"

Pufels - © 2010 Pit Aretz

Gegen 18 Uhr sind wir bei den Kostners, packen unsere Sachen aus und ein, duschen und kochen: Hacksteaks, Reis mit Zucchini-Paprika-Mais-Gemüse und Joghurt mit Aprikosen.

Gaby schläft kurz nach 20 Uhr ein und steht nicht mehr auf. Barbara, Matthes und ich trinken noch ein Fläschchen Wein auf dem Balkon. Barbara geht kurz vor 22 Uhr ins Bett, Matthes und ich müssen gegen 23 Uhr passen: Wetterleuchten, Blitze und plötzlich aufkommender Sturm jagen uns ins Haus und ins Bett.

In der Nacht regnet es heftig und es kühlt ziemlich ab – schön, nach den Tagen der nächtlichen Hitze sich auch einmal wieder mit einem Oberbett zudecken zu müssen.

Rückfahrt

Um 3.30 Uhr wache ich auf, irgendwas hat mich aufgeweckt. Ohne Panikattacke wieder eingeschlafen, aber insgesamt unruhig geschlafen.

Der Wecker klingelt um 7.  Nach „ausgiebigem Frühstück“ wird das Auto beladen, nach Wohnungsabnahme fahren wir um 8 Uhr bei Sonnenschein ab. Nicht allzu viel Verkehr.
Ab Vence wird es dunstig und erst ab Dijon lichtet sich der Himmel wieder. Wir kommen gut durch Lyon, dank Kreditkarte halten uns die Bezahlstellen auch nicht lange auf, aber es ist kalt und es weht ein unangenehm kühler Wind.
Vor Dijon Mittagspause. Die Ameisen versuchen wahrscheinlich immer noch die Reste der Pizzakruste wegzuschaffen.
Ab Nancy echt ätzend – Geschwindigkeitsbeschränkungen, Feierabendverkehr, Stau vor Luxemburg, Stau durch Luxemburg und aus Luxemburg hinaus.

Wir fahren in Arlon ab Richtung Bastogne. Die Strecke ist ein wenig kürzer und bietet die Gelegenheit an der rechten Straßenseite in Martelange (das ist LUX) noch einmal für 30 ct billiger/L zu tanken. Durch die Ardennen über Theux und Vervier sind wir dann schnell zu Hause.
Wir brauchen für die Rückfahrt insgesamt 11 Stunden bei 1 Stunde Pause – Gesamtkilometer 1120.

Nett von den Nachbarn empfangen laden wir aus und da unser Kühlschrank kaputt und nix zu essen zu finden ist fahren wir essen: Fisch und Filetteller. Unser Rosé und deutsches TV beschließen den letzten Tag unseres Urlaubs.

Aber: Ab Burgund belästigen mich zunehmend die Pollen und zu Hause hat mich die Pollenallergie wieder voll im Griff – ich sollte bis zum Sommer im Süden überwintern.

Es war ein schöner, erholsamer und harmonischer Urlaub – und in 3 Monaten geht es wieder los nach Südtirol: Leider ohne WLAN und Blog.

Fréjus und St. Raphael au bord de la mer

Ganztags grau, teilweise aufgehellt, kein Regen, bis 18°

Heute morgen grau, also nur keine Hektik. In aller Ruhe frühstücken und Internet-Zeitung lesen. Mit Duschen ist heute morgen nichts, weil der Wasserdruck gegen Null geht – hoffentlich wird das im Laufe des Tages besser.

Joggen war die Alternative; die angezogene Regenjacke habe ich schnell wieder ausgezogen – es war mir zu warm. An der Rezeption Bescheid gesagt, dass wir morgen fahren, nicht verlängern wollen.
Bevor wir uns auf den Weg Richtung Meer machten, haben wir noch den seit gestern Abend gut durchgezogenen Kartoffelsalat gegessen.

Pit Aretz: Boote Frejus 

In Frejus Plage den Wagen geparkt und am Meer entlang nach St. Raphael zum Hafen gebummelt und von der Bankreihe auf dem neuen Parkhaus aufs Meer geschaut, das sich bleigrau und träge vor uns ausbreitete. Kaum ein Lüftchen wehte, so dass die Schüler der Segelbootschule wie festgewachsen auf dem Wasser wirkten.

Pit Aretz: Meer St. Raphael

Am Meer entlang weiter bis zum Yachthafen und dann hinüber ins hektische St. Raphael mit seiner pulsierenden Innenstadt – kaum eine Stadt ist langweiliger und toter. Selbst die dekorative Kirche wirkt von Nahem etwas Runtergekommen. OK – es war noch Mittagsruhe und bald würde sich hier wieder der Verkehr durchwühlen.

Pit Aretz: Kirche St. Raphael

SupermarktAn der Boutiken- und Geschäfteseite gings zurück Richtung Auto (immerhin gut 5 km gelaufen, was Gaby nicht glauben wollte, aber das GPS gnadenlos protokollierte) und nach einem Kaffee zurück über St. Aygulf und Roquebrune „nach Hause“, nicht ohne vorher noch einmal am Supermarkt vorbeizuschauen.

Aus unseren letzten Vorräten haben wir uns heute mittag schon einen leckeren Salade nicoise angesetzt und nun mit Käse und Creme caramel verspeist. 
Einen guten Rest gibt es davon morgen noch auf der Rückfahrt. 

Die Dusche scheint wieder zu funktionieren…

Dann brauchen wir nachher nur noch die Koffer und Kisten packen, unser letztes Fläschchen Wein trinken und die letzte Nacht in dem harten Bett schlafen, bevor es morgen früh bei gutem Wetter nach Hause geht.

Wir werden versuchen die Sonne von hier mitzubringen.

Gorges de la Siagne, Grasse und St. Paul-de-Vence

Bewölkt im Var, heiter im Alpes maritimes – etwas verschleiert, bis 20°

Wegen des vorhergesagten schlechteren Wetters für das Departement Var sind wir heute schon relativ früh unterwegs: Über Bagnols-en-Foret zunächst Richtung Grasse.
Einige Kilometer hinterm Lac de St. Cassien, an der Grenze zum Department Alpes maritimes parktn wir unser Auto an der Pont de la Siagne, um die hochgelobte Wanderung 18 „Alles stimmt…“ aus dem Rother Wanderführer Cote d’Azur zu machen.
Wir können das Lob nicht so ganz nachvollziehen und die Kilometer- und Zeitangaben können eigentlich auch nicht stimmen.
Man folgt weitestgehend dem gut markierten GR 510. Es geht aber sehr oft kräftig bergauf (insgesamt haben wir 480 Höhenmeter bewältigt und eine (abgekürzte) Strecke von 8,6 km zurück gelegt), man sieht leider so gut wie nichts von der Landschaft, weil es ständig durch schattigen Wald geht.
Die Kapelle St. Saturnin kann man sich sparen, es sei denn man möchte dort picknicken.

Pit Aretz: Kanal Siagne

Man überquert via kleiner Brücke den Wasserkanal, der Grasse und Cannes mit Wasser versorgt und steht irgendwann vor der Wahl: Weiter zum Pont de Tuves, dazu muss man wieder runter zum Fluss und dahinter noch einmal weitere 310 HM aufsteigen oder gleich die Abkürzung rauf aufs Plateau nehmen. Wir haben abgekürzt, weil wir bis hierhin schon über 1,5 Stunden unterwegs sind und nach Beschreibung erst ein Drittel der Wanderung hinter uns haben.

La Siagne

Wanderung entlang der Siagne

Auf einem kurzen Wegsbschnitt geht es 145m steil bergauf, es ist warm und die Sonne scheint. Oben sind wir nass geschwitzt und schauen uns nach einer Rastmöglichkeit um – nichts. Da wir gut abgekürzt haben, kamen wir auch gar nicht erst ins Dorf St. Cezaire-sur-Siagne (ist sowieso Mittagszeit, d.h. alles geschlossen). Ganz viele Steinmäuerchen begleiten uns auf dem Weg Richtung Bergeris, man sieht auch mal etwas:

Pit Aretz: Blumen Bergeris

Blumen, blühende Obstbäume und die Mauern sind auch nett anzuschauen, und wir finden auch einen netten Rastplatz auf einer Steinmauer.
Unser von gestern übrig gebliebenes Paprika-Couscous ist jetzt richtig durchgezogen und schmeckt kalt sehr viel besser. Einen Müsliriegel gibts als Nachtisch hinterher. So steil wie es rauf ging, geht es jetzt auch wieder runter, aber die Landschaft wird offener und man kann immer wieder ins Tal schauen. Wieder gehen es über den Kanal und bald schon treffen wir auf den Aufstiegsweg und sind 15 Min. später am Auto.

Das Wetter spielt mit, also fahren wir noch nach Grasse.
Die Stadt ist etwas unübersichtlich und voll, und wir haben Mühe ein freies Parkhaus zu finden. Wir bummeln planlos durch die Altstadt, nehmen auch mal Gässchen, die abseits der Touristenströme liegen und trinken auf dem alten Platz der Gerber unseren Kaffee – erstaunlich billig!

Pit Aret: Grasse

Der Bummel durch die Gässchen ist ganz nett, die Parfümerien sparen wir uns – irgendwie riecht auch alles sehr ähnlich und sehr intensiv.

Pit Aretz: St. Paul de VenceDas Wetter ist immer noch gut – weiter nach Saint Paul-de-Vence.
Durch die Gorges du Loup fahren wir nach St. Paul, mit Sicherheit aber zum letzten Mal. Eigentlich hätte man es wissen müssen, ich hatte es aber anders in Erinnerung. Stinkiges enges Parkhaus, nur Rummel, nur Verkauf, brechend voll – das eigentlich nette Städtchen kann ja nichts dafür.

Wir essen auf einer Bank an der Stadtmauer unsere Äpfel und sind relativ schnell wieder am Auto und auf der Rückfahrt.

Auf Stau haben wir jetzt keine Lust mehr, also ab auf die Autobahn. Die Geschwindigkeit bin ich gar nicht mehr gewohnt.
Wir fahren noch schnell am Supermarkt vorbei und tanken voll – morgen wollen wir ja nach Hause. Der Wetterbericht sagt für hier „ab und zu“ Regen (kein starker Dauerregen), dafür aber Regen im ganzen Land voraus. Die ganze Rückfahrt im Regen muss nicht sein und den letzten Tag bekommen wir auch noch rum – also fahren wir doch erst Freitag bei besserem Wetter.

Das Essen war heute sehr klassisch – die Vorräte gehen zu Neige:
Gemischter Salat, Bio-Beefsteak mit grünen Bohnen und Kartoffeln und Mousse au chocolat mit Vanillesoße (wie gestern). Von den restlichen Kartoffeln mache ich gleich noch einen Kartoffelsalat mit Zitronenmayonnaise.

Pic de l’Ours, Cap du Dramont und Sonnenbaden

Ganztags Sonne – etwas verschleiert, bis 20°

Heute wieder frische Baguettes. Die Sonne scheint, also ab – Gaby hat Lust zu laufen, sogar mit Wanderschuhen. Zunächst fahren wir die nun schon bekannte Strecke durch Frejus und Valescure Richtung Agay und nehmen den Weg bis hinauf zum Col Notre Dame (324m).
Unterwegs schöne Ausblicke auf die diversen Gipfel und Zacken des Esterel und aufs Meer tief unter uns.

Pit Aretz: Corniche

Vom Col wollen wir auf dem bequemen Weg rauf zum Pic de l’Ours (pas le chemin direct) vorbei am Dent de l’Ours. Natürlich haben wir die Wanderkarte vergessen und das Navi hilft einem in der Wildnis auch nicht unbedingt weiter (Topo-Karten habe ich nicht) und wir verlaufen uns bzw. übersehen die Abzweigung. Durch schönen Wald und freie Strecken geht es falsch sanft abwärts bis hinter den Sommet de l’Uzel, wo wir auf zwei Wanderer mit Karte treffen. Wir haben uns schon gedacht, dass wir falsch sein müssen, dank der Auskunft von M. und Mme. finden wir dann auch die richtige Abzweigung. Dazu müssen wir aber erst einmal wieder zurück zum Zahn des Bären.
Kaum anstrengend sind wir nach kurzer Zeit am Gipfel. Dort muss man eine hässliche Relaisstation umgehen und hat dann einen wunderschöne Rundumsicht.

Vor und unter uns La Napoule, die Bucht von Cannes und die Iles de Lerins, dahinter die schneebedeckten Gipfel der Alpen.

Pit Aretz: Cannes und Alpen

Auf der anderen Seite das Esterelgebirge und die Küste hinunter bis St. Tropez.

Pit Aretz: Meer von Pic de l'ours

Wenn die Sicht besser wäre, könnte man sicherlich auch Korsika sehen.

Nach Apfel und Schokobrötchen gingen wir sehr gemütlich über das Zufahrtssträßchen wieder hinunter zum Pass. Ohne ständig auf die Füße achten zu müssen kann man so die sich hinter jeder Kurve ändernde Aussicht genießen.

Unbedingt an den Strand wollten wir noch nicht und der Aufstieg war ja auch eher ein Spaziergang, da können wir doch gleich noch das Cap du Dramont über den Sentier littoral umrunden. Und das war ein guter Entschluss.

Cap Dramont

Cap du Dramont

Das Licht ist wunderschön, die Ausblicke auf die vielen kleinen Buchten und Einschnitte und das blaue Meer sind atemberaubend. Es geht zwar ein wenig auf und ab, aber nicht zu anstrengend. Unterhalb des Leuchtturms schaue ich mir noch einmal den Kletterfelsen an, an dem wir uns schon einmal bei Starkwind hinauf getraut haben – kaum zu glauben…

Pit Aretz: Cap du Dramont

Kurz vor dem kleinen Hafen du Poussai biegen wir ab und sind nach wenigen Minuten wieder am Parkplatz am Plage de Camp Long – den Rundweg kann man sich merken.

Im Tiki-Plage trinken wir unseren Kaffee und legen uns danach noch für eine Stunde in die Sonne.

Pit Aretz: Tiki Plage

Die Reserveanzeige blinkt – erst in St. Raphael finden wir eine Tankstelle, zum Glück, denn die Rückfahrt im Feierabendverkehr ist echt ätzend. Dauerstau quasi durch St. Raphael (wegen Eisenbahnerstreik warteten am Bahnhof vielleicht 500 Menschen auf einen Bus) und Frejus bis zum Abzweig nach La Bouverie. Die Fahrten durch und um Frejus sind schon ein wenig nervig.

Der Hunger meldete sich und wir machten uns ans Essen und Kochen:
Terrine forestiere, Salade melee mit warmem Ziegenkäse, Paprika-Hack-Couscous mit Schafskäse und Mousse au chocolat mit Vanillesoße.

Der Wetterbericht meldet für Mittwoch fürs Departement Var Regen, für Donnerstag starken Dauerregen!! Morgen werden wir dann am besten in das zumindest für Mittwoch bessere Wetter Richtung Cannes fahren und uns danach für die Abfahrt am Donnerstag vorbereiten.
Schade, aber am Freitag wären wir eh gefahren.

Lac d’Ecureuille und Sonnenbaden in der Bucht von Agay

Ganztags Sonne, bis 20°

Die Sonne lacht und wir lachen erst einmal über Jonas’ grundsätzliche Weinempfehlung (siehe Kommentar von gestern). Immer wieder fiel uns unterwegs der „rom…benförmige Geschmack“ ein, der „weit in den Hals ragt“.

Wir fahren durch Frejus und St. Raphael die Corniche entlang nach Agay. Zum Sonnenbaden ist es noch ein wenig früh, deshalb gehen wir erst einmal spazieren: Vom gut besuchten Parkplatz zum Eichhörnchensee und zurück.

Pit Aretz - Lac d'ecureuil 

Keine wandermäßige Herausforderung, dafür ohne Wanderschuhe zu schaffen – es geht eigentlich ohne Steigung einfach am Bach entlang. Viele blühende Sträucher, Kräuter und der plätschernde Bach nebenan. 4 km weiter ist von Lac nichts zu sehen; wegen Baggerarbeiten am Damm wurde das Wasser wohl komplett abgelassen, aber viel war da ja noch nie.
Auf dem Rückweg haben wir es uns auf Felsplatten am Wasser eine Stunde bequem gemacht und den Fischen zugesehen, und dabei darauf gewartet, dass einer zu unvorsichtig sein und von der Strömung in das untere Becken gespült werden würde; ich glaube einer musste dran glauben.

Pit Aretz: Fische 

Hin und zurück sind das gemütliche 8 km.

Weil die Sonne so herrlich schien, fuhren wir natürlich an unseren Strand „Tiki-Plage“ in Agay, der auch gut besucht war. Gaby legte sich gleich auf ihre Badematte.

Pit Aretz: Tiki Plage 

Ich machte vorher noch einen Rundgang um die Landzunge herum zu den Einsiedlerkrebsen. Superklare Sicht, tiefblaues Wasser, rote Felsen und blauer Himmel und das bei knapp 20°.

Pit Aretz: Boot bei Agay 

Wir haben auf dem Rücken liegend noch eine ganze Weile den Stimmen um uns herum gelauscht: Viele Franzosen, einige Italiener und wenige Deutsche und ein Opa, der ChaudChaud oder ChouChou oder ChouxChoux oder auch SchuhSchuh ??? verkaufen wollte. Zu uns kam er nicht, obwohl Gaby was chaud haben wollte.

Der Magen knurrte, genug Sonne gehabt und ab gings nach „Hause“.
Heute gab es adeliges Essen, von gestern:
Reis war noch übrig – ab in die Mikrowelle. Eine Entenbrust (gestern war sie besser) in Streifen geschnitten und mit Möhren, Broccoli und Porree in gelber Currypaste und Kokosmilch serviert. Vorher ein hervorragender Salat mit Chevre chaud im Speckmantel, hinterher Creme caramel.

Und jetzt gehen wir noch ein bisschen an der Endre spazieren.

Pit Aretz: Endre

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Pit unterwegs

Theme von Anders NorénHoch ↑