Autor: Pit Aretz (Seite 37 von 56)

Fahrradtour entlang des Canal de la Robine von Port la Nouvelle nach Narbonne und zurück

Blauer Himmel, Sonne, gute Sicht, kein bis wenig Wind, 20°

Blauer Himmel, was sonst? Ich nehme unsere Fahrräder auseinander und verstaue sie im Auto. Gegen 10.30 Uhr fahren wir immer entlang der Küste über St. Cyprien, Canet, Bacares nach Port la Nouvelle, was ca. 1 Std. dauert. Von unserem Parkplatz aus fahren wir über die Brücke Richtung Île Ste. Lucie und schon sind wir am Canal de la Robine.

Canal de la Robine - c 2012 Pit Aretz

Auf dem ersten Stück bis zum Naturreservat Ile Ste. Lucie ist es noch relativ voll, dann ab der ersten Schleuse wird es leerer und bald sind wir alleine auf dem durchgängig bis Narbonne zu befahrenden Treidelpfad. Der Canal verläuft zwischen zwei Etangs, dem Etang de Bages und de l’Ayrolle, an einigen Stellen nur durch den Treidelpfad voneinander getrennt.

Hausboot auf dem Canal de la Robine - c 2012 Pit Aretz

Ab und zu treffen wir andere Fahrradfahrer, sehen auch mal ein Hausboot, Möwen oder Flamingos im seichten Etang.

Flamingos auf dem Etang de l'Ayrolle - c 2012 Pit Aretz

Alles passt: Das Wetter, die Aussicht, die Ruhe, die Abwechslung.

Alter Weinfrachter auf dem Canal - c 2012 Pit Aretz

Mal ein wenig Camargue mit Flamingos, schwarzen Stieren und weißen kleinen Pferden, dann Idylle pur an den Anlegestellen mit den festgemachten alten Kähnen, schöne Mittagsrastplätze (wo wir unsere Brote verspeisen), Weinfelder, schattige Platanenabschnitte, Angler und kurz vor Narbonne auch wieder mehr Fußgänger. Entlang des Kanals kann man bis in die Innenstadt fahren. Am schönen mit Platanen geschmückten Quai Valliere stellen wir unsere Fahrräder ab (23 km) und schlendern durch die belebte Innenstadt zum Place Hotel de Ville, wo wir Kaffee trinken.

Narbonne Innenhof Hotel de Ville - c 2012 Pit Aretz

Durch die Passage de l’Ancre gehen wir zur Kathedrale, umrunden einmal den Kreuzgang (wobei mich die Wasserspeier am meisten faszinieren),

Narbonne - Ausblick Kreuzgang - c 2012 Pit Aretz

schauen uns St. Just von innen an und genießen im Park die Sonne, bevor wir die Kathedrale umrunden und über die Rue Cabirol in einen Bogen wieder zum Cours Mirabeau und zum Canal zurück kommen.

Narbonne Quai und Canal de Robine - c 2012 Pit Aretz

Uns gefällt Narbonne sehr gut – ein schönes Etappenziel. Mit Gebäck im Gepäck fahren wir wieder zurück – wir müssen es aber bald essen, weil es im Rucksack zu zerquetschen droht.

Auf dem Rückweg kommt Gegenwind auf, der alles etwas anstrengender macht.  Jetzt macht sich auch zunehmend die unbequeme Haltung auf dem MTB bemerkbar, bald weiß ich nicht mehr, wie ich mich setzen soll. Ich fahre immer ein Stückchen vor, um mich beim Warten auf Gaby ein wenig entkrampfen zu können.

Canal im Abendlicht - c 2012 Pit Aretz

Dennoch ist auch die Rückfahrt schön, das Nachmittagslicht  lässt alles ein wenig anders aussehen. Außer einer kleinen Pause bei den Flamingos machen wir keine Rast mehr – zügig geht es zurück und am Ende sind wir nach 46 km froh absteigen zu können. Gaby hat die Tour gut überstanden, ist mit ihrer Rixe sehr zufrieden: „Allemal besser als ein Heimtrainer“. Für mich gilt: Keine Touren mehr ohne Fahrradhose und Lenker, hinter dem man bequem sitzen kann.

Im Auto sitzt es sich bequem und so lässt sich die Fahrt genießen: Am Etang de Lapalme erinnert es sehr an Camargue, am Strand Unmengen bunte Kitesufer, wunderschön glänzt der Etang de Leucate im Gegenlicht, dahinter  – eher darüber  – unwirklich schwebend der schneebedeckte Gipfel des Canigou. Wieder ein perfekter Tag!

Zu Hause gibt’s Schnellküche: Fischsuppe mit Croutons und Rouille, Hacksteaks mit Bohnen und Fritten, schnell eben.

Jetzt beginne ich Nacken und Arme zu spüren …

Prieuré de Serrabone und Aspres-Rundfahrt

Blauer Himmel, Sonne, sehr gute Sicht, viel Wind, 19°

Die ganze Nacht über windet es, das Meer ist aufgewühlt, aber kristallklare Sicht. Natürlich weckt uns wieder die Sonne und begleitet unser Frühstück.

Gegen 10.30 Uhr fahren wir Richtung Serrabonne über Elne, Bages und Thuir, wo uns unser Navi in eine Einbahnstraße führt, was wir aber erst merken, als uns ein Feuerwehrjeep und dahinter viele andere Autos entgegen kommen. Rückwärts raus und da dort gleich ein Parkplatz ist, steigen wir aus, holen uns ein paar Gebäckteilchen und drehen eine Runde durch den Ort. Weiter über Corberes und Bouleternère auf die D618 – ein Sträßchen wie ich es liebe: Kurve an Kurve, eng, hubbelig, links Abgrund, rechts Fels. Die D84 führt dann in 6 Min. in mehreren Serpentinen hinauf zum Priorat.

Prieure de Serrabonne - c 2012 Pit Aretz

Der Wind weht hier oben mächtig, wir sind froh in der alten, grauen Schieferkirche zu sein. Mit 4 € Eintritt relativ günstig.

Kreuzgang Serrabonne - c 2012 Pit Aretz

Draußen ein kleiner Kreuzgang mit Betonung auf Gang, dahinter der Eingang zur Prioratskirche mit der wunderschönen Empore aus rotem Marmor: 10 Säulen mit reich verzierten Kapitellen, zwei Pfeiler und sechs Kreuzrippengewölben.

Empore aus rosa Marmor - c 2012 Pit Aretz

Stilisierte Tiere, Adler, Greife und vor allem Löwen, die sich gegenseitig anschauen, Blumenmotive, Engel und fein ausgearbeitete Flachreliefs. Sehr eindrucksvoll und 1000 Jahre alt.

Flachreliefs Serrabonne - c 2012 Pit Aretz

Wir umrunden die Kirche auf einem botanischen Wanderweg, holen unsere Picknickdecke aus dem Auto und essen den Rest Gemüsequiche. Im Windschatten eines Buschs liegen wir in der Sonne und halten bis 14.30 Uhr (Glockenschlag) Siesta.

Auf der o.g. D618 geht es dann weiter Richtung Ceret, die Kurven nehmen kein Ende, unendliche Korkeichenwälder und tiefe Täler, kaum einmal ein „Ort“. Über den Col Fourtou durch Oms und Llauro erreichen wir gut eine Stunde später das Kloster del Camp in Passa. Es gibt stündlich nur eine geführte Besichtigung, worauf wir aber keine rechte Lust mehr haben. Einmal rund um das (noch?) sehr verfallen wirkende Gebäude und dann über Trouillas und Bages nach Hause.

Monastir del Camp - c 2012 Pit Aretz

Kaffee und Apfeltasche mit Blick auf das blaue und türkisfarbene Meer – super!

Natürlich gibt es Ostern auch was zu essen: Rosmarin-Knoblauch-Kartoffelfächer, gegrillte Tomaten, Biokotelett vom heißen Stein und glasierte Möhren. Zum Nachtisch Chocolat blanc-Fromage blanc-Creme.

Sehr schön die Täler und Hügel der M. Alberes im untergehenden Sonnenlicht.

M. Alberes im Abendlicht - c 2012 Pit Aretz

Wanderung Port Argeles – Plage de l’Ouille über den Sentier littoral

Blauer Himmel, Sonne, sehr gute Sicht, ab Mittag wolkiger, 18° Auch heute weckt uns wieder die Sonne. Superklar und wolkenlos. Nach dem Frühstück schwingen wir uns auf die Fahrräder und fahren zum Hafen. Der Capitain meint, dass wir uns wegen des Wetters keine Sorgen machen müssen – ein paar harmlose Wolken nachmittags. Wir ketten die Fahrräder an und wandern entlang des Küstenwanderwegs vorbei am Hafen zunächst durch den netten Ort Racou, hinauf zur Steilküste und dann immer an ihr entlang.

Le Racou - Blick auf Argeles Port - c 2012 Pit Aretz

Tiefblaues und türkisfarbenes Wasser, ein wolkenloser Himmel und kaum Wind. Möwen um uns herum (die brüten im Steilhang) und deutlich mehr Feriengäste.

Blick ins Meer bei Racou - c 2012 Pit Aretz

Der Weg führt gut gesichert in ständigem Auf und Ab zunächst an einem Campingplatz vorbei, verläuft dann über den Strand von l’Ouille, wo man einen kleinen Bach überqueren muss und steigt dann steil wieder hinauf zum Fort Rodon kurz vor Collioure.

Sentier littoral Strand von l'Ouille - c 2012 Pit Aretz

Das Stück des Weges kennen wir schon, weshalb wir hier umkehren und uns am Strand ein wenig in die Sonne setzen.
Erste Wolken erscheinen über den Bergen, wir wandern zurück.

Weinterrassen und Blick auf Tour de Madeloc - c 2012 Pit Aretz

Am Hafen stellen wir erstaunt fest, dass wir fast 3 Std. unterwegs waren. Beim Bäcker kaufen wir Kuchen, setzen uns noch ein wenig auf unseren Balkon in die Sonne und machen uns dann über den Rest Nudeln von gestern her. Nach dem Kaffee in St. Andre einkaufen – Gaby meint, das reiche jetzt für den Rest des Urlaubs – ich meine nicht.

Wir sind ziemlich groggy und bleiben für Restheute auf dem Sofa sitzen – ich lese und  Gaby löst französische Kreuzworträtsel (bin gespannt auf die vielen neuen Wörter, die sie dabei lernt). Heute wage ich mich an eine Gemüsequiche aus Zucchini, Lauchzwiebeln und Tomaten,  übergossen mit einer Ei-Creme fraiche-Käse-Soße. 40 Min. in den Backofen – lecker, ein Viertel bleibt über. Salat vorher und Vanille-Apfelcreme nachher runden das Essen ab.

Der Abendhimmel verfärbt sich rot und es kommt Wind auf, der Tramontane mit 80 km/h-Böen meldet sich an.

Es braut sich was zusammen - c 2012 Pit Aretz

Wanderung Chateau Valmy – Chapelle St. Laurent – N.D. de Vie und Argeles

Blauer Himmel, Sonne pur, nachmittags ein paar Wolken, 20°

Gegen 10 Uhr fahren wir zum Chateau Valmy und finden einen Parkplatz direkt an der Straße.

Chateau Valmy und Küste - c 2012 Pit Aretz

Gemächlich wandern wir hinauf zur Chapelle St. Laurent, zwischendurch immer wieder schöne Ausblicke auf das Meer, auf Argeles und die Küste mit ihren unendlich langen Sandstränden.

St. Laurent über den Gipfeln - c 2012 Pit Aretz

Nach ca. einer Stunde sind wir oben. Die Kapelle kann man nicht besichtigen, nur umrunden. Wir setzen uns auf die Türschwelle in die Sonne und machen ein kleines Päuschen.

Nach 25 Jahren Ehe

Wir wollen den vor 10 Jahren schon einmal begangenen Weg nach N.D. de Vie noch einmal laufen. Dazu geht es zunächst ca. 50 m zurück, dann rechts ab in einen schmalen Weg, der sich durch Korkeichen und Baumheide windet.

Ruinen von Mas d'en Pardes - c 2012 Pit Aretz

Der Weg ist bis zu den Ruinen vom Mas d’en Pardès gelb markiert, führt aber ab hier auf einem anderen Weg direkt wieder zurück – wollen wir nicht.

Es sieht heute aber alles etwas anders aus, als ich es in Erinnerung habe. Zunächst laufen wir falsch einen Weg bergauf, finden dann aber den schmalen Abzweig nach links vom breiten, bergab führenden Forstweg (Steinmännchen). Der Weg ist ab jetzt nicht mehr markiert bzw. mal und mal nicht, dafür aber in unterschiedlichen Farben.
Dank IGN-Karte können wir uns orientieren. Man überquert ein Rinnsal, kommt an zwei Ruinen vorbei und durch ein kleines Maronenwäldchen – nicht nach links oder rechts abbiegen, sondern mehr oder weniger an der Bergflanke entlang in einem langen Rechtsbogen bis zu einer Quelle dem manchmal undeutlichen Weg folgen. Dahinter hält man sich rechts (angedeutetes Steinmännchen), vorbei an einer Steinplatte mit aufgemaltem PT. Der Weg wird undeutlicher und ist teilweise nicht mehr zu erkennen. Es geht relativ steil und rutschig bergab (links erkennt man irgendwann einen Zaun) und plötzlich steht man auf einem breiten Forstweg, den es früher nicht gab. Wie wir später sehen, würde er rechts ab zur Kapelle St. Laurent zurück führen. Wir folgen dem Weg aber nach links, nach ein paar Kurven kommt man in einer langen Linkskurve an eine Abzweigung, die rechts steil bergab führt (Durchfahrt-Verboten-Schild mit „Chemin prive“) und uns zur Kapelle führt. Wir statten der Kapelle einen kleinen Besuch ab und setzen uns dann an die Picknicktische, um unsere Mittagsbrote zu essen. Bis hierhin wandert man eine weitere Stunde.

Notre Dame de Vie - c 2012 Pit Aretz

Da wir keine Lust mehr auf Bergaufgehen haben, wollen wir quasi querfeldein zum Chateau zurück, was aber nicht funktioniert: Alle in der Karte eingezeichneten Durchgänge und Feldwege sind Privatwege, durch Zäune versperrt oder nicht zu finden.  Also folgen wir der Straße hinunter bis zur N114, biegen direkt davor rechts ab und laufen parallel dazu bis zum Abzweig Richtung Valmy. Die eigentlich vorgesehenen Abkürzungen entpuppen sich im Nachhinein fast alle als  gesperrte Privatwege – also war die Wahl der Straße zu folgen schon OK, aber recht öde.

Uns tun die Füße weh – nach 13 km, 3 Std. wandern plus 1 Std. Pause und 460 HM bei 20° reicht es uns.
Auf dem Rückweg holt Gaby leckeren Kuchen zum Kaffee, ich will nicht mal mehr aussteigen. Kaffee auf Balkon ist heute wieder nicht – eine steife, aber warme Brise weht vom Meer her, hält dafür aber die Wolken ab.
Der Wind lässt nach, das Wetter ist noch zu schön – auf die Fahrräder und entlang des Meers zum Hafen und weiter nach Argeles. Entlang der wichtigsten Straßen gibt es abgetrennte Radwege, großes Lob an die Stadtverwaltung. In den Kreiseln sind die Franzosen sehr rücksichtsvoll und lassen die Radfahrer immer unbehindert  vor fahren J.

In der PMU-Bar genehmigen wir uns ein Bier, sitzen draußen in der Sonne und schauen dem Treiben zu. Leicht beschwipst bringen uns die Fahrräder heim, wird Zeit endlich etwas zu kochen. Es gibt Bunten Salat, Farfalle bolognaise und Vanille-Apfel-Pudding.
Die Sonne geht rot unter, der Canigou erscheint heute sehr nah und klar und der Vollmond steht über dem Meer und versilbert das Wasser.

Vollmond über Cap Beart - c 2012 Pit Aretz

Cap Béar und Prieuré Santa Maria del Vilar

Blauer Himmel, Sonne pur, nachmittags verschleiert, bis 19°

Der Capitain und die Blöden vom Wetterdienst haben sich zum Glück verrechnet: Sonne am blauen Himmel, ab und zu Hochnebelschleier.
Nach dem Frühstück um Punkt 10 Uhr fahren wir ab nach Port Vendres, wo wir Karstens Fahrrad am Campingplatz anketten. Das Auto parken wir 4 km weiter Richtung Banyuls am Plage de Paulilles.

Ausblicke am Cap Beart - c 2012 Pit Aretz

Von hier aus wandern wir bei schönstem Wetter und Windstille, immer mit Blick auf das tiefblaue Meer und die blühenden Kräuter zum Leuchtturm von Bear.

Gaby zwischen den Mittagsblumen - c 2012 Pit Aretz

Phare Bear - c 2012 Pit Aretz

Wir wandern bis zur Spitze durch teilweise noch erhaltene deutsche Befestigungsanlagen und lassen uns den leichten Wind um die Nase wehen. Nach Port Vendres  geht es etwas oberhalb der Straße über den Sentier littoral weiter durch üppig blühende Macchia, umweht von ihren würzigen und sehr unterschiedlichen Düften, vor uns immer das blaue Meer.

Macchia und Meer - c 2012 Pit Aretz

Kurz vor der Batterie von Mailly endet der Weg am Meer, umrundet die Ruinen und schon sind wir am Fahrrad.

Gemütliche 2 Stunden wandern, 1 Stunde gucken und staunen und Wasser trinken und knapp 370 HM – sehr schön; jetzt muss ich nur noch eben mit dem Fahrrad über den Pass und das Auto holen.

Hafeneinfahrt Port Vendres - c 2012 Pit Aretz

Ich brauche exakt 18 Min. hin und zurück. Den am Strand liegenden toten Delfin haben wir uns dann auch noch getraut anzuschauen.

Fürs Kaffee trinken auf dem Balkon ist es doch zu kühl, direkt am Meer weht ein etwas stärkerer Wind. Gaby schreibt Postkarten, ich lade Fotos auf den Rechner.
Die Sonne scheint immer noch, wir wollen uns etwas Neues anschauen: Das Priorat Santa Maria del Vilar in Villelongue-del-Monts. Gegen 16.30 Uhr sind wir da und haben noch 30 Min. für eine Privatführung durch Schwester R2D2, die in gleichbleibender Tonhöhe uns etwas auf Französisch erzählt, das sie wie eine Litanei abbetet. Schade, da hätten wir gerne mehr von verstanden; da es eine Internetseite dazu gibt, werden wir das nachholen.

Innenhof der Prieure - c 2012 Pit Aretz

Interessant die Fresken in der Kirche aus dem 11. und 12. Jh. (oder das was man noch erkennen kann), die uralten Bögen und Gemäuer (vorromanisch, westgotisch).

Das hat Schweinchen Schlau zusammengetragen:
Der Ort wurde schon in prähistorischer Zeit (Fundstücke) und von den Römern genutzt, die hier zur Sicherung der Via Domitia einen Wachturm errichtet und ein Nymphäum erbaut hatten (Reste bei Restaurierungsarbeiten entdeckt). Augustinermönche erwarben 1083  die befestigte karolingische Anlage „Vilari“ mit Kapelle aus dem 8. Jh. (Mauerreste davon kann man noch erkennen bzw. sind noch vorhanden). Die Mönche erweiterten die alte Anlage um ein Kloster und bauten eine neue Kirche – St. Jakob-Pilger sollten hier betreut werden. Nach der Säkularisierung zogen 1535 die letzten Mönche weg. Nach Verkauf an einen Bauern (1802) wurden Gebäudeteile  als Ställe benutzt, ab 1940 wurde alles aufgegeben, die Gebäude verfielen und wurden von der Natur überwuchert. 1993 kaufte Frau Lucette Triadou das Gelände auf und gründete einen Rettungsverein, warb freiwillige Helfer an und baute das Priorat unter fachkundiger Anleitung und Überwachung  wieder auf. 2004 waren die Restaurierungsarbeiten beendet. Seit Oktober 2005 wohnen wieder 6-7 Schwestern (römisch-orthodox) im Priorat. Im Juli und August wird die Kirche für Lyrik- und Musikveranstaltungen genutzt – man soll frühzeitig buchen.

Grundriss (Quelle: www.edelo.net)

Info: http://www.prieureduvilar.free.fr/index.html

Auf dem Rückweg machen wir Halt in Laroque-des-Alberes und schlendern durch die engen Gassen hinauf zur Kirche – das Chateau finden wir nicht. Ganz nett.

Zu Hause gibt es dann endlich was zu essen: Lachsfilet an Gemüse aus Grünem Spargel und Tomaten, dazu Reis (***), als Nachtisch Kirschjoghurt.

Regen

Ab Mittag ungemütlich, Wechsel zwischen Tröpfeln und Trocken mit Tendenz zu Tröpfeln, bis 15°

Regentag - c 2012 Pit Aretz

Morgens bis 10 Uhr trocken, der Himmel sieht gar nicht so schlecht aus. Nach dem Frühstück fahre ich Einkaufen, während Gaby Arbeiten korrigiert.

Da wir darauf hoffen, dass das Wetter sich hält, kochen wir schon mittags: Kartoffel-Möhren-Zucchini-Tomaten-Auflauf mit Feta überbacken – gut, dass wir den Backofen haben und nicht nur auf den zwei Puppenplatten kochen müssen. Dann hat es aber angefangen zu regnen, ich lese in meinem Krimi und Gaby brütet über einem französischen Kreuzworträtsel und lernt tolle neue Wörter, die kein Franzose jemals spricht.
Gegen 18 Uhr raffen wir uns auf und gehen eine schnelle Runde zum Capitain, der uns für morgen aber nichts Gutes verheißt…

Ich lese meinen Krimi zu Ende, Gaby findet noch drei neue Wörter und die französische Frauenfußballnationalmannschaft gewinnt 4:0 gegen Pays des Galles.

Fahrradtag Collioure, Mas Larrieu

Morgens heiter bis 19° – über Mittag Regen, danach durchwachsen

Heute Morgen weckt uns wieder die Sonne, der Himmel  ist aber trüb und über den Bergen ist es regendunkel. Während des Frühstücks klart der Himmel auf, sodass wir gegen 10 Uhr uns auf unsere Fahrräder schwingen und Richtung Collioure fahren.

Im Hafen besuchen wir den Capitain (Wetter wird nicht ganz so schlimm), fahren dann weiter durch Le Racou und folgen dem Sentier littoral steil hinauf, wo wir ein Stückchen wegen Deviation schieben müssen. Wir folgen dem Sentier, unterqueren die Eisenbahnlinie, fahren durch eine Furt und in zwei großen Kurven mäßig steil hinauf zum Kreisel vor Collioure. Wir biegen ab und parken unsere Fahrräder am Fort Rodon.

Sentier littoral in Höhe Fort Rodon - c 2012 Pit Aretz

Von hier aus wollen wir über den Sentier sportif nach Collioure laufen, werden aber am Fort Miradoux wieder auf die Straße geleitet. Wir folgen der Straße hinab und gelangen durch die engen Gassen zum Hafen.

Gasse in Collioure - c 2012 Pit Aretz

In der Vorsaison sind die Gassen leer, viele Läden haben noch nicht auf, überall wird gestrichen, gehämmert und umgebaut. Wir gehen unterhalb des Chateau vorbei zum Plage de Port d’Avall und stellen beim Blick auf die bunte Häuserfront und Notre Dame des Anges wiederholt fest, dass Collioure einer der schönsten Orte hier unten ist.

Collioure - c 2012 Pit Aretz

Nach Postkartenkauf wandern wir zurück zur Kirche und durch das Vieux Quartier zurück zum Fort.

Mittlerweile hat sich der Himmel zugezogen, um uns herum wird es dunkel, weshalb wir den schnelleren Rückweg über die Straße wählen.
Mit den ersten Tröpfchen kommen wir gegen 13.30 Uhr zu Hause an.

Wir backen uns einen Flammkuchen, traditionell mit Creme fraiche, Speck und Zwiebeln, dazu gibt’s Radieschen-Möhren-Rohkost. Draußen regnet es sich ein, wir dösen vor uns hin und kurz ein, ich beginne ein neues Buch; der Himmel wird heller – Zeit für Kaffee und noch einmal raus.
Wir laufen zum Office du Tourisme, suchen (und finden) das Internet-Cafe, das aber nur Mittwoch und Samstag geöffnet hat und gehen durch den Pinienwald zurück. Auch in Argeles bereitet man sich auf die beginnende Saison vor – Hämmern, Flexen, neue Markisen, offene Baustellen und halbfertige Straßenabschnitte, am Strand werden Hüpfburgen und Wasserballareale eingezäunt.
Wir wollen noch nicht ins Haus, satteln deshalb die Fahrräder und radeln entlang der D81 (prima Fahrradwege haben die Franzosen hier) Richtung Tech. An der Kartbahn biegen wir ab und fahren ein Stück ins Naturschutzgebiet Mas Larrieu hinein.  Zu Fuß gehen wir zum Strand und verlaufen uns auf dem Rückweg zu den Fahrrädern fast noch im plötzlich dichten Schilf, das vorhin noch nicht hier war.

Opuntienfeld im Mas Larrieu - c 2012 Pit Aretz

Nach einem leckeren Nizza-Salat versuchen wir wieder einmal die französischen Nachrichten zu verstehen (ich wundere mich darüber, wieviel Vokabeln Gaby kennt), schalten irgendwann den Ton ab und lesen nur noch die Untertitel, was das Verstehen leichter macht.

Jetzt läuft Bayern München gegen Olympique Marseilles in O-Ton, die deutschen Namen klingen sehr französisch – viele haben hinten ein Zusatz-E: Lahm-E, Boateng-E, Olitsch-E oder Müll-Herr und Neu-Herr und Gommesse, nur Ribery macht kein Problem, obwohl der manchmal wie Riberych klingt.
Draußen regnet es jetzt fester – wenn es sich ausregnet, soll es uns Recht sein.

Ceret: Wanderung zur Eremitage St. Ferreol

Sonne, 21° – am Meer ziemlich windig

War es die Allergietablette gestern Abend oder die Sonne – jedenfalls werde ich erst gegen 9.15 Uhr wach.  Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und fahren nach Ceret.

Pont du Diable - c 2012 Pit Aretz

An der Pont du Diable parken wir und wandern den bestens ausgeschilderten Weg Nr. 3 hinauf zur Eremitage St. Ferreol. Zunächst geht es noch gemütlich bergan vorbei an blühenden Kirschbäumen, dann folgt der Weg einem ausgewaschenen Bachbett etwas steiler und steiniger bergauf.

...und immer wieder der Canigou - c 2012 Pit Aretz

Unterwegs immer wieder schöne Blicke auf die Hügel und Weinfelder und den Canigou. Die Sonne brennt kräftig und wir kommen leicht ins Schnaufen.

Eremitage St. Ferreol - c 2012 Pit Aretz

Nach gut einer Stunde sind wir oben an der Einsiedelei, setzen uns an die Mauer und genießen die Ruhe und Wärme. Beim Umrunden des Plateaus schaut man immer wieder auf den schneebeckten Canigou –  leider etwas im Dunst.

Der Rückweg folgt ein Stück der Zufahrt bis zur D 615 und führt dann über einen mit Korkeichen bewachsenen Hügel zu einer Häusergruppe und von dort schotterig wieder hinab zur D615, der wir ein Stück folgen.

Eremitage von Ferne - c 2012 Pit Aretz

Bis hierhin kann man immer wieder die Eremitage auf dem Hügel stehen sehen.

Wir biegen gut markiert von der D615 links ab und nach ca. 45 Min. über Feldwege haben wir Ceret wieder erreicht. Für die Gesamtstrecke benötigten wir 125 Min. bei 368 HM.

Die Sonne und das ungewohnte Bergwandern haben uns – vor allem Beine und Füße – müde gemacht. Wir fahren auf dem Rückweg in St. Andre vorbei, ein bisschen einkaufen und volltanken.

Am Meer ist es jetzt ziemlich windig und obwohl die Sonne scheint, kann man nicht auf dem Balkon sitzen. Also Kaffee und Plätzchen drinnen; das Geräusch der brummenden Spülmaschine lullt uns ein und wir nicken kurz weg.

Während ich mich versuche an das MTB zu gewöhnen und Richtung Hafen fahre, macht Gaby sich alleine auf den Weg. Mit Gegenwind und tief nach vorn gebeugt macht mir das Fahrrad keinen Spaß. Der Wind weht am Meer stark und kalt – ich fahre zurück und bereite das Essen vor; ich habe Hunger.
Heute gibt es Ofenkartoffel-Fächer mit unterwegs gepflücktem Rosmarin, Knoblauch und ein wenig Olivenöl, Biokotelett und korsischen Tomatensalat. Zu den hervorragenden Kartoffeln ein wenig Zitronenmayonnaise – Spitze. Die Joghurt-Schokoladenmousse rundet das Ganze ab.

Ich lade meine Fotos und Filme auf den Rechner und bereite meinen Blog vor – ob ich hier in der Vorsaison allerdings ein Internetcafe finde weiß ich noch nicht.

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